Was leisten preisgünstige Diascanner

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Ich denke, jeder ältere Photofan kennt das Problem: So in den 60er bis in die 80er Jahre hinein, als der allgemeine Wohlstand stieg, und der Preis ehemals sündteurer Farbfilme so weit gefallen war, dass ihrer täglichen Verwendung nichts mehr im Wege  stand, wurde es fast zum Volkssport, insbesondere Urlaubsreisen magazinweise in Diapositivserien zu verewigen. Diese wurden dann an langen Winterabenden höflichen und leidensfähigen Freunden und Verwandten vorgeführt, die sich dann irgendwann in gleicher Weise revanchierten. Andrerseits war es lästig, die sperrige Leinwand vom Dachboden oder aus dem Keller hervorzukramen, vor den Augen der gestrengen Ehefrau erst einmal zu entstauben, den Projektortisch aufzuklappen, den Projektor in Position zu bringen (endlich konnten einmal nie gelesene Bücher sinnvoll genutzt werden). Dann konnte es losgehen. Im Zeitalter der Digicams sind Dias weitestgehend vom Markt verschwunden. Die Magazine nehmen wohlbeschriftet viel Platz in Schränken weg. Den Mut, einfach alles zu entsorgen, habe ich nicht. Was liegt also näher, die Dias zu digitalisieren, in einer Zeit, wo Festplatten terabyteweise angeboten wären, ist Speicherplatz ja auch so billig geworden.
Da kam das Schnäppchenangebot eines Elektronik-Großversenders wie gerufen. Für kleines Geld bestellte ich einen Reflecta RubyScan, etwas naiv der vollmundigen Werbung vertrauend. Nachdem er erst einmal für eine Weile beiseitegelegt hatte, überwog die Neugier. Ich nahm das Gerät in Betrieb. Die Software zu installieren, das Gerät anzuschließen, war überhaupt kein Problem. Doch als ich das Ergebnis sah, traf mich der fast der Schlag, sowohl die Scans der digitalisierten Dias wie auch der Negative waren von grausamer Qualität, statt durchgezeichneter Schatten nur graublauschwarze Flächen, die wenigen Farben schrill verfärbt. Man hätte dank der beigelegten Software sicher das eine oder andere leicht verbessern können, bei ca. 3000 Dias und Negativen hätte das aber Jahre gedauert, die ich mit meinen 66 Lebensjahren besser nutzen möchte. Ich habe alles deinstalliert, das Paket zu vielem anderem in den Keller gestellt, bei ebay mochte ich es nicht anbieten: "Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg auch keinem andern zu." Die ca. 50 Euro habe ich als Lehrgeld verbucht und beschloss, es nächstes Mal besser zu machen.
Die Idee, Diapositive zu digitalisieren, ist ja nicht neu. Vielleicht klappt es ja mit einem älteren Gerät, das noch wirklich scannt, und nicht nur im Durchlicht photographiert. Ich wurde mit einem CanoScan FS2710 fündig, den bei ebay ohne SCSI-Karte und Treiber wieder für knapp 50 Euro ersteigerte; immerhin kostet das Gerät bei amazon noch 450 Euro. Es sollte also so schlecht nicht sein. Die SCSI-Karte zu erwerben war kein Problem, ebenso wenig die Treiber. Ich habe auf einem meiner Rechner auch noch Windows 98SE installiert, das ich für ein paar Altgeräte benötige. Die nötigen Treiber gibt's noch bei Canon. Hier gestaltete es sich jedoch schon erheblich schwieriger, das Gerät zur Zusammenarbeit zu bewegen, es hat schon seine Gründe, warum SCSI heute ziemlich aus der Mode gekommen ist. Als ich endlich die ersten Scans im Rechner hatte, musste ich leider feststellen, dass auch ihre Qualität nicht entfernt an die meiner Dias, die mit einer Spiegelreflexkamera im untersten Preissegment erstellt worden waren,  heranreichte, auch hier, zum Archivieren absolut ungeeignet, für ein paar Technikspielchen vielleicht, also auch hier: Fehlanzeige!
Ich überlege nun, ob ich vielleicht wieder die Leinwand aufbauen sollte, um die projizierten Bilder einfach abzuphotographieren, es wäre einen Versuch wert, ich werde gerne darüber in einem Folgeartikel berichten. Fakt scheint aber zu sein, dass es akzeptable Diascanner nur im oberen Preissegment gibt. Hier bieten sich zwei Möglichkeiten, entweder kauft man so ein Gerät und versucht, es nach Gebrauch, wenn es keinen Nutzen mehr macht, wieder zu verkaufen, das beinhaltet ein großes Risiko, auf einem Teil der Kosten sitzenzubleiben. In meinem Falle hätte ich besser daran getan, den bisher aufgewandten Betrag von ca. 120 Euro dazu zu verwenden, mir ein hochwertiges Gerät für ein paar Tage von einem seriösen Verleiher (Angebote gibt es auch bei ebay) auszuleihen, dann hätte ich jetzt meine Dias auf der Platte und Platz im Schrank. Vielleicht hilft dieser Artikel, einigen Mitmenschen mit gleichen Problemen bei der Entscheidungsfindung.

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