Was kann passieren, wenn man Einweg-Batterien versehentlich lädt?

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Was kann passieren, wenn man Einweg-Batterien versehentlich lädt?

Der Begriff Batterie bezieht sich hier auf eine elektrische Anordnung mehrerer gleichgerichteter galvanischer Zellen oder Elemente. Es handelt sich um einen elektrochemischen Energiespeicher, oder genauer einen Energieumwandler. Die in der Batteriesäure gespeicherte chemische Energie wird über eine sogenannte Redox-Reaktion in elektrische Energie, also Storm, umgewandelt. Einweg-Batterien werden Primärzellen genannt. Sie können nur einmal entladen und üblicherweise nicht wieder aufgeladen werden. Bei wiederaufladbaren Batterien, den Sekundärzellen, handelt es sich im engeren Sinne um Akkumulatoren. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden diese beiden Begriffe oft vermischt und nicht strikt unterschieden. Bei Akkus ist der Energiezustand grundsätzlich erneuerbar, sodass sie beinahe den ursprünglichen Ladezustand wiedererlangen. Sie halten zwar auch nicht unbegrenzt, können jedoch viele Male aufgeladen und wiederverwendet werden.

Batterien sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken

Bereits im Jahre 1780 fand der italienische Arzt Luigi Galvani heraus, dass ein Froschbein zu zucken begann, wenn es in Kontakt mit Eisen und Kupfer gelangte. Das Grundprinzip der modernen Batterie war geboren. 20 Jahre später wurde die erste brauchbare Voltasche Säule vorgestellt; die ersten Trockenbatterien, die lageunabhängig eingesetzt werden konnten, wurden 1901 von Paul Schmidt für Taschenlampen eingesetzt. Seitdem sind praktische Batterien nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Mit ihnen kann die Stromversorgung von kleineren, mobilen Geräten über einen relativ langen Zeitraum sichergestellt werden, überdies fällt der störende Kabelsalat weg.

Ein wichtiger Faktor der Batterie ist ihre elektrische Kapazität, das bedeutet die Energiemenge, die sie zur Verfügung stellen kann. Die Kapazität wird meist in Amperestunden (Ah) und Amperesekunden (As) angegeben. Die Wattleistung sagt etwas über die Energiemenge aus, die in einer gewissen Zeitspanne abgegeben werden kann. Sie ist das Produkt aus Entladespannung und -strom. Bei jeder Batterie kommt es nach einer gewissen Zeit zur Selbstentladung. Je geringer die Temperatur bei der Lagerung ist, desto länger können Sie die Einwegbatterie mit voller Energiemenge gebrauchen.

Um Einweg-Batterien und Akkus ranken sich viele Mythen – eine Richtigstellung

Ein Mythos besagt, dass leere Einwegbatterien wieder einsatzbereit gemacht werden können, legt man sie auf eine Heizung. Von dieser Anwendung ist jedoch vehement abzuraten. Batterien können leicht überhitzen und dadurch rissig werden. Giftige Alkali-Stoffe und Gase treten dann aus, diese können bei Hautkontakt schwere Verätzungen hervorrufen. Besonders gefährlich ist Batteriesäure. Gelangt sie in die Augen, ist in diesem Fall das Auge unverzüglich auszuwaschen und ein Arzt aufzusuchen.

Wie bereits erwähnt, trägt eine kühle Lagerung zur Verlängerung der Lebensdauer von Batterien und Akkus bei. Die Selbstentladung wird reduziert und die vorhandene Energie besser gespeichert. Die ideale Temperatur zur Aufbewahrung von Batterien ist eine Raumtemperatur von etwa 18 Grad. Wird eine Batterie zu kühl gelagert, im Kühlschrank zum Beispiel, kann sich Kondenswasser bilden, welches die Batterie beschädigt. Ein trockener Kellerraum ist das perfekte Lager für Einwegbatterien und Akkus.

Häufig ist zu hören, dass alte und neue Batterien im jeweiligen Gerät nicht gemischt zur Verwendung kommen sollten. Dies lässt sich bestätigen. Die Gesamtleistung aller verwendeten Batterien kann dabei dezimiert werden. Außerdem besteht die Gefahr des Auslaufens der älteren Primärzellen. Lässt die Leistung des Geräts aufgrund eines niedrigen Energiestands nach, sollten daher stets alle Batterien gemeinsam gewechselt werden.

Weitverbreitet ist auch das Gerücht, dass Akkus an Leistung verlieren, wenn man sie zu früh wieder auflädt. Man spricht hier vom angeblichen Memory-Effekt des Akkus. So heißt es: Lädt man einen Akku oder eine Mehrwegbatterie mit einer Restkapazität von 40 Prozent auf, so wird dieser Ladestand gespeichert und fortan nur mehr bis zu diesem Punkt entladen. Dieses Gerücht kann nach heutigem Stand des Wissens aus der Welt geschafft werden. Akku-Batterien kennen den Memory-Effekt nicht, sie erleiden lediglich bei Überhitzung, Überladung und Tiefladung Schaden. Wichtig ist daher der Gebrauch eines „intelligenten" Ladegeräts, welches den optimalen Ladungsgrad ermitteln kann und die Energiezufuhr automatisch stoppt, sobald eine maximale Ladung erreicht ist.

Was passiert nun, wenn eine Einwegbatterie versehentlich geladen wird?

Zunächst sei gesagt, dass man aus Sicherheitsgründen nie versuchen sollte, Primärzellen, also Einwegbatterien, mit einem herkömmlichen Ladegerät aufzuladen. In der Hektik des Alltags kann es schon einmal vorkommen, dass versehentlich eine nicht ladbare Einwegbatterie ihren Weg in das Ladegerät findet.

Wie bei Überhitzung oder bei der Berührung mit Feuchtigkeit kann dies jedoch dazu führen, dass höchst giftige Stoffe aus der Batterie austreten und in die Umwelt, oder noch schlimmer, in Ihren Organismus gelangen. Werden Primärzellen geladen, kommt es zu einer Überspannung, welche denselben Effekt wie eine Überhitzung hat. Im drastischsten Fall können Batterien sogar explodieren. Das ist jedoch nur selten der Fall, ihre Nahtstellen werden jedoch porös, was den gefährlichen Inhalt, bestehend aus Alkali-Mangan oder Zink-Kohle, freigibt. Es besteht ebenfalls die Gefahr, dass die einzelnen Alkali-Zellen im Inneren platzen und so die Säure nach außen dringen kann.

Moderne und hochwertige Akku-Ladegeräte verfügen jedoch über einen sogenannten Primärzellenschutz. Dieser sorgt dafür, dass Batterien, die für das Aufladen ungeeignet sind, erkannt und gar nicht erst mit Energie versorgt werden. Das Gerät lädt diese schlichtweg nicht, eine Über- oder Unterladung mit daraus resultierender Überhitzung kann somit nicht entstehen.

Auf welche Ladegeräte für Sekundärzellen sollten Sie zurückgreifen?

Ziel bei der Verwendung von Ladegräten ist es, eine möglichst vollständige Wiederherstellung des Neuzustands einer Sekundärzelle zu erzielen. Um diesem Ergebnis möglichst nahe zu kommen, ist es wichtig, nur die passenden Ladegeräte zum entsprechenden Akkutyp zu verwenden.

Einfache und kostengünstige Ladegeräte müssen im Auge behalten werden, um eine Überladung zu vermeiden. Die optimale Ladung wird häufig durch ein grünes Lämpchen angezeigt. Sollte dies aufleuchten, ist das Ladegerät auszuschalten. Moderne und hochwertigere Ladegeräte übernehmen dies für Sie und regulieren sich selbst. Es ist anzuraten, bei der Anschaffung eines Ladegeräts nicht allzu sehr zu sparen, da die Lebensdauer der wiederverwendbaren Batterien unter Verwendung von minderwertigen Ladegeräten sehr viel kürzer ausfällt. Die erneute Anschaffung solcher Sekundärzellen verschlingt auf längere Sicht mehr Geld, als gleich auf ein hochpreisiges Gerät vertraut zu haben.

Wie bereits beschrieben, ist auch der Sicherheitsfaktor entscheidend. Auch hier bieten qualitativ hochwertige Ladegeräte den Vorteil, selbstständig zu reagieren und so mögliche Gefahren abzuwenden. Dank moderner und intelligenter Technik ist es heutzutage beinahe unmöglich, mit Ihrem Gerät ungeeignete Batterien zu laden.

Die meisten handelsüblichen Ladegeräte werden über Strom aus Steckdosen (220 Volt) betrieben, manche auch über Niedrigstom (12 Volt), zum Beispiel aus dem Zigarettenanzünder Ihres Autos oder über Solarzellen. Besonders auf Reisen ist diese Möglichkeit, Ihre Akkus wieder aufzuladen, eine praktische Errungenschaft.

Ladegeräte für Einwegbatterien – leere Verkaufsversprechen oder klappt es?

Unter Technik-Fans kursieren die unterschiedlichsten Meinungen, ob das Aufladen von Einwegbatterien wirklich funktioniert. Wenn das gelingt, wäre es für den Geldbeutel und die Umwelt eine lukrative und bereichernde Errungenschaft. Tatsächlich scheint es heute dank moderner Technik eine Methode oder besser ein spezielles Ladeverfahren zu geben, um das Wiederbeladen von Primärzellen bis zu zwanzig Mal zu bewerkstelligen.

Erste Ladegeräte für Einwegbatterien entwickelte der Schweizer Wissenschaftler Dr. Rolf Zinneker bereits Anfang der 90er Jahre. Als diese technische Neuerung publik wurde, reagierte die Industrie mit einer veränderten chemischen Zusammensetzung der Batterien, um deren Absatz nicht einbrechen zu lassen. Heute ist es schwieriger, Wegwerfbatterien aufzufrischen, dennoch gibt es einige Ladegeräte auf dem Markt, die dies dennoch zu bewerkstelligen wissen.

Einwegbatterien zählen zu besonders schadstoffreichem Müll. Das Recycling-Verfahren ist anspruchsvoll und die zurückbleibenden Giftstoffe müssen umständlich entsorgt werden. Daher ist das Aufladen leerer Wegwerfbatterien nicht nur praktisch, sondern auch besonders umweltfreundlich. Auch Ihre Haushaltskasse wird sich freuen. Trotz der Anschaffungskosten für dieses Ladegerät werden Sie bares Geld sparen, da der Kauf neuer Batterien erst einmal nicht mehr nötig sein wird.

Einige Modelle von Primärzellen-Ladegeräten wurden getestet und überzeugten durch ihre Leistung. Aufgeladene Batterien waren wieder voll einsatzfähig und konnten bedenkenlos bis zu zwanzig Mal wiederverwendet werden. Die einzige Ausnahme bilden Carbon-Zink-Batterien, die nach fünf Aufladungen nicht mehr verwendbar sind und entsorgt werden müssen.

Ein kurzer Einblick in die Funktionsweise von Ladegeräten für Einwegbatterien

Handelsübliche AA-, AAA-, C-, D- und Neun-Volt-Batterien können also neuerdings wieder aufgeladen werden. Möglich ist dies durch die Aktivierung von Chemikalien, die sich in der Batterie befinden. Die elektrische Spannung wird durch die „Wiederbelebung" der elektrochemischen Reaktionen wiederhergestellt. Der Ladevorgang wird dabei von Mikrochips überwacht, sodass eine Überladung und Überhitzung vermieden wird. Die Stromzufuhr wird dann sofort unterbrochen. Dies geschieht auch, sollten Sie die Batterien versehentlich falsch herum eingelegt haben.

Eine Tatsache sollten Sie beim Laden von Einwegbatterien jedoch beachten: Lassen Sie die Batterien sich nie völlig entleeren. Eine Restleistung muss zur Reaktivierung der chemischen Prozesse vorhanden sein. Denn wo keine Restenergie vorhanden ist, kann auch nichts mehr erneuert werden. Eine völlige Wiederherstellung der Ausgangsleistung kann nicht erbracht werden. Nur 80 Prozent der ursprünglichen Leistung einer Alkali-Batterie werden gewährleistet. Immerhin ein weitaus besseres Resultat, als leere Batterien auf den Müll zu werfen, neue zu kaufen und so den Müllberg an gefährlichen Giftstoffen anwachsen zu lassen.

Auch wenn aufgefrischte Batterien nicht mehr über ihre maximale Leistungskapazität verfügen, ist die Anschaffung eines Ladegeräts für Einweg-Batterien eine Überlegung durchaus wert. In kürzester Zeit werden Sie bares Geld gespart und immer einsatzbereite Batterien im Haus haben. Auch die Umwelt wird es Ihnen danken, wenn Sie darauf verzichten, Batterien einfach nach einmaligem Gebrauch wegzuwerfen. Achten Sie wertvolle Rohstoffe und holen Sie ein Maximum an Energie aus einer Batterie heraus.

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