Was ist eigentlich Fairer Handel?

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m Eine-Welt-Laden werden fair gehandelte Produkte angeboten, doch was ist Fairer Handel? Nach einer Schätzung der Vereinten Nationen leben weltweit 1,3 Milliarden Menschen unterhalb der Armutsgrenze, die meisten in den Ländern der Dritten Welt. Vor allem Kleinproduzenten können vom Erlös ihrer Produkte - zum Beispiel Kaffee, Kakao oder Zucker - oft kaum ihren Lebensunterhalt decken. Denn auf die Preisgestaltung am Weltmarkt haben sie keinen Einfluss. Anders ist es beim fairen Handel. Hier erhalten die Erzeuger für ihre Produkte Preise, die über dem Weltmarktpreis liegen. Sie werden beim Aufbau selbständiger Vermarktungsstrukturen unterstützt und sind von Zwischenhändlern unabhängig. Doch fairer Handel funktioniert nur, wenn Verbraucherinnen und Verbraucher bereit sind, fair gehandelte Produkte zu kaufen. Neben Lebensmitteln gibt es heute eine Vielzahl anderer Produkte, die fair gehandelt werden. Diese werden inzwischen an sehr unterschiedlichen Orten - angefangen von Weltläden über Versandhandel bis hin zu Supermärkten - angeboten. Allerdings ist der heutige Marktanteil von bis zu 3 Prozent noch deutlich steigerbar. Eine Erfolgsstory Seit über 25 Jahren gibt es fairen Handel in Deutschland. Im fairen Handel setzen sich Produzentengruppen und Verbraucher/innen gemeinsam für eine gerechte Welt ein. Was kann fairer Handel bewirken? Jeder Verkauf fair gehandelter Produkte kommt den Produzenten direkt zugute. Der faire Handel * ermöglicht es benachteiligten Produzenten-Familien in Afrika, Asien und Lateinamerika, ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. * steht für partnerschaftliche und verlässliche Handelsbeziehungen. * stellt die Menschen in den Mittelpunkt und fördert die soziale Gerechtigkeit und den schonenden Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen. Jede Konsumentin und jeder Konsument kann beim Einkauf ein Stück Welt fair ändern und zu etwas mehr Gerechtigkeit beitragen. Fairer Handel bedeutet Partnerschaft über viele Grenzen hinweg. Zwischen den Partnern bestehen enge Kontakte - und sie orientieren sich an den gleichen Kriterien. Für die Weltläden in Deutschland bildet die Konvention der Weltläden die Grundlage des Fairen Handels. Vereinbarungen einhalten! Die Prinzipien des Fairen Handels beziehen sich auf alle Beteiligten: die Produzent/innen und ihre Organisationen die von den Weltläden akzeptierten Importeure die Weltläden und Aktionsgruppen selbst Mensch und Umwelt respektieren Neben der Hochwertigkeit der gehandelten Produkte besteht ihre Qualität vor allem in Sozial- und Umweltverträglichkeit. Dazu gehören soziale Arbeitsbedingungen und Handelskonditionen, die echte Entwicklungschancen bieten. Höhere Preise tragen zur Existenzsicherung der Produzent/innen bei, die Produktion wird teilweise vorfinanziert, und ökologische und soziale Projekte der Partner/innen (Schulen, medizinische Versorgung etc.) werden unterstützt. Glaubwürdig handeln Seine Glaubwürdigkeit zieht der Faire Handel vor allem aus umfassender Transparenz: Wer bekommt wie viel Geld? Wie werden Entscheidungen getroffen? Sowohl bei Produzent/innen, Importeuren als auch bei Weltläden kann Einblick in ihre Arbeitsweise, ihre Besitzverhältnisse und die Handelswege genommen werden. Mitbestimmen Ein partnerschaftliches Verständnis ist auch innerhalb der jeweiligen Organisationen maßgeblich. Weltläden arbeiten nur mit Partner/innen zusammen, die sich demokratische Strukturen geben und eine weitreichende Mitbestimmung aller Mitarbeiter/innen gewährleisten. Sinnvoll wirtschaften Der Faire Handel arbeitet not-for-profit, Gewinnmaximierung ist kein Ziel. Erlöse werden wieder in den Fairen Handel investiert, ein Teil fließt in Gemeinschaftsaufgaben sowie Bildungsarbeit. Langfristig zusammenarbeiten Die Kontinuität der Handelsbeziehungen schafft die Verlässlichkeit, die für ein nachhaltiges Wirtschaften notwendig ist. Kontinuität zeigt sich beispielsweise in langfristigen Lieferverträgen und intensiver Beratung zur Weiterentwicklung von Produkten. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit ist vielen Produzent/innen noch wichtiger als die höheren Preise. Politisch einmischen Informationen über den Welthandel zugänglich zu machen hat einen hohen Stellenwert in der Arbeit der Weltläden. Neben der Information zu Produkten und Produzent/innen beteiligen sich Weltläden an politischen Kampagnen. Copyright 2006 ©fair-handel.com and NoProb®GmbH+CoKG -German-
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