Was ist denn B-Ware?

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B-Ware wird in verschiedenen Anzeigen von Elektronikhändlern als Rücklaufware beschrieben, mit optischen Mängeln. Die Ware sei geprüft und technisch in Ordnung. Aufgrund des Sonderpreises ist eine verkürzte Gewährleistung von 12 Monaten vereinbart.

Klingt doch logisch und fair?

Tatsächlich handelt es sich um beschädigte Ware, die zumeist einen technischen Mangel bei der Auslieferung beinhaltet. Wenn dieser Mangel innerhalb der ersten 14 Tage auftritt können sie diesen sofort zurückgeben und erhalten Ihr Geld zurück. Achten Sie auf die Fristeinhaltung. Glück gehabt, nehmen Sie Abstand von einer vorgeschlagenen Reparatur.

Tritt dieser Mangel jedoch außerhalb dieser Frist auf, ist der Rücktritt nicht mehr möglich. Von diesem Zeitpunkt an, wird der Hersteller auf Zeit gehen und die Reparaturen bis an die Grenze des Zumutbaren verzögern. Nach Ablauf der 12 Monate Gewährleistung ist es auch die Gewährleistung auf die durchgeführten Reparaturen erloschen.

Was Sie nicht wissen ist:

Sie verzichten auf Ihre Rechte nach BGB. Sie verzichten nicht nur auf ein Jahr Gewährleistung, sondern Sie verzichten auch auf 2 Jahre Gewährleistung der durchgeführten Reparaturen. (Die Gewährleistung für einen verdeckten Mangel beginnt erst mit der Beseitigung dieses Mangels nach BGB).

Wie kurz 12 Monate sein können, wird spätestens dann erkenntlich, wenn der Computer, Scanner, etc.  mal 3-4 Monate in Reparatur ist. Zwischenzeitlich haben Sie zusätzlich viel Zeit in den Warteschleifen der kostenpflichtigen Hotlines verbracht.

Die einzige Möglichkeit die Gewährleistungszeit zu stoppen, ist ein unabhängiges Beweissicherungsverfahren beim zuständigen Amtsgericht anhängig zu machen. Die Kosten der Beweissicherung gehen natürlich zu Ihren Lasten und übersteigen zumeist den Wert des Produktes um ein Vielfaches.

Begnügen Sie sich mit den Rechten nach BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) und verzichten auf die AGB´s (allgemeine Geschäftsbedingungen) der Anbieter.

Ob es rechtlich zulässig ist, durch AGB´s eine derartige Verkürzung von Gewährleistung zwischen Kaufmann und Verbraucher zu vereinbaren ist fraglich. Das Problem liegt an der Durchsetzbarkeit vor Gericht.

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