Was ist beim Kauf von alten Schellackplatten zu beachten?

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Was ist beim Kauf von alten Schellackplatten zu beachten?

Die Schellackplatte wurde in den späten 1890er Jahren von dem Deutsch-Amerikaner Emil Berliner erfunden. Er nutzte eine Pressmasse aus Schellack, Schieferpulver und Baumwollflock, die das bis dahin von ihm als Tonträgermaterial genutzte Vollgummi ersetzen sollte. Etwa zur selben Zeit ließ Berliner auch einen Federwerk-Motor für seine Grammophone entwickeln, sodass diese nicht mehr per Handkurbel bedient werden mussten. Die neue Technik und die um ein Vielfaches verbesserte Klangqualität der Platten (bis dahin war die Wiedergabe so undeutlich, dass der Text auf der Hülle mitgeliefert werden musste) sorgten für den Siegeszug der plattenförmigen Tonträger. Schellackplatten wurden in Deutschland bis 1958 gepresst, im übrigen Europa bis in die 1960er Jahre hinein. Dies sollten Sie beim Kauf alter Schellackplatten beachten.

  

Welche besonderen Eigenschaften haben die alten Schellackplatten?

Neben der bereits erwähnten erheblich besseren Klangqualität waren die Schellackplatten im Hinblick auf das Abspielen auch deutlich widerstandsfähiger als ihre Vorgänger aus Gummi, gerußtem Zink oder Zelluloid. Der einzige Nachteil war, dass die Platten sehr spröde waren und deshalb leicht brachen. Für Kinderhände waren und sind sie daher gänzlich ungeeignet. Dies war einer der Umstände, der die Weiterentwicklung zur wesentlich besser vor Brüchen geschützten Vinyl-Schallplatte begünstigte. Der Durchmesser einer alten Schellackplatte beträgt 10 oder 12 Zoll (ca. 25 bzw. 30 Zentimeter), die Abspielgeschwindigkeit 78 Umdrehungen pro Minute. Damit passten auf jede Seite 3 oder 4 Minuten Musik.

  

Welche Abspielgeräte gibt es für alte Schellackplatten?

Die Schellackplatte wurde ursprünglich für das Grammophon entwickelt und ist demzufolge auf funktionstüchtigen alten Grammophonen abspielbar. Hierbei sollten Sie jedoch beachten, dass es sich bei den Tonabnehmern um Verschleißteile handelt: In der Regel muss die Nadel nach jedem Abspielen ersetzt werden. Darüber hinaus gab es bis in die 1980er Jahre bei fast allen Plattenspielern die Möglichkeit, auf die für Schellackplatten geeignete Abspielgeschwindigkeit umzustellen. Da die Rillen hier jedoch breiter sind als bei einer Vinyl-Schallplatte, ist außerdem eine dickere Nadel erforderlich. Bei den alten Plattenspielern kann entweder von einer Nadel zur anderen umgeschaltet werden, oder aber die Nadeln werden per Hand ausgetauscht. 

 

Tipps zur Reinigung und Pflege Ihrer alten Schellackplatten

Wenn Sie alte Schellackplatten kaufen, sind diese womöglich sehr lange nicht abgespielt worden. In der Folge hat sich Staub in den Rillen abgelagert. Deshalb ist eine Reinigung vor der ersten Nutzung unabdingbar. Kenner empfehlen hierfür die Nutzung eines Microfasertuchs mit klarem, lauwarmem Wasser. Mithilfe vorsichtiger kreisrunder Bewegungen erreicht man auch die Rillen. Anschließend sollte die Platte mit einem leicht angefeuchteten Tuch vorgetrocknet und zum vollständigen Trocknen in einen Ständer gestellt werden. Auf Reinigungsmittel ist unbedingt zu verzichten, da die darin enthaltenen Substanzen den Schellack angreifen und somit die Platte zerstören können. Verbogene Schellackplatten können auf einer Glasplatte im Backofen langsam auf 65 Grad erwärmt werden, dann richten sie sich selbst wieder aus. Auch das Abkühlen sollte langsam erfolgen (zum Beispiel im ausgeschalteten Backofen). Doch Vorsicht, bei vorhandenen Haarrissen (die die Abspielqualität kaum beeinträchtigen) sollte auf das Erhitzen verzichtet werden, da sonst größere Schäden entstehen können.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden