Was ist beim Kauf von Pilkruten und Bootsruten zu beachten?

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Was ist beim Kauf von Pilkruten und Bootsruten zu beachten?

Das Hochseeangeln – Wissenswertes über Ausrüstung, Köder und Besonderheiten

Das Hochseeangeln gehört zu den interessantesten Bereichen im Angelsport. Viele Freizeitfischer lieben die besonderen Herausforderungen, die diese Angelart mit sich bringen, denn auf dem Meer geht es um den Fang der richtig großen Fische. Je nach Meer sind das zum Beispiel Dorsch, Sardine, Hornhecht, Makrele, Plattfische aber auch Thunfische, Rochen oder Haie. Schon das Ausfahren mit dem Kutter aufs offene Meer verbreitet eine aufregende Atmosphäre und die Ein- oder Mehrtagestouren bedeuten oft abwechslungsreiche Stunden einzigartiger Angelfreuden und Abenteuer. Doch damit die Angeltour wirklich ein ungetrübtes Erlebnis wird, brauchen Sie eine geeignete Ausrüstung mit Bootsangeln und den richtigen Ködern und Beifängern. Auch der Witterung angepasste Kleidung und Proviant darf hierbei nicht fehlen. Lesen Sie hier, wie Sie die passenden Bootsruten und Pilker finden und was Sie generell beim Hochseeangeln beachten sollten. Anschließend können Sie sich direkt auf eBay eine für Sie geeignete Fischangel kaufen.

Das Hochseeangeln: große Tiefen – große Fische

Meeresangeln ist in Deutschland sowohl auf der Nord- und Ostsee möglich. Im übrigen Europa bieten zudem das Schwarze Meer, das Mittelmeer und der Atlantik interessante Fanggründe. Das Angeln von einem Boot aus bietet eine Vielzahl von Vorteilen. So stehen dem Angler große Tiefen ohne Hindernisse zur Verfügung und damit die spannende Möglichkeit, einige richtig große Fische zu fangen. Zudem können hier Techniken wie das Trolling oder Schleppangeln und das Pilken auf Meerwasserfische angewendet werden.

Für die Angeltouren besteht entweder die Möglichkeit, sich selbst einen Kutter komplett mit der Mannschaft zu chartern oder aber an einer zahlreich in den Häfen angebotenen Bootstouren teilzunehmen. Wer das erste Mal an so einer Tagestour teilnimmt, kann sich das benötigte Angel-Set oftmals direkt auf dem Kutter mieten. Eine gute Gelegenheit, um die Besonderheiten der einzelnen Bootsruten in Ruhe kennenzulernen und erste Erfahrungen zu sammeln, ohne viel Geld investieren zu müssen. Haben Sie Gefallen am Hochseefischen gefunden, können Sie damit beginnen, eine eigene Ausrüstung zusammenzustellen.

Bootsruten für das Süßwasser- und Meeresangeln

Bootsruten werden beim Angeln von einem Boot aus benutzt. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Kahn auf dem hiesigen Teich oder einen großen Fischkutter im Atlantik handelt. Die Anforderungen an das Material und die einzelnen Teile des Angelzubehörs wachsen allerdings mit der Größe der zu fangenden Fische und dem Einsatz in aggressivem Meerwasser. Darum gehören Bootsruten für das Hochseefischen zu den robustesten und stabilsten im ganzen Angelsport.

Die Pilkrute - gebräuchlichste Bootsrutenarten für Hochseeangler

Beim Hochseeangeln werden vor allem drei Techniken angewandt: das Pilken, das Wrackangeln und das Trolling (Schleppangeln). Dabei ist das Pilken die meist verbreitetste Methode. Der Pilker ist ein künstlicher Köder, der meist in Fisch- oder Torpedoform angeboten wird. Er wird zusammen mit einer Pilkrute genutzt. Das Wort Pilker leitet sich von der Fangtechnik ab. Der Köder wird hierbei aufgrund gelassen und anschließend ein bis zwei Meter hochgezogen und wieder abgelassen. Dies versetzt den Köder in auffällige Trudelbewegungen und soll die Fische anlocken. Dieses Anziehen des Kunstköders wird auch als Pilken bezeichnet. Gleichzeitig zum Trudeln macht auch das Aufschlagen des Pilkers auf den Grund und die dadurch entstehende Druckwelle die Zielfische aufmerksam und ermuntert sie zum Biss.

In tiefen Gewässern wird das Pilken auch im Mittelwasser betrieben. Dazu wird eine Wassertiefe gewählt, in der sich die Zielfische bevorzugt aufhalten. Wichtig ist, dass der Pilker stets möglichst leicht gehalten wird, damit er beim Absinken auffällig taumelt. Allerdings muss er dabei noch so schwer sein, dass er zuverlässig sinkt. Gerade bei Fischarten wie dem Dorsch, der überwiegend am Grund gefangen wird, ist ein Pilker, der den Grund erreicht, ausschlaggebend für einen erfolgreichen Fang.

Besonderheiten und Aufbau einer guten Pilkrute

Pilkruten werden in den Gewichtsklassen light (= leicht), medium (=mittel) und heavy (=schwer) angeboten. Diese Bezeichnungen richten sich nach dem jeweiligen Wurfgewicht der Ruten. Eine mittlere Pilkrute besitzt bei einer Länge von 3 Metern ein Wurfgewicht von bis zu 200 Gramm. Light-Ruten kommen bei ca. 3,60 m gerade einmal auf 50 g Wurfgewicht und erlauben dadurch eine besonders feine Handhabung. Das Light Pilken ist beim Hochseeangeln auf Nord- und Ostsee inzwischen sehr populär, da es bei Fischarten wie dem Dorsch zu erfolgreicheren Fängen führt, als das Angeln mit schwereren Pilkern.

Daneben gibt es noch sehr schwere Pilkruten mit Wurfgewichten um die 500g. Diese werden auch Trollingruten genannt, da sie zum Schleppfischen eingesetzt werden. Auch das Wrackangeln wird mit diesen stabilen Bootsruten praktiziert.

Grundsätzlich sind Pilkruten relativ kurz und robust gebaut, um eine gute Hebelwirkung erzielen zu können. Außerdem sollten die Ruten beim reinen Pilkangeln im Gegensatz zum Trolling oder Wrackangeln ein geringes Gewicht aufweisen, da Sie die Rute bei dieser Angelmethode ständig in der Hand behalten. Bei zu schwerer Rute ermüden Sie schneller und sind nicht mehr in der Lage, den Pilker richtig in Bewegung zu erhalten. Daher sind leichtere Ruten aus Kohlefaser besser geeignet als Glasfaserruten mit erheblich höherem Gewicht. Durch die hohen Belastungen sollten Sie zudem eine Steckrute mit möglichst wenig Steckverbindungen wählen. Am besten geeignet sind einteilige Ruten gefolgt von Modellen mit einer oder zwei Steckverbindungen. Teleskopruten sind aufgrund ihres empfindlicheren Schiebesystems generell anfälliger für Beschädigungen und Verschleiß. Sie eignen sich daher nur bedingt für den Einsatz auf hoher See.

Weitere wichtige Komponenten: Rolle und Schnur

Wie bei anderen Angelmethoden auch sollte die Rolle für das Pilken sorgfältig verarbeitet sein und aus hochwertigen Materialien bestehen. Außerdem benötigt sie ein Fassungsvermögen für mindestens 100m Schnur und eine ausgezeichnete, fein abgestimmte Bremse. Allerdings sollte die Rolle auch nicht zu groß gehalten werden, da das Halten der Rute durch das zusätzliche Gewicht schnell ermüden kann. Beim normalen und light Pilken können Sie eine gute Stationärrolle verwenden. Beim „Big Game“, das Trolling oder Wrackangeln, ist eine stabile Multirolle jedoch von Vorteil. Wichtiger als die Rollengröße ist ihr Getriebe. Es sollte für gute Laufeigenschaften mindestens drei bis vier Kugellager aufweisen und den großen Belastungen durch den Drill (= Kampf mit dem Fisch) standhalten können.

Angelschnur aus einem Strang oder geflochtene Schnüre?

Angler können auf drei verschiedene Schnurtypen zurückgreifen. Die älteste Variante ist Angelschnur aus einem Strang, die sogenannte monofile oder Monoschnur. Daneben gibt es auch die aus mehreren Fäden geflochtene (= multifile) Angelschnur. Monofile Schnüre besitzen eine hohe Dehnung und bieten so einen Puffer, um die Kräfte, die beim Drill entstehen, besser verteilen zu können. Auch schlitzen Fische bei Monoschnüren seltener aus. Das heißt, der Haken im Fleisch des Fisches wird nicht so schnell herausgerissen, da der Kontakt zum Fisch durch die dehnbare Schnur relativ gleichmäßig gehalten werden kann. Geflochtene Schnüre sind kaum dehnbar. Der Vorteil für den Angler ist der gute Kontakt zum Köder. Kleinste Bewegungen werden direkt auf die Rute übertragen und ermöglichen einen guten Anhieb (= Ruck an der Angelrute, mit dem der Fisch am Haken festgemacht werden soll). Außerdem werden bei multifilen Schnüren geringere Durchmesser benötigt, um dieselbe Stabilität wie bei Monoschnüren zu erreichen. Das kommt den höheren Wurfweiten beim Auswurf zugute. Allerdings sind geflochtene Schnüre auch empfindlicher gegen Abrieb, als Schnüre mit nur einem Strang. Die letzte Schnurvariante ist ein Hybrid, also eine Kombination, aus beiden vorangegangenen Schnurtypen. Diese Kombischnüre sind jedoch recht teuer in der Anschaffung und werden beim Meeresangeln nur selten eingesetzt.

Grundsätzlich liegt es an Ihnen selbst, welche Schnurart Sie bevorzugen. Da beim Pilken jedoch vor allem der gute Kontakt zum Köder gewünscht wird, werden geflochtene Schnüre von den meisten Sportfischern als die bessere Wahl angesehen.

Beifänger, Köder und Montagen

Das Kapitel der Montagen, bei denen Köder, Haken und Wurfgewichte am Ende der Hauptschur befestigt werden, ist breit gefächert. Dabei kommen sowohl die unterschiedlichsten Pilker zum Einsatz als auch Wattwürmer, Beifänger, Gummiwürmer und Twister. Die Wahl der jeweiligen Köder und ihre Anordnung hängt von der Witterung, der zu angelnden Fischart sowie von den persönlichen Erfahrungen und Vorlieben ab. Im großen Angebot des Angelbedarfs finden Sie dazu auch jede Menge hilfreiche Sachbücher und Ratgeber zum Thema Meeresangeln, Bootsruten sowie Köder, Montagen und Zubehör. Mit diesen detailreichen Beschreibungen sollte es auch Einsteigern leicht fallen, eine passende Montage für die Bootstour zusammenzustellen. 

Wetterfeste Kleidung – auf dem Kutter ein Muss

Neben der richtigen Ausrüstung für einen erfolgreichen Fang benötigen Sie für eine mehrstündige Fahrt auf dem Meer in unseren Breiten unbedingt wasserfeste, warme Kleidung und Schuhe. Je nach Jahreszeit können auch Thermoanzüge und Handschuhe notwendig werden. Denn wenn Sie auf dem Wasser nass werden und frieren, kann ihnen das schnell den ganzen Tag verderben. Im Gegenzug dazu sollten Sie jedoch auch an Sonnencreme denken. Gerade auf dem Wasser, welches die Sonnenstrahlen noch einmal extra reflektiert, können Sie sich sonst schnell einen Sonnenbrand holen. Auch Sonnen- oder Polarisationsbrillen sowie ein Sonnenhut sind bei klarem Wetter unentbehrlich. Ebenso Mittel gegen Seekrankheit sollten in der Ausrüstung nicht fehlen. Dazu kommen noch diverse Ersatzköder, -rollen und -schnüre sowie ein Schlagholz und ein Messer zum waidgerechten Betäuben und Kehlen der gefangenen Fische. Da die gefangenen Fische in den einzelnen Gewässern eine gewisse Mindestgröße besitzen müssen, darf auch ein Maßband in der Ausrüstung nicht fehlen.

Fazit

Beim Hochseeangeln geht es um das Sportfischen auf dem offenen Meer. Die weit verbreitetste Art dabei ist das Pilken, bei dem spezielle Kunststoffköder in mittleren Wassertiefen oder am Grund auf- und abtaumeln. Für diese Fangtechnik eignen sich kurze, stabile Ruten besonders gut, da sie eine gute Hebelwirkung entfalten und einen guten Kontakt zum Köder ermöglichen. Außerdem sollten Pilkruten relativ leicht sein, damit sie der Angler lange Zeit ermüdungsfrei in der Hand halten und den Köder bewegen kann. Außer dem Pilken gehört zum Hochseeangeln auch das Schleppangeln oder Trolling sowie das Wrackfischen.

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