Was ist beim Kauf von Klimaanlagen und Klimakompressoren zu beachten?

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Was ist beim Kauf von Klimaanlagen und Klimakompressoren zu beachten?

Auf die richtige Innentemperatur kommt es an

Wer viel unterwegs ist auf Europas Straßen, wird den Komfort zu schätzen wissen, den eine Klimaanlage mit sich bringt. Unabhängig von den äußeren Bedingungen kann so die Innentemperatur im Pkw oder Reisemobil bequem geregelt und den persönlichen Bedürfnissen angepasst werden. Das ist vor allem wichtig, um die notwendige Konzentration so lange wie möglich aufrecht zu halten, was allerdings nicht von den wichtigen Pausen zwischendurch abhalten sollte. Viele Fahrzeuge bieten bereits ab Werk eine Klimaanlage oder Klimaautomatik an, je nach Hersteller auch als Sonderausstattung gegen einen Aufpreis.

Ebenso gibt es natürlich Klimaanlagen für Wohn- und Geschäftsräume. Wer etwa ein Feriendomizil im Süden besitzt, wird über den Kauf einer Klimaanlage nachdenken, sofern nicht schon eine vorhanden ist. Vor allem, wenn die Temperaturen so weit steigen, dass nachts an einen ruhigen Schlaf kaum zu denken ist, sollte eine Klimaanlage angeschafft werden. In Büroräumen kann zudem die Produktivität sinken, wenn die Raumtemperatur ein bestimmtes Maß überschreitet. Da es sich hier um ein arbeitsrechtlich relevantes Thema handelt, sollten Arbeitgeber sich vor dem Kauf ausführlich über die Empfehlungen und Richtlinien informieren, um auf der sicheren Seite zu sein – zum Beispiel bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Im nachfolgenden Ratgeber liegt der Schwerpunkt bei Klimaanlagen und Klimakompressoren für den Einsatz in verschiedenen Fahrzeugarten.

Wie eine Klimaanlage funktioniert und was ein Klimakompressor macht

Grundsätzlich wird die Klimaanlage durch den für das Fahrzeug verwendeten Kraftstoff (Benzin, Diesel) betrieben, was natürlich bedeutet, dass sich der Spritverbrauch beim Einsatz in Abhängigkeit von Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und der Fahrtgeschwindigkeit selbst erhöht. Für Reisemobile und Wohnwagen gibt es alternativ Klimaanlagen, die mit Gas betrieben werden.

Technisch betrachtet bestehen Klimaanlagen aus verschiedenen Hauptbauteilen, um einen Austausch von Wärme und Kälte zu ermöglichen:

  • Klimakompressor
  • Kondensator
  • Filtertrockner
  • Expansionsventil
  • Verdampfer
  • Gebläse

Der Klimakompressor (Verdichter) ist zuständig für eine reibungslose Funktion der gesamten Anlage. Ihm kommt als Hauptaufgabe zu, das gasförmige Kältemittel innerhalb des Systems zu verdichten. Der Antrieb erfolgt über die Riemenscheibe, die meisten Kompressoren verfügen zusätzlich über eine Magnetkupplung, die ein Zu- oder Abschalten ermöglicht. Im Kondensator wird das gasförmige Kältemittel soweit heruntergekühlt, dass es sich wieder verflüssigt. Bei Bedarf wird ein Lüfter zugeschaltet, der für eine ausreichende Belüftung des Kondensators sorgt. Der Filtertrockner im Inneren schützt die Klimaanlage im Wesentlichen vor Verschmutzung und Korrosion, indem das Kältemittel von Abriebteilen befreit und ihm zugleich Feuchtigkeit entzogen wird.
Eine weitere Aufgabe ist es, das gefilterte und gereinigte Kältemittel für den Weitertransport zu speichern. Von hier aus gelangt dieses in das Expansionsventil. Über das Ventil wird die jeweils benötigte Menge an Kältemittel in den Verdampfer weiter geleitet, dehnt sich dort unter Zuführung von Wärme aus und kühlt die vorhandene Luft ab. Je größer die Oberfläche des Verdampfers ist, umso effizienter kann die Anlage durch einen Austausch von Wärme und Kältemittel arbeiten. Der Innenraumlüfter sorgt dabei für eine zusätzliche Beschleunigung des Vorgangs.

Die Unterschiede zwischen Frischluft- und Umluftbetrieb

Beim Betrieb der Klimaanlage unterscheidet man zudem zwischen Frischluftbetrieb und Umluftbetrieb: Bei Ersterem wird Luft von außen angesaugt und abgekühlt. Filter schützen dabei die Insassen vor Staub und Pollen, die ansonsten in das Fahrzeuginnere mit eingesogen und unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringen könnten. Ein regelmäßiger Austausch ist empfehlenswert. Beim Umluftbetrieb wird die Luft aus dem Wageninneren umgewälzt. Das bringt vor allem Vorteile mit sich, wenn man durch einen kilometerlangen Tunnel fährt oder an der Ampel ein dicker LKW neben einem steht.

Weitere Funktionen der Klimaanlage

Generell dient die Klimaanlage der Abkühlung des Innenraums, was in der Regel dazu führt, dass man sie im Winter nicht nutzt. Während typischer Regentage im Herbst kann die Klimaanlage mit dazu beitragen, dem Fahrzeuginneren Feuchtigkeit zu entziehen: Richtet man den Luftstrom auf die Windschutzscheibe, erhält man schnell wieder den Durchblick. Verstärkt wird dieser Effekt, wenn man über die Umluftfunktion das Eindringen von feuchter Außenluft vermeidet.

Klimaanlage oder Klimaautomatik

Der Unterschied zwischen einer Klimaanlage und der Klimaautomatik liegt im Bedienkomfort – in der technischen Funktionsweise sind beide identisch. Eine Klimaanlage muss von Hand über einen Regelknopf eingestellt werden. Fehlt hier die nötige Erfahrung, kann es passieren, dass man diesen Regelknopf zu stark in die eine oder andere Richtung dreht, gefolgt von einer viel zu intensiven Abkühlung im Fahrzeug und einem damit verbundenen Unwohlsein.

Der Trend beim Fahrzeugbau geht längst dahin, dass viele Vorgänge durch elektronische Bauteile reguliert und gesteuert werden. Dies gilt auch für die Klimaautomatik: Stellt man diese auf die gewünschten Temperaturen ein, wird die Raumtemperatur über Sensoren gemessen und die Klimaanlage entsprechend gesteuert. Bei neueren Modellen besteht zudem die Möglichkeit, dass Fahrzeuginsassen die Klimaautomatik unabhängig voneinander auf die individuellen Bedürfnisse einstellen können – inklusive der Ausrichtung der Luftströme. Ein weiterer Vorteil der automatischen Klimaanlage besteht darin, dass hier nicht reine Kaltluft verteilt wird, sondern auch warme Heizungsluft beigemischt wird und die Temperaturregelung dadurch als wesentlich angenehmer empfunden wird.

Nähern Sie sich der gewünschten Tempertaur stufenweise an

Ein zusätzlicher und hilfreicher Hinweis: Steigen Sie in ein stark erhitztes Fahrzeug ein, sollten Sie sich vor allem bei der Klimaautomatik schrittweise der gewünschten Temperatur annähern. Stellen Sie sie nicht gleich auf die endgültige Temperatur ein, sondern nähern Sie sich der Wunschtemperatur sukzessive, beispielsweise in 5-Grad-Schritten. Ein zu schnelles Herunterkühlen des Innenraums kann sich auf Ihren Kreislauf auswirken. Umgekehrt sollten Sie den unter Umständen äußerst drastischen Temperaturunterschied bedenken, wenn Sie während der glühenden Mittagshitze aus einem voll klimatisierten Fahrzeug aussteigen – auch hier kann der Kreislauf durcheinandergeraten!

Was beim Kauf zu beachten ist

Selbstverständlich empfiehlt, es sich beim Kauf oder beim Nachrüsten einer Klimaanlage darauf zu achten, dass diese zum Fahrzeugtyp passt. Informationen dazu findet man in der Produktbeschreibung der Anbieter und Hersteller. Das Gleiche gilt für einzelne Bauteile, wenn eine vorhandene Klimaanlage repariert werden muss.

Ebenfalls zu den wichtigen Kriterien gehört die Umweltverträglichkeit der Anlage. Zum einen hinsichtlich des zusätzlichen Kraftstoffverbrauchs, zum anderen sollten ausschließlich Kältemittel verwendet werden, die frei von FCKW (auch als Treibhausgas bekannt) sind. Die Umrüstung älterer Modelle lohnt zumeist nicht, da dies mit hohen Kosten verbunden ist. Für Neufahrzeuge sind Kältemittel mit FCKW ohnehin seit Anfang 2011 verboten.

Weitere Punkte die es zu beachten gilt

Nachfolgende Punkte sind nicht direkt relevant für eine Kaufentscheidung, spielen aber eine zusätzliche Rolle, um die Lebensdauer einer Anlage zu erhöhen und insgesamt Energie zu sparen: Je niedriger die Temperatur eingestellt wird, um so höher ist der Spritverbrauch. Im Sommer ist es dazu empfehlenswert, das Fahrzeug im Schatten zu parken, um eine zu starke Erhitzung zu vermeiden. Wer es verträgt, sollte bei langsameren Fahrten wie etwa im Stadtverkehr darüber nachdenken, ob eine Belüftung über geöffnete Dachfenster oder Seitenfenster nicht ausreichen könnte. Beim Neukauf eines Fahrzeugs sollte man die Wahl der Farbe gleich vorab mit berücksichtigen: Ein Gefährt mit dunkler Lackierung heizt sich wesentlich schneller auf als eines mit einer eher hellen Lackierung.

Klimaanlagen und die Gesundheit

Beim Kauf einer Klimaanlage sollte man die gesundheitlichen Aspekte mit berücksichtigen. Manchmal hilft es, zunächst Fenster und Türen zu öffnen, um Räumlichkeiten oder das Fahrzeug durch Luftzug auf ein erträgliches Maß zu senken. Ein nicht zu verachtender Nebeneffekt dabei: Man spart Energiekosten. Hilft dies nicht ausreichend oder ist man – besonders im Auto – empfindlich gegen den Fahrtwind, kann man zur Klimaanlage greifen. Bitte berücksichtigen Sie möglichst, dass die Differenz zwischen Außen- und Innentemperatur nicht zu groß wird: Empfehlungen besagen, dass die Differenz 6 Grad nicht überschreiten sollte. Zudem sollte man vermeiden, stark abgekühlte Räume oder Fahrzeuge verschwitzt zu betreten, da es durch zu schnelles Verdampfen des Schweißes zu einer Unterkühlung kommen kann, die bei anfälligen Menschen eine unangenehme Erkältung mit sich zieht.

Ein weiterer neuralgischer Punkt sind die Nasenschleimhäute, die auf die klimatisierte Luft durch Austrocknung empfindlich reagieren können. Abhilfe schaffen Salben, die in Apotheken oder Drogerien erhältlich sind. Ähnliches gilt für Hautpartien, die nicht bedeckt sind. Zudem ist von entscheidender Bedeutung, eine Klimaanlage regelmäßig zu warten.

Wartung und Pflege

Wie bei vielen anderen technischen Produkten auch sollten die Pflegehinweise für eine Klimaanlage beachtet werden, vor allem aus zwei Gründen: um die Langlebigkeit der Anlage zu gewährleisten und um gesundheitliche Risiken zu vermeiden. Dazu zählt etwa ein regelmäßiger Winterbetrieb: Das Kältemittel transportiert Öl, das zur Schmierung von Kompressor, Schläuchen und Dichtungen beiträgt. Steht die Anlage zu lange, kann es zu Eintrocknungen mit Folgeschäden kommen. Erfahrungswerte besagen, dass die Klimaanlage zumindest einmal pro Woche in Betrieb genommen werden sollte. Dabei gilt zu berücksichtigen, dass viele Geräte bei Minusgraden aus Sicherheitsgründen nicht anspringen.

Zudem sollte man regelmäßig Kältemittel nachfüllen. Zwar handelt es sich bei dem System um einen geschlossenen Kreislauf, jedoch muss ein durchschnittlicher Verlust von circa 10 Prozent pro Jahr mit eingerechnet werden. Eine weitere Empfehlung besagt, die Klimaanlage nach Möglichkeit bereits ein paar Minuten vor Fahrtende auszuschalten. Dadurch wird vermieden, dass sich Restfeuchtigkeit ansammelt, in der sich Keime bilden können. Wichtig ist ebenfalls, verwendete Filter regelmäßig auszutauschen und die Klimaanlage etwa alle zwei Jahre professionell reinigen zu lassen. Ausführliche Informationen erhält man in den Herstellerangaben und der Betriebsanweisung. Werden alle Punkte berücksichtigt, steht einer wohltemperierten Fahrt nichts mehr im Weg.

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