Was ist beim Kauf von Gewindeschneidern und Federspannern zu beachten?

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Was ist beim Kauf von Gewindeschneidern und Federspannern zu beachten?

Wer an einem Auto, einem Motorrad oder einem Mofa gebastelt hat, wird uns zustimmen: Ein optimales Ergebnis der Marke Eigenbau kann nur dann erreicht werden, wenn das Werkzeug einwandfrei ist. Gerade bei wichtigen Teilen, wie den Fahrwerksfedern, sollte man den perfekten Ausgang einer Reparatur nicht dem Zufall oder mangelhaftem Werkzeug überlassen. Wir möchten Ihnen in diesem Ratgeber zeigen, in welchen Bereichen Gewindeschneider und Federspanner am Auto eingesetzt werden, welche Variationen es gibt, und worauf Sie beim Kauf der Werkzeuge achten müssen. Mit den Tipps und Hinweisen in diesem Ratgeber werden Sie schnell den passenden Gewindeschneider und den für Ihre Zwecke geeigneten Federspanner finden.

Ohne sie läuft im Kfz-Bereich nichts mehr: Spezialwerkzeuge halten Einzug in Heimbastler-Garagen

In Kfz-Werkstätten wurde die Wichtigkeit von passgenauen Werkzeugen, man kann sie beinahe mechanische Instrumente nennen, erkannt. Spezialwerkzeuge erlauben es dem Monteur, schnell, präzise und vor allem passgenau zu arbeiten. Pkws sind mittlerweile so hoch technologisiert, dass mit dem klassischen Schraubendreher und der bewährten Zange nur noch die wenigsten Reparaturen vorgenommen werden können. Ohne auf den jeweiligen Einsatzbereich professionalisiertes Werkzeug kann ein Hobby-Schrauber an seinem Lieblingsstück nicht mehr viel ausrichten. Wussten Sie zum Beispiel, dass gut 80 Prozent aller Schraubverbindungen in einem Kraftfahrzeug heutzutage mit einer Drehmomentvorgabe ausgestattet sind? Das bedeutet, die Schrauben müssen mit einem ganz bestimmten Kraftaufwand festgedreht werden, wofür wiederum spezielle Drehmomentwerkzeuge, wie zum Beispiel Ratschen, eingesetzt werden müssen.

Ganz ähnlich ist es auch bei Gewindeschneidern und Federspannern. Bei Gewindeschneidern müssen Sie dringend darauf achten, dass Ihr Set die für Ihr Fahrzeug und Ihre Schrauben richtige Größe aufweisen kann. Federspanner sind in der Regel größenverstellbar, können aber auch von einem bestimmten Fahrzeug-Hersteller vorgegeben sein.

Was sind Gewindeschneider und wo werden Sie eingesetzt? Braucht man den Federspanner wirklich?

Gewindeschneider und Federspannen sind Spezialwerkzeuge, die für ganz bestimmte Zwecke eingesetzt werden. Gewindeschneider werden in der Karosserie zur Bohrung von Gewinden eingesetzt. Es gibt Sie in den verschiedensten Größen und in den unterschiedlichsten Funktionsarten. Sie bilden ein hoch professionelles Werkzeug, das es in unterschiedlichen Variationen gibt.

Der Federspanner hat die verantwortungsvolle Aufgabe, die Fahrwerksfedern bei einem Wechsel, in Spannung zu halten. Bauen Sie eine Fahrwerksfeder aus, zum Beispiel bei der Tieferlegung des Fahrzeuges, so steht diese unter einem enormen Druck. Schließlich lastete zuvor das Gewicht des gesamten Wagens auf ihr. Lösen Sie nun die Schrauben, die die Feder in Position hält, ohne zuvor einen Federspanner eingesetzt zu haben, kann die Feder mit enormem Druck herausspringen. Wenn dies passiert, können Sie von Glück reden, wenn „nur“ Ihr Auto beschädigt wurde – ohne den Einsatz von Federspannern bringen Sie sich und andere Anwesende in Lebensgefahr.

Das Spezialwerkzeug im Einsatz: Hier benötigen Sie präzise Gewindeschneider

Im nächsten Punkt möchten wir Ihnen die Einsatzbereiche und die Funktionen von Gewindeschneidern und Federspannern genauer vorstellen. Wir beginnen mit den Gewindeschneidern.

Gewindeschneider kommen überall dort zum Einsatz, wo Sie ein auf Ihre Ansprüche ausgerichtetes Innengewinde oder eine passendes Außengewinde benötigen. Gerade im Kfz-Bereich kommt es hierbei auf Präzision und genaue Passformen für die einzelnen Bestandteile an. 

Gewindeschneider, Gewindebohrer und Schneideisen – diese Formen der Gewindeschneider gibt es

Wenn Fahrzeugkomponenten nicht auf Dauer aber dennoch fest zusammenhalten sollen, sind die bewährten Schrauben und passenden Muttern nach wie vor die beste Wahl. Trotz der großen Auswahl an Muttern und Schrauben kommt man in bestimmten Fällen nicht umhin, sich selbst eine maßgefertigte Sondergröße herzustellen.

Man unterscheidet zwischen drei Arten:

  • Gewindeschneider
  • Gewindebohrer
  • Schneideisen

Gewindeschneider und Gewindebohrer im Vergleich

Mit einem Gewindeschneider kann man je nach Modell ein Außengewinde oder ein Innengewinde aus einem Stück Metall, Holz oder Kunststoff schneiden. Gewindeschneider stellen damit eine Kombination aus Gewindebohrer und Schneideisen dar.

Der Gewindebohrer ähnelt einem normalen Bohrer, der ein Innengewinde in eine Holz- oder Metalldecke schneidet. Man kann sich ein Innengewinde wie das einer Schraubenmutter vorstellen. In das Innengewinde wird die passende Schraube eingedreht.

Der Gewindeschneider funktioniert genau umgekehrt. Er bohrt nicht, sondern besteht aus einem Aufsatz, der von außen auf ein Bearbeitungsstück aufgespannt wird. Das Bearbeitungsstück kann dabei ein zylindrisch geformtes Holz-, Kunststoff- oder ein Metallstück sein. Das Gewinde wird dabei von außen in den Träger eingeschnitten, weshalb man hier von Außengewinde spricht. Ein Außengewinde entspricht also einer Schraube.

Sehr wichtig bei dem Schneiden oder Bohren eines Gewindes ist eine präzise und sorgfältige Arbeitsweise. Das beginnt schon bei der Auswahl des Schneidewerkzeuges. Wir zeigen Ihnen im nächsten Schritt, wie Sie einen Gewindeschneider erfolgreich einsetzen.

Präzise dank hochwertigem Zubehör: So werden Gewindeschneider und Gewindebohrer genutzt

Gewindebohrer und Gewindeschneider können ohne das richtige Zubehör nur mäßige Ergebnisse erzielen. Ist Präzision gefragt – und das ist es beim Kraftfahrzeug eigentlich immer – benötigen Sie folgende Hilfsmittel:

  • Bohrer zum Vorbohren des Gewindes: Bevor Sie den Gewindebohrer einsetzen, müssen Sie ein sogenanntes Kernloch bohren. Achten Sie dabei darauf, dass der Bohreraufsatz etwas kleiner ist, als das Gewinde, das Sie benötigen. Hier spielt die Gewindesteigung, also die Größe des Gewindes, eine wichtige Rolle. Bei einer Gewindesteigung von 1,5 mm und einem Gewinde von 10 mm sollten Sie also eine Bohrerstärke von 8,5 mm nehmen. So kann die Schraube bündig abschließen.
  • Senker: Er weitet das Bohrloch, damit Sie den Gewindebohrer leichter einsetzen können.
  • Satz-Gewindebohrer: Ein Gewindebohrer besteht immer aus drei Komponenten: einem groben Vorschneider, einem feinen Vorschneider und einem Fertigschneider. Diese Bohrer werden in der eben aufgeführten Reihenfolge nacheinander eingesetzt.
  • Windeisen: Das Windeisen ist eine Halterung, in die Gewindebohrer für den Handbetrieb eingespannt werden.
  • Schneideisen: Um ein passendes Außengewinde zu Ihrem Innengewinde zu schneiden, benötigen Sie ein Schneideisen.
  • Schneideisenhalter: Ein Schneideisenhalter ist das Gegenstück zum Windeisen, nur dass es zur Halterung des Schneideisens eingesetzt wird.
  • Schneidöl: Dringend empfohlen ist der Einsatz von Schneidöl. Es schont das Werkzeug und sorgt dafür, dass Sie beim Schneiden von Metall weniger Kraft aufwenden müssen. Bevor und während des Schneidevorganges sollten Sie immer wieder einige Tropfen in das zu schneidende Gewinde geben.

Federspanner: Profi-Werkzeug, auf das Sie nie verzichten sollten

Federspanner kommen immer dann zum Einsatz, wenn Fahrwerksfedern ausgetauscht werden sollen. Fahrwerksfedern oder Stoßdämpfer können verschleißen, sodass ein Austausch notwendig wird, oder der Fahrer entscheidet sich aus ästhetischen Gründen, das Fahrwerk mit den passenden Federn tieferzulegen.

Wir zeigen Ihnen nun, wie man einen Federspanner fachgerecht einsetzt und welches Werkzeug außerdem notwendig ist, um Fahrwerksfedern oder Stoßdämpfer fachgerecht auszutauschen. Noch eine Warnung vorweg: Niemals sollten Fahrwerksfedern ohne Federspanner ausgetauscht werden. Immer wieder hört man von selbst ernannten Experten Tipps und Tricks, wie man sich die kostspielige Anschaffung von einem Federspanner sparen kann. Die Statistik spricht eindeutig gegen dieses unverantwortliche Verhalten. Nicht selten werden bei diesen Experimenten Menschen ernsthaft durch herausspringende, schwere Fahrzeugfedern verletzt.

Um eine Fahrzeugfeder auszutauschen, benötigt man folgende Utensilien:

  • Neue Federn in der gewünschten Größe: Beachten Sie dabei, dass Fahrzeugfedern immer im Paar ausgetauscht werden sollten. Das heißt, wenn Sie die vorderen Federbeine auswechseln möchten, müssen Sie beide Seiten ersetzen. Das Gleiche gilt für die Hinterräder. Wer sein Auto aus modischen Gründen tieferlegen möchte, kann sich Federn in einer etwas kleineren Größe anschaffen.
  • Federspanner: Wie bereits deutlich gesagt sind Federspanner unerlässlich. In der Regel reichen für den Austausch von Fahrzeugfedern Universal-Federspanner, die auf alle gängigen Federbeine angepasst werden können. Für besondere Federbeine werden jedoch spezielle, stärkere Federspanner benötigt.
  • Ein gut ausgerüsteter Werkzeugkasten: Schraubenschlüssel in verschiedenen Größen sollten hier ebenso vorhanden sein, wie Ratschen, um die eventuell festsitzenden Schrauben zu lösen. Zum Spannen des Federspanners wird ebenfalls spezielles Werkzeug, meistens in Form eines Nusssatzes, benötigt.
  • Wagenheber und Unterstellböcke: Um eine Feder auszutauschen, muss das Fahrzeug hochgelagert werden. Wenn Ihnen keine Hebebühne zur Verfügung steht, können Sie den Wagen nach und nach auf stabile Unterstellböcke aufbocken. Damit die betreffende Feder nicht unter Spannung steht, muss der Wagen mit einem Wagenheber an der betreffenden Stelle sicher angehoben werden. So wird ein Teil des Gewichtes von der Feder genommen und sie steht nicht mehr so stark unter Spannung.

Nachdem Sie diese Vorkehrungen getroffen, das Fahrzeug aufgebockt, den Wagenheber angebracht und das Werkzeug zur Hand haben, kommt der Federspanner endlich zum Einsatz.

Safety first beim Feder-Austausch: So wird ein Federspanner eingesetzt

Federspanner werden in verschiedenen Bauarten hergestellt und unterscheiden sich in Ihrer Arbeit minimal. Es gibt zum einen Federspanner, die mit einem Gewinde und Krallen ausgestattet sind. Diese Krallen werden in die locker hängende Federung eingehängt. Am unteren Ende haben Sie einen Aufsatz, auf den sich ein Abzieher aufsetzen lässt. So kann das Gewinde bewegt und die Federspanner auf Spannung gebracht werden. Ist die richtige Spannung erreicht und die Feder somit außer Betrieb gesetzt, kann die Feder aus der Verankerung gelöst werden. Überprüfen Sie vorher jedoch unbedingt, ob der Federspanner wirklich richtig sitzt und die Feder zusammendrückt.

Bei einer zweiten Variante des Federspanners werden oben und unten an der Feder jeweils zwei sogenannte Federbacken eingesetzt. Mithilfe eines Gewindes, das zwischen die beiden Backen gesetzt wird, wird die Feder nun ebenfalls soweit zusammengedrückt, dass sie keinen Spielraum mehr hat. Nun kann die Feder ebenfalls entfernt werden. Zum Einsetzen der neuen Feder wird diese ebenfalls in einen Federspanner eingespannt und wieder in die Achse eingesetzt. Erst wenn die Feder wieder sicher in den dafür vorgesehenen Aufnahmepunkten sitzt, kann der Federspanner vorsichtig entfernt werden.

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