Was ist beim Kauf von Fahrwerksteilen für Oldtimer zu beachten?

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Was ist beim Kauf von Fahrwerksteilen für Oldtimer zu beachten?

Wie bei jedem Straßenfahrzeug gehören auch beim Oldtimer die Räder, die Federung, die Radaufhängung, Stoßdämpfer, Lenkung und Bremse zum Fahrwerk. Es wird bei Oldtimern mit selbsttragender Karosserie nicht mehr als Teil des Fahrgestells, sondern als eigenständige Baugruppe betrachtet. Bei Oldtimern kommt es häufig vor, dass diese restauriert und Teile des Fahrwerks ausgetauscht werden müssen. Hier ist es manchmal schwierig, die Original-Fahrwerksteile für den eigenen Oldtimer zu finden. Hilfreich sind beispielsweise Auktionsplattformen, Kleinanzeigenportale, Vereine von Oldtimerfans und ähnliche Zusammenschlüsse im Internet. Auch in Oldtimerforen findet man häufig Gleichgesinnte, mit denen Sie zum einen Wissenswertes, aber vielleicht auch das ein oder andere Ersatzteil austauschen können.

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So finden Sie die passende Radaufhängung für Ihren Oldtimer

Die Radaufhängung bezeichnet, vereinfacht gesagt, alle Bauteile, die zur beweglichen Verbindung zwischen Fahrgestell oder selbsttragender Karosserie und Rädern beitragen. Über sie werden sämtliche Brems-, Beschleunigungs- und Lenkkräfte übertragen. Bei Oldtimern mit Rahmenbauweise ist sie direkt an den Rahmen montiert, bei Oldtimern mit selbsttragender Karosserie haben wir oft Fahrschemel integriert, die die Radaufhängung mit der Karosserie verbinden. Bei der Radaufhängung für einen Oldtimer gilt im Wesentlichen das Gleiche wie für einen modernen PKW. Sie muss die Kräfte sicher übertragen, leicht beweglich sein und darf nicht nachgeben. Die Herstellung erfolgt nach Möglichkeit kostengünstig bei geringer Masse. Geräusche werden gut isoliert. Grundsätzlich unterscheidet man beim Oldtimer verschiedene Arten der Radaufhängung. So werden manche alte Fahrzeuge mit Einzelradaufhängung ausgestattet.

Alle Räder unabhängig - das versteht man unter einer Einzelradaufhängung

Bei der Einzelradaufhängung können die Räder einer Achse unabhängig voneinander ein- und ausfedern, was insbesondere auf unebenen Strecken für mehr Komfort und bessere Fahreigenschaften sorgt. Die Einzelradaufhängung war nicht von Anfang an verfügbar und kann durchaus als Innovation im Automobilbau betrachtet werden. Allerdings hatte die Erfindung der Einzelradaufhängung nicht nur Vorteile, sondern verschlechterte auch bedingt das Fahr- und Lenkverhalten. Bekannte Beispiele für die Einzelradaufhängung sind Längslenkerachse, Doppelquerlenkerachse, die McPherson-Radaufhängung, Pendelachsen und ähnliche Konstruktionen. Um die richtige Radaufhängung für Ihren Oldtimer zu finden, gilt es zunächst einmal herauszufinden, ob eine Einzelradaufhängung vorhanden ist und auf welcher Achse diese basiert.

Eine ganz besondere Konstruktion – das macht eine Längslenkerachse aus

Bei der Längslenkerachse werden die Räder auf jeder Fahrzeugseite geführt, wobei die Lenker jeweils an Fahrschemeln oder am Fahrzeugaufbau befestigt sind. Meist kommen hier Dreieckslenker oder Einfachlenker zum Einsatz. Das Besondere an dieser Konstruktion ist, dass die Räder immer bei der Vorwärtsfahrt von den Längslenkern gezogen werden müssen. Diese Konstruktion ist perfekt für gelenkte Achsen geeignet und kommt auch an der Hinterachse von kleineren Autos mit Frontantrieb zum Einsatz. Ebenfalls zu den Längslenkerachsen gehört die Dubonnet-Achse, die beispielsweise in vielen General-Motors-Fahrzeugen (u. a. Opel) aus den Jahren zwischen 1930 und 1950 verbaut ist.

Weit verbreitet und sportlich: Das macht eine Doppelquerlenkerachse aus

Doppelquerlenkerachsen bestehen aus zwei übereinanderliegenden Querlenkern und sind meist mit einem Dreieckslenker ausgestattet. Dabei wird der Lenker über ein Kugelgelenk jeweils mit einem Achsschenkel verbunden. Sie waren vor der McPherson-Radaufhängung die am weitesten verbreitete Art der vorderen Radaufhängung und gehörten hier zu den besten Konstruktionen. Doppelquerlenkerachsen findet man vor allem an sportlichen Oldtimern und hier vorwiegend an der Vorderachse. Die Radführung erfolgt mit einer Doppelquerlenkerachse recht präzise und es kommt kaum zu Spur- und Sturzveränderungen.

Die Innovation im Fahrwerk: Das macht eine McPherson-Federbein-Achse aus

Bei der McPherson-Federbein-Achse (auch MacPherson-Federbein) wird der Achsschenkel in der Regel durch einen Querlenker geführt, wobei der obere Befestigungspunkt im Radkasten liegt. Das Federbein ist im Endeffekt ein Multitalent. Es übernimmt zum einen die Lenkung, federt gleichzeitig und dämpft zudem die Schwingung des Fahrzeugs. Zwischen Fahrzeugaufbau und Federbein befindet sich außerdem ein Gummilager, das Geräusche minimiert. Die McPherson-Federbein-Achse sorgt für eine gute Radführung und ist sehr kompakt, sodass sie auf relativ geringem Raum integriert werden kann. Zudem ist sie kostengünstig und wird oft nicht nur an der Vorderachse, sondern auch an der Hinterachse eingebaut. Das erste Serienauto, in des ein McPherson-Federbein eingebaut wurde, war der Ford Consul 1950.

An den Hinterachsen sind meist flache, breite Achsen verbaut, wie etwa Koppellenkerachsen, Schräglenkerachsen, Raumlenkerachsen, Pendelachsen und Längslenkerachsen.

Die bringen Sie ins Rollen: So finden Sie die passenden Räder für Ihren Oldtimer

Räder bestehen grundsätzlich immer aus einem Rad und einem Reifen. Rad bezeichnet dabei im Endeffekt das Gesamtwerk, also Felge, Radscheibe, Radstern und Reifen. Räder verbinden das Fahrwerk mit der Straße und sind wesentlich mit für die Fahrdynamik verantwortlich. Sie sind im Idealfall möglichst leicht. Im Laufe der Automobilgeschichte hat sich der Aufbau der Räder sehr verändert. Je nach Modell und Baujahr Ihres Oldtimers können Radial-, Diagonal-, schlauchlose oder andere Reifen geeignet sein. Genauere Informationen finden Sie in Beschreibungen des Fahrzeugs im Internet oder in Fachbüchern, sofern die Originalreifen nicht mehr vorhanden sind. Bevor Sie sich auf die Suche nach den passenden Reifen für Ihren Oldtimer machen, sollten die Felge und das Maß bekannt sein. Die Reifen können mit Schlauch oder schlauchlos gestaltet sein. Teilweise müssen die Reifen auch originalgetreu nachgebaut werden, um wirklich authentisch zu sein. Besonders Weißwandreifen sind sehr beliebt.

Stabilität und eine lange Lebensdauer: Das versteht man unter Radialreifen

Radialreifen wurden 1948 von Michelin eingeführt und besitzen eine längere Lebensdauer als die zuvor üblichen Diagonalreifen. Bei diesen Reifen verlaufen die Cordfäden von Wulst zu Wulst, also radial, während ein steifer Gürtel zusätzlich den Unterbau umschließt, um für die nötige Seitenführung und Verwindungssteifigkeit zu sorgen. Der Radialreifen federt mit der radialen Karkasse und läuft auf dem Gürtel, wir haben also eine deutliche Trennung der einzelnen Reifenfunktionen. Vorteile sind neben der längeren Lebensdauer die bessere Haftung bei Nässe und bei Kurvenfahrten sowie die verbesserten Laufeigenschaften.

Anpassungsfähig und bei Geländefahrzeugen beliebt: Das versteht man unter Diagonalreifen

Diagonalreifen waren bis in die 80er Jahre hinein verbreitet, sind aber heute größtenteils nur noch bei Oldtimern oder auch in der Landwirtschaft und bei Geländefahrzeugen zu sehen. Bei dieser Reifenart ist die Lauffläche stark beweglich und kann sich so besser reinigen und auch an unebene Untergründe, wie etwa Feldwege, Wiesen und Äcker anpassen. Auch bei Rennreifen findet man heute noch Diagonalreifen, die jedoch mit den Oldtimer-Reifen nichts mehr zu tun haben, sondern ganz anders konstruiert sind.

Nutzen Speichen anstatt Felgen: Das versteht man unter Speichenrädern

Speichenräder für Oldtimer sind vom Aussehen her ähnlich wie Fahrradreifen aufgebaut und besitzen Speichen anstelle einer Felge. Sie gehören untrennbar zu den frühen Automobilen. Bei den ersten Automobilen wurden hier noch Holzspeichenräder (Artillerieräder) verbaut, die acht bis zwölf Speichen pro Rad aufwiesen, die wiederum fest mit der Achse verbunden waren. Zunächst waren die Speichen direkt mit der Achse verbunden, komplett abnehmbare Felgen gab es erst ab etwa 1910. In den 20er Jahren kamen teilweise Artillerieräder aus Eisenguss zum Einsatz. Für leichte, sportliche Automobile wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts Drahtspeichenräder eingesetzt. Das von Rudge 1907 erfundene Speichenrad war denn auch bis in die 60er Jahre hinein ein fester Bestandteil früher Sportwägen.

So finden Sie die passende Lenkung für Ihren Oldtimer

Die Lenkung dient zur Steuerung eines Fahrzeugs und kann durch Einschlagen des Lenkrads die Räder in die gewünschte Richtung drehen. Die Einschlagwinkel der Vorderräder werden dabei durch das Lenktrapez bestimmt, das unter anderem dafür sorgt, dass das kurveninnere Rad stärker eingeschlagen wird.

Die Achsschenkellenkung war eine technisch revolutionäre Innovation im Automobilbau

Die Achsschenkellenkung wurde 1816 von Georg Lankensprenger in München erfunden und löste die damals übliche Drehschemellenkung ab, die bis daher im Kutschenbau weit verbreitet war. In Automobilen wird bereits von Beginn an eine Achsschenkellenkung eingesetzt. Die Räder befinden sich hier direkt auf dem Achsschenkel und können um den Lenkzapfen geschwenkt werden. Die Drehbewegungen des Lenkrads werden auf die Achsschenkel übertragen und schwenken diese in die jeweils gewünschte Richtung. Die bekanntesten Vertreter der Achsschenkellenkung sind die Schnecken- und Zahnstangenlenkung. Bei der Schneckenlenkung wird ein Schneckengewinde durch die Bewegung des Lenkrads bewegt und wirkt wiederum auf ein Schneckenrad. Bei der Zahnstangenlenkung wird stattdessen vom Lenkrad ein Zahnrad bewegt, das in eine Zahnstange greift und so das Drehen der Räder ermöglicht. Um die passende Lenklösung für Ihren Oldtimer zu finden, gilt es herauszufinden, welche in diesem Modell ursprünglich verbaut wurde.

So finden Sie die passenden Bremsen für Ihren Oldtimer

Die Betriebsbremse befindet sich direkt am Fahrwerk und kann direkt auf die Räder einwirken. Bei Oldtimern kommen beispielsweise Trommel-, Scheiben-, Außenbacken- und Druckluftbremsen zum Einsatz. Wie bei allen anderen Fahrwerksteilen gilt auch hier, dass am besten die Bremsen verbaut werden, die ursprünglich serienmäßig montiert waren.

Trommelbremsen

Bei Trommelbremsen sorgt eine sich drehende Trommel bei Spreizung gegen die innere Lauffläche der Räder, dass diese durch den Reibungswiderstand verzögert und letztendlich angehalten werden. Es gibt verschiedene Bauformen, darunter z. B. die Simplex-, Duplex- und die Servobremse. Simplex-Bremsen besitzen nur einen beidseitig wirkenden Radbremszylinder, Duplex-Bremsen dagegen zwei. Servobremsen bestehen zwar nur aus einem Radbremszylinder, verbinden jedoch beide Bremsbacken über ein Gelenk, sodass die fest gelagerte Backe gleichzeitig auch die zweite Backe zum Einsatz bringt. So lässt sich eine um bis zu 100 Prozent höhere Bremsleistung erzielen als bei der Simplexbremse.

Scheibenbremsen

Bei der Scheibenbremse wird mit einer Bremsscheibe gearbeitet, die sich mit den Rädern dreht. Bei Bedarf werden die ebenfalls verbauten Bremsklötze mithilfe von Kolben gegen die Scheibe gedrückt, wodurch sich das Fahrzeug verlangsamt. Man unterscheidet grundsätzlich Festsattel- und Schwimmsattelbremsen.

Außenbackenbremse

Bei der Außenbackenbremse handelt es sich um eine mechanische Bremse, bei der der Reibkörper beispielsweise an die Kardanwelle gedrückt wird, um das Fahrzeug zu verlangsamen.

Druckluftbremse

Bei der Druckluftbremse wird über einen Kompressor Druckluft erzeugt, die wiederum in einem Vorratsbehälter aufbewahrt wird. Betätigt der Fahrer das Bremspedal, wird ein Regelventil angesteuert, das die benötigte Druckluft zu den Radbremsen leitet und so zur Verzögerung des Fahrzeugs führt. Die Druckluftbremse kommt oft bei schweren Nutzfahrzeugen zum Einsatz.

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