Was ist Lavaerde?

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Lavaerde?

Pulverisierte Vulkan-Lava?

Aber nein! Lavaerde hat überhaupt nichts mit vulkanischer Lava zu tun. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und leitet sich ab von  lavare, was übersetzt waschen bedeutet. Sie ist ideal zur sanften Reinigung von Haut und Haaren - für alle, die auf Tenside verzichten möchten oder müssen. Lavaerde und Heilerde wird aber auch noch für weitere Anwendungen eingesetzt, die ich weiter unter noch erläutere.

Was also ist Lavaerde?

Unter dem Begriff Lavaerde werden verschiedene Mineralien zusammengefasst. Dazu gehören z. B. Montmorillionit, Hectorit, Kaolin und Calciumcarbonat (Heilkreide). Weiterhin zählt man Heilerden wie Löß, welche meist eine Mischung aus quarz- (Silicium) und kalkhaltigen Mineralien darstellen, mit in den Anwendungsbereich. 

Was kann Lavaerde?

Reinigung von Haut und Haar: Lavaerde verfügt über ein besonderes Reinigungsvermögen, das auf einem rein physikalischen Wirkprinzip von Schichtsilikaten, die Hauptbestandteil der Wascherde sind, beruht: Die feinen, quellfähigen Partikel haben eine hohe spezifische Oberfläche und Ionenaustauschkapazität und dadurch die Fähigkeit, Schmutzpartikel und überschüssiges Fett wie ein Löschblatt aufzusaugen und abspülbar zu machen. Zudem sind reine Lavaerde sowie naturkosmetische Lavaerde-Produkte besonders mild und reizfrei. Die Reinigung erfolgt ohne Beeinträchtigung des Säureschutzmantels oder pH-Werts der Haut. Die natürliche Schutzschicht der Haare wird nicht angegriffen, Fremdstoffe jedoch gründlichst entfernt. Sie hat sich bewährt bei sensibler Kopfhaut sowie bei Schuppen und fettigem Haar. Für Allergiker geeignet!

Masken für trockene, normale und fettige Haut: Lavaerde in Form von Gesichtsmasken bindet die giftigen Stoffwechselprodukte von Bakterien, sie öffnet die Poren und saugt überschüssigen Talg ab. Es kommt zu einem Flüssigkeitsstrom von innen nach außen. Die Haut wird stärker durchblutet, wodurch sie intensiver mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird und Stoffwechselschlacken rascher abtransportiert werden. Die Poren werden frei und die Haut erhält ein frisches und gesundes Aussehen.

Umschläge, Packungen, Verbände, Spülungen, Bäder: Lava- und Heilerde besitzt nicht nur ein großes Aufnahmevermögen für "normale" Flüssigkeiten, sondern im Besonderen auch für Wundsekret. Die darin gelösten Stoffe werden mit aufgenommen, also auch Bakterien und Stoffwechselprodukte. Neben der Linderung bei Muskel- und Gelenks- Beschwerden nach Prellungen, Quetschungen und Verstauchungen dient sie somit zur unterstützenden Behandlung bei rheumatischen Beschwerden, oberflächlichen Venenentzündungen (z.B. Krampfadern), Entzündungen der Lymphgefäße, Entzündungen im Mund- und Rachenbereich, Mundgeruch, Entzündungen und Druckstellen durch Zahnprothesen, fettiger, entzündlicher und unreiner Haut (Akne), Verbrennungen, Sonnenbrand, kleinflächigen, nässenden Geschwüren, eiternden Wunden, Ekzemen, Allergien sowie Neurodermitis zur Linderung des Juckreizes.

Wie wird Lavaerde angewendet?

Körper- und Haarwäsche: 1-2 gestrichene EL Wascherde mit ½ Tasse warmem Wasser verrühren. Den sämigflüssigen Brei kurz quellen lassen. Mischung auf dem Körper oder/und im nassen Haar verteilen und sanft einmassieren. Kurz einwirken lassen und mit warmem Wasser abspülen bzw. gründlich ausspülen.

Masken für normale Haut: Lavaerde mit Grüntee ansetzen. Alternativ statt Tee ein pflegendes Öl verwenden.

Masken für sensible Haut: Lavaerde mit Gurkensaft anrühren, oder auch mit Mandelöl, Weizenkeimöl oder Olivenöl. 

Masken für fettige Haut: Mit frisch gepresstem Zitronensaft oder Grapefruitsaft ansetzen.

Masken für zu Entzündungen neigender Haut: Ansatz mit Kamillentee oder auch Weizenkleie.

Masken für reife, trockene Haut: Lavaerde mit Honig und Milch anrühren, alternativ mit Joghurt.

Bäder: Für ein mindestens 20 Minuten dauerndes Vollbad ca. 300 g in warmem Wasser auflösen, im Idealfall ein 2-Komponenten-Produkt verwenden.

Umschläge, Verbände, Spülungen: Für Behandlungen zu medizinischen Zwecken die Packungsbeilage der Heilerde studieren! Anwendung grundsätzlich äußerlich.

Geschichtliches zur Lavaerde

Lavaerde ist unter dem Namen Ghassoul (gesprochen mit einem R vorne, das leicht mit einem CH gemischt wird) schon seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Erste und bekannteste Förderstätte war das Atlasgebirge in Marokko, wo auch heute noch abgebaut wird. Ein Stollen mit besonders feiner Qualität ist dem marokkanischen Königshaus bis heute als Privileg erhalten geblieben.
Weitere Lagerstätten gibt es in Frankreich, Osteuropa und Asien sowie auf Rügen (Heilkreide).

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