Was für eine Digitalkamera soll ich denn nun kaufen?

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Na ja, mindestens 2!

Die "immer dabei Kamera"

Die beste Kamera hilft nichts, wenn sie zuhause liegt. Der Sohnemann reitet beim Volksfest auf einem Pony und man kann keinen Schnappschuss machen, da man die sperrige und teure Ausrüstung nicht dabei hat. Also muss eine konsequent kleine Kamera her, damit sie wirklich in jede Tasche passt und immer dabei sein kann. Zoom etc. sind Nebensache. Bestens ist hier z.B. eine Casio Exilim S2 oder S3.

Die große "Event Kamera"

Natürlich ist eine digitale Spiegelreflexkamera mit Wechselobjektiven das beste was man in diesem Bereich anschaffen kann. Allerdings machen auch günstig zu beschaffende Kameras wie die Minolta Dimage F300 im Außenbereich hervoragende Bilder. Mager wird es bei Innenaufnahmen. Der eingebaute Blitz hat nur eine geringe Reichweite und leuchtet den Raum nicht richtig aus. Zudem hat man die Wahl zwischen roten Augen oder einem Vorblitz, bei dem die fotografierten Personen dann den Kopf wegdrehen.

Alle Kameras mit eingebautem Blitz ohne die Möglichkeit einen externen Blitz anzuschließen haben dieses Problem.

Wie für analoge Kameras ist auch für Digitalkameras immer noch das verfügbare Licht entscheidend.

Ein externer Blitz mit hoher Leitzahl (mindestens 28 bei ISO 100) leuchtet den Raum gut aus und vermeidet aufgrund seiner Entfernung vom Objektiv bei Personen- oder Tieraufnahmen rote Augen ganz ohne Vorblitz(e).

Das wichtigste an der "großen Kamera" ist also die Möglichkeit einen externen Blitz anschließen zu können. Logischerweise am besten ein Aufsteckblitz, da das Gefummel mit einer am Stativgewinde anzubringenden Blitzschiene nervt. Blitz und Kamera müssen aufeinander abgestimmt sein und ein vollautomatisches Blitzverfahren bieten. Voreinstellung von Blende und Verschlusszeit anhand von Leitzahl- und Entfernungstabellen ist enervierend und führt garantiert zum Verpassen vieler schöner Schnappschüsse. Das grundsätzlich einzig brauchbare automatische Verfahren nennt sich TTL (through the lens) und schaltet den Blitz automatisch ab, wenn eine ausreichende Lichtmenge erreicht wurde. Dieses Verfahren wurde dann von den verschiedenen Kameraherstellern weiterentwickelt (z.B. ADI Blitzmessung bei Minolta).

Man wird in einer Kirche bessere Bilder mit einer älteren Minolta Dimage A1 nebst passendem Minolta-Systemblitz schießen wie mit einer teueren Spiegelreflexkamera unter Nutzung des schwachen eingebauten Blitzes.

Das zweitwichtigste ist das Objektiv. Wenn man sich für eine Kompaktkamera entscheidet, man das Objektiv also nicht wechseln kann, sollte schon ein starkes Zoomobjektiv zur Verfügung stehen. Zwar sind starke Zoomobjektive meistens relativ lichtschwach und neigen im Weitwinkel- sowie im starken Telebereich zu Verzeichnungen; sie sind aber unentbehrlich für die unbemerkte Fotografie von Tieren und Kindern. Mit dem Teleobjektiv gelingen oft Bilder von bemerkenswerter Natürlichkeit. Vorsatzobjektive sind keine wirkliche Alternative zu Zoomobjektiven. Bis man geschraubt hat ist alles vorbei.

Die Mär von der Pixelanzahl. Die meisten wissen inzwischen, dass die Pixelanzahl nur für starke Vergrößerungen wichtig ist. Für Vergrößerungen bis DIN A4 reichen 5 Millionen Pixel locker.

Das Aufzeichnungsformat. Viel wichtiger als die Pixelmenge ist das Aufzeichnungsformat. Kameraspezifische RAW-Formate sowie das TIFF-Format ermöglichen eine verlustfreie Aufzeichnung der Bilddaten. Es ist natürlich ideal die Bilder am Computer mit verlustfreien Formaten nachzubearbeiten.

Sonstige Überlegungen. Die Möglichkeit ganz normale Akkus im Mignon-Format nutzen zu können ist kameraspezifischen Akkus wegen der leichteren Beschaffbarkeit vorzuziehen. SD-Speicherkarten sind inzwischen sehr weit verbreitet und günstig beschaffbar. Bei starken Zoomobjektiven ist ein eingebauter Verwacklungsschutz äußerst nützlich. Ein Spritzwasserschutz ist auch nicht zu verachten. Digitalbilder sind meist kontrastreicher als die Wahrnehmung durch das menschliche Auge. Starke Schattenbildung kann dann durchaus störend wirken. Es gibt Kameras welche eine Aufhellung der dunklen Bildbereiche ermöglichen (z.B. bestimmte HP-Kameras).

Fazit: Stets schöne Bilder werden immer dann erzielt, wenn ausreichend Licht zur Verfügung steht. Wer häufig im Innenbereich fotografiert kommt um einen externen Blitz nicht herum. Blitz und Kamera sollten eines der herstellerspezifischen TTL-Verfahren beherrschen und aufeinander abgestimmt sein. Alles andere ist für Hobby- und Gelegenheitsfotografen sekundär: Wer hat schon mal auf einer Party ein Stück weisses Papier herausgekramt und den manuellen Weißabgleich durchgeführt? Wer stellt vor einem Schnappschuss Schärfe- oder Farbgrade ein?

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