Was es beim Modellbau mit Kunststoff zu beachten gilt

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Was es beim Modellbau mit Kunststoff zu beachten gilt

Der Modellbau gibt dem Interessierten die Möglichkeit, historische, zeitgenössische und futuristische Fahrzeuge kleinformatig und doch detailliert in sein Zimmer zu stellen. Es handelt sich bei dieser Freizeitbeschäftigung um eine Geduld erfordernde und komplexe Aufgabe. Der Einstieg in das vielschichtige Gebiet des Modellbaus ist entsprechend häufig mit Anlaufschwierigkeiten behaftet.

Wichtige Fakten zum Modellbau mit Kunststoff

Die meisten Menschen, die sich mit Modellbau beschäftigen, assoziieren den Begriff mit Modellen von Flugzeugen und Schiffen aus Kunststoff. In der Tat sind Modelle aus diesem Material die am häufigsten in Spielwaren- und Modellbauläden anzutreffende Variante. Weitere Materialien, die verwendet werden, sind Holz und Metall.

Der in den meisten Fällen genutzte Kunststoff ist Polystyrol. Er gehört der Gruppe der Thermoplaste an. Dies sind Kunststoffe, die sich bei ausreichender Erwärmung verformen lassen. Der Vorteil des Materials besteht darin, dass er gegen Laugen mit hohem Wasseranteil gut beständig ist. Gegen Benzin und UV-Licht ist er allerdings empfindlich. Bei der Lagerung ist dies zu beachten. Man stellt Modelle in den meisten Fällen aus optischen Gründen auf. Sie sind nicht motorisiert. Zur Steigerung der Ästhetik und Authentizität eines Modells bemalt man es mit einer bestimmten Farbe.

Im Umfang eines Modellbaupakets sind vorgefertigte Teile enthalten, die an einem Gitter aus Kunststoff befestigt sind. Der Modellbauer findet auf diese Weise schnell alle Teile, die er benötigt. Man verwendet für das Gitter die Bezeichnungen Spritzgusssatz. Umgangssprachlich nennt man sie auch Spritzling. Ehe sich der Modellbauer an den Zusammenbau der Teile machen kann, muss er sie heraustrennen. Welche Instrumente hierfür notwendig sind, erfahren Sie in einem späteren Teil.

Welche Arten von Modellen gibt es?

Einen großen Teil des Angebots machen Flugzeuge und Schiffe aus. Viele der Modelle sind Nachbildungen historischer militärischer Maschinen. Sie entstammen über weite Strecken der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Neben Militärflugzeugen und Schlachtschiffen gibt es zivile Fahrzeuge. Hierzu gehören Autos, Eisenbahnen und Rettungshubschrauber. Science-Fiction Modelle werden ebenfalls von vielen namhaften Herstellern vertrieben.

Eine wichtige Größe beim Zusammenbau von Modellen ist der Maßstab. Er gibt an, wie sich die Größe eines Modells zur Größe des Originals verhält. Hat beispielsweise das Modell eines Flugzeugs den Maßstab 1:35, dann weiß der Modellbauer, dass das Original 35mal länger ist als die Nachbildung. Je kleiner die zweite Zahl ist, desto größer ist das Modell. Mit der Zeit haben sich bestimmte Maßstäbe herauskristallisiert, die besonders häufig im Modellbau anzutreffen sind. Der Maßstab 1:35 ist hier zu nennen. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er bei vergleichsweise geringem Platzbedarf einen hohen Detaillierungsgrad aufweist.

Wie verläuft der Zusammenbau eines Modells?

Um die einzelnen Bestandteile des Bausatzes zu einem ansehnlichen Modell zusammenzufügen, sind in den meisten Fällen die gleichen Schritte erforderlich. Anbei erhalten Sie einen kurzen Überblick über die wichtigsten Aspekte des Zusammenbaus. Hierzu zählen die konkrete Konstruktionshandlung und das benötigte Werkzeug.

Öffnen, Zusammenbauen und Verleimen der Modellteile

Nach dem Öffnen der Verpackung sehen Sie mehrere Spritzgusssätze und eine Bauanleitung vor sich. Sie zeigt Ihnen schrittweise an, wie die einzelnen Teile zusammengefügt werden müssen. Die benötigten Teile sind auf dem Papier und im Bausatz mit Zahlen versehen. Sie dienen der leichteren Zuordnung. Nehmen Sie jeweils nur die Teile aus dem Satz, die Sie im Moment benötigen. Sie vermeiden damit Unordnung und eine Vermischung der leichten Teile. Es genügen bereits unachtsame Bewegungen und Windstöße, um sie durcheinanderzubringen. Zur dauerhaften Verbindung nutzen Sie einen speziellen Modellbaukleber. Alternativ greifen Sie auf jeden Leim zurück, der geeignet ist, Kunststoff zu kleben. Um Kleber punktgenau aufzutragen, können Sie Behälter mit dünnen Kanülen nutzen. Beachten Sie vor dem Kauf, dass Sie ihn separat erwerben müssen. Das Klebematerial ist nicht in der Verpackung des Modells enthalten.

Wenn Sie das Modell komplett zusammengefügt haben, lassen Sie es zunächst einige Zeit trocknen. Wie viel Zeit dieser Vorgang in Anspruch nimmt, ist immer von der Art des Klebers abhängig. Die entsprechenden Informationen entnehmen Sie der Beschreibung auf der Verpackung. Da die Modellteile aus einem Gitter herausgetrennt werden, kann es passieren, dass Rückstande auf ihren Oberflächen zurückbleiben. Um kleine Gitterreste zu entfernen, nutzen Sie eine Feile. In vielen Fällen kann es ratsam sein, dies schon vor dem Verleimen zu tun. Die entsprechenden Teile lassen sich auf diese Weise leichter erreichen. Verspachtelungen erfolgen erst beim fertigen Modell. Sie nutzen eine spezielle Modellspachtelmasse, um Unebenheiten auf dem Material auszugleichen. Auch zwischen Bauteilen können Zwischenräume entstehen. Dies ist dann der Fall, wenn sie ab Werk nicht genau zusammenpassen oder versehentlich Ecken abgetragen werden.

Worauf ist beim Bemalen des Modells zu achten?

Das Bemalen des Modells erfolgt teilweise vor und teilweise nach dem Zusammenbau. Dies ist davon abhängig, wie gut die Teile jeweils erreicht werden können. Kleine, filigrane Teile im Innern des Flugzeugs werden vor dem Zusammensetzen bemalt. Es kann sich anbieten, sie zu färben, ehe man sie aus dem Gitter heraustrennt. Diese Methode hat den Vorteil, dass Sie alle Stellen kleinerer Bauteile gut erreichen können und sie nicht gesondert fixieren müssen. Beachten Sie hierbei allerdings eine Besonderheit. Wenn die Teile aus dem Gitter getrennt werden, müssen die kleinen Kontaktpunkte erneut bemalt werden. Ein zusätzlicher Farbauftrag wird auch dann erforderlich, wenn überstehende Kunststoffrückstände abgetragen werden müssen. Es steht Ihnen in diesem Fall die Möglichkeit offen, sie herauszutrennen und mit einem schmalen Gegenstand wie einem Zahnstocher zu fixieren. Ein gleichmäßiger Farbauftrag ist auf diese Weise ebenfalls möglich.

Das Modell verfügt von Haus aus über die dem Kunststoff entsprechende Graufärbung. Diese hat den Vorteil, dass die Farbe leicht darauf aufgetragen werden kann. Welche Farben Sie im Einzelnen benötigen, hängt vom Modell ab. Jede von ihnen ist mit einer speziellen Nummer gekennzeichnet. Sie wählen im Fachhandel die Dose mit der passenden Nummer aus und tragen Sie auf Ihrem Modell auf. In der Regel sind die Behältnisse so gut gefüllt, dass sie mehrfach verwendet werden können. Reizt Sie ein individueller Farbanstrich, haben Sie prinzipiell auch die Möglichkeit, jede beliebige Farbe auszuwählen.

Im letzten Schritt bringen Sie Abziehbilder und Decals auf und versehen das Modell mit einer dünnen Lackschicht. Dadurch glänzt es mit gesteigerter Farbintensität.

Diese Modellbauangebote gibt es

Je nach Bedarf kaufen Sie Flugzeuge, Schiffe, Autos, Motorräder und weitere Fahrzeuggruppen in Modellform. Anbei erhalten Sie einen Überblick über einige repräsentative Herstellernamen:

Nicht nur Modelle sind auf den Seiten der verschiedenen Anbieter vertreten. Für das Zusammensetzen der Modelle benötigen Sie außerdem noch Farben, Leim, eventuell ein Airbrush-System sowie Spachtelmasse.

Welche Dinge gilt es beim Zusammenbau des Modells zu beachten?

In den vorangegangenen Abschnitten haben Sie alle wichtigen Informationen zu den Grundlagen des Modellbaus erhalten. Im Folgenden finden Sie nun noch einige Tipps und Tricks, die Sie beim Bau Ihrer ersten Modelle zusätzlich unterstützen. Grundlage bleibt bei all dem die im Lieferumfang enthaltene Bauanleitung.

Die Bauteile zurecht schneiden

Es stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die einzelnen Bauteile aus dem Spritzgusssatz herauszutrennen. Legen Sie sich das entsprechende Messer vor dem Arbeiten ebenso zurecht wie eine schnittfeste Unterlage. Aufgrund ihrer Präzision verwendet man häufig Cuttermesser. Achten Sie darauf, dass Ihnen das Modell gut in der Hand liegt. Es gibt sie in verschiedenen Breiten. Vor dem Arbeiten sollten Sie sicherstellen, dass es scharf genug ist. Brechen Sie die obere Klinge ab, wenn Sie nicht mit der Schnittleistung zufrieden sind. Optional können Sie einen Seitenschneider verwenden. Er hat den Vorteil, dass sich die Teile mit geringem Kraftaufwand abtrennen lassen. Die Präzision ist teilweise höher als mit einem Cuttermesser. Prüfen Sie vorher, mit welcher Variante Sie besser zurechtkommen.

Wichtige Aspekte beim Kleben und Zusammensetzen der Modellteile

Wie bereits angesprochen kaufen Sie den Klebstoff separat. Es gibt Modellbaukleber in Tubenform und als Reservoir mit schmaler Kanüle. Mitunter kann es angebracht sein, verschiedene Stellen mit unterschiedlichen Klebern zu verbinden. Die Kanülenvariante ist eher für kleine, schwer zugängliche Bereiche geeignet. Mit einer Tube verbinden sie beispielsweise großflächige Bereiche wie Flügel bei einem Flugzeugmodell. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Sie den Kleber langsam und gleichmäßig auftragen. Es ist in der Regel besser, den Leim sparsam und dünn aufzutragen. Die Klebeleistung genügt für die leichten Kunststoffteile. Tragen Sie ihn zu dick auf, tritt der Leim beim Zusammendrücken an den Seiten aus und gelangt auf die Oberfläche.

Um Grate und Leimreste zu entfernen, können Sie Sandpapier nutzen. Es empfehlen sich Körnungen mit dem Wert 120. Je nach Stärke der zu entfernenden Unregelmäßigkeit verwenden Sie Schlüsselfeilen, Glasfaser-Stifte und Stahlwolle. Um Wölbungen und offene Stellen zwischen Bauteilen auszugleichen, verwenden Sie Spachtelmasse. Es gibt Materialien, die speziell für den Modellbau geeignet sind. Sie tragen sie mit einer kleinen Spachtelmasse auf. Ein Modellbaumesser können Sie für diese Arbeit ebenso verwenden.

Ein weiteres Teil, das dem Modellbauer gute Dienste leistet, ist die Pinzette. Mit ihr greift man auch kleine Teile stabil und sicher. Das Anbringen auf Oberflächen ist sauberer. Kein Leim wird über die Fingerflächen auf den falschen Stellen des Modells verteilt.

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