Was der Großvater noch nutzte – alte Kameras im Vergleich

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Was der Großvater noch nutzte – alte Kameras im Vergleich

Das Thema der Fotografie beschäftigt Menschen seit dem 13. Jahrhundert. Zur damaligen Zeit diente eine Apparatur der Beobachtung der Gestirne. Im Vergleich zu der Technik der ersten Fotokameras verfügte diese sogenannte Camera obscura über keine Linse, sondern über ein Loch, das über eine Projektionsfläche spiegelverkehrte Bilder erzeugte.
Die ersten Kameras für Fotografien von Objekten oder Szenen funktionierten mit Quecksilberdampf. Der entnommene Abdruck im Dampf erfuhr eine Fixierung in einer heißen Kochsalzlösung. Die entstandenen Fotografien sind einzigartig und bestehen aus Kupferplatten. Etwa zeitgleich, Mitte des 19. Jahrhunderts, entwickelten französische Forscher das Negativ-Positiv-Verfahren. Möchten Sie die Geschichte der Fotografie nachvollziehen, lohnt die Anschaffung einer alten, vielleicht sogar antiken Kamera. Im Folgenden finden sich Informationen zu deren Geschichte und ihren Fähigkeiten.

Die Kameras der ersten Generation als Wegbereiter der Fotografie und der Fotokunst

Die ersten Fotokameras in kompakter Form entstammen dem 20. Jahrhundert. Bis dahin gab es Fotografien nur in der Größe des Aufnahmeformates. Insbesondere Faltkameras waren dementsprechend groß und schwer. Die ersten Kleinbildkameras stammen aus den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts und verfügten erstmalig über einen Rollfilm. Die Bildqualität war aufgrund der unzureichenden Vergrößerungsmöglichkeiten schlechter als bei den großformatigen Kameras. Die Filme wiesen ein Maß von 35 Millimetern auf. Erste Reisekameras aus den 1930er-Jahren, wie die Hapo-Reise-Kamera, ließen auch Hoch- und Querformatfotografien zu. Dazu bedurfte es des Umbaus des Mahagonirahmens. Mittels Erweiterungen, sogenannter Anastigmaten, gelang eine Verbesserung der Bildqualität und der Motivbreite. Die Brennweite verdoppelte sich damit.

Die technischen Möglichkeiten alter Kameras und die Anfänge der modernen Fotografie

Die Fotografie erfordert einen bildgebenden Apparat – die Kamera. Die Wirkungsweise ist die Veränderung der Betrachtungswinkel, der Helligkeit und anderer Komponenten des Motivs. Dazu bedarf es

  • der Regulierung der Brennweite,
  • der Scharfstellung
  • und der Belichtungszeit.

Diese elementaren, aber sensiblen Elemente entwickelten sich mit der Zeit. Zu Beginn der Fotografie konzentrierten sich Künstler auf die Erforschung lichtsensitiver Materialien. Das erste farbige Foto stammt aus dem Jahr 1861. Es gelang durch das Zusammenfügen mehrerer Fotografien durch einen Farbfilter. Erstes Aufsehen erregte Oscar Barnack mit einem Prototyp der späteren Kompaktkameras im Jahr 1914. Aufgrund des Ersten Weltkrieges geriet diese Entwicklung damals zunächst in Vergessenheit. 1923 entstand eine Serie der ersten Leica Kameras, die auf 31 Exemplare begrenzt war.

Die Kameras der Neuzeit erobern die Märkte der Welt und begeistern die Nutzer

Die erste massentaugliche Kamera im Verkauf war die Kodak Nr.1. Sie löste Klappkameras und Balgenkameras ab. 1888 brachte George Eastman die Kodak-Box auf den Markt. Die Einstellmöglichkeiten waren begrenzt. Sie war mit der technischen Möglichkeit für 100 Bilder aufgeladen. Zur Entwicklung bedurfte es des Rückversands an die Firma.
Ein wichtiger Schritt hin zu besseren und schärferen Bildern war die Einführung von Zelluloidfilmen anstelle von Papier. Ab 1900 erschlossen sich deutsche Firmen den Markt, indem sie Kameras herausbrachten, die für unterschiedliche Lichtverhältnisse geeignet waren. Ab den 1930er-Jahren verfügten Kameras serienmäßig über eine integrierte Belichtungsmessung. Das Besondere der alten Kameras aus den 50er-Jahren war die Bildwirkung. Die Hersteller konzentrierten sich auf einen möglichst hellen Bildton. Sie ließen Kontraste bewusst nur bis zu einem gewissen Grad zu, um die positive Stimmung der Zeit und die Hoffnung nicht zu beeinträchtigen. Farbfilter zeichneten vor der Linse ein verändertes Bild mit fließendem Farbverlauf.

Die Technik der ersten Serienkameras und ihre Fähigkeiten

Die vorherigen Generationen sind noch mit mechanischen Objektiven vertraut. Mittels eines Drehs oder eines Hebels öffnete und verschloss sich das Objektiv. Ab den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts verfügten Kameras über einen elektronisch gesteuerten Verschluss. Etwa zur selben Zeit integrierten die Hersteller eine elektronische Blitzsynchronisation in die Kameras. Ein besonderer Höhepunkt der damaligen Zeit waren vollautomatische Kameras, die den Lichteinfall und die Schärfe selbst regulierten. Europaweit entstanden in damaligen Unternehmen wie KMZ oder Iloca die ersten Elektromotoren zur Rollfilmsteuerung in der Kamera. Die Canon FX war ein Wegbereiter jener Zeit, da die Beleuchtungsmessung erstmalig durch das Objektiv erfolgte. In den 60er- bis 70er-Jahren setzten sich zunehmend farbige und schärfere Fotografien durch. Die Objektive waren nicht auswechselbar. Dafür war die Belichtungsautomatik manuell deaktivierbar und der Verschluss elektronisch steuerbar. Beispiele dieser Zeit sind Kleinbildkameras von Porst oder die Carena Micro RSD. Die Modelle waren in Bezug auf die Größe auffälliger gestaltet. Während bis dahin die Kameras klein und praktisch daherkamen, lag der Trend erneut bei leistungsfähigen, großformatigen Allzweckkameras.

Der Siegeszug der Spiegelreflexkameras und welche Vorteile sie bis heute bieten

Ein Meilenstein der Fotografie ist die Entwicklung der Spiegelreflextechnologie. Die grundsätzliche Funktionsweise einer Spiegelreflexkamera beinhaltet einen klappbaren Spiegel, der sich zwischen dem Objektiv und der Bildebene befindet. Das Bild gelangt über das Objektiv und die Linse auf die Reflexionsfläche des Spiegels. Die anschließende Projektion auf die Einstellscheibe eröffnet die weiteren Möglichkeiten. Über die Reflexion auf einem Prisma gelangt das Bild in den Sucher der Kamera. Anstelle des Prismas gibt es verschiedene Techniken zur Bildwiedergabe. Das sogenannte Dachkantenprisma ist ein Vorläufer aus den 30er-Jahren.
Sodann teilt sich die Auswahl der Spiegelreflexkameras in zwei Modelltypen. Bei einäugigen Kameras klappt der Reflexionsspiegel unmittelbar vor dem Auslösen hoch und das Bild gelangt auf den Film. Zweiäugige Kameras verfügen über ein weiteres gleichwertiges Objektiv. Dieses ermöglicht eine separate Belichtung. Es ergeben sich Möglichkeiten zur Feinjustierung der Brennweite und Belichtungsdauer. Die Tendenz bei den ersten Spiegelreflexkameras lag bei einer verkürzten Auslösezeit und einer verstärkten Erschütterungsresistenz der Bilder. Erste Modelle mit auswechselbaren Magazinen stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Die ersten Spiegelreflexkameras für ein breites Spektrum an potenziellen Nutzern

Die erste Spiegelreflex-Klappkamera, die Spiegel-Reflex-Klapp-Camera Modell 1910, stammt etwa aus dem Jahr 1895. Bis zur Einführung der ersten Spiegelreflexkamera mit Kleinbildformat vergingen weitere 30 Jahre. Die Problematik lag darin, dass durch die Spiegelung ein seitenverkehrtes Bild entstand. Dieses behinderte die Einsichtnahme in das entstandene Werk. Erst Mitte der 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts führte Zeiss ein Prisma zur erneuten Spiegelung des Bildes ein, sodass ein originalgetreues Bild entstand. Die erste Spiegelreflexkamera mit einem aufrechten Bild in Serie ist die Duflex aus dem Jahr 1943. Möchten Sie eine Spiegelreflexkamera aus früheren Zeiten erwerben, gibt es ein paar Hinweise zu beachten. Spiegelreflexkameras sind deutlich schwerer als andere Kameras. Bei möglichst genauer Fotografie geschehen Fehler in der Fokussierung. Aufgrund des Klappmechanismus am Spiegel ist das Auslösegeräusch deutlich vernehmbar.

Zunehmende Technisierung und viele Einstellmöglichkeiten dominieren die Entwicklung

Nachdem die ersten Spiegelreflexkameras in den Verkauf gelangten, entwickelte sich die Fotografie auf der technischen Ebene weiter. Begehrt waren in den 70er-Jahren kleine, kompakte Kameras mit Autofokus. Dieser war zunächst passiv und bedurfte der Einstellung durch den Benutzer. Gegen Ende des Jahrzehnts entwickelte Canon die erste Kamera mit automatischem Fokus. Es handelte sich um die AF35M. Die automatische Entfernungsmessung verlief über einen integrierten Infrarotmesser.

Der Sonderfall der Sofortbildfotografie und wie sie sich im Laufe der Zeit entwickelte

Die Sofortbildfotografie ist mehr als ein Vorläufer der heutigen Fotografie. Die Sofortbildfotografie, den meisten Benutzern als Polaroid bekannt, produziert sofort nach dem Auslösen ein fertiges Bild. Die ersten Sofortbildkameras im Versuch stammen aus dem 19. Jahrhundert. Die heutigen Kameras dieser Art gehen auf Edwin Herbert Land zurück, der 1948 das Modell Polaroid 95 auf den Markt brachte. Die Technologie, die auf einem chemischen Vorgang beruht, funktionierte bis in die 70er-Jahre ausschließlich in Schwarz-Weiß oder sepiafarben. Das Gehäuse war leicht und bestand aus Kunststoff. Zur Fixierung des Bildes bedurfte es eines Überzuges aus Klarlack. Die Fotografien entstanden auf eingelegten Papieren. Erst wesentlich später führte die Firma einen Sofortbild-Film ein. Die Fotos fielen durch ihr quadratisches Format auf.

Die Frühstadien der Digitalfotografie und wie sie die Fotografie revolutionieren

Die digitale Fotografie existiert seit den 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie ist das Pendant zur analogen Fotografie, dessen Grundlage fotochemische Reaktionen sind. Ob Quecksilberdämpfe, Selen als Reflektor oder Gold als Bestandteil des Films – vielfältige Materialien kommen in der klassischen Fotografie zur Verwendung. In alten Filmen begegnen dem Zuschauer die großen, statischen Balgenkameras. Der Fotograf betätigt den Auslöser und ein Blitz, gefolgt von einer Wolke, erscheint. Diese Vorformen der Fotografie fanden zunächst Ablösung durch Filmkameras. Die digitalen Kameras ermöglichen das Fotografieren ohne Film. Auf verschiedenen Speichermedien bleibt eine Kopie des Bildes im Sucher erhalten. Die ersten digitalen Kameras in den 70er-Jahren projizierten das Bild auf einen kleinen Computermonitor. Die erste Digitalkamera von Bell verfügte über einen Sucher mit einer Auflösung von 0,01 Megapixeln. Insbesondere die Auflösung spielt in der darauf folgenden Zeit eine wichtige Rolle.

Abschließende Tipps für den Kauf von alten Kameras und das neue Fotografie-Erlebnis

Sind Sie im Begriff eine alte Kamera zu kaufen und möchten ausprobieren, wie die früheren Generationen Augenblicke festhielten, gibt es verschiedene Anknüpfpunkte. Kameras der ersten Generationen sind selten. Darüber hinaus benötigt der Fotograf das passende Zubehör. Anhand der dargebotenen technischen Informationen fällt die Entscheidung für ein Einsteiger- oder Profimodell leicht. Für das Erlebnis der traditionellen, analogen Fotografie bedarf es weiterhin des Zubehörs für die Entwicklung. Der leichteste Einstieg gelingt mit einer frühen Generation der Kompaktkameras oder einer Reisekamera. Alle Kameras, die mit Filmen arbeiten, sind heute am ehesten bedienbar. Antike Kameras, wie Faltkameras, liefern interessante Bildkompositionen. Moderne Aufnahmen mit diesen Kameras gelingen mit Farbfiltern. Die komplette Ausrüstung von Kameras bis Zubehör und Aufrüstungskomponenten erhalten Sie im Onlinehandel.

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