Was beim Kauf von Sicherheits-Gurten beachtet werden sollte

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Was beim Kauf von Sicherheits-Gurten beachtet werden sollte

Der Sicherheitsgurt ist neben Airbag und Knautschzone der wichtigste Schutz für Autofahrer und Insassen. Bei Unfällen und anderen abrupten Bremsvorgängen verhindert er, dass sie durch den Innenraum des Autos oder nach außen geschleudert werden. Erfahren Sie im vorliegenden Ratgeber, welche verschiedenen Arten von Sicherheitsgurten es gibt und wie sie funktionieren. Hinweise zur Kaufentscheidung berücksichtigen auch besondere Extras. Sie modifizieren die Arbeitsweise des Gurtes und sorgen so für zusätzliche Sicherheit. Neben Gurten für Hunde und Kleinkinder gibt es Modelle mit Gurtkraftbegrenzer und Gurtstraffer. Der Überblick schließt mit einer kurzen Darstellung des eBay-Sortiments und einigen Hinweisen zur fachgemäßen Verwendung des Gurts ab.

Welche Arten von Sicherheitsgurten gibt es?

Man unterteilt Sicherheitsgurte nach der Anzahl der Verbindungspunkte zwischen Insassen und Karosserie. Zweipunktgurte verlaufen um das Becken (Beckengurt) oder schräg zwischen Schulter und Taille (Schrägschultergurt). Dreipunktgurte stellen eine Kombination dieser beiden Formen dar. Mit dem Einstecken der Steckzunge teilt der Insasse sie in zwei Bereiche. Der obere Teil verläuft schräg über den Oberkörper. Der untere Teil fixiert das Becken gerade. Im Motorsport ist der Schutz der Fahrer durch Gurte mit bis zu sechs Fixationspunkten gewährleistet. Gemein ist den meisten Modellen ihr Ausgangsmaterial. Dichtes Nylongewebe kann stark strapaziert werden und dehnt sich dabei wenig.

Der Dreipunktgurt – Standardausstattung im PKW

Auf der Fahrerseite verläuft der Dreipunktgurt entlang der B-Säule. Dies ist die Querstrebe zwischen den beiden Seitenfenstern. Der erste Fixationspunkt ist der Endbeschlag des Gurtes am unteren Ende der Säule. Der zweite ist das Gurtschloss rechts neben dem Fahrersitz. Der dritte Befestigungspunkt befindet sich am oberen Ende der B-Säule. Der Gurtwickler befindet sich im oberen oder unteren Ende.

Vier- bis Sechspunktgurte – Zusätzliche Sicherheit im Motorsport

Diese Modelle bieten mit zusätzlichen Befestigungspunkten auch bei stärkeren Beanspruchungen Sicherheit. Man verwendet sie im Motorsport. Dreipunktgurte schließt man über dem Becken. Die Gurtabschnitte über den Schultern laufen in einem Punkt hinter dem Kopf zusammen. Wie die Vierpunktgurte bezeichnet man sie aufgrund ihrer Form auch als Hosenträgergurte. Sechspunktgurte verfügen über zwei zusätzliche Schrittgurte. Diese wirken dem Nachteil von normalen Hosenträgergurten entgegen, bei einem Unfall über das Becken nach oben zu rutschen.

Wie funktionieren Sicherheitsgurt und Gurtschloss?

Alle Modelle arbeiten nach dem Prinzip der Rückhaltung. Bei einem plötzlichen Stillstand des Autos durch Bremsen oder Kollision sorgt es dafür, dass die Insassen nicht nach vorn geschleudert werden. Zum Anlegen des Gurtes zieht man ihn mittels Ausrollmechanismus lang und fixiert ihn mit einer Steckzunge. Der Gurt ist so konzipiert, dass er langsam herausgezogen werden kann, ab einer bestimmten Ausrollbeschleunigung aber blockiert. Diese tritt typischerweise bei abrupten Abbremsvorgängen auf. Ermöglicht wird dies durch ein Pendel und einen Zahnkranz. Beim Ausrollen in normaler Geschwindigkeit bewegt sich der Zahnkranz in Fahrtrichtung. Das Pendel befindet sich in Ruhelage. Beim Abbremsen bewegt es sich aufgrund seiner Trägheit aus der Ruhelage. Der daran angebrachte Hebel verharkt sich im Zahnkranz und verhindert ein schnelles Ausrollen. Das Gurtschloss sorgt dafür, dass sich die Befestigungspunkte nicht lösen. Es befindet sich bei links sitzenden Insassen an der rechten Seite, bei rechts Sitzenden auf der linken. Eine Öffnung in der metallischen Steckzunge ermöglicht das Einrasten des Gurtes. Über einen Knopf wird sie herausgedrückt, sodass sie herausgezogen werden kann. Moderne Kraftfahrzeuge verfügen über Sensoren, die anzeigen, ob jemand einen Sitz besetzt und angeschnallt ist. Bei Nichtverwendung des Gurtes leuchtet in diesem Falle eine Warnleuchte auf dem Display des Bordcomputers auf.

Zusätzliche Sicherheit durch Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer

Moderne Gurte verfügen über zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. Ihr Funktionsumfang beschränkt sich nicht auf den Rückhaltezug. Erfahren Sie im Folgenden, welche zwei Geräte zusätzlich zu ihrer Sicherheit beitragen können!

Der Gurtstraffer

Ein Gurtstraffer ist ein Gerät im Aufrollmechanismus oder Schloss des Gurtes. Er ist mit der Steuerung des Airbags verbunden. Im Falle eines Zusammenpralls wird er automatisch aktiviert. Dabei zieht er den Gurt in Sekundenbruchteilen um bis zu 15 cm an. Der Nutzen dieser Einrichtung lässt sich gut im Winter veranschaulichen. Wegen der dicken Kleidung liegt der Gurt nicht direkt am Körper an und kann ihn nicht unmittelbar abbremsen. Durch den enger gezogenen Gurt ist dies möglich. Gurtstraffer sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Das mit Rotation arbeitende Modell hat sich als Standard etabliert. Dabei wird im Kollisionsfall von der Steuerung eine Treibladung gezündet. Der Gasdruck katapultiert kleine Stahlkugeln in das Zahnrad des Gurtschlosses und bewegt es. Mit der Bewegung strafft sich der Gurt. Bedenken Sie bei der Kaufentscheidung, dass Systeme mit Treibladung nur einmal verwendet werden können und besondere Anforderungen an die Entsorgung stellen! Beim Zerlegen des Autos kann er unabsichtlich aktiviert werden und Menschen verletzen. Die Gurtschlossvariante funktioniert über einen Kolben unter dem Sitz. Die Treibladung zieht das Gurtschloss schlagartig nach hinten. Der Gurt strafft sich. Statt Treibladungen verwenden andere Modelle Federn oder Seilstraffer, um die notwendige Energie aufzubringen. Reversible Gurtstraffer verfügen neben dem Treibladungsmodul auch über einen kleinen Elektromotor. Dieser ermöglicht eine geringe Straffung des Gurtes. Anders als reine Rotationsstraffer können sie mehrfach verwendet werden.

Der Gurtkraftbegrenzer

Der Gurtkraftbegrenzer dient dem Schutz vor Verletzungen. Die schlagartig ansteigende Rückhaltekraft des Gurtes birgt andernfalls die Gefahr einer Rippenfraktur. Die Zugkraft des Gurtes wird durch eine Drehstabfeder im Aufroller oder eine Reißnaht im Gurt ermöglicht. Das Ausmaß der Kraftveränderung kann variiert werden. Einstellungen zwischen weich und hart sind wählbar. Bei der Einstellung orientieren Sie sich am Freiraum vor den Insassen. Ein Beifahrer hat davon mehr als der Fahrer. Beachten Sie beim Kauf die Kompatibilität mit Ihrem Fahrzeug!

Auf eBay finden Sie Modelle für verschiedene Autos und Nutzergruppen

Ein reichhaltiges Angebot ermöglicht die Orientierung an Ihrem individuellen Sicherheitsbedarf. Dreipunktgurte werden von folgenden namhaften Herstellern angeboten:

Sicherheitsgurte werden mit der Karosserie verbunden. Achten Sie vor dem Kauf also stets darauf, dass sie mit ihrem Modell und der Plattform kompatibel sind! VW bietet zum Beispiel Gurte für folgende Modelle an:

Auch im Sportbereich werden Sie fündig. Vier- bis Sechspunktgurte machen komfortablen und optisch attraktiven Schutz auch im Rennwagen möglich. Extras wie Gurtstraffer können Sie separat erwerben und einbauen. Für die Hundebesitzer unter Ihnen werden über eBay auch Sicherheitsgurte für Hunde angeboten. Es besteht aus einem körperumspannenden Geschirr, das per Gurtband an der Rückbank befestigt ist. Dem Hund bietet diese Befestigungsart Sicherheit bei gleichzeitiger Mobilität. Einige Hinweise gilt es dabei zu beachten. Führen Sie ihren Hund langsam an die Mitfahrt im Auto heran. An das Liegen im stehenden Auto können sich kurze Fahrten um den Block mit anschließender Belohnung anschließen. Die Auswahl des Gurtes hängt vom Gewicht des Hundes und von der Größe des Autos ab. Auch kleine Hunde sind ausreichend zu sichern. Verdeutlichen Sie sich, dass auch kleine Hunde bei einem Unfall nach vorn geschleudert werden. SEin kleiner Hund von 10 kg würde bei Tempo 50 schon mit dem Gewicht einer Vierteltonne einschlagen. Des Weiteren gibt es auch spezielle Modelle für Babys, Kleinkinder und Schwangere. Sie sind an die besonderen Bedürfnisse der Insassen angepasst.

Woran erkennen Sie einen sicheren Gurt?

Ein guter Gurt ist auf das Fahrzeug zugeschnitten. Notieren Sie sich vor dem Kauf ihre Fahrgestellnummer! Der Hersteller kann Ihnen dann mitteilen, ob der Sicherheitsgurt kompatibel mit Ihrer Karosserie ist. Ein reißfestes Material ist wichtig. Dichtes Nylongewebe hat sich bewährt. Achten Sie auch auf die Festigkeit der harten Bestandteile wie Gurtschnalle, Stopper und Aufroller. Sie müssen widerstandsfähig sein und im Notfall sehr hohen Belastungen standhalten. Reißfeste Verbindungen zwischen Kunststoff und Nylon zeugen ebenso wie ein leichtgängiger Aufrollmechanismus von Qualität.

Zum korrekten Umgang mit dem Sicherheitsgurt

Zum höchstmöglichen Schutz eines Gurtes trägt neben seiner Bauart nicht zuletzt der sachgemäße Umgang mit ihm bei. Das Wichtigste zuerst: Auch bei kurzen Fahrten und geringer Geschwindigkeit müssen Sie ihn anlegen. Bereits bei 20 km/h bewirkt die Trägheit des menschlichen Körpers hohe Beschleunigungsenergien. Rückhaltung aus eigener Kraft ist dann bereits nicht mehr möglich. Beim Anlegen darf der Gurt nicht verdreht sein. Dies kann zur Blockierung des Aufrollmechanismus' führen. Bevor Sie das erste Mal mit einem neuen Auto fahren, passen Sie die Höhe von Sitz und Gurtaufhängung ihrem persönlichen Bedarf an. Zu Ihrer Sicherheit trägt weiterhin der Umgang mit Schlüsseln, Stiften und anderen Gegenständen in Jacke und Hosentasche bei. Im Handschuhfach sind sie besser aufgehoben als zwischen Gurt und Körper. Die großen Kraftwirkungen können sonst zu erheblichen Verletzungen führen. Zwischen Gurt und Körper sollte allerdings auch nicht zu viel Raum sein. Er muss straff anliegen. Nur so wird Ihr Körper beim plötzlichen Halt unmittelbar gebremst. Ein Aufprallen auf den Gurt bei zu großem Abstand birgt das Risiko von Rippen- und Genickverletzungen. Damit ruckartige Belastungen auch dem Gurtschloss keinen Schaden zufügen, reinigen Sie es regelmäßig. Nach Jahren des Gebrauchs lagern sich Staub-, Schmutz und Schweißpartikel im Innern des Gehäuses ab. Der Gurt rollt nicht mehr richtig auf und ab. Der Verschlussmechanismus wird angegriffen. Aggressive Reinigungsmittel empfehlen sich zur Vorbeugung nicht. Öffnen Sie stattdessen die Aufroller und entfernen Schmutzreste! Mit lauwarmem Reinigungswasser und Reinigungsbenzin können Schloss und Gurte behandelt werden. Küchentücher saugen Feuchtigkeit und Schmutz zuverlässig auf. Eine regelmäßige Behandlung mit Silikonspray sorgt für dauerhaft leichtes Auf- und Abrollen. Definitiv zu wechseln sind Gurte nach tatsächlicher Beanspruchung durch einen Unfall. Sie weisen danach nicht mehr die notwendige Festigkeit auf.

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