Was beim Kauf von Ausbeulwerkzeug zu beachten ist

Aufrufe 3 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Was beim Kauf von Ausbeulwerkzeug zu beachten ist

Der Albtraum eines jeden Autobesitzers ist es, wenn das Auto aus irgendwelchen Gründen beschädigt wird. Im Sommer wie im Winter kann es Sie treffen, wenn es hagelt und Ihr Auto ungeschützt im Freien stand. Dann finden Sie je nach Größe der Hagelkörner, die aufgeprallt sind, Dellen und Beulen an Motorhaube und Dach des Autos. Das können kleine eher harmlos aussehende Dellen sein oder Dellen, in die ein Golfball passen würde. Schön sieht beides nicht aus und alle, die ein Auto besitzen, ärgern sich maßlos über ihre von Dellen überzogene Motorhaube.

Noch schlimmer kommt es bei einem Auffahrunfall oder wenn ein anderer unbedachter Fahrer Ihr Auto beim Einparken streift. Solche Beulen sind dann wesentlich größer und Sie können noch von Glück reden, wenn es „nur“ den Kotflügel getroffen hat und nicht Motorhaube, Kofferraum oder Stoßstange komplett verzogen sind. In jedem Fall wird Ihnen ein Besuch in der Werkstatt nicht erspart bleiben, um den Schaden wieder reparieren zu lassen. Und das geht schon bei kleinsten Dellen richtig ins Geld. Eine Reparatur durch den Fachmann ist teuer und mit viel Aufwand verbunden. Aber das muss nicht unbedingt sein.

In nur wenigen Minuten lassen sich kleine Dellen auch von Ihnen in Eigenreparatur entfernen. Sie benötigen eigentlich nur das richtige Werkzeug dafür und eine Anleitung. Ausbeulwerkzeuge können nicht nur von Mechanikern und Monteuren erfolgreich verwendet werden, sondern auch von Hobbybastlern und privaten Nutzern. Das spart nicht nur eine Menge Geld, denn Ausbeulwerkzeuge kosten nicht viel, sondern auch Zeit, die Sie sonst in der Werkstatt verbringen würden. So haben Sie Ihr Auto gleich wieder zur Verfügung und müssen nicht einen Tag oder länger darauf verzichten, während es in der Werkstatt repariert wird. Außerdem gibt es Ihnen garantiert ein Gefühl der Zufriedenheit darüber den Schaden in Eigenregie entfernt zu haben.

Wir möchten Ihnen in diesem Ratgeber Tipps zum Kauf von Ausbeulwerkzeugen geben. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Arten von Werkzeugen vor, erklären, worauf Sie beim Kauf achten müssen und geben einen Überblick über die vorhandenen Techniken des Ausbeulens.

Smart Repair: Zwei Arten des Ausbeulens von Dellen, die durch Hagel oder Ähnliches entstanden sind

Bevor Sie sich entsprechendes Ausbeulwerkzeug zulegen, sollten Sie die beiden Haupttechniken zum Ausbeulen von Dellen kennen. Wenn Sie sich für die Anwendung einer dieser Techniken entschieden haben, können Sie anschließend einfacher entscheiden, welches Werkzeug Sie kaufen möchten. Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen Techniken, die ein zusätzliches Lackieren erfordern und Techniken ohne Lackieren. Letztere werden auch als PDR bezeichnet – kurz für „Paintless Dent Repair“. Mit dieser Technik ohne Lackieren können sogar Dellen aus so empfindlichen Gegenständen wie Blechblasinstrumenten entfernt werden.

Vorteil dieser Methode ist, dass kein zusätzliches Geld für Lack ausgegeben werden muss, da dieser erhalten bleibt. Es gibt im Wesentlichen zwei Haupttechniken, die zum Reparieren von Beulen ohne Lack angewendet werden: die Klebetechnik und die Drücktechnik.

Die richtige Ausrüstung, um Beulen mit der Klebetechnik auszubessern

Wie der Name Klebetechnik bereits besagt, handelt es sich bei dieser Methode um eine Technik, die einen Heißkleber einsetzt, um Dellen zu beseitigen. Die Technik umfasst eine Herausziehhilfe, eine Brücke und einen speziellen für Lack geeigneten Heißkleber, der sich im Anschluss wieder entfernen lässt. Sie benötigen also eine Klebepistole, eine Dellenliftzange (auch Dellenlifter genannt), einen Zugadapter und entsprechenden Kleber. Diesen Kleber gibt es in Form von Stangen oder Sticks, die sich in die Klebepistole einsetzen lassen.

Eine Anleitung: So bessern Sie Beulen richtig mit der Klebetechnik aus

Wenn Sie das passende Werkzeug für die Klebetechnik gefunden haben, gilt es zunächst den Zugadapter zu reinigen und die Klebefläche entweder mit einem Schleifpad oder Schleifvlies zu mattieren. So klebt später der Kleber besser und führt zu sauberen Ergebnissen. Auch die Fläche der Delle muss gereinigt werden, am besten mit Lackreiniger. Falls es sich um eine große unebene Beule handelt, kann es sich empfehlen, diese etwas aufzurauen. Auch, wenn die Beule am Rand nicht eben ist, eventuell mit einem Rückschlagdorn die Unebenheiten ausklopfen. So entstehen später keine weiteren Spanungen im Blech. Nun wählen Sie einen Adapter aus, der in die Delle hineinpasst, aber nicht größer als die Delle ist. Anschließend tragen Sie Kleber aus der vorgeheizten Klebepistole auf den Adapter auf und drücken ihn sofort ein. Sollte es sehr heiß sein, benötigen Sie nun Kühlspray um den Kleber genug abkühlen zu können.

Wenn der Kleber kurz vor dem vollständigen Abkühlen ist, wird das entsprechende Werkzeug, zum Beispiel der Dellenlifter an den Zugadapter angebracht. An dieser Stelle können Sie auch einen Gleithammer, eine Ausbeulzange oder einen Dellenhebel verwenden, je nachdem was Sie gekauft haben und was für die Größe und Form der Delle am geeignetsten ist. Jetzt geht es an das eigentliche Ausbeulen. Seien Sie hier vorsichtig und gehen Sie nicht mit brachialer Gewalt vor. Probieren Sie hebelnd und ziehend aus, wie sich die Form der Delle verändern lässt, und arbeiten Sie sich langsam an die richtige Technik heran. Ganz besonders wichtig: Immer senkrecht zur Delle ziehen, es sei denn, Sie verwenden eine Ausbeulzange, die ohnehin dafür sorgt, dass nur in diese Richtung gezogen wird.

Anschließend wird der Adapter mit Klebelöser wieder entfernt und ein neuer passender Adapter für die nun kleinere Delle verwendet. Der Vorgang des Einklebens, Ziehens und Entfernen wird nun solange wiederholt, bis keine Delle mehr zu sehen ist. Fertig: Sie haben erfolgreich eine Delle an Ihrem Auto ausgebeult! Zu guter Letzt brauchen Sie die betroffene Stelle nur noch zu polieren.

Hinweis: Geben Sie Acht, dass Sie nicht versehentlich zu weit nach außen ziehen und eine Beule verursachen. Dann müsste noch mit dem Rückschlagdorn nachgebessert werden. 

Der Richtsatz: das passende Ausbeulset zum Ausbeulen kaufen

Wenn Sie nicht jedes Werkzeug zum Ausbeulen einzeln kaufen wollen, dann haben Sie die Wahl ein komplettes Set zu erwerben, das bereits alles Nötige umfasst und in aller Regel auch eine genaue Anleitung enthält. Wenn Sie wissen, dass Sie in schlechten Lichtverhältnissen arbeiten müssen, zum Beispiel im Winter, dann sollten Sie ein Set auswählen, dass auch eine Ausbeullampe enthält. Diese macht die Struktur der Delle sehr gut sichtbar und sorgt dafür, dass Sie an der richtigen Stelle mit dem Zugadapter ansetzen.

Die Hebeltechnik für größere Dellen oder einfach zugängliche Stellen

Auch die Hebeltechnik ist für das Ausbeulen von Dellen geeignet. Während die Klebetechnik etwas komplizierter ist und vor allem gut für kleine, schwer zugängliche Dellen verwendet werden kann, ist die Hebeltechnik einfacher zu handhaben. Wie der Name schon besagt, werden dabei Hebel verwendet und die Dellen werden durch Drücken statt durch Ziehen ausgeglichen. Diese Technik empfiehlt sich vor allem bei etwas größeren Dellen und überall dort, wo die Dellen gut zugänglich sind. Beide Techniken werden als Smart Repair bezeichnet, weil Sie kein zusätzliches Lackieren erfordern, von Laien durchgeführt werden können und Kosten sparen. Wenn Sie sich der Hebeltechnik bedienen wollen, kaufen Sie am besten ein Hebelset mit verschiedenen Hebelgrößen, um für alle Dellengrößen gewappnet zu sein. Eine Anleitung für die Anwendung befindet sich darin ebenfalls und oft auch eine Lampe mit Klebefuß für eine bessere Ausleuchtung Ihrer Arbeit.

Ausbeulambosse und Ausbeulhammer: eine weitere Methode, um selbst auszubeulen

Auch wenn es für die Anwendung auf Lack zu grob wirken mag, so können Sie auch diese Methode als lackschadenfreie Methode des Ausbeulens verwenden. Die entsprechenden Hämmer und Ambosse sind für Lack geeignet und rufen keine Beschädigungen hervor. Achten Sie beim Kauf aber auf den Begriff Ausbeulhammer, da andere Hämmer und Ambosse zum Ausbeulen nicht geeignet sind und den Lack grob beschädigen würden.

Gängige Hersteller von Ausbeulwerkzeugen 

Bei Ausbeulwerkzeugen handelt es sich um recht spezielle Werkzeuge, die meist in keinem anderen Bereich angewendet werden können. Im Gegensatz zu einer Zange oder einem Schraubenzieher sind sie hoch spezialisiert. Dementsprechend gibt es diese Werkzeuge nicht unbedingt bei jedem Hersteller, der sonst vielleicht viele Werkzeuge aus dem Bereich KFZ-Technik oder ähnlichen Bereichen produziert. Die Hersteller, welche Ausbeulwerkzeuge anbieten sind dabei aber Profis in ihrem Bereich und bieten passende Werkzeuge an. Damit Sie es leichter haben passendes Werkzeug zu finden, möchten wir Ihnen einen Überblick über die Marken und Hersteller von Ausbeulwerkzeugen geben, die am bekanntesten und beliebtesten sind.

Aber auch andere Anbieter können Ihnen das passende Werkzeug für das Ausbeulen Ihrer Dellen liefern.

Fazit

Wie Sie sehen, gibt es im Rahmen des sogenannten „Smart Repair“ heutzutage drei lackschadenfreie Methoden, um Dellen am Auto zu beseitigen. Die Klebemethode ist dabei etwas aufwendiger und muss sorgfältig geübt werden. Sie hat jedoch den großen Vorteil, dass sich damit auch sehr schwer zugängliche Dellen, z. B. am Dach eines Fahrzeugs ausbeulen lassen. Kein anderes Werkzeug und keine andere Methode ermöglicht es bis jetzt, solche Dellen per Hand und Zuhause zu entfernen. Wenn Sie es selbst versuchen möchten, sollten Sie sich auch an die Klebetechnik wagen und Geld sparen. Die Hebeltechnik ist dagegen einfacher zu erlernen und gut geeignet, um größere Dellen an zugänglichen Stellen schnell zu beheben. Für beide Methoden empfiehlt es sich, gleich ein Set mit allen dazu gehörigen Werkzeugen zu kaufen. Dann kann Ihnen in Zukunft kein Hagelkorn mehr Ärger bereiten.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden