Was beim Kauf eines Angel-Sets zu beachten ist

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Was beim Kauf eines Angel-Sets zu beachten ist

Rute, Schnur und Zubehör – so stellen Sie sich ein Angel-Set zusammen

Das Angeln gehört in den Bereich der Fischerei und bezeichnet den Fischfang von Hand mithilfe einer Angelrute. Diese Art Fische zu fangen ist schon seit der Frühzeit bekannt, wie zahlreiche Funde von Angelhaken und anderem Gerät beweisen. Heute gilt das Angeln als eine Sportart und wird sowohl an Seen, Flüssen oder am und auf dem Meer betrieben. Dieser Ratgeber möchte Ihnen einen ersten Überblick über die nötige Ausrüstung für den Angelsport vermitteln und zeigen, wie Sie sich ein geeignetes Angel-Set für die ersten Schritte in diesem Sport zusammenstellen können.

Komplettset kaufen oder individuell zusammenstellen?

Um in den Angelsport einsteigen zu können, benötigen Sie eine solide Grundausstattung bestehend aus der Angelrute mit Rolle und Schnur sowie unterschiedliche Haken, Köder und Schwimmer oder Poser. Sie können Ihr Angel-Set entweder mit Einzelkomponenten selbst zusammenstellen oder aber auf fertige Komplettsets zurückgreifen. Komplettausstattungen haben den Vorteil, dass Sie nicht viel Zeit mit dem Einkauf verlieren. Derart gerüstet können Sie schon bald erste Erfahrungen in der Praxis sammeln. Daher sind Anglersets gerade für Einsteiger ideal. Da sie in der Regel auch günstiger sind, als selbst zusammengestellte Sets, sind sie auch empfehlenswert für Leute, die erst einmal in diese Sportart hineinschnuppern möchten und noch nicht genau wissen, ob sie wirklich dabei bleiben bzw. welche Art des Angelns ihnen am meisten liegt und sich erst später spezialisieren möchten. Fertige Sortimente beinhalten je nach Angebot eine Standardrute oder mehrere verschiedene Ruten sowie das dazugehörige Zubehör.

Die gesamte Ausrüstung selbst auszusuchen dauert zwar länger, dafür ist sie jedoch von Anfang an auf die jeweiligen Vorlieben und Bedürfnisse abgestimmt. Oftmals werden einige Teile aus dem Komplettsets selten oder nie benötigt, während andere komplett fehlen. Müssen einige Komponenten extra beschafft werden, geht die anfängliche Ersparnis schnell verloren. Wenn Sie dennoch zuerst ein Angel-Set kaufen möchten, achten Sie auf eine gute Qualität. Gerade bei sehr günstigen Angeboten werden gerne Billigprodukte verwendet, um ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis zu gestalten.

Vor der Rute bis zum Köder – Diese Ausrüstung brauchen Sie

Egal ob fertiges Set oder einzeln gekaufte Teile, einige Dinge gehören fest zur grundlegenden Angelausrüstung. Im Folgenden werden die wichtigsten Einzelteile aufgelistet sowie verschiedene Arten und Besonderheiten erklärt. Weiterführende Informationen und interessantes zu diesem Thema finden Sie auch in der Rubrik Sachbücher & Ratgeber.

Angelrute und Zubehör – mehr als nur ein Stock mit Schnur

Im Grunde könnten Sie schon mit einem stabilen Ast, etwas Schnur und einem Haken erste Erfolge in der Fischerei erzielen. Allerdings ist diese Methode nicht sehr effektiv und es werden viele Fische entwischen, da diese einfachsten Mittel dem nichts entgegenzusetzen haben. Eine richtige Angelrute besteht aus biegsamem Material, um die Bewegungsenergie des Fisches gut abfangen zu können. Dieses Biegungsverhalten wird auch Rutenaktion genannt. Dabei wird zwischen durchgehender Aktion von der Spitze bis zum Handteil, der Spitzenaktion, bei der sich nur der vordere Teil krümmt und der Mittelaktion mit einer Biegung bis zum Mittelteil der Rute unterschieden.

In der Regel werden heute Ruten aus Glas- und Kohlefaser genutzt. Wobei Modelle aus Kohlefaser strapazierfähiger, leichter, aber auch teurer in der Anschaffung sind als die günstigeren Glasfaserruten. Es gibt auch Kombinationen aus beiden Werkstoffen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Da Ruten mehrere Meter lang sind, werden sie zum Transport auseinandergenommen. Dazu stehen zwei Systeme bereit: die ausziehbaren Teleskopruten und die Steckruten, bei denen die fertige Rute mehrere Einzelteilen zusammengesteckt wird. Welche Rutenart Sie nutzen, ist Geschmackssache. Teleskopruten sind aufgrund des Auf- und Zusammenschiebens etwas anfälliger für Verschleiß und Beschädigungen, dafür benötigen sie sehr wenig Platz. Die Steckruten sind etwas teurer als die Teleskopruten, sind dafür jedoch auch ziemlich robust und punkten zusätzlich mit guten Biegeeigenschaften.

Je nach Fischart und Fangtechnik variiert auch die Angelrute

Je nach Technik und Einsatzort variieren die einzelnen Ruten in ihrer Länge und Stärke. So gibt es beispielsweise für manche Fischarten eigene Rutenarten wie die Hecht- und Grundruten und die Karpfenruten. Dazu kommen noch Brandungsruten für das Angeln an der Küste sowie Fliegenruten, Spinruten oder Matchruten für spezielle Fangmethoden.

Für den Anfang wählen Sie sich am besten eine oder zwei Ruten aus, die aufgrund ihrer Länge und Beschaffenheit für mehrere Bereiche eingesetzt werden können. Diese Universalruten eignen sich gut, um erste Erfahrungen mit den einzelnen Angeltechniken zu machen. Allerdings stoßen diese Allrounder auch irgendwann an ihre Grenzen. Denn da der Erfolg beim Angeln stark von der richtigen Technik abhängt, wurden die einzelnen Angelruten im Laufe der Zeit auf ihren Einsatzzweck hin spezialisiert und abgestimmt. Wenn Sie Gefallen an dem Sport gefunden haben, werden Sie daher auf längere Sicht kaum um den Kauf von anspruchsvolleren Ruten herumkommen.

Die Rolle – Schnurspeicher und unverzichtbarer Helfer

Angelrute und Rolle sind ein Team. Denn auf der Rolle wird die Angelschnur aufbewahrt, bei Bedarf zur Verfügung gestellt oder wieder eingeholt. Eine gute Rolle besitzt zudem eine Bremse mit einstellbarer Stärke. Damit ist sie ein wichtiges Hilfsmittel für den Drill (= der Kampf mit dem Fisch an der Angel). Größere Fische ziehen bei dem Versuch, sich zu befreien, Schnur von der Rolle. Wird diese entsprechend gebremst, ermüdet der Fisch dabei und kann nach einigen Runden des Schnurgebens und Heranpumpens erfolgreich gelandet (= an Land geholt) werden.

Wichtig bei der Auswahl der geeigneten Rolle sind ihre Schnurfassung, ihr Gewicht und ihre Übersetzung. Dabei gibt die Schnurfassung Aufschluss über die Größe des Schnurdepots und damit die Länge der zur Verfügung stehenden Angelschnur. Das Gewicht kommt besonders bei bewegungsintensiven Angelarten wie dem Spinnen zum Tragen. Hierbei ist eine gut ausbalancierte Rute nebst Rolle besonders wichtig, damit sie auch bei langem Gebrauch gut in der Hand liegt und keine Ermüdungserscheinungen auftreten. Die Übersetzung der Rolle gibt das Verhältnis zwischen Kurbel- und Spulendrehung an. Damit gibt sie Aufschluss darüber, wie schnell die Schnur eingeholt werden kann. Eine Rolle mit der Übersetzung 4:1 benötigt zum Beispiel vier Kurbelumdrehungen, um eine Spulenumdrehung zu erzeugen.

Stationärrolle versus Multirolle – das sind die Unterschiede

Rollen sind in unterschiedlichen Bauformen erhältlich. Sogenannte Stationär- oder Querwinderollen werden bei uns sehr häufig verwendet und gilt bei Anglern als die ultimative Allroundrolle. Daneben gibt es noch andere Bauformen wie die Multirolle, die vor allem in den USA gebräuchlich ist oder die Fliegenrolle, die beim Fliegenfischen eingesetzt wird. Stationär- und Multirolle unterscheiden sich in zwei grundlegenden Dingen. Zum einen läuft die Spule im Gegensatz zur Stationärrolle bei der Multirolle beim Ein- und Auswerfen der Angelschnur mit. Zum anderen läuft die Angelschnur bei der Multirolle parallel zur Rute. Bei der Stationärrolle wird sie dagegen quer zur Rute aufgewickelt. Dieses System ermöglicht ein störungsfreies und schnelles Auf- und Abwickeln der Schnur, was gerade Anfängern zugutekommt, da sich bei dieser Rollenart die Schnur nicht verheddert und das gefürchtete Schnurdurcheinander, die sogenannten „Perrücken“ bildet.

Die Angelschnur – monofil oder geflochten

Eine gute Schnur ist entscheidend für den Erfolg beim Angeln. Je größer der Fisch, desto stabiler muss auch die Schnur gefertigt sein. Im Handel sind drei Schnurarten erhältlich. Monofile Schnüre bestehen aus einem einzelnen Strang, während die geflochtenen Varianten aus mehreren bestehen. Daneben gibt es noch geflochtene Schnüre, die mit einer monofilen Schicht überzogen sind. Am beliebtesten sind die vielseitig einsetzbaren und relativ günstigen monofilen Schnüre.

Köder, Haken und Gewichte – praktische Angebote im Set

Je nach Fischart gibt es eine breite Palette an unterschiedlichen Haken sowie passende Bleigewichte, um die Schnur zu beschweren. Es ist vorteilhaft, dieses Angelzubehör in vorsortierten Sets zu erwerben, da dies wesentlich kostengünstiger ist und Sie dadurch schnell und unkompliziert über eine gute Auswahl verfügen. Natürlich können Sie diese Teile des Angel-Sets auch einzeln kaufen oder zusätzliche Haken und Bebleiung ergänzen.

Auch die Köder sind ein Fachgebiet für sich. Es wird hierbei zwischen Friedfisch- und Raubfischködern unterschieden. Friedfische können oftmals schon mit einfachen Mitteln wie Würmern, Maden, Angelbrot oder Duftstoffen angelockt werden. Raubfische dagegen benötigen bestimmte Reize, die ihren Jagdinstinkt wecken und den Köder als Beute erkennen lassen. Dazu stehen hoch spezialisierte Köderarten wie Spinner, Blinker, Wobbler sowie Gummifische und Twister zur Verfügung. Es gibt jedoch auch Naturköder wie Fischfetzen, Krabben oder Köderfische, die Ihnen zum Fang eines Raubfisches verhelfen können.

Posen oder Schwimmer – traditioneller Bissanzeiger und Köderhalter

Mit dem Bissanzeiger ist die Angelrute schließlich komplett. Der Bissanzeiger beim Angeln wird in Süddeutschland Schwimmer, im Norden als Pose bezeichnet. Posen oder Schwimmer gibt es in unterschiedlichen Formen und mit verschiedener Tragkraft. Die Auswahl richtet sich wiederum nach der zu fangenden Fischart und dem Gewässer, in dem geangelt werden soll. Für das Nachtangeln sind zusätzlich Knicklichtposen erhältlich, welche die Beobachtung des Bissanzeigers bei schlechten Sichtverhältnissen gewährleisten

Weiteres nützliches Zubehör zum Angeln

Neben der Angelrute, den Haken und Ködern gehören noch andere wichtige Dinge zu einer professionellen Ausrüstung. So ist der Kescher in den meisten Angelgebieten Pflicht. Dazu kommen noch praktische Hilfsmittel wie Fischtöter und Hakenlöser sowie ein Messer zum Ausnehmen der Fische und Entfernen der Schuppen. Weiterhin sollte an wetterfeste, strapazierfähige Kleidung und hohe Gummistiefel gedacht werden. Auch ein geeigneter Regenschutz für schlechte Witterung ist von Vorteil. Je nach Art und Dauer des Angelausflugs können auch Rutenhalter, Anglerstühle und -liegen sowie Zelte von Vorteil sein. Für den einfachen Transport der gesamten Angelausrüstung gibt es schließlich noch gut durchdachte Geräteboxen und funktionelle Rucksäcke in diversen Größen zukaufen.

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