Was Sie wissen sollten, wenn Sie Anhänger bis 3,5 t suchen

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Was Sie wissen sollten, wenn Sie Anhänger bis 3,5 t suchen

Anhänger für PKWs sind ein praktisches und unerlässliches Mittel für die Privatperson, schweres Transportgut von A nach B bringen zu können. Im Sportbereich sind sie wichtig für den Transport von Pferden, Booten und Ähnlichem, im kommerziellen Bereich als Kühlanhänger und Kippanhänger für Schüttgut und für Motorradfahrer auch als Motorradtransporter.

Der Kauf eines Pkw-Anhängers, besonders im Bereich schwererer Güter über 0,75 t, sollte eine durchdachte Entscheidung sein. Denn die Anhänger müssen im Straßenverkehr Sicherheit gewährleisten und dürfen niemanden gefährden.

Dieser Ratgeber geht auf alle wichtigen Aspekte ein, die beim Kauf eines Anhängers bis 3,5 t zu beachten sind – von Anhängerarten, zulässiger Gesamtmasse und der Anzahl der Achsen, bis hin zu Führerschein- und Kennzeichnungsregelungen und den Sonderregelungen für Sportanhänger. Damit Sie anschließend bei der Suche nach Ihrem Anhänger rundum informiert sind und den besten Anhänger für Ihre Zwecke finden können.

Wichtig zu wissen vor dem Kauf: Die richtigen Führerscheinklassen, Kennzeichnungen und Vorschriften

Bevor Sie zum Kauf eines Anhängers schreiten, sollten Sie sich mit den generellen verkehrstechnischen Vorschriften vertraut machen. Für Gespanne, d.h. für ein Zugfahrzeug mit einem Anhänger, bis zu 3,5 t, sind keine gesonderten Führerscheine nötig. Sie dürfen mit dem normalen Führerschein B gefahren werden. Mit einem Führerschein BE dürfen Anhänger über 3,5 t nur dann gezogen werden, wenn dieser vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt worden ist. Mit einem Führerschein B96 darf die zulässige Gesamtmasse sogar bis 4,25 t betragen.

Wichtig bei der Festlegung des benötigten Führerscheins: Es geht bei den angegebenen Massen ausschließlich um die Leermasse, nicht um die tatsächliche Masse mit Beladung. Schauen Sie sich die zulässige Gesamtmasse in den Fahrzeugpapieren Ihres Fahrzeugs an, um zu sehen, welchen Führerschein Sie dafür benötigen.

Personen dürfen in Deutschland übrigens nicht auf einem Anhänger transportiert werden. Ausnahmen sind nur landwirtschaftliche Anhänger, bei denen bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h Personen befördert werden. Insgesamt ist eine maximale Geschwindigkeit von 80 km/h für Fahrzeuge mit Anhängern erlaubt. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, in denen auch bis zu 100 km/h gefahren werden darf. Voraussetzungen dafür sind in aller Regel u.a. ABS, eine Bremse am Anhänger und hydraulische Stoßdämpfer.

Das Gewicht des Anhängers – Gesamtmasse, Stützlast und Anhängelast kennen

Bevor Sie sich nach einem Anhänger umsehen, ist es auch wichtig, sich mit den relevanten Gewichtsklassen auszukennen. Denn Sie wollen ja keinen Anhänger kaufen, der für Ihr Zugfahrzeug nicht geeignet ist, weil er zu schwer ist. Es gibt genaue gesetzliche Regelungen zur Masse von Anhänger und Zugfahrzeug, doch muss ganz generell die Masse beider Fahrzeuge aufeinander abgestimmt sein. Bevor Sie also einen Anhänger auswählen, sollten Sie wissen, welches Fahrzeug Sie als Zugfahrzeug verwenden werden und in den Papieren dieses Fahrzeugs die nötigen Informationen heraussuchen. Um herauszufinden, welcher Anhänger für Sie geeignet ist, ist es sehr nützlich, wenn Sie sich mit den Begriffen Gesamtmasse, Stützlast und Anhängelast vertraut machen.

So berechnen Sie die zulässige Anhängelast, bevor Sie einen Anhänger kaufen

Bei der Gesamtmasse handelt es sich um die Masse, die sich aus der Summe aller Achslasten ergibt. Dies gilt für den unangekuppelten Zustand. Bei der Stützlast wiederum geht es um die Last, die auf der Anhängerkupplung liegt, wenn diese angekuppelt ist. Eine hohe Stützlast sorgt für besseres Fahrverhalten. Zu beachten ist hier, dass die maximal erlaubte Stützlast der Kupplung nicht überschritten werden darf. Die Anhängelast ist die tatsächlich entstandene Last ohne die Stützlast. Nur bei einachsigen Anhängern ohne Drehgestell wird die Stützlast mit zur Anhängelast gerechnet.

Hat Ihr Fahrzeug also zum Beispiel eine zulässige Anhängelast von 1000 kg, können Sie einen Anhänger von 1050 kg anhängen, wenn die Stützlast 50 kg beträgt - vorausgesetzt, die Stützlast dieser Größe ist zulässig für die verwendete Anhängerkupplung.

Ausnahmen gelten allerdings für Pkw-Geländewagen: Diese dürfen Anhänger mit bis zu 1,5-facher Masse der zulässigen Gesamtmasse haben. Und wird eine Auflaufbremse verwendet, darf die Anhängelast nicht über der zulässigen Gesamtmasse des Fahrzeugs liegen.

Die Bauart Ihres Anhängers – Tandem, Einachser oder Mehrachser am Anhänger

Anhänger können von verschiedener Bauart sein. Im Wesentlichen gibt es drei verschiedene Arten von Anhängern, die zu unterscheiden sind. Die Starrdeichselanhänger, die mehrachsigen Anhänger mit gelenkter Vorderachse und die Sattelanhänger. Kleine Anhänger unter 0,75 t sind in aller Regel dagegen Einachser.

Starrdeichselanhänger sind mit dem Anhängerrahmen verbunden und haben ein oder zwei Achsen, die auch starr verbunden sind. Die meisten Pkw-Anhänger gehören dieser Bauart an. Zwischen einem Gewicht von 750 kg bis 3500 kg Gesamtgewicht müssen solche Anhänger über eine Bremse verfügen, um im Straßenverkehr zugelassen zu werden.

Mehrachsige Anhänger dagegen verfügen über zwei, drei oder vier Achsen, bei denen nur die vordere mittels eines Drehschemels gelenkt wird. Häufig ist dies bei Lkw und Traktoren vorzufinden, aber bei Pkw-Anhängern für besonders langes oder sperriges Transportgut wird dies angeboten.

Daneben gibt es noch Tandemanhänger mit exakt zwei Achsen, die nebeneinander liegen. Diese Bauweise findet sich zum Beispiel bei Pferdeanhängern häufig. Die Deichsel ist hierbei fest mit dem Chassis des Anhängers verbunden und die Achsen sind nicht lenkbar. Daher benötigt diese Bauform auch keinen Drehschemel. Das Fahrverhalten entspricht etwa dem von Einachsern und führt bei engen Kurven zu einem erhöhten Reifenabrieb.

Anhänger über 0,75 t müssen laut Gesetz über eine Bremse verfügen

Für Anhänger über 0,75 t bis zu 3,5 t gilt eine gesetzliche Bestimmung für Bremsen. Anhänger dieser Gewichtsklasse dürfen nicht ohne Bremse fahren. Ohne eigene Bremse werden Anhänger sonst von der Bremse des Zugfahrzeuges mitgebremst und können auf diese Art erheblich den Bremsweg des Gespanns erhöhen. Um die Sicherheit für schwerere Gespanne zu erhöhen, muss der Anhänger daher über eine eigene Bremse verfügen, um lange Bremswege zu verhindern.

In aller Regel handelt es sich um eine Auflaufbremse. Diese bewirkt, dass die Last, die beim Bremsen sonst auf der Anhängerkupplung lasten würde, abgefangen wird. Mit Bremse sorgt ein mechanischer Hebel dafür, dass die Last auf die Bremse übertragen wird. Um zu verhindern, dass die Auflaufbremse auch beim Rückwärtsfahren automatisch das Gespann bremst, werden Rückfahrsperren benötigt. Für besonders große und schwere Anhänger werden dagegen Druckluftbremsen eingesetzt, denn Auflaufbremsen sind nur bis 3,5 t zulässig.

Zulassung und besondere Kennzeichnung ist für Sportanhänger nötig

An Sportanhänger wie Bootstrailer oder Pferdeanhänger werden gesonderte Forderungen gestellt. Sie müssen über ein eigenes Kennzeichen verfügen, welches bei der Zulassungsstelle erworben werden kann. Neben den gesetzlichen Warndreiecken am Anhänger müssen Sie dort auch solche Kennzeichen anbringen. Um eine Zulassung zu erhalten, sind eine Anhänger-Betriebserlaubnis und ein Prüfbericht vonnöten und der Anhänger muss alle zwei Jahre einer Untersuchung beim TÜV unterzogen werden.

Von Vorteil ist für Sportanhänger allerdings, dass für sie keine eigene Versicherung abgeschlossen werden muss und auch keine Steuern anfallen.

Anhänger bis 3,5 t werden von vielen verschiedenen spezialisierten Herstellern produziert

Anhänger für den Pkw sind auf dem Markt in großer Zahl und Auswahl erhältlich. Die Entscheidung nach Achsenart, Bremssystem und Form ist natürlich das Wichtigste, doch können Sie sich auch direkt bei einem Händler, dem Sie vertrauen, umsehen. Spezialisiert auf Anhänger verschiedener Arten sind einige Anbieter, die jeweils eine große Breite von Anhängertypen anbieten.

Für Anhänger bis zu 3,5 t gehören folgende Hersteller zu den Beliebtesten:

Ebenfalls Hersteller von Anhängern bis 3,5 t sind: Böckmann, Barthau, Koch, Pongratz,  Stedele, Welco, Westfalia und Eduard. Aber natürlich können Sie sich auch nach Anhängern bis zu 3,5 t umsehen, ohne nach Marken zu suchen.

Kofferanhänger, Kippanhänger und Co. – vom Motorradanhänger bis hin zum Tiefkühlanhänger

Neben den Aspekten zum Betrieb und der Bauform eines Anhängers gibt es noch zu bedenken, ob Ihr Anhänger ein geschlossener oder offener Anhänger sein soll. Es gibt zwei Arten von Anhängern: Kippanhänger und Kofferanhänger. Wie der Name bereits erkennen lässt, sind, Kippanhänger für Schüttgut und Ähnliches gedacht und lassen sich kippen. Sie sind zumeist offen oder nur mit einer Plane abdeckbar. Kofferanhänger dagegen sind geschlossene Anhänger, die über eine Ladeklappe, Rampe, Seitentüren oder einen Deckel verfügen. Darin lässt sich empfindlicheres Transportgut befördern, welches vor dem Wetter geschützt sein sollte.

Diese Anhänger lassen sich oft auch mit einem Schloss abschließen und schützen Ihr Transportgut auf diese Weise vor Diebstahl. Bei einigen Modellen ist es auch möglich, die Ware oder das Transportgut innen auf Regalen abzustellen oder mit Gurten zu sichern.

Wie Sie gesehen haben, gibt es einiges zu wissen, wenn Sie einen Anhänger bis 3,5 t suchen. Zunächst sind einige gesetzliche Richtlinien zu beachten und die nötigen Unterlagen genau zu studieren. Wenn Sie sich entschieden haben, welches Zugfahrzeug Sie verwenden möchten, können Sie diesen entnehmen, wie viel Leermasse Ihr Anhänger höchstens haben darf, um mit dem Zugfahrzeug zulässig gezogen zu werden. Anschließend sollten Sie sich einen Anhänger suchen, der Ihren Anforderungen entspricht, je nachdem, was Sie transportieren möchten.

Eine Bremse muss dieser Anhänger auf jeden Fall haben, wie in diesem Ratgeber erläutert wurde. Ansonsten kann es von Vorteil sein, auf die Achsenart des Anhängers zu achten und eventuell auf Stoßdämpfer und auch eine Federung.

So können Sie mit dem nötigen Wissen gewappnet den richtigen Anhänger finden, der für Ihre Zwecke geeignet ist und sicher damit fahren.

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