Was Sie über die Pflege von Tonträgern wissen sollten

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Was Sie über die Pflege von Tonträgern wissen sollten

Tonträger sind anfällig gegenüber vielen Umwelteinflüssen und müssen sorgsam aufbewahrt und mit den passenden Reinigungsmitteln gepflegt werden. Dabei gibt es große Unterschiede, welche Art von Pflegeprodukten man für welches Medium verwenden sollte und wie man die Datenträger fachgerecht lagert. Wie Sie Ihre Schallplatten, Kassetten und CDs richtig aufbewahren und pflegen und so länger Spaß an diesen haben, zeigt Ihnen dieser Ratgeber.

Alte Schätze auf Vinyl - wie Sie Schallplatten pflegen

Die Reinigung von Schallplatten unterscheidet sich von der Pflege anderer Tonträger. Dies liegt vor allem am Material, aus dem die empfindlichen Platten hergestellt werden. Im Verlauf der Entwicklung der Schallplatten wurden dabei zwei verschiedene Materialien zur Herstellung verwendet.

Vorsicht bei Schellack-Platten

Besonders alte Schallplatten wurden aus Schellack gefertigt, einem teuren Naturprodukt. Schellack wird aus den Ausscheidungen einer bestimmten Laus gewonnen, die in Südostasien lebt. Schellack-Platten sind sehr zerbrechlich und empfindlich und sollten deshalb vorsichtig behandelt werden. Keinesfalls sollten Sie die Platten unter Druck lagern, da sich diese dann verformen oder brechen. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde versucht, das teure und empfindliche Schellack durch ein günstiges und synthetisches Material zu ersetzen. 1930 wurden dann die ersten Schallplatten aus Polyvinylchlorid gefertigt. Diese bezeichnet man gemeinhin auch als Vinyl. Dieses Material ist im Gegensatz zum Schellack biegsam und bricht somit nicht so schnell wie eine Platte aus Schellack.

Vinyl zieht Staub und Schmutz an

Ein Problem bei Schallplatten ist die statische Aufladung. Besonders tritt dies bei Platten auf, die aus Polyvinylchlorid gefertigt sind. Dadurch werden Staub und Schmutz angezogen, die an der Oberfläche haften bleiben. Wenn Sie solche verschmutzen Platten dazu aus den Hüllen entfernen oder in diese einführen, reibt sich der Staub auf den Rillen und beschädigt diese. Eine einfache Reinigung mit einem normalen Tuch oder Ähnlichem würde zwar für den Moment den Staub und Schmutz entfernen. Jedoch wird sich innerhalb kürzester Zeit wieder Staub ansammeln, denn die Platte selbst ist nach wie vor statisch aufgeladen und zieht somit Schmutz an. Sie haben verschiedene Optionen, gegen diese Form der statischen Aufladung vorzugehen. So erhalten Sie spezielle Antistatik-Matten, die zwischen Plattenteller und Schallplatte gelegt werden. Diese verhindern die Aufladung der Platten. Auch existieren spezielle Antistatik-Tücher, mit denen Sie die Platten vor oder nach dem Abspielen abwischen können.

Wissenswertes über die Nassreinigung

Ebenfalls ist es möglich, die Platten nass zu reinigen, was jedoch spezieller Gerätschaften bedarf. So existieren sogenannte Schallplatten-Waschmaschinen, die Sie auch heutzutage noch bei Spezialhändlern oder bei eBay erwerben können. In diesem geschlossenen System werden die Platten zunächst mit einer Reinigungslösung behandelt und dann durch einen Sog von Schmutz und dem Reiniger befreit. Eine einfachere und günstigere Variante bieten die Reinigungs-Tonarme. Diese verwenden ebenfalls eine Reinigungslösung, bestehend aus destilliertem Wasser und Isopropanol, um Schmutz aus den Rillen zu entfernen. Jedoch sollten Sie einmal so abgespielte Platten nur noch mit diesen Nass-Tonarmen abspielen, denn der Wechsel zurück zur gebräuchlichen trockenen Abspielart kann zu Fehlern bei dem Ablesen und somit zu Nebengeräuschen führen.

Einige Firmen haben sich auch der Produktion von Reinigungsgeräten für Schallplatten gewidmet, so beispielsweise die englische Firma Maxell. Diese ist auf dem Gebiet der Tonträger seit Jahrzehnten einer der führenden Anbieter und entwickelte in den 80er-Jahren ein Gerät zur Reinigung von Schallplatten. Dieses wird auf einer Platte befestigt und rotiert eigenständig um diese herum. Dabei entfernt eine Bürste aus Kohlefasern den Schmutz aus den Rillen.

Schallplatten berührungslos abspielen - spezielle Geräte machen es möglich

Schallplatten waren ursprünglich so konzipiert, dass eine Nadel mittels mechanischen Abtastens die Rillen entlangfährt und so diese in Schallwellen umsetzt. Somit findet bei jedem Abspielen einer Schallplatte eine Abnutzung statt, die irgendwann zwangsläufig dazu führt, dass die Platte an Klangqualität verliert. Für Besitzer von besonders alten und wertvollen Aufnahmen auf Schallplatte ist dies ein großes Manko dieser Technik. High-End-Plattenspieler mit ELP-Technik hingegen nutzen einen Laserstrahl, um die Rillen abzulesen. Somit können Sie mithilfe dieser Abspielgeräte, Ihre Platten abspielen, ohne diese dabei abzunutzen. Dies gewährleistet eine lange Lebensdauer Ihrer Schallplatten.

Lange Freude haben an CDs - Tipps zur Pflege und Reinigung

Viele Musikliebhaber besitzen große CD-Sammlungen. Die Compact Disc hat vor allem den Vorteil, sich durch das Abspielen in einem CD-Player nicht abzunutzen. Außerdem ist die Klangqualität gegenüber Kassetten, Schallplatten oder anderen analogen Medien höher, da auf der CD die Audiodaten digital gespeichert werden.

Warum auf die CD 74 Minuten passen 

Entwickelt wurde die CD bereits in den 1970er-Jahren von Philips und Sony. Eine interessante Geschichte ist, wie es zur Bestimmung der Kapazität und damit des Durchmessers einer CD kam. Auf eine Musik-CD passen 74 Minuten an Audio-Daten und der Durchmesser beträgt 12 Zentimeter. Die Vorgabe des Vizepräsidenten von Sony jener Zeit, Norio Oga, war, dass auf einen Datenträger die komplette Neunte Sinfonie von Ludwig van Beethoven passen sollte. Dieses Stück wurde gewählt, da Oga ein Fan von Opern war und sich in dem Musikgenuss gestört fühlte, wenn er den Datenträger wechseln oder drehen musste.

Reinigung und Pflege von CD und CD-Player

Die Reinigung von CDs und den Abspielgeräten teilt sich in zwei Bereiche. Zum einen gewährleistet ein sauberer Laser das fehlerfreie Abspielen von CDs, zum anderen muss die Oberfläche der CD frei von Staub und sonstigem Schmutz gehalten werden. Sollten Sie Probleme bei der Wiedergabe von CDs haben, könnte die Ursache in der Verschmutzung einer der beiden Komponenten liegen. Können Sie keine Ihrer Compact Discs abspielen, ist es wahrscheinlich, dass der Laser in Ihrem Abspielgerät verschmutzt ist. Diesen darf man jedoch keinesfalls mit bloßen Händen berühren oder mit Reinigungsmitteln behandeln, denn dies würde den Laser irreparabel beschädigen. Hingegen gibt es spezielle Reinigungs-CDs, mit denen Sie den Laser in Ihrem Player von Staub und Schmutz befreien können. Die Benutzung dieser ist sehr simpel. Sie legen die Reinigungs-CD ganz normal in das Laufwerk Ihres Abspielgeräts und betätigen die Wiedergabetaste. Für einige Sekunden wird sich diese nun im Laufwerk drehen und dann automatisch stoppen. Nun können Sie die Reinigungs-CD wieder entnehmen und für den nächsten Einsatz aufbewahren.

Praktisch: Reinigungssets für CDs

Die Oberflächen von CDs sind ebenfalls sehr empfindlich und dürfen auch nur mit speziell dafür vorgesehenen Mitteln behandelt und gereinigt werden. Durch Staub entstehen nicht nur Verschmutzungen auf der Oberfläche, größere Schmutzkörner können auch Kratzer und andere Beschädigungen an der Datenschicht der CD hervorrufen. Diese Kratzer zerstören in den Bereichen die Audioinformationen und somit kann der Laser diese Teile nicht mehr abspielen. Es kommt zu Aussetzern und Sprüngen, die Sie vielleicht von einigen CDs kennen. Um dies zu verhindern, gibt es spezielle Reinigungssets für CDs, die Sie regelmäßig verwenden sollten, um Ihre CDs von Staub und Schmutz zu befreien. In diesen finden Sie zum Beispiel spezielle Mikrofasertücher, die von der Oberfläche so beschaffen sind, dass sie die CDs nicht beschädigen und Schmutz leicht aufnehmen können. Auch gibt es Reiniger, die man mittels sprühen auftragen und dann abwischen kann. Sie versiegeln die Oberfläche der CD und schützen diese somit vor Kratzern.

Musik auf magnetischen Bändern - wie man Kassetten pflegt

Musikkassetten waren lange Zeit die verbreitetste Art, Audiostücke aufzubewahren und abzuspielen. Besonders aufgrund ihres günstigen Anschaffungspreises, ihrer großen Kapazität und der Möglichkeit, selbst Aufnahmen anzufertigen, erfreuten sie sich großer Beliebtheit. Erst mit der Einführung digitaler Tonträger, wie etwa der Compact Disc am Anfang der 1980er-Jahre, ließ die Verbreitung der Kassette nach.

Die Technik, Audioinformationen magnetischen auf Bändern zu speichern, wurde bereits 1935 entwickelt. In den 1950er-Jahren gelangten die Kassette und die dazugehörigen Abspielgeräte erstmals auf den Markt für Privatanwender, jedoch verhinderten die hohen Anschaffungskosten die Verbreitung. In den 1960er- und 1970er-Jahren sanken die Preise drastisch und auch tragbare Geräte mit Batterien waren erhältlich, sodass die Musikkassette nun bei der Käuferschaft ankam und in den darauffolgenden zwei Jahrzehnten sehr populär wurde.

Pflege und Reinigung von MC und Kassettenrekorder

Die Reinigung und Pflege gliedert sich bei den Kassetten in zwei Kategorien. Zum einen müssen die Kassetten selbst sorgsam aufbewahrt werden und zum anderen benötigt der Kassettenrekorder spezielle Pflege. Die Bänder selbst benötigen keine Pflege, da diese von dem Gehäuse der Kassette geschützt werden. Im Kassettenrekorder hingegen befinden sich mehrere Köpfe, die beim Abspielen der Kassette in Kontakt mit dem Band kommen. Im Laufe der Zeit sammeln sich Verunreinigungen und Ablagerungen von Magnetpartikeln auf diesen Tonköpfen. Dies führt dazu, dass die Qualität der Musikwiedergabe eingeschränkt wird und es zu Nebengeräuschen kommen kann. Um dies zu verhindern, sollten die Kassettenabspielgeräte in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Dazu gibt es spezielle Reinigungskassetten, die die gleiche Form haben wie normale Musikkassetten. Sie legen dieses Reinigungsband wie eine Audiokassette in das Abspielgerät und betätigen die Wiedergabetaste. Nun lassen Sie das Band einige Sekunden bis Minuten laufen und alle Ablagerungen werden von den Tonköpfen entfernt. In diesen Reinigungskassetten befindet sich kein magnetisches Band, sondern ein spezielles Vlies oder ein gleichwertiges Material, das für die Aufnahme von Magnetpartikeln und Schmutz geeignet ist.

Die richtige Lagerung verlängert die Funktionstüchtigkeit von Tonträgern

Viele der Tonträger, besonders älteren Schallplatten und Kassetten, sind empfindlich und sollten speziell gelagert werden. So schädigen Temperaturschwankungen die magnetischen Kassetten, erzeugen ein Rauschen oder löschen auf Dauer gar die Musik. Eventuell kennen Sie dies von Kassetten, die sich lange Zeit im Auto befanden und mit der Zeit immer mehr an Qualität verlieren. Deshalb sollten Sie, besonders im Winter, die Kassetten nicht im Auto lagern und einfrieren lassen. Doch ist die Kälte nicht das einzige Element, das den Kassetten und Platten zusetzt. Hitze und direkte Sonneneinstrahlung sind genauso schädlich und können irreparable Schäden an den Tonträgern hinterlassen. Für die Aufbewahrung von Schallplatten existieren so spezielle Schränke, die Ihre Schätze vor Sonnenlicht und Hitze schützen. So gelagert erhält sich die Klangqualität Ihrer Schallplattensammlung noch über viele Jahre.

Auch Musikkassetten sollten in dafür vorgesehenen Schränken oder Boxen aufbewahrt werden, um diese vor Hitze, Sonneneinstrahlung und Kälte zu schützen. Für CDs erhalten Sie dazu eine Vielzahl von unterschiedlichen CD-Regalen, die teilweise auch als kombinierte Ablage für DVDs, Blu-Rays und Bücher genutzt werden können.

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