Was Sie über Warmwasser- und Elektro-Fußbodenheizungssysteme wissen sollten

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Was Sie über Warmwasser- und Elektro-Fußbodenheizungssysteme wissen sollten

Wer einmal mit nackten Füßen in einem Raum mit Fußbodenheizung umhergelaufen ist, möchte diesen Heizungskomfort nicht mehr missen. Fußbodenheizung besitzen gegenüber herkömmlichen Heizungen, die bzw. mit Heizkörpern arbeiten, einige wesentliche Vorteile. Dieser Ratgeber möchte Ihnen diese Vorteile näher bringen. Er möchte Ihnen einen ersten Einblick in das Thema Fußbodenheizungen verschaffen.

Anschließend wirft der Ratgeber einen genauen Blick auf die Vorteile, die sich durch den Neubau oder die Nachrüstung einer Fußbodenheizung ergeben. Danach wird es um die verschiedenen Typen von Fußbodenheizungen gehen. Hier werden Warmwassersysteme genauso angesprochen wie Elektrosysteme und spezielle Zubehörteile. Der Ratgeber gibt in diesem Zusammenhang auch Tipps zur Installation der Flachheizungen.

Die Fußbodenheizung – ein kurzer historischer Abriss

Wie so vieles, was wir heute im Haus und im Haushalt benutzen, hat auch die Fußbodenheizung Ihren Ursprung in der Antike. Die Römer nutzten Fußbodenheizungen zunächst in öffentlich zugänglichen Thermen, später auch in Privathäusern. Das sogenannte „Hypocaustum“ war bzw. ist eine Warmluftheizung. Die gesamte Konstruktion bestand dabei aus einem Brennofen, der die notwendige Wärme spendete und einem unter dem Fußboden liegenden Heizraum.

Dieser Heizraum war mit Abzügen für die heiße Luft und die Abgase versehen. Der Brennofen befand sich zumeist außerhalb des Hauses im Freien. Der Heizraum unterhalb des Fußbodens bestand aus vielen 30 bis 60 Zentimeter hohen Ziegeltürmen, die einen Abstand von bis zu 40 Zentimeter voneinander hatten. Die Türme trugen 2 weitere Bodenplatten, auf denen der Estrich lag. Diese Konstruktion benötigte sehr lange, bis die verschiedenen Bodenschichten voll durchwärmt waren – mehrere Stunden bis 1 oder sogar 2 Tage.

Aufgrund des damit verbundenen immensen Energiehungers einer solchen Heizung mussten weite Waldbereiche um römische Siedlungen herum abgeholzt werden. Der Durchbruch heutiger moderner Fußbodenheizungen fällt in die 1980er Jahre hinein. Dieser hängt vor allen Dingen von den Vorteilen ab, die die Fußbodenheizung gegenüber herkömmlichen Radiatorenheizungen besitzt.

Welche Vorteile bietet eine Fußbodenheizung

Fußbodenheizungen sind sparsam im Verbrauch, kostengünstig und sie verbreiten eine angenehme Wärme im Raum. Die Wärmeverteilung erfolgt dabei gleichmäßig über die gesamte Bodenfläche verteilt. Dabei ist es an den Füßen angenehm warm. Im Kopfbereich bleibt es kühler. Welche Vorteile bietet die Fußbodenheizung nun im Speziellen? Hier eine Übersicht:

  • Der Wohlfühlfaktor: Fußbodenheizungen verströmen eine angenehmere und gut verteilte Wärme.
  • Die Fußbodenheizung besitzt eine gute Energieeffizienz und ist daher sparsam im Verbrauch.
  • Sie besitzt eine schnelle Reaktionszeit.
  • Die Steuerung ist bedarfsgerecht regelbar.
  • Durch die gleichmäßige Wärmeverteilung am Boden gibt es keine Staubaufwirbelungen.
  • Die Luft im Raum wird nur wenig ausgetrocknet.
  • Fußbodenheizungen sind auch für Teilflächen geeignet.
  • Die Installation ist nicht sehr schwierig.

Die Fußbodenheizung wirkt sich darüber hinaus positiv auf Ihre Gesundheit aus. Durch die gleichmäßige Hitzeverteilung wird die Bildung von Schimmelpilzen und Milben verhindert. Da weiterhin die Heizung die Luft im Raum nicht austrocknet, kann kaum Staub aufgewirbelt werden. Da die Fußbodenheizung die Wärme gleichmäßig verteilt und insbesondere niedrige Vorlauftemperaturen erreicht, senkt sie den Energieverbrauch um ein Vielfaches. Ein weiterer Vorteil, der noch nicht genannt wurde: Sie sorgt für mehr Gestaltungsfreiheit in Ihren eigenen vier Wänden. Unschöne Heizkörper sind in einem Raum mit Fußbodenheizung nicht mehr notwendig. Der so geschaffene Raum kann für andere Dinge genutzt werden.

Welche Heizungssysteme gibt es und welche Besonderheiten besitzen diese?

Wenn Sie über den Kauf einer Fußbodenheizung nachdenken, können Sie verschiedene Typen in Erwägung ziehen. Sie müssen entscheiden, ob Sie eine Fußbodenheizung installieren möchten, die mit einem Warmwassersystem, funktioniert. Oder Sie wählen eine elektrisch betriebene Heizung. Hier sind noch einmal zwei Systeme voneinander zu unterscheiden. Auf der einen Seite befindet sich dabei die sogenannte „Fußbodenvollheizung“ auf Warmwasserbasis. Sie beheizt anstelle des herkömmlichen Heizungssystems die gesamte oder einen großen Teil der Wohnung. Oder Sie entscheiden sich für eine „Fußbodentemperierung“, die (elektrisch oder mittels Warmwasser) den Fußboden zusätzlich zur normalen Heizung erwärmt.

Noch ein Wort zur Installation: Nicht jedes System ist für eine Renovierung geeignet. Diese hängt von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Aufbauhöhen und Oberbelägen ab. Auch die Verlegungsmethoden spielen hierbei eine Rolle. Bei einem Trockensystem wird die Fußbodenheizung zusammen mit Trockenestrichplatten verlegt. Sie ist dadurch für Alt- wie Neubau geeignet. Bei einer „nassen“ Verlegung wird die Fußbodenheizung im Flüssigestrich integriert. Daher ist diese Methode eher für den Neubau geeignet.

Die Fußbodentemperierung mithilfe eines Warmwassersystems

Möchten Sie nur einzelne Flächen in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus beheizen, dann bietet sich eine Warmwasser-Fußbodentemperierung an. Ein Beispiel in diesem Zusammenhang wäre das Badezimmer. Sie schließen die Fußbodentemperierung einfach am schon bestehenden Heizsystem Ihres Badezimmers an. Das erhitzte Wasser fließt dabei durch dünne Heizrohre. Diese sind in spezielle Gewebe- bzw. Heizmatten eingearbeitet, die direkt unterhalb des Fußbodenoberbelags verlegt werden können.

Durch die geringe Aufbauhöhe der Warmwasser-Fußbodentemperierung von 8 Millimetern wird dieser Heizungstyp auch als Dünnbettheizung bezeichnet. Der Anschluss an die vorhandenen Heizkörper erfolgt über den entsprechenden Vor- bzw. Rücklauf mithilfe eines t-stückförmigen Rücklauftemperaturbegrenzers. Die Umwälzpumpe des herkömmlichen Heizsystems sorgt für den nötigen Wasserfluss.

Mithilfe des Rücklauftemperaturbegrenzers können Sie die Temperatur der Fußbodentemperierung einstellen. Sie sollten sich vor dem Kauf einer Warmwasser-Fußbodentemperierung jedoch erkundigen, ob dieser in Lieferumfang enthalten ist. Möchten Sie Flächen über 15 Quadratmeter temperieren, sollten Sie eher einen Heizkreisverteiler mit Raumthermostat verwenden.

Die Installation einer Warmwasser-Fußbodentemperierung ist jedoch sehr einfach. Die Verlegung erfolgt unterhalb des Oberbelags und nicht direkt im Estrich. Bei einer Renovierung eines Altbaus ist diese Methode zu empfehlen. Es ist in jedem Fall darauf zu achten, dass bei einer Verlegung der entsprechende Estrich trocken ist. Weiterhin sollte der Boden frei von Rissen und sauber sein. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht der Verlegung der Heizmatten nichts mehr im Weg.

Die Warmwasser-Fußbodenvollheizung ersetzt die herkömmliche Heizung

Im Vergleich zur Warmwasser-Fußbodentemperierung ersetzt die Fußbodenvollheizung das alte Radialheizsystem vollständig. Sie kann den gesamten Raum oder auch die gesamte Wohnung erwärmen. Die Vollheizung erzeugt dabei die Wärme durch die Erwärmung von Wasser. Die Heizrohre sind dabei im Estrich selbst (Flüssigestrich) oder unter Trockenestrichplatten über einer Dämmschicht (Hartschaumplatten) verlegt. Mithilfe eines Heizkreisverteilers sorgen Sie dafür, dass das Warmwasser durch die Heizrohre fließt. An den Verteiler werden alle Heizkreise mit den dazugehörigen Vor- und Rückläufen angeschlossen.

Die richtige Verlegung einer Fußbodenvollheizung hängt indes vom bevorzugten System ab. Hier gibt es – wie bereits kurz erwähnt – zwei verschiedene Möglichkeiten:

  • Nassverlegung
  • Trockenverlegung

Die Nassverlegung ist speziell für Neubauten interessant, da die Fußbodenvollheizung zusammen mit dem Flüssigestrich verlegt ist. Hier gibt es – je nach Anbieter – verschiedene Produkte. Spezielle Wärmedämmplatten aus Aluminium sorgen für eine gleichmäßige Wärmeübertragung. Manche Einbau-Sets besitzen auch ein Systemplattenprinzip. Hierbei wird die Fußbodenvollheizung einfach mittels der Verlegung verschiedener Platten realisiert. Auf den Platten finden sich spezielle Noppen, die die Fixierung und exakte Verlegung der Wasserrohre garantieren. Die Dämmschicht ist dabei in jede Platte integriert bzw. wird durch das Ineinandergreifen der jeweiligen Platten hergestellt. Bei der Trockenverlegung hingegen kommt auch ein Plattensystem zum Einsatz, das puzzleartig unterhalb des Trockenestrichs verlegt zum Einsatz kommt.

Erwärmung kleinerer Flächen durch die Elektro-Fußbodentemperierung

Bei diesem Heizungstyp handelt es sich wiederum um eine Unterstützung der herkömmlichen Heizung, der einzelne Fußbodenbereiche sehr gut erwärmen kann. Diese Heizung ist nicht für einen permanenten Einsatz gedacht und wird daher nur gezielt und punktuell genutzt. Genauso wie schon bei der Warmwasser-Fußbodentemperierung wird die Elektro-Variante in Heizmatten angeboten und verlegt. Darin befinden sich die Heizleiter, durch die der elektrische Strom fließt.

Diese Heizmatten besitzen eine Höhe von ca. 2,8 Millimetern und sind dadurch sehr dünn. Die Anschlussleitungen für die Fußbodentemperierung werden dabei in einem Leerrohr verlegt und so mit dem Steuerregler und der Stromversorgung verbunden. Charakteristisch hierbei ist die schnelle Reaktionszeit. Da die Elektroheizung eine so geringe Aufbauhöhe aufweist, kann eine schnelle Aufwärmzeit sichergestellt werden.

Regler für eine Elektro-Fußbodentemperierung gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. In den meisten Fällen besitzen die Geräte eine Zeitschaltuhr, mit der die zeitgenaue Ein- und Ausschaltzeit geregelt werden kann. Darüber hinaus lässt sich die gewünschte Temperatur bedarfsgerecht steuern.

Vorgefertigte Heizmatten verlegen

Die vorgefertigten Heizmatten können Sie an einer Stelle im Raum anlegen und ausrollen. Sie können je nach Bedarf, etwa beim Erreichen des Raumendes, die Matte aufschneiden, umklappen und befestigen. Eine neue Bahn können Sie direkt daneben verlegen, wobei Sie auf einen Abstand zwischen 3,5 und 8,5 Zentimeter achten sollten. Anschließend verlegen Sie die Anschlussleitungen in dem dafür vorgesehenen Leerrohr und verbinden dies mit dem Regler. Die Heizmattenbahnen werden mit Flexkleber bis zur Oberkante der der Heizleitung bedeckt. Auf die trockene Masse können Sie dann einen (geeigneten) Fliesenkleber auftragen und den gewünschten Oberbelag verlegen.

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