Was Sie über Strumpfbänder für die Hochzeit wissen sollten

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Was Sie über Strumpfbänder für die Hochzeit wissen sollten

Wissenswertes über Strumpfbänder zur Hochzeit

Eine Hochzeit ist im Leben ein ganz außergewöhnliches, in der Regel auch einmaliges Ereignis. Doch der schönste Tag im Leben will auch gestaltet werden. Alles soll im Idealfall perfekt sein, angefangen vom Polterabend über das Tauschen der Ringe bis zu den Feierlichkeiten im Anschluss. Obwohl die Gestaltung des Festes ganz nach persönlichem Gusto erfolgen kann, gibt es doch gewisse Traditionen, an denen sich viele Menschen gerne orientieren. So etwa die Kleiderordnung. Neben dem Brautkleid in Weiß und den dazu passenden Brautschuhen, das für viele Frauen das unbedingte modische Highlight des Tages ist, gilt es weitere Rituale und Bräuche zu beachten, damit Fortuna als strahlende Göttin des Glücks ihre schützende Hand über die Beziehung hält. So sagt ein alter Brauch beispielsweise, dass die Braut etwas Altes, etwas Neues, etwas Geborgtes und etwas Blaues während der Hochzeit tragen sollte. Da aber die Farbe Blau nur in den seltensten Fällen mit der feierlichen Garderobe in Weiß oder Creme korrespondiert, schlagen Frauen hier oft zwei Fliegen mit einer Klappe und tragen ein blaues Strumpfband. Denn Letzteres ist für das perfekte Hochzeitsoutfit unabdinglich. Doch warum eigentlich? Was hat es mit dem Strumpfband heute noch auf sich? Welchem Zwecken dient es in der heutigen Zeit?

Strumpfbänder für die Hochzeit – mehr als zweckdienlich

In früheren Zeiten bestand der hauptsächliche Nutzen des Strumpfbandes – wie der Name schon sagt - darin, die Strümpfe in der gewünschten Position am Oberschenkel zu halten. Doch dies war spätestens mit der Erfindung der halterlosen Strümpfe vorbei. Eigentlich sind Strumpfbänder damit überflüssig geworden. Dennoch tragen immer noch viele Bräute unter dem Kleid versteckt ein Strumpfband. An welchem Bein sie es dabei trägt, ist völlig egal. Oftmals wählen Frauen dabei die Farbe Blau, um gleichzeitig den erwähnten Brauch, etwas Blaues zu tragen, zu erfüllen.
Da dies allerdings nicht zwingend ist, bietet der Handel Strumpfbänder in allen nur erdenklichen Variationen an. Die Farbpalette reicht hier von weiß über rot bin hin zu schwarzen Strumpfbändern. Auch für das Material gibt es keine weiteren Vorgaben – außer, dass es elastisch sein muss. Während die eine Braut Strumpfbänder aus feiner Spitze bevorzugt, zieht die Nächste vielleicht Hohlsaumstickerei aus Baumwolle oder gehäkelte Modelle vor. Manche Hersteller haben in die Strumpfbänder sogar kleine Taschen für Bonbons eingenäht, um die Hochzeitsnacht noch zusätzlich zu versüßen. Doch in den meisten Fällen wechselt das Strumpfband noch vor Einbruch der Nacht den Besitzer. Diese "Übergabe" kann auf völlig unterschiedliche Weise erfolgen.

Die Versteigerung des Strumpfbandes

Wer eine Hochzeit im großen Stil feiern will, der muss heutzutage schon ganz schön tief in die Tasche greifen. Oftmals wünschen sich die Brautleute daher von ihren Gästen einfach nur Geldgeschenke. Um zusätzlich Bares in die neu gegründete Familienkasse spülen, kommt die Strumpfband-Versteigerung ins Spiel. In der Regel übernehmen die Trauzeugen diese Aufgabe. Ein idealer Zeitpunkt für die Versteigerung ist kurz vor Mitternacht, wenn die Feier ihren Höhepunkt erreicht hat. Obwohl die Trauzeugen hierbei die Federführung haben, kommt auch dem Ehemann eine besondere Aufgabe zu: Um die Stimmung richtig aufzuheizen und die gesamte Aufmerksamkeit auf das Ereignis zu lenken, darf er das Strumpfband nicht mit den Händen vom Bein seiner frisch Angetrauten entfernen, sondern muss dafür Mund und Zähne benutzen. Für diesen Spaß sollten sich die Trauzeugen allerdings im Vorfeld das Einverständnis der Braut einholen, um keine peinliche Situation entstehen zu lassen. Bei der eigentlichen Versteigerung obliegt es dem Brautvater, den Preis in die Höhe zu treiben. Aber Vorsicht: Er sollte auch nicht darauf sitzen bleiben. Die Auktion kann auf zwei unterschiedliche Arten erfolgen:

Die amerikanische Versteigerung

Diese Variante ist nicht nur auf Hochzeiten beliebt, sondern wird häufig auch bei Auktionen für einen guten Zweck durchgeführt. Hier zahlt nicht allein derjenige, der den Gegenstand – in diesem Fall das Strumpfband – letztlich ersteigert, die Bietenden zahlen vielmehr immer den Differenzbetrag zum vorangegangenen Gebot. Einigt man sich beispielsweise auf Fünf-Euro-Schritte, erhöht sich jedes Gebot immer genau um diesen Betrag. Jedes Gebot muss dabei sofort bezahlt werden und nicht erst am Ende der Auktion. So zahlt man also auch für etwas, das eventuell zum Schluss gar nicht ersteigert wird. Der Vorteil ist, dass auf diese Weise die „Kaufkraft“ auf alle Gäste verteilt wird und nicht auf einen Einzelnen oder nur Wenige. In den meisten Fällen wird so ein wesentlich höherer Betrag erzielt als bei der klassischen Versteigerung.

Die klassische Versteigerung

Hier erhält der Höchstbietende den Zuschlag für das Strumpfband der Braut.

Der erzielte Betrag wird im Anschluss an die Auktion an das Brautpaar übergeben.

Das Werfen des Strumpfbandes

Ähnlich wie beim Werfen des Brautstraußes geht es bei diesem Brauch darum zu ermitteln, wer als Nächster vor den Traualtar tritt. Doch diesmal sind es nicht die Frauen, die für diesen Fang miteinander wetteifern, sondern die Männer. Dafür begeben sich alle männlichen und unverheirateten Gäste in die Mitte des Saales. Der Bräutigam stellt sich mit dem Rücken zu ihnen und wirft das Strumpfband über die Schulter rücklings in die Menge. Wer es fängt, so sagt das Brauchtum, wird als Nächster eine Frau zum Standesamt führen. Allein aufgrund des höheren Gewichts eignen sich hier Strass besetzte Strumpfbänder am besten. Auch Strumpfbänder mit aufwendiger Stickerei lassen sich ideal werfen. Modelle aus leichter Seide oder Chiffon hingegen sollten besser mit einem kleinen Gegenstand beschwert werden. Fangen zwei Männer gleichzeitig das mit Schleifen oder Herzen verzierte Band, müssen diese miteinander tanzen. Weil es dabei aber keinen Sieger gibt, bleibt offen, wer von diesen beiden als Nächster eine Frau freit.

Pflege des Brauchtums oder einfach nur Spaß

Egal, ob die Trauzeugen, Brautleute oder andere Gäste aus Brauchtumspflege oder anderen traditionellen Gründen mit dem Strumpfband der Braut auf eine der beschriebenen Arten verfahren – Spaß ist mit Sicherheit garantiert. Auf keinen Fall sollte man vergessen, diesen Vorgang auf Film oder Foto festzuhalten, denn auch nach Jahren wird es immer wieder eine willkommene Erinnerung an den schönsten Tag im Leben sein.

Das blaue Strumpfband als Symbol

Wer sich fragt, warum es bei der Hochzeit unbedingt etwas Blaues sein muss, speziell ein blaues Strumpfband, findet die Antwort in der Symbolik der Farbe. Den Blau steht seit ewigen Zeiten für Treue. Das Band, das wie der Ring keinen Anfang und kein Ende hat, symbolisiert also die Unendlichkeit der Verbindung, und die Farbe, dass man in dieser treu und beständig zueinandersteht. Die Tradition des blauen Strumpfbandes stammt übrigens aus England, genau wie der Brauch, etwas Altes, Neues, Gebrauchtes und Geliehenes zu tragen. Auch diese Dinge haben eine tiefer gehende Bedeutung. So soll zum Beispiel das Alte die Zeit vor der Ehe symbolisieren, das Neue hingegen steht für die frischgebackene Rolle als Ehefrau. Das Geliehene ist darüber hinaus ein Symbol für Freundschaft.

Das Strumpfband und die Frage des Nachwuchses

Weiße Strumpfbänder werden häufig auch mit blau durchwirkten Fäden oder Schleifen angeboten. Dies gilt ebenso für die Farbe rosa. In vielen Gegenden soll die Farbwahl den Wunsch der Braut wiedergeben, welches Geschlecht das erste Kind haben soll. Blau steht dabei für einen Jungen und rosa für ein Mädchen. Auch hier ist das Sortiment des speziellen Brautdessous mehr als umfangreich und lässt an Formen, Farben, Stoffen keine Wünsche offen.

Das Strumpfband in früherer Zeit und heute

Schaut man in die vor fast 200 Jahren entstandene „Oeconomische Encyclopädie“, die als wichtigstes Zeugnis für Wirtschaft und Technik zurzeit der Industrialisierung und Aufklärung gilt, steht dort auch Wissenswertes zum Thema Strumpfband. So schreibt der Autor Johann Georg Krünitz über das Accessoire der Braut, dass „Frauenzimmer damit Luxus treiben“. Gleichwohl erwähnt er, dass Strumpfbänder sowohl aus Leinen, Baumwolle oder Seide gearbeitet sein können und bis zu 2 Zoll breit sind. Über ihre Länge sagt er, dass sie 1,5-2 Fuß beträgt. Er verweist aber gleichzeitig darauf, dass die Länge individuell angepasst werden kann, indem man das Band ein bis zweimal um den Oberschenkel wickelt. Heute sind diese Maße nicht mehr wichtig. Denn inzwischen gibt es Strumpfbänder aus elastischen und hautfreundlichen Materialien. Dennoch werden auch diese Bänder in den Größen S bis XL angeboten. Ein vielleicht nebensächliches, aber nicht unbedeutendes Detail, damit das Strumpfband ein verspieltes, angenehmes erotisches Extra bleibt und nicht durch unangenehmes Kneifen zum lästigen Übel wird. Jedoch sollte es auch nicht zu groß gekauft werden, denn dann gerät es vor allem in der Bewegung beim Tanzen schnell ins Rutschen.

Noch etwas Kurioses zum Strumpfband zum Schluss

Heute ist das Strumpfband in erster Linie ein hübscher Schmuck der Braut für die Hochzeit. Zu der Zeit aber, als es noch seine Funktion als Strumpfhalter erfüllen musste, ereignete sich folgende, interessante Geschichte. Im August 1888 unternahm der Erfinder des Automobils Carl Benz seine erste Fernfahrt in einem Auto zusammen mit seiner Ehefrau Berta Benz. Plötzlich jedoch geriet das Fahrzeug ins Stocken. Der Grund war ein defektes Kabel. Kurzerhand entfremdete der findige Ingenieur das Strumpfband seiner Frau, um den schadhaften Draht damit zu isolieren. Das Problem war behoben, und die Fahrt konnte weitergehen. Noch heute erinnert eine Strecke von Mannheim über Heidelberg nach Pforzheim an diese historische Fahrt. Auf Tourenkarten findet man diese unter der Bezeichnung „Berta Benz Memorial Route“. Hier zeigt sich mal wieder, dass der Tand von Frauen, der häufig überflüssig genannt wird, durchaus einen sehr funktionalen Zweck erfüllen kann.

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