Was Sie über Satellitenschüsseln wissen sollten

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eBay-Guide: Satellitenschüsseln

In Stadt und Land sind sie allgegenwärtig und nicht zu übersehen: Parabol-Antennen, auch Satellitenschüsseln genannt. In allererster Linie werden diese Antennen für den Empfang von Rundfunkprogrammen genutzt, die über Satellit ausgestrahlt werden. Sie können aber auch für die Nutzung anderer satellitengestützter Dienste verwendet werden, etwa um einen Internetzugang über Satellit aufzubauen - in strukturschwachen ländlichen Gebieten oft eine der wenigen Methoden, einen Zugang zum World Wide Web sicherzustellen.

Wie funktionieren Satellitenanlagen?

Eine Internetverbindung über Satellit ist jedoch mit einigen Einschränkungen verbunden. Die Signale werden zwar mit Lichtgeschwindigkeit zum Satelliten gesendet (Upstream) und ebenso schnell wieder zurück zur Erde übertragen (Downstream), aber bei der großen Entfernung geostationärer Satelliten reicht selbst die Lichtgeschwindigkeit für manche Dienste nicht aus. Bei einer Geschwindigkeit von 300.000 km/s treten bei der Datenübertragung über einen Satelliten Verzögerungen von mindestens 239 Millisekunden auf. Das hört sich zwar nicht nach viel an, aber insbesondere Dienste wie Videotelefonie oder bestimmte Online-Spiele (Mmorpg) werden von dieser Verzögerung beeinträchtigt, denn bei Systemen, die eine bidirektionale Kommunikation bedingen, verdoppelt sich die Latenzzeit. In Verbindung mit anderen verzögernden Faktoren kann sich die Gesamtlatenz auf bis zu 750 Millisekunden summieren. Zum Vergleich: die Latenzzeit von DSL liegt etwa bei 20 ms. Darüber hinaus ist eine solche Satellitenverbindung sehr anfällig gegenüber ungünstigen Witterungsbedingungen wie starkem Regen, Schnee oder Gewittern.

Über die Brauchbarkeit einer Breitband-Satellitenverbindung kann man also geteilter Meinung sein, aber wenn sich keine andere Alternative bietet, ist es durchaus eine Überlegung wert.

Aber der hauptsächliche Zweck einer Satellitenschüssel liegt in den meisten Fällen ohnehin nicht darin, eine Internetverbindung aufzubauen, sondern in dem kostengünstigen Zugang zu einem umfangreichen TV-Angebot.

Welche Arten des TV-Empfangs gibt es?

TV-Konsumenten haben derzeit die Wahl zwischen terrestrischem Fernsehen, Kabelfernsehen und Satellitenfernsehen. Terrestrisches Fernsehen wird in Deutschland seit dem 30. Juni 2009 nur noch in digitaler Form (DVB-T) ausgestrahlt. Seit dem 30. April 2012 gilt das auch für Satellitenfernsehen - die analogen Programme wurden abgeschaltet, ausschließlich digitale Sender können empfangen werden (DVB-S). Lediglich das Kabelfernsehen bietet bisher noch die Möglichkeit, analoge Programme zu empfangen.

Für viele Fernsehzuschauer ergaben sich damit einige Änderungen. Fernsehen mit einer normalen Antenne ist bereits seit ein paar Jahren nicht mehr möglich, für den Empfang von terrestrischem Fernsehen benötigt man seit 2009 einen DVB-T-fähigen Fernseher oder einen entsprechenden Receiver. Aktuelle Fernsehgeräte sind in der Regel mit einem DVB-T-Tuner ausgestattet und erlauben somit den Empfang von DVB-T-Programmen ohne die Verwendung zusätzlicher Geräte. Aber selbst, wenn man in der Lage ist, DVB-T zu empfangen, muss man nicht zwangsläufig daran interessiert sein. Der Empfang von DVB-T ist zwar kostenlos (abgesehen von den Rundfunkgebühren), das Senderangebot der DVB-T-Betreiber ist jedoch längst nicht so umfangreich wie im Kabel- oder Satellitenfernsehen.

Kabelfernsehen dagegen bietet ein zwar reichhaltiges Angebot an Sendern, ist aber nicht billig. Bleibt als dritte Möglichkeit das Satellitenfernsehen. Auch hier geht seit 2012 ohne Fernseher mit DVB-S-Tuner bzw. DVB-S-Receiver nichts mehr, aber das Satellitenfernsehen ist derzeit eine Alternative mit sehr günstigem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Die Anschaffungskosten für eine Satellitenempfangsanlage halten sich in Grenzen und Folgekosten sind nicht zu erwarten. Wer sich für den Empfang von HD+ entscheidet, hat allerdings schon mit Folgekosten zu rechnen. Man erhält dann immerhin die Möglichkeit, neben den öffentlich-rechtlichen HD-Sendern auch etliche Privatsender in HD-Qualität zu empfangen. Die Kosten für HD+ sind zwar im Vergleich zu den Preisen des Kabelfernsehens moderat, aber über den Sinn oder Unsinn von HD+ sind in einschlägigen Medien und Internet-Foren schon seit Jahren heftige Debatten in Gange.

Bestimmungen zur Installation einer Satellitenschüssel am Haus

Eine Satellitenschüssel bietet also eine sehr preiswerte Möglichkeit des Empfangs einer Vielzahl von TV-Programmen, aber leider hat nicht jeder die Möglichkeit, eine Satellitenantenne zu installieren. Hauseigentümer haben es einfach. Solange das Haus nicht Denkmalschutzauflagen unterliegt, steht es dem Hauseigentümer frei, eine oder mehrere Antennen an seinem Haus oder auf dem Grundstück zu installieren. Wer zur Miete wohnt, darf keine Satellitenantenne ohne Zustimmung des Vermieters am Gebäude anbringen. Lediglich Personen, die ein besonderes Interesse an Fernsehinhalten nachweisen können, die auch unter Verwendung kostenpflichtiger Angebote (Pay-TV) nicht zu empfangen sind, haben einen Rechtsanspruch auf den Zugang zu Satellitenfernsehen. Am ehesten trifft diese Regelung auf Journalisten und Ausländer zu. Auch Wohnungseigentümer unterliegen eventuell Auflagen der Eigentümergemeinschaft und dürfen oft keine Parabolantenne eigenmächtig am Gebäude anbringen.

Was sollte man beim Kauf einer Satellitenantenne beachten?

Wenn der Installation einer Satellitenschüssel am Haus oder auf dem Grundstück nichts entgegensteht, kann man sich auf die Suche nach einer geeigneten Antenne begeben.

Die Funktionsweise einer Parabolantenne ist schnell erklärt. Der Reflektor der Satellitenschüssel hat die Form eines Hohlspiegels. Die parallel eintreffenden Satellitensignale werden dadurch in solcher Weise reflektiert, dass sie sich an einem bestimmten Punkt bündeln. Die Bündelung der schwachen Mikrowellensignale des Satelliten durch die Satellitenschüssel ergibt ein genügend starkes Signal im Brennpunkt der Antenne. In diesem Brennpunkt wird der LNB (Low Noise Block Converter) positioniert. Das ist das Bauteil der Anlage, das die Satellitensignale empfängt und in für den Sat-Receiver oder Tuner verständliche Signale konvertiert.

Je größer die Antenne ist, desto stärker ist natürlich auch das Signal, das der LNB empfangen und verarbeiten kann. Größere Antennen sind somit leistungsfähiger und weniger anfällig gegenüber widrigen Witterungsbedingungen. Satellitenantennen für den Privatgebrauch haben in der Regel Durchmesser zwischen 60 und 120 cm. Die Oberfläche der Antenne und somit auch ihre Empfangsleistung steigen im Quadrat zu ihrem Durchmesser. So wäre eine Antenne mit 85 cm Durchmesser schon doppelt so leistungsfähig wie eine Antenne mit nur 60 cm Durchmesser. Da die Preise für Satellitenschüsseln nicht sehr hoch sind, sollte man sich im Zweifelsfall für das größere Modell entscheiden, sei es, um einfach nur Reserven nach oben zur Verfügung zu haben. Größere Antennen bieten aber auch eine größere Angriffsfläche für den Wind - auf Stabilität bei Antenne und Montierung sollte geachtet werden. Sehr hilfreich bei der Ausrichtung der Antenne sind Sat-Finder.

Offset-Antennen

Normalerweise ist eine Parabol-Antenne direkt auf den betreffenden Satelliten ausgerichtet. Bei Satellitenantennen für den TV-Empfang ist das meist nicht der Fall. Stattdessen sind die Antennen so geformt, dass das Satellitensignal in einem bestimmten Winkel versetzt auf die Schüssel trifft und in ebendiesem Winkel wieder reflektiert wird. Der LNB muss demzufolge auch um diesen Winkel versetzt positioniert werden.

Diese Bauform wird Offset-Antenne genannt und bietet mehrere Vorteile. Der LNB sowie dessen Halterung befinden sich außerhalb des Weges des eintreffenden Satellitensignals und schwächen somit die Signalstärke nicht. Durch den Offset-Winkel ergibt sich für den Spiegel eine aufrechtere, vertikale Stellung, wodurch sich deutlich weniger Schmutz oder Schnee auf der Antenne sammeln kann, was wiederum einen optimalen Empfang erleichtert. Des Weiteren wird durch die aufrechtere Bauart die Wandmontage der Antenne deutlich erleichtert.

Mehrere Receiver

Bei der Planung einer Sat-Anlage sollte man unbedingt die Zahl der verwendeten Receiver beachten. Will man beispielsweise fernsehen und gleichzeitig ein anderes Programm aufnehmen, benötigt man bereits zwei Receiver. Das bedeutet in diesem Fall, dass man wenigstens über einen Twin-LNB verfügen sollte. Vernünftiger wäre aber eher die Verwendung eines Quattro-LNB mit vier Ausgängen.

Leistungsfähige Satellitenanlagen lassen sich mit Multischaltern aufbauen. Bis zu acht Ausgänge können hier genutzt werden und es lassen sich auch andere Antennensignale (DVB-T, UKW) einspeisen. Die Verteilung erfolgt über Koaxial-Kabel sternförmig zu den Receivern.

Für Umsteiger vom Kabelfernsehen bietet sich eine andere Lösung an. Da die Verkabelung beim Kabelfernsehen meist linear verläuft, wäre eine sternförmige Verkabelung mit einem erheblichen Arbeitsaufwand verbunden. Hier empfiehlt sich das Unicable-System. Dabei können bis zu acht Receiver an einen Anschluss gekoppelt werden. Die Verkabelung der Antennendosen erfolgt linear, wie beim Kabelfernsehen. Mit Weichen lassen sich auch Abzweigungen legen. Allerdings können nur unicable-taugliche Receiver die Signale verarbeiten. Aktuelle Modelle sind aber meist dazu in der Lage.

Empfang mehrerer Satelliten

Mit einer Antenne lässt sich durchaus mehr als nur ein Satellit anpeilen. Alles, was man für den Empfang mehrerer Satelliten benötigt, sind eine Multifeed-Halterung und ein LNB pro Satellit. Die Halterung hat meist die Form einer Schiene, auf der die LNBs nebeneinander montiert werden können. Da die Satelliten an verschiedenen Positionen am Himmelsäquator stehen, müssen die LNBs lediglich im entsprechenden Winkel auf der Halterung installiert werden.

Eine Alternative zu Multifeed wäre eine drehbare Antenne. Dafür wird eine Polarmount-Antennenhalterung verwendet, die es ermöglicht, dass die Antenne, durch einen Motor angetrieben, den Himmelsäquator abfahren und auf den gesuchten Satelliten ausgerichtet werden kann. Für Mehrparteiensysteme ist diese Lösung allerdings nicht praktikabel.

So finden Sie Satellitenschüsseln

Satellitenantennen und Zubehör für die Antennen-Installation finden Sie in der Kategorie TV-Receiver & Set-Top-Boxen. Sie sollten unbedingt darauf achten, dass die Größe der Antenne Ihren Anforderungen entspricht. Besonders bei der Verwendung von Multifeed-Haltern sollte die Antenne etwas größer sein.

Auch bei der Wahl der Wahl des LNB sollte man mit Umsicht vorgehen. Die meisten Satellitenantennen verfügen ab Werk bereits über einen LNB. Meist handelt es sich dabei um einen billigen Twin-LNB. Oft empfiehlt es sich, stattdessen einen hochwertigeren LNB zu erwerben.

Fazit

Satelliten-Fernsehen bietet eine große Programmauswahl zu sehr geringen Kosten. Die Anschaffungskosten sind überschaubar und Folgekosten ergeben sich nur, wenn man kostenpflichtige Dienste wie HD+ oder Pay-TV nutzen möchte. Damit ist die Satellitenschüssel eine gute Wahl, wenn man im Zeitalter des digitalen Fernsehens den Anschluss nicht verlieren möchte.

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