Was Sie beim Online-Kauf von Sommerreifen beachten sollten

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Was Sie beim Online-Kauf von Sommerreifen beachten sollten

Jeder Autofahrer muss sich mindestens zweimal jährlich mit dem Thema Reifen beschäftigen. Einmal dann, wenn es darum geht, in der kalten Jahreszeit die passende Bereifung zu finden, und einmal dann, wenn die Temperaturen wieder steigen und auf Sommerreifen gewechselt wird.

Auch durch die Abnutzung des Reifenprofils ist es von Zeit zu Zeit nötig, neue Sommerreifen zu kaufen. Auf eBay können Sie in zahlreichen Angeboten stöbern, die sich in Preis, Lebensdauer und vor allem Reifenqualität unterscheiden. Es ist also unumgänglich, sich vor dem Kauf genau über den Wunschreifen zu informieren. Passt dieser überhaupt auf das Fahrzeug und stimmen die Reifenmerkmale mit den Angaben im Fahrzeugschein überein?

Viele Anwender kaufen ihre Reifen heutzutage im Internet, beispielsweise auf eBay. Das hat den Vorteil, dass Sie sich nicht nur für Ihren Wunschreifen, sondern auch für ein besonders preiswertes Modell entscheiden können, wenn Sie Wert auf geringe Anschaffungskosten legen.

Dieser Ratgeber sagt Ihnen, wie Sie den für Ihr Fahrzeug passenden Reifen finden. Zudem erfahren Sie, worauf Sie beim Online-Kauf von Sommerreifen achten sollten. Sollten Sie nach Alternativen zu Reifen suchen, so schauen Sie sich nach Winter- und Sommerrädern um.

Wann sollte der Reifen von Winter- auf Sommerreifen gewechselt werden?

Eine alte Faustregel lautet „Von O bis O, von Oktober bis Ostern". Die Faustregel bezieht sich auf den Zeitraum, in dem Winterreifen gefahren werden sollten. Allerdings ist diese Aussage relativ schwammig, denn der tatsächlich Reifenwechsel sollte immer von den Witterungsbedingungen abhängig gemacht werden. Sobald die Temperaturen konstant über sieben Grad Celsius ansteigen, sind Sommerreifen häufig die bessere Wahl. Die spezielle Gummimischung sorgt für eine bessere Traktion und für einen geringeren Rollwiderstand. Winterreifen können ihre Stärken eher bei Kälte ausspielen.

Vor dem Wechsel auf Sommerreifen sollten Sie also zunächst die Wettervorhersage einsehen, um sicherzugehen, dass die Temperaturen wirklich konstant ansteigen.

So finden Sie den richtigen Sommerreifen für Ihr Fahrzeug

Der Kauf des richtigen Sommerreifens beginnt zunächst mit der Reifenbeschreibung. Diese enthält viele Buchstaben und Zahlenkombinationen, die nicht immer ganz so einfach zu entschlüsseln sind. Lesen Sie nun, was die einzelnen Abkürzungen bedeuten und wie Sie den richtigen Sommerreifen für Ihr Auto finden. Zur Verdeutlichung dient dieses Beispiel der Reifenbezeichnung: 195/80 R15 96H.

Sollte genau passen – die Reifenbreite

Die Reifenbezeichnung beginnt zunächst mit einer Angabe zur Reifengröße. Genauer gesagt der Reifenbreite. Die Angabe erfolgt in Millimetern. Im oben genannten Beispiel beträgt die Reifenbreite 195 mm.

Bei klassischen Pkw-Reifen reicht die Querschnittsbreite von ca. 125 mm bis zu ca. 335 mm. Die Reifenbreite steigt dabei in 10-mm-Schritten an. Beachten Sie: Die tatsächliche Reifenbreite weicht leicht ab, bedingt durch Fertigungstoleranzen. Auch die Größe der Felge, auf der der Reifen montiert wurde, kann die tatsächliche Reifenbreite verändern.

Allerdings erlaubt Ihnen die Normung der Reifen, einen bestimmten Reifen auf Felgen verschiedener Breiten zu montieren. Einige Reifen dürfen jedoch nur auf Fahrzeugen bestimmter Hersteller oder in Kombination mit einer bestimmten Felge montiert werden. Genaueres dazu können Sie der Produktbeschreibung entnehmen. Die Reifenbreite spielt beim Kauf eine wesentliche Rolle, da es sonst zu Einbußen bei den Fahreigenschaften und damit bei der Fahrsicherheit kommen kann.

Das Höhe-Breite-Verhältnis

Die zweite Ziffer der Reifenbeschreibung, im oben genannten Beispiel „80", gibt das Verhältnis von der Reifenhöhe zur Breite des Reifenquerschnittes an. Die Angabe erfolgt in Prozent. Eine Angabe von „50" würde bedeuten, dass die Reifenhöhe halb so groß ist wie die Reifenbreite. Je geringer das Höhe-Breite-Verhältnis, desto flacher wird die Reifenflanke und desto sportlicher wird das Erscheinungsbild des Reifens. Legen Sie also Wert auf einen besonders flotten Look des Reifens, so sollten Sie zu einem Reifen mit entsprechend niedrigem Höhe-Breite-Verhältnis greifen.

Die Bauart des Reifens

In der Regel erwerben Sie heute Reifen, die als „Radialreifen" bezeichnet werden. Solche Reifen erkennen Sie an der Bezeichnung „R", die direkt nach dem Höhe-Breite-Verhältnis folgt. Bei dieser Bauart handelt es sich um einen Reifen, der mit radial angeordneten Karkassfäden ausgestattet ist. Andere Bauarten sind heute kaum noch üblich. Bei Reifen, die für ältere Fahrzeuge, beispielsweise Oldtimer, konzipiert wurden, ist in der Reifenbezeichnung teilweise ein „D" oder ein „D" anstatt des „R" zu finden.

Grundsätzlich gilt: An einem Fahrzeug dürfen Sie nur Reifen einer Bauart montieren. Gemäß der Straßenverkehrsordnung ist es nicht zulässig, Reifen unterschiedlicher Bauart miteinander zu mischen.

Der Felgendurchmesser

Im oben genannten Beispiel folgt nach der Bezeichnung „R" der Wert „15". Dieser gibt den Felgendurchmesser an, auf dem die Reifen jeweils montiert werden können. Die Angabe des Felgendurchmessers erfolgt in Zoll, der Felgendurchmesser wird diagonal von Felgenrand zu Felgenrand ermittelt. In der Regel sind heute Reifen mit einem Felgendurchmesser von 10 bis 20 Zoll erhältlich. Bei einigen Modellen wird der Felgendurchmesser in Millimetern angegeben. In diesem Fall reichen die gängigsten Felgendurchmesser von 315 bis 440 Millimeter. Bei der Auswahl des richtigen Sommerreifens sollten Sie also die Abmessungen der Felge kennen, auf der der Reifen montiert werden soll.

Load Index – die Tragfähigkeitskennziffer

Am Schluss der Reifenbezeichnung findet sich eine Angabe zur sogenannten Tragfähigkeitskennziffer. Diese Kennzahl gibt Ihnen Aufschluss über die Belastbarkeit des Reifens. Dabei wird jedem LI-Wert, der in einer genormten Tabelle dargestellt wird, eine bestimmte Belastbarkeit des Reifens zugeordnet.

Beachten Sie, dass die montierten Reifen mindestens den in Ihrem Fahrzeugpapieren angegeben LI entsprechen müssen.

Im oben genannten Beispiel hat der Reifen eine Tragfähigkeitskennziffer von „96", was einer Belastbarkeit von bis zu 710 Kilogramm pro Reifen entspricht. Grundsätzlich gilt: je höher die Tragfähigkeitskennziffer, desto belastbarer ist der Reifen. Einige Reifen verfügen auch über eine Zusatzangabe, wie beispielsweise „Reinforced". Solche Reifen sind besonders belastbar und daher vor allem für die Montage an Kleinbussen, Vans oder Geländewagen geeignet.

Speed Index – das Geschwindigkeitssymbol

Zu guter Letzt informiert Sie die Reifenbeschreibung über den sogenannten Speed Index. Diese Angabe finden Sie in Form eines Buchstabens direkt hinter der Tragfähigkeitskennziffer, im oben genannten Beispiel beträgt der Speed Index „H".

Der Speed Index gibt an, mit welcher Maximalgeschwindigkeit ein Reifen gefahren werden kann. Folgende Kennziffern sind in der Regel in der Reifenbeschreibung zu finden:

  • S – bis zu 180 Km/h
  • T – bis zu 190 Km/h
  • H – bis zu 210 Km/h
  • V – bis zu 240 Km/h
  • W – bis zu 270 Km/h
  • Y – bis zu 300 Km/h
  • ZR – über 240 Km/h

Ähnlich wie beim Load Index gilt auch beim Speed Index: Dieser Wert des Reifens muss den Angaben in Ihren Fahrzeugpapieren mindestens entsprechen.

Was es beim Online-Kauf von Sommerreifen zu beachten gilt

Der Kauf eines Sommerreifens ist eine Sache des Vertrauens. Kaufen Sie also nach Möglichkeit bei einem Händler, der die Reifen in der Produktbeschreibung ausreichend spezifiziert. Dazu gehören nicht nur die komplette Reifenbeschreibung, sondern auch Informationen zum Laufverhalten oder Rollgeräusch.

Achten Sie auch darauf, dass angegeben wird, ob es sich bei einem Reifen um Neuware oder um einen gebrauchten Reifen handelt. Sollte es sich um einen gebrauchten Reifen handeln, den Sie kaufen möchten, so ist es empfehlenswert, sich den Reifen vorher anzusehen, beispielsweise auf einem Foto in der Produktbeschreibung. So können Sie feststellen, ob der Reifen bereits starke Abnutzungserscheinungen aufweist oder in einem guten Zustand ist.

Tipps und Tricks zur Montage

Falls Sie Ihre Reifen selber wechseln möchten, gibt es dabei einiges zu beachten. Bedenken Sie: Der Reifen ist der einzige Kontakt zur Fahrbahn. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Montage korrekt und gewissenhaft ausführen.

Stellen Sie Ihr Fahrzeug zunächst auf einer ebenen Fläche ab und schützen Sie das Fahrzeug gegen Wegrollen. Dazu sollten Sie nicht nur die Handbremse anziehen und einen Gang einlegen, sondern auch Holzklötze vor die Räder legen.

Nun müssen Sie Ihr Fahrzeug aufbocken, also anheben. Dabei ist es wichtig, den Wagenheber an der richtigen Stelle anzusetzen. Jedes Fahrzeug ist auf der Unterseite mit verstärkten Elementen ausgestattet, die für das Ansetzen eines Wagenhebers konzipiert wurden. Nur diese Elemente sind dazu in der Lage, das Gewicht Ihres Fahrzeugs zu halten. Falls Sie nicht genau wissen, wo genau sich die verstärkten Elemente befinden, so werfen Sie einen Blick in die Bedienungsanleitung.

Haben Sie Ihr Fahrzeug aufgebockt, so müssen Sie nun die Räder lösen. Achten Sie dabei darauf, die ersten Schrauben dabei nicht ganz abzuschrauben, da es Ihnen sonst passieren kann, dass sich die übrigen Schrauben nicht mehr lösen lassen. Sie sollten lieber zunächst alle Schrauben leicht anlösen und anschließend nacheinander entfernen. Tipp: Haben Sie das Rad entfernt, können Sie gleich einmal einen Blick auf die Bremsen werden. Sind dort Riefen in den Bremsscheiben zu finden oder sind die Beläge abgefahren, so sollten Sie Ihr Fahrzeug entsprechend warten lassen.

Bevor Sie den Sommerreifen montieren, sollten Sie die Radnabe reinigen. Hierzu benötigen Sie eine Drahtbürste oder Stahlwolle und gegebenenfalls einen Bremsenreiniger, mit dem Sie hartnäckigen Schmutz beseitigen können.

Setzen Sie nun den neuen Reifen samt Felge auf die Achse. Ziehen Sie die Schrauben mit einem Kreuz gleichmäßig fest. Gehen Sie dabei über Kreuz vor. Nachdem Sie den Wagen wieder zu Boden gelassen haben, müssen Sie die Schrauben mit dem korrekten Drehmoment nachziehen.

Falls Sie sich die Montage nicht zutrauen, können Sie diese natürlich auch von einem Fachbetrieb durchführen lassen. Das ist immer dann empfehlenswert, wenn Sie mit einer Reifenmontage unsicher sind.

Sie sehen, der Online-Kauf eines Sommerreifens ist mit den richtigen Tipps und Tricks eine tolle Alternative zum Kauf beim Händler. Sie können zu Hause in Ruhe stöbern und den für Sie und Ihr Fahrzeug passenden Reifen finden.

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