Was Sie beim Kauf von Töpferware und -zubehör berücksichtigen sollten

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Was Sie beim Kauf von Töpferware und -zubehör berücksichtigen sollten

Die Töpferei, also das Herstellen von Gefäßen und Gegenständen aus Ton oder Lehm, ist wohl eine der ältesten bekanntesten Handwerkskünste der Welt. Heute werden Tongefäße in der Regel industriell hergestellt. Lediglich in einigen Landstrichen Deutschlands findet man noch Töpfereien als Manufakturen.

Aber das Töpfern hat sich im Lauf der Zeit zu einem sehr beliebten Hobby entwickelt. Kenntnisse über die unterschiedlichen Techniken und vor allen Dingen das richtige  Zubehör sind eine Grundvoraussetzung, um dieses Hobby auszuüben und künstlerisch tätig zu werden. Worauf Sie beim Einkauf von Material und  Werkzeug besonders achten sollten und welche unterschiedlichen Techniken es bei der Töpferei gibt, darüber informiert Sie dieser Ratgeber.

Die verschiedenen Techniken beim Arbeiten mit Ton

Im Grunde sind für den Hobbybereich nur drei verschiedene Arbeitstechniken beim Arbeiten mit Ton geläufig. Dabei handelt es sich um

  • die Aufbautechnik
  • die Wulsttechnik und
  • das Formen mithilfe einer Töpferscheibe.

Aufbautechnik

Bei der Aufbautechnik werden einzelne Tonplatten geschnitten, die zusammengesetzt werden. Wichtig ist das sorgfältige Glätten der Übergänge, die eigentliche Aufbautechnik.

Wulsttechnik

Für die Wulsttechnik müssen möglichst gleichmäßige dünne Stränge aus Ton gerollt werden, die dann spiralförmig aufeinandergesetzt werden. Auch hier ist das sorgfältige Verbinden und Glätten sowohl an der Innen- als auch an der Außenseite eine Grundvoraussetzung für die Stabilität der Töpferwaren.

Formen mit der Töpferscheibe

Die Arbeit mit der Töpferscheibe ist etwas schwieriger und erfordert eine gewisse Übung. Ein Tonklumpen wird auf die schnell drehende Töpferscheibe aufgesetzt und entweder mit den Händen oder mithilfe vorgefertigter Schablonen zu einem Gefäß geformt.

Alle von Hand gestalteten Töpferwaren müssen zunächst an der Luft trocknen. Anschließend erfolgt bei einer Temperatur zwischen 450 und 1.280 Grad (je nach Tonart und Dicke des Gefäßes) der erste Brand im Brennofen.

Bitte beachten: Bei Brenntemperaturen unter 1.000 Grad bleiben die Tongefäße auf jeden Fall wasserdurchlässig. Um auch poröse Tongefäße wasserdicht zu machen, werden sie nach dem ersten Brand glasiert. Glasuren dienen aber auch zur optischen Oberflächengestaltung und können in unterschiedlichen Farben und Mustern aufgetragen werden. Der sogenannte Glasurbrand festigt die Glasur.

Wichtig: Die Stellflächen der Gefäße sollten nur von innen, nicht aber von außen glasiert werden. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Tonteile im Ofen festbacken und sich nicht mehr herausnehmen lassen. Es gibt für das Brennen von Töpferwaren aber auch Metallgestelle, sodass das Anbacken auf jeden Fall verhindert werden kann.

Das Grundmaterial Ton – so finden Sie die passende Qualität

Welche Tonsorte sich am besten eignet, hängt auch davon ab, für welche Gegenstände er verwendet und mit welcher Technik gearbeitet wird. Es gibt Tonarten, die sich sehr gut für die Handarbeit, aber weniger gut für die Töpferscheibe eignen. Ton entsteht durch das Verwittern von Gestein. Dabei unterscheidet man zwischen dem Primärton, der im Muttergestein verbleibt und dem Sekundärton, der aus dem Felsen herausgeschwemmt wird. Sekundärton hat eine wesentlich feinere Struktur und ist deshalb besonders gut für das Töpfern geeignet.

Besonders beliebte Tonsorten für die Töpferei sind die Kaoline. Sie bestehen aus einem Gemisch von Sekundärton und Kieselerde und sind sehr hitzebeständig. Einige Tonsorten werden durch den Brennvorgang weiß, andere behalten die ursprünglich bräunliche Farbe. Es kommen beim Töpfern jedoch nicht nur natürlich Tonsorten, sondern auch Gemische zur Anwendung.

Hier unterscheidet man im Wesentlichen folgende Tonsorten:

  • Steinzeugton aus Ton und Kieselerde. Dieses Material wird sehr hart und beim Brennen wasserdicht. Zur Verfügung stehen hier die Farbtöne Hellgrau, Rot oder Braun. Ein Glasieren von Steinzeugton hat nur eine optische Wirkung, ist aber nicht unbedingt erforderlich.

  • Porzellan ist eine Mischung aus verschieden Sekundärtonarten und Feldspat. Dieses Material wird mit der höchstmöglichen Temperatur gebrannt, wird aber auch aufgrund des relativ hohen Preises bei der Hobbytöpferei eher selten verwendet.

  • Irdenware ist ein Rohstoff, der nur bei niedrigen Temperaturen gebrannt werden kann. Diesen Sekundärton gibt es in rötlicher oder bräunlicher Farbe. Ohne einen Glasurbrand bleibt das Material porös und wasserdurchlässig.

Kauftipp: Wenn Sie nicht sicher sind, welche Tonart für die von Ihnen bevorzugte Technik die beste ist, schauen Sie sich die Produktdetails an oder besuchen Sie die Webseite des Herstellers. Hier sollten Sie alle notwendigen Informationen auch über die verschiedenen Verarbeitungsmöglichkeiten und erforderlichen Brenntemperaturen finden.

Werkzeuge und Zubehör für die Herstellung von Töpferwaren

Es gibt einige Werkzeuge, die auf jeden Fall zur Grundausstattung für die Herstellung von Töpferwaren gehören. Ohne diese Hilfsmittel sind ein ordentlicher Aufbau und das Herstellen perfekter Übergänge nicht möglich.

Die wichtigsten Werkzeuge für das manuelle Töpfern sind:

  • Schneidedraht

  • Modellierschlingen in unterschiedlichen Größen

  • Drehschienen und

  • Schwämme.

Außerdem sollte etwas zum Anrauen von Verbindungsstellen verfügbar sein. Hier reicht in der Regel eine Zahnbürste oder eine Gabel aus. Es gibt weitere Werkzeuge wie Spachtel, Glätter und ähnliche Dinge, die man entweder online im Zubehör für Töpferwaren bestellt oder mit etwas Geschick auch selbst herstellen kann.

Zum Herstellen von sogenannter Drehkeramik wird hingegen eine Töpferscheibe benötigt. Auch hier gibt es unterschiedliche Varianten mit mechanischem oder elektrischem Antrieb. Komfortabel sind sowohl Elektro- als auch Fußdrehscheiben, wenn sie über einen höhenverstellbaren Sitz und ein Fußpedal verfügen. So erreicht man eine bequeme Arbeitshaltung. Eine weitere Alternative sind Schwungdrehscheiben, die aber aufgrund ihrer Größe meist nicht bei Hobbytöpfern eingesetzt werden. Hier sorgt ein großes Schwungrad, das mit den Füßen oder mithilfe eines Stocks gedreht wird, für die notwendige Rotation.

Mit das Wichtigste beim Töpfern – der Brennofen

Wer nur gelegentlich mit Ton arbeitet und in erreichbarer Nähe eine Töpferei hat, kann guten Gewissens auf den meist sehr kostspieligen Kauf eines eigenen Brennofens verzichten. Allerdings muss man häufig sehr lange darauf warten, dass die angelieferten Töpferwaren gebrannt werden und Schäden beim Transport der im getrockneten Zustand recht empfindlichen Gefäße lassen sich auch nicht ausschließen.

Das alles sind Argumente, die für die Anschaffung eines eigenen Brennofens sprechen. Es gibt einige Faktoren, die beim Brennofenkauf berücksichtigt werden sollten. Zunächst einmal gilt es herauszufinden, welche Art von Brennofen sich für die eigenen Bedürfnisse am besten eignet.

Wichtig: Brennöfen für Töpferwaren verbrauchen in der Regel viel Strom. Diese Folgekosten dürfen bei der Anschaffung nicht außer Acht gelassen werden. Prüfen Sie, ob Sie mit Ihrem Energieversorger eine Vereinbarung für günstigeren Nacht- oder Gewerbestrom treffen können. Ein weiterer bedeutsamer Aspekt ist die benötigte Stellfläche für den Brennofen. Wer zur Miete wohnt, muss hier auf jeden Fall eine Vermietererlaubnis einholen. Das Aufstellen und Betreiben eines Brennofens kann Auswirkungen auf die Gebäude- und Hausratversicherung haben. Dementsprechend ist auch der Versicherer zu informieren.

Zwei Ofenmodelle und ihre Vor- und Nachteile

Brennöfen für Töpferwaren gibt es als Elektro-Toplader oder als Kammeröfen. Vergleichbar ist das Prinzip mit Waschmaschinen, denn der Toplader wird von oben, der Kammerofen frontal von vorne bestückt.

Übersichtlicher ist auf jeden Fall der Kammerofen, weil man hier die eingesetzten Töpferwaren besser überblicken kann. Jeder Brennofen verfügt über Ofenstützen, auf denen sich eine oder mehrere Platte für die Aufnahme der zu brennenden Töpferwaren auflegen lassen. Diese sogenannten Brennplatten sind mit einem Trennmittel überzogen, das das Ankleben von Töpferwaren verhindern soll. Ist aber zu viel Glasur auf die Stellfläche der Objekte geraten, kann es trotzdem zu Problemen kommen. Deshalb sollte hier besser mit Dreifüßen oder Metallschenkeln gearbeitet werden, die den direkten Kontakt zwischen Töpferware und Brennplatte verhindern.

Alternative: Neben diesen beiden herkömmlichen Brennöfen gibt es Raku-Öfen. Sie sind ausschließlich für den Einsatz im Freien gedacht und werden mit Gas betrieben. Hier können also die Stromkosten vernachlässigt werden.

Raku-Öfen sind leicht zu handhaben. Sie bestehen aus sogenannten Feuerleichtsteinen und lassen sich leicht zerlegen. Im Zubehör für die Töpferei findet man auch Transportrollen für Raku-Öfen.

Das Verarbeiten von Ton

In erster Linie muss der Tonklumpen, aus dem ein Gegenstand entstehen soll, weich und geschmeidig gemacht werden. Das geschieht durch gleichmäßiges Kneten und Schlagen. So verschwinden auch eventuelle Lüfteinschlüsse aus dem Material. Lufteinschlüsse führen eventuell dazu, dass das Tonobjekt beim Brennen oder Auskühlen platzt.

Im nächsten Arbeitsschritt muss der Ton geformt werden. Hier werden entweder Platten für die Aufbautechnik geschnitten oder Wülste für die Wulsttechnik gerollt. Für das Arbeiten auf der Töpferscheibe sind keine Vorbereitungen notwendig.

Übrigens: Die Aufbau- und Wulsttechnik kann man auch miteinander kombinieren. So können zum Beispiel die Stellfläche eines Gefäßes aus einer Tonplatte, die Seitenwände jedoch aus dünnen Tonsträngen geformt werden.

Kauftipp: Es gibt beim Zubehör für Töpferwaren Einpressformen, mit denen der Ton in eine bestimmte Form gepresst werden kann. So lassen sich zum Beispiel Figuren mit Gesichtszügen leicht herstellen.

Die Oberfläche des Tons kann in einem weiteren Arbeitsgang strukturiert werden. Dazu können Modellierschlingen verwendet werden oder Messer zum Einritzen von Ornamenten. Aber auch das Aufbringen kleiner Verzierungen aus Ton ist möglich.

Wichtig: Immer dort, wo zwei Tonteile aneinandergesetzt werden, müssen die beiden Verbindungsoberflächen zuvor aufgeraut werden. Das gilt besonders für Dekorationen oder das Anbringen von Henkeln zum Beispiel bei Krügen oder Blumenvasen.

Achtung: Beim Herstellen von Gefäßen sollten die einzelnen Tonwände nicht dicker als drei Zentimeter sein. Besonders bei der Wulsttechnik entstehen bei Anfängern häufig dickere Wände. Sie sollten deshalb nachgearbeitet und ausgehöhlt werden, damit das fertige Gefäß die richtige Stabilität bekommt.

Dieser Ratgeber hat die wichtigsten Informationen über das Grundmaterial Ton und die notwendigen Werkzeuge und Zubehörutensilien wie Töpferscheiben und Brennöfen zusammengestellt. Wenn Sie sich erstmals mit der Herstellung von Töpferwaren beschäftigen, können Anleitungen und Informationsbücher Ihnen eine gute Grundlage zum Erlernen dieses schönen und kreativen Hobbys bieten.

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