Was Sie beim Kauf von Spur N-Zugsets beachten sollten

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Was Sie beim Kauf von Zugsets Spur N beachten sollten

Der Modellbau ist ein weitverbreitetes Hobby unter Erwachsenen. Seit der Kindheit mit den Modellbahnen vertraut, lassen viele auch als Erwachsenen nicht davon ab. Im Gegenteil, die Faszination wird stärker und sie betrachten die Modelleisenbahn nicht mehr nur als Spielzeug, sondern als Möglichkeit zu basteln und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Ganze Landschaften mit verschiedenen Zügen aufzubauen und die Umgebung liebevoll zu gestalten, ist gleichzeitig eine handwerkliche, technische und kreative Beschäftigung. Modelleisenbahnen benötigen allerdings auch Platz und diesen hat nicht unbedingt jeder in einer Hobbygarage zur Verfügung. Deshalb haben sich auch unterschiedliche Maßstäbe und Nenngrößen für den Bau einer Modelleisenbahnanlage entwickelt. So können Modellbauer mit viel Platz eine große Strecke aufbauen und solche mit nur sehr wenig Platz eine kleine und trotzdem vollständige Anlage erstellen.

Die heute am weitesten verbreitete Nenngröße ist die Nenngröße H0 mit einem Maßstab von 1:87. Wenn Sie den Platz für diese Größe jedoch nicht zur Verfügung haben, dann wählen Sie eine kleinere Größe wie die Nenngröße N. Sie ist gerade einmal halb so groß wie Spurgröße H0 und nimmt dementsprechend auch nur halb so viel Platz ein. Alles, was Sie beim Kauf von Zugsets für Spurgröße N beachten müssen, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wie es zur Entwicklung der Spurgröße N kam

Die Nenngröße N ist heute eine genormte Größe für Modellbahnen und deren Gleisbreiten. Sie ist in den Normen der Europäischen Modellbahnen (NEM) und den Normen der Model Railroad Association (NMRA) eingetragen und orientiert sich an einer Originalspurweite von 1435 mm, also etwas mehr als 1,40 m. Die Spurweite N setzt das bei den Modellbahnen zu einer Spurweite von 9 mm um, daher kommt auch der Name dieser Spur. „N" ist die Abkürzung für „neun" bzw. englisch „nine". Da dieses Wort auch in einigen anderen europäischen Sprachen mit dem Buchstaben „n" beginnt, bot sich diese Abkürzung für die Spur an.

Die ersten Modellbahnen mit einer Spurweite von 9 mm wurden im Jahr 1912 von der Firma Bing hergestellt und 1920 von H. B. Whall im Maßstab 1:152,3 umgesetzt. Aber erst im Jahr 1960 brachte die Firma Arnold ein Komplettsystem mit 9 mm Spurweite heraus. Es hatte allerdings einen Maßstab von 1:200 und wurde erst zwei Jahre später zum heute bekannten Maßstab 1:160 umgeändert. Seit 1964 ist dieser Maßstab dann auch als Norm NEM 1010 anerkannt worden. Ein wichtiger Schritt war ebenso die Standardisierung der Klauenkupplung mit Norm NEM 356. Auf diese Weise können Züge verschiedener Hersteller in einem Zugverband gemischt werden. Diese Standards verbreiteten sich weltweit recht schnell und noch im selben Jahr boten ein zweiter Hersteller, Trix, und ein dritter, Piko in der DDR diese Nenngröße N an.

In der Folge entwickelte sich die Nenngröße N zu der weltweit zweithäufigsten Spurgröße, direkt nach der doppelt so großen Nenngröße H0.

Internationale Unterschiede bei der Spurgröße N beachten

Auch, wenn die Spurgröße N genormt ist, heißt das leider trotzdem nicht, dass diese Norm immer und überall zutrifft. Die Spurweite ist heute in Europa, Nordamerika und Japan sehr weit verbreitet, allerdings wird nicht überall der gleiche Maßstab verwendet. Die Normierung hat zwar zur Folge, dass alle Modelleisenbahnen auf der Spurweite 9 mm fahren, die Modelleisenbahnen an sich können maßstäblich aber abweichen.
In Großbritannien wird für die Nenngröße N prinzipiell statt Maßstab 1:160 der Maßstab 1:148 verwendet. Diese Bahnen können dann zwar auf Spurweite 9 mm fahren, sind aber erkennbar größer als Modellbahnen von anderen europäischen oder von nordamerikanischen Herstellern. Auch in Japan, dort wo die Spurgröße N die beliebteste überhaupt ist, wird ein anderer Maßstab als 1:160 verwendet. Der Standard ist dort 1:150, was von der britischen Größe kaum zu unterscheiden ist, aber gegenüber dem 1:160 Standard wiederum deutlich auffällt. Es ist also empfehlenswert, keine britischen oder japanischen Modellbahnen in europäische oder nordamerikanische Zugverbände einzubauen. Sie werden auffällig und viel zu groß aussehen und das Gesamtbild stören. Wer britische oder japanische Modelleisenbahnanlagen bauen möchte, der verwendet am besten nur britische oder japanische Modellzüge Spur N und baut eine entsprechende Landschaft im Diorama darum herum. So kann zum Beispiel ein ansprechendes Diorama mit typisch japanischen Zügen in einer japanischen Landschaft entstehen. Dies bietet auch dem Betrachter eine interessante Abwechslung und viele faszinierenden Details des japanischen Alltagslebens.

Beim Kauf eines Spur N Sets beachten Sie daher immer, in welchem Maßstab die Züge tatsächlich gefertigt sind. So vermeiden Sie es, beim Zusammenstellen mit anderen Modellbahnen unterschiedlich große Züge im Verbund stehen zu haben.

Die Nenngröße N und ihre Spurweiten in Europa

Zu jeder Nenngröße mit einem festgelegten Maßstab gibt es eine Normalspur und meist noch einige andere Spurweiten. Die Normalspur von 9 mm ist die so genannte Regelspur und ist am häufigsten zu finden. Sie stellt die normale Spurweite der Originalzüge von ca 1,40 m Breite dar. Allerdings gibt es bei echten Zügen auch solche, die auf schmaleren oder breiteren Spurweiten fahren. Dies soll auch bei den Modelleisenbahnen dargestellt werden, weswegen es neben der Normalspur von 9 mm auch bei Nenngröße N noch zwei weitere Spurbreiten im Handel gibt. In den Normen der Europäischen Modellbahnen sind noch die Meterspur und die Schmalspur festgelegt. Die Meterspur bildet eine Originalspur von exakt einem Meter ab und wird in den Modellbahnen mit 6,5 mm Spurweite umgesetzt. Um diese Spurweite beim Kauf erkennen zu können, erhielt sie das Kürzel „Nm". Eine noch kleinere Spurweite ist die Schmalspur mit Originalspurweiten zwischen 75 und 80 cm. Diese wird mit 4,5 mm bei Modelleisenbahnen umgesetzt und ist am Kürzel „Ne" erkennbar.

Gelegentlich sieht man auch noch die Spurweite „Ni" bzw. „Nf". Sie ist allerdings in keiner Norm festgelegt, sondern wurde von der Firma Railino eingeführt und nur von Kleinserienherstellern verwendet. Sie stellt Originalspurweiten von 40 bis 64 cm für Feld- und Industriespurweiten dar und wird mit 3,75 mm im Modell umgesetzt.

Die Nenngröße N und ihre Spurweiten in Nordamerika

In Nordamerika sind von der National Model Railroad Association ebenfalls Spurweiten festgelegt worden. Sie entsprechen den in Europa verwendeten Modellspurweiten 9 mm, 6,5 mm und 4,5 mm. Jedoch sind die Vorbildspuren hier etwas anders und es werden auch unterschiedliche Kürzel für die Spurweiten verwendet. In Verwendung sind neben der Normalspur, die sich wie in Europa an eine Originalspurweite von 1435 mm anlehnt, zwei Schmalspuren. Die Schmalspur Nn3 richtet sich nach einer Originalspurweite von 91,4 cm und entspricht der europäischen Meterspur mit 6,5 mm Modellspurweite. Die 3 im Kürzel kommt daher, dass die Spurweite 91,4 cm nach amerikanischen Längenmaßen genau 3 Fuß beträgt. Die zweite Schmalspurweite Nn2 richtet sich an einer Originalspurweite von 67,2 cm aus, was genau 2 Fuß entspricht. Sie ist genauso breit wie die europäische Spur Ne mit 4,5 mm.

Startersets, Wagensets und Einzelzüge für Spur N

Die Spur N ist weltweit die Zweithäufigste und deshalb finden Sie eine reichliche Auswahl an Startersets, Wagensets, Wagen, Lokomotiven, Personenwagen, Dampfloks und Waggons für Spur N. Die Nenngröße N befindet sich zwischen den ebenfalls sehr beliebten Nenngrößen H0 und den Nenngröße TT. Sie bietet damit eine attraktive Lösung zweier im Modellbau häufig auftretender Schwierigkeiten: Die möglichst detailgetreue Nachbildung von Fahrzeugen, Landschaften und Personen und das Bestreben die Modellbahnanlage möglichst platzsparend zu halten. Im Maßstab der Nenngröße N können Modellbahnanlagen beide Wünsche gut miteinander vereinbaren. Die Zugmodelle sind bereits recht klein, zumeist so klein, dass sie nur wenig höher als eine 2-Euro-Münze sind. Dabei können aber noch wesentlich mehr Details dargestellt werden als bei Nenngröße TT. Aufschriften auf Zügen und Gebäuden sind erkennbar und landschaftliche Details und Figuren können gerade noch per Hand bearbeitet werden. Andererseits nimmt solch eine Anlage in Nenngröße N nur halb so wenig Platz weg wie eine Anlage in Nenngröße H0.

Modellbauer, die relativ wenig Platz haben, aber sich dennoch gerne kreativ und gestalterisch mit dem Modellbau beschäftigen möchten, finden in Nenngröße N einen guten Kompromiss.

Dioramen in Nenngröße N aufbauen

Dioramen in Nenngröße N haben gegenüber dem größeren Maßstab in Nenngröße H0 auch einen weiteren Vorteil. Sie nehmen nicht nur weniger Platz weg, sondern erlauben es auch, doppelt so lange Gleistrecken zu bauen, sodass der Abstand zwischen verschiedenen Bahnhöfen größer wird. Dies gibt einem Diorama einen belebteren Eindruck. Da die Züge dennoch recht klein sind, kann es schwierig werden, sie größere Höhen überwinden zu lassen. In solchen Fällen werden häufig Gleiswendel eingebaut, die es den Zügen ermöglichen auch in einer Hügellandschaft zu fahren. In Nenngröße N bieten sich zusätzlich auch Schattenbahnhöfe an, um das Diorama noch vielfältiger mit Zügen zu gestalten. Dort können versteckt eine Reihe von Abstellgleisen untergebracht werden, die es erlauben schnell Züge auszuwechseln und so den Eindruck einer geschäftig befahrenen Strecke zu erzeugen, bei der Betrachter ständig etwas Neues entdecken können.

Fazit: Spur N für Zugsets verwenden und vielfältige Dioramen bauen

Spur N ist eine der beliebtesten Nenngrößen für den Modellbau und das nicht ohne Grund. Die Auswahl ist riesig und eine große Freude für den Modellbauer. Es können vielfältige Dioramen erstellt werden, mit denen Betrachter lange Spaß haben. Da die Größe genormt ist, findet sich auch vielfältiges Zubehör, das maßstäblich passend ist. Beachten Sie nur, dass Zugsets aus verschiedenen Ländern auch in Spur N unterschiedliche Maßstäbe haben können und nicht zusammenpassen.

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