Was Sie beim Kauf von Spinellen beachten sollten

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Was Sie beim Kauf von Spinellen beachten sollten

Was ist ein Spinell?

Ein Spinell ist ein Mineral, das der Oxidklasse angehört; Sie sind Sauerstoff-Verbindungen. Die chemische Bezeichnung für Spinelle lautet Magnesiumaluminat. Neben den Spinellen selbst existiert noch die sogenannte Spinellgruppe, die alle Minerale mit ähnlicher Kristallstruktur und Zusammensetzung umfasst. Zu ihr gehören außer dem Spinell selbst noch der Gahnit (Zinkspinell), der Hercynit (Ferrospinell) und der Galaxit (Manganspinell).

Geschichte und Name des Spinells

Die Herkunft des Namens Spinell ist nicht genau geklärt, zwei Herleitungen haben sich allerdings durchgesetzt. Entweder leitet sich der Name vom griechischen Wort „spín(n)os“ ab und bedeutet „Funken, funkeln“. Möglich ist aber auch die Ableitung aus dem Lateinischen. Hier ergeben sich zwei akkurate Begriffe: „Spina“ bedeutet übersetzt „Spitze“ und „spinella“ so viel wie „Dörnchen“ oder „kleiner Dorn“. Passend ist letztere Bezeichnung insofern, als Spinelle zu den oktaedrischen, d.h. sechsspitzigen, Kristallen gehören. Spinelle existieren schon seit langer Zeit. Zu selbstständigen Mineralen wurden sie allerdings erst vor etwa 150 bis 200 Jahren, zu Beginn des 19. Jahrhundert, erklärt. Der Grund dafür liegt in der hohen - äußerlichen, nicht chemischen - Ähnlichkeit zu Rubinen, zu denen Spinelle einst zählten.

Fundorte und Gewinnung

Spinelle finden sich vor allem in magmatischem Gestein, also erhöht in Vulkannähe. Ihre Fundstätten verteilen sich quer über den Globus, insgesamt sind bereits mehr als 900 Fundorte bekannt. Die populärsten Gebiete liegen im südostasiatischen Raum, beispielsweise in Thailand oder in Nordmyanmar, in zentralasiatischen Ländern wie Tadschikistan und Pakistan, in Teilen Sri Lankas im Südpazifik, aber auch auf dem nordamerikanischen Kontinent in Kanada und den USA. Mittlerweile wurden Spinelle auch in Teilen Südamerikas (Argentinien) und Australiens gefunden.

Die Färbung eines Spinells

Spinelle gibt es fast in allen Farben, in Reinform sind sie allerdings farblos. Das Farbspektrum reicht von Gelb bis Grün, Rot bis Rosa, aber auch Violett und manchmal sogar Braun oder Schwarz. Die Färbung wird durch die Umgebung, die Nebenminerale im Gestein und besonders durch die Zusammensetzung selbst beeinflusst. Die Färbung von Spinellen divergiert teilweise so sehr, dass die einzelnen Spinelle farbspezifische Bezeichnungen erlangt haben, die eine Differenzierung ermöglicht und auch die Bestimmung von Spinellen erleichtern soll. Die Bezeichnungen sind in der Fachliteratur mittlerweile verankert, im Volksmund jedoch werden jegliche Spinell-Variationen insgesamt als Spinell bezeichnet.

Varietäten von Spinellen

Chlorospinell

Der grüne Spinell, auch Chlorospinell genannt, ist kupfer- bzw. eisenhaltig.

Rubizell

Gelboranger bis bräunlicher Spinell wird veraltet auch als Rubizell oder Rubicell bezeichnet.

Gahnospinell

Der zinkhaltige Spinell ist blau gefärbt und wird auch Gahnospinell genannt. Er gehört zu den Gahniten, also der Spinellgruppe an.

Balas-Spinell

Die Balas-Spinelle sind rosafarben bis Rötlich. Bekannt sind sie auch unter dem Namen Rubin-Spinell oder der irreführenden Handelsbezeichnung Balas-Rubin. Aufgrund ihrer äußerlichen Ähnlichkeit mit Rubinen sind sie als Schmuckstein besonders beliebt.

Chromspinell

Wie durch den Namen schon anklingt, sind in Chromspinellen, die auch Pictotite genant werden, Chromanteile enthalten. Sie verleihen ihnen die dunkelgrüne bis bräunlich-schwarze Farbgebung.

Pleonast

Der auch Ceylanit oder Ceylonit genannte Pleonast hat eine dunkelgrüne bis schwarze Farbe, die durch Eiseneinschließungen bedingt sind. Im Gegensatz zu den meisten Spinellen sind Pleonasten zumeist undurchsichtig.

Größe von Spinellen

Die Größe von Spinellen steht in Relation zu Fundort und dem jeweiligen Gestein, in dem sie sich befinden. Die größten Spinelle wurden in den USA und in Sibirien (primär Pleonasten), mit einem Gewicht von fast 14kg und einer Größe von 12cm beziehungsweise 15cm, gefunden.

Verwendung

Spinelle als Schmuckstein

Spinelle sind in verschiedenen Arten erhältlich. Es gibt sie als Anhänger, Kette, Armband, Ohrringe, facettiert oder auch in einem Ring verarbeitet. Eines der bekanntesten Beispiele für Spinell-Schmuck sind wohl die Britischen Kronjuwelen. Ein in ihnen enthaltener Edelstein, der „Timur Ruby“, wurde lange Zeit wegen seiner roten Farbe für einen Rubin gehalten, stellte sich letztlich jedoch als Spinell heraus. Gleiches gilt auch für den bekannten „Black Prince’s Ruby“.

Spinelle in der Astrologie

Spinelle sind, anders als viele andere Edelsteinen, keinem Tierkreiszeichen zugeordnet und haben daher keine nennenswerte astrologische Bedeutung.

Bedeutung von Spinellen in der Steinheilkunde

In der Steinheilkunde stehen Spinelle für Stärke und Kraft. Daher wird unsicheren, nicht selbstbewussten Personen von Fachkundigen geraten, einen Kraft gebenden Spinell bei sich zu tragen. Der Spinell steht für Ausdauer, Klugheit und Willensstärke. Besonders rote Spinelle verkörpern Dynamik, Energie, Leistungsfähigkeit und Temperament. Diese ihm zugesprochenen Eigenschaften finden ihre Legitimation in seinen chemischen Eigenschaften. Der oktaedrische Kristall hat einen sehr hohen, fast unerreichbaren Schmelzpunkt von 2135 Grad Celsius, weshalb er seinem Träger oder seiner Trägerin helfen soll, immer „einen kühlen Kopf“ zu behalten.

Mit einer Mohshärte von 8 (Diamanten haben eine Mohshärte von 10), ist der Spinell ein harter Edelstein, der unempfindlich gegenüber (äußeren) biologische, chemischen und auch physikalischen Einflüssen ist. Daher sind weitere Schlagworte für einen Spinell Beständigkeit und Standfestigkeit. Spinellen wird nachgesagt, genau dann zu wirken, wenn einen die Motivation und der Tatendrang verlassen. Er helfe, verloren gegangenes Selbstvertrauen wiederzuerlangen und dadurch aktiver und „lebendiger“ zu sein. Spinnelle sollen auch auf physischer Ebene Einfluss haben. So sollen sie bei Entzündungen der Muskeln oder Nerven positive Wirkung zeigen und Störungen entgegenwirken. Insgesamt soll der Spinell eine belebende Wirkung für Geist und Seele haben. Daher kommen sie nicht minder oft im Rahmen handschmeichlerischer oder heilwasserbasierter Arbeit und Therapie zum Einsatz.

Bedeutung von Spinellen für Chakren

Auch im Bereich von Chakren spielen Spinelle eine Rolle. Chakren bezeichnen Energiezentren im Körper, die in Verbindung mit einer reinen Materie, dem sogenannten Astralleib, stehen sollen. Diese Lehren gehen vor allem auf den tantrischen Hinduismus zurück und finden im Yoga und der Esoterik Anwendung. Die Chakren sollen untereinander und mit dem Astralleib mittels Energiekanäle verbunden sein. Je nach Farbe des Edelsteins kann jeder einzelnen Chakra-Farbe ein bestimmter Spinell zugeordnet werden. Durch Meditation sollen die Kräfte des Spinells in den Organismus eindringen und dann jede Art des Negativen aus dem Körper hinausbefördern und so die Ausstrahlung und die Aura des Benutzers säubern. Angeblich besitzen Spinelle besondere Kräfte, die den Energiefluss verbessern und jegliche Blockierungen lösen.

Industrie

Heutzutage werden Spinelle auch für industrielle Zwecke genutzt, in erster Linie, um Gegenstände feuerfest zu machen. Dafür werden sie synthetisch hergestellt und weiterverarbeitet.

Worauf sollten Sie beim Kauf von Spinellen achten?

Wenn Sie ein Schmuckstück kaufen, das mit einem Spinell bestückt ist, empfiehlt es sich, Nachforschungen nach der Herkunft des Schmucksteines anzustellen. Denn möglicherweise sind für industrielle Zwecke hergestellte Spinelle verarbeitet. Dabei muss man sich leider auf die Ehrlichkeit des Händlers verlassen, denn Verfahren um die Echtheit eines Spinells zu beweisen sind für den häuslichen Bereich noch nicht in angemessenem Maße erarbeitet worden. Dennoch können Sie bereits vor dem Kauf einzelne Merkmale prüfen. Wichtig für einen Spinell ist die Transparenz, denn egal welche Farbe ein Spinell besitzt, ist er immer komplett durchsichtig. Milchige Verfärbungen weisen auf Produktionsfehler (bei industriellen Spinellen) und auf Färbungsfehlern bei Imitaten hin. Ausnahme bilden hier die Pleonasten, die komplett undurchsichtig sind. Sonderstellung kommt hier dem lupenreinen, farblosen Spinell zu, die mit Abstand wertvollste Spinell-Variation.

Wert von Spinellen

Der Wert eines Spinells richtet sich nach Größe, Reinheit und unter Umständen auch nach der Farbe. Große, reine Kristalle sind sehr wertvoll. Kleine, gebrochene hingegen sind geeigneter für Modeschmuck mit kleinen Edelsteineinlässen und daher attraktiver für den kommerziellen Schmuckhandel. Lupenreiner, farbloser Spinell ist sehr selten und auch daher der wertvollste aller Spinelle. Besonders beliebt sind rötliche Spinelle, da sie äußerlich stark an Rubine erinnern. Ihr Wert wird demnach höher eingeschätzt als der blasserer Spinelle.

Was Sie nach dem Kauf eines Spinells beachten sollten

Spinelle sind weder für Stöße noch für Schmutz anfällig. Nichtsdestoweniger sollten ein paar Dinge bezüglich der Pflege beachten werden. Wenn Sie Ihren Spinell als Heilstein einsetzen möchten, wird empfohlen, ihn in regelmäßigen Abständen, etwa alle vier Wochen zu reinigen und zu entladen. Zum Reinigen spülen Sie sie einfach unter klarem, fließendem Wasser ab oder legen sie in eine Schale mit Hämatiten, auch Blutsteinen genannt. Hämatite verfärben sich beim Kontakt mit Wasser und erröten nach dem Trocknen, dies hat aber keinen Einfluss auf die Farbe Ihres Spinells. Nach dem Reinigen sollten Sie den Spinell kurzzeitig Sonnenstrahlen aussetzen, damit er wieder aufgeladen wird.

Der Spinell – das „Allround-Talent“

Egal, ob für Industrie oder privat, Spinelle sind wahre Multitalente. Sie sehen nicht nur toll aus, sondern sind auch leicht in der Pflege und im Umgang. Sie sind weder stoß- noch witterungsempfindlich und sind sehr robust. Ideal also für den Alltag. Hinzu kommt noch das Spektrum an Farben, das diese eine Edelsteinsorte abdecken kann. Sowohl leuchtende, direkte Farben, als auch dunklere, eindrucksvolle Farbtöne können die unterschiedlichen Varietäten des Spinells bieten. Spinelle sind eine optisch ansprechende und preislich erschwingliche Alternative zu traditionellen Rubinen. Insbesondere rote Spinelle sollten Sie auf Ihrer Liste haben. 

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