Was Sie beim Kauf von Lautsprecher-Teilen und -Zubehör beachten sollten

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Was Sie beim Kauf von Lautsprecher-Teilen und -Zubehör beachten sollten

Man investiert viel Geld in ein Lautsprechersystem, ist glücklich damit und genießt den Surround-Sound oder Stereo-Sound in vollen Zügen. Doch dann kommt er, ein unachtsamer Moment mit dem neuen Verstärker oder ein unbedachter Kinderfinger, der sich in Richtung Lautsprechermembran bewegt. Sei es durch den falschen Verstärker oder ein grober Griff in die Membran: Der Lautsprecher ist beschädigt.

Gerade bei hochwertigen Lautsprechern ist dies aber noch kein Grund, aufzugeben und sich ein neues System anzuschaffen. Mit dem richtigen Zubehör und den richtigen Teilen lässt sich der Lautsprecher wieder reparieren. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, welche Teile zu einem Lautsprecher gehören.

Zunächst stellen wir Ihnen Zubehör für ihren Lautsprecher vor, das in einigen Fällen vielleicht das Schlimmste verhindern kann. Vorsicht ist gerade bei Hi-Fi-Geräten immer besser als Nachsicht.

Lautsprecherständer und Halterungen sorgen für Sicherheit im Wohnzimmer

Lautsprecherständer sind für den Klang einer Anlage eine nicht zu vernachlässigende Komponente. Denn nur durch die richtige Ausrichtung kommt der Sound der Lautsprecher voll zur Geltung. Dies ist gerade im Surround- und Stereo-Bereich wichtig.

Aufstellen im Stereo-Dreieck

Bei einem 2.0 Stereo-Set wird empfohlen, die beiden Lautsprecher und den Zuhörer in einem gleichseitigen Dreieck, dem sogenannten Stereo-Dreieck, aufzustellen. Das funktioniert am Besten mit flexiblen und einfach aufzubauenden Lautsprecherständern. Da diese meist in der Höhe verstellbar sind, können sie die Lautsprecher ebenfalls auf die gewünschte Höhe bringen. Besonders wenn Kinder oder Tiere im Haushalt vorhanden sind, empfehlen sich sehr stabile Varianten, wie zum Beispiel Stützen oder Träger. Schwere Lautsprecher sollten entweder auf Bodenstützen aufgestellt werden, oder an der Wand montiert werden.

Lautsprecher an der Wand 

Die Anbringung mit praktischen Wandhaltern bietet sich auch bei den Mikro-Lautsprechern einer mehrteiligen Surround-Anlage an. Da der Zuhörer hier im Idealfall direkt in der Mitte des aufgestellten 5.1 oder gar 7.1-System sitzen sollte, sollten die Lautsprecher auch in dieser Anordnung aufgestellt sein. Besonders in kleinen Räumen bieten Wandhalterungen praktische und formschöne Lösungen.

Wandhalterungen schützen nicht nur die Lautsprecher, sondern sind auch für die Sicherheit von Personen und Tieren ein wichtiger Aspekt. Indem man die empfindlichen Geräte außer Reichweite positioniert, können die meisten Unfälle, die Lautsprechern geschehen, von vornherein verhindert werden. Denn auch beim Putzen, Staubsaugen oder Tanzen können Lautsprecher schnell in Mitleidenschaft gezogen werden.

Lautsprecherteile zur Reparatur oder zum Bau von Boxen – so finden Sie das richtige Zubehör

Ist das Kind in den Brunnen gefallen, gilt es, den Fehler zu lokalisieren. Generell besteht ein Lautsprecher von außen gesehen aus zwei Komponenten:

  • einem Gehäuse
  • einem oder mehreren Lautsprechern

Was ist ein Chassis?

Die in das Gehäuse eingelassenen Lautsprecher nennt man Chassis. Chassis gibt es in unterschiedlichen Größen und Formen. In der Regel unterscheidet man zwischen Hochtönern, Mitteltönern und Tieftönern. Die Größe der Membran und des Chassis haben nämlich große Auswirkungen auf die Wiedergabemöglichkeiten von Schallwellen. Während eher kleine Chassis für hohe Töne ideal sind, eignen sich größere Chassis für tiefe Bässe und mittlere Töne.

Sind mehrere Chassis, zum Beispiel ein Hochtöner und ein Tieftöner, in einem Gehäuse verbaut, so spricht man von einem 2-Wege-Lautsprecher. Bei drei Elementen spricht man folglich von einer 3-Wege-Box. Chassis setzen sich zusammen aus der Elektronik und der Membran, die letztendlich die Schallwellen erzeugt. Um zu verstehen, welcher Teil des Lautsprechers beschädigt ist, genügt manchmal ein Blick. Ist das Chassis beschädigt oder das Gehäuse deformiert, so ist dies in der Regel auf den ersten Blick zu sehen. Komplizierter gestaltet es sich mit der Elektronik des Lautsprechers. Wir möchten Ihnen in den folgenden Punkten die wichtigsten Elemente eines Lautsprechers vorstellen.

So finden Sie das richtige Chassis für die richtige Frequenz

Der eigentliche Klang eines Lautsprechers entsteht aus einem Zusammenspiel von Gehäuse, Elektronik und Membran. Der Ursprung des Klanges ist jedoch im Chassis zu finden. Hier wandelt der Lautsprecher die elektronischen Signale in Schalldruck um. Das funktioniert je nach Chassis auf unterschiedliche Art und Weise.

Wie bereits erwähnt unterteilt man Chassis häufig in

Welcher Lautsprecher für welche Tonhöhe eingesetzt wird, hängt von der Frequenz des Tones ab. Die Frequenz gibt a, wie viele Schwingungen ein Ton innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts hat. Ein hoher Ton hat viele Schwingungen, während tiefe Töne eine niedrige Frequenz aufweisen. Die Frequenz wird in der physikalischen Einheit Hertz gemessen.

Das menschliche Gehör umfasst normalerweise den Frequenzbereich von sehr tiefen 20 bis hohen 20.000 Hertz. Zur Orientierung: Der Kammerton A, der auch als Freizeichen bei Telefonen genutzt wird, liegt bei einer Frequenz von 400 Hertz.

Basslautsprecher und die dementsprechenden Chassis werden für den Frequenzbereich von 20 bis 150 Hertz eingesetzt. Mitteltöner decken den Frequenzbereich von 150 bis etwa 2.200 Hertz ab, während Hochtöner in den Bereichen am 2.200 bis 20.000 Hertz aktiv sind.

Wenn Sie einen Lautsprecher bauen oder reparieren möchten, müssen Sie beachten, dass die Frequenzbereiche der einzelnen Lautsprecherbestandteile sich weder überschneiden noch Lücken im Frequenzgang vorhanden sind. Ist nur ein Lautsprecher defekt, informieren Sie sich genau, welchen Frequenzbereich ihre anderen Lautsprecher abdecken.

Gibt es Überschneidungen, so wird dieser Frequenzbereich lauter dargestellt, als andere. Bei Lücken wird der betroffene Frequenzbereich nur leise oder im schlimmsten Falle gar nicht wiedergegeben.

Die Frequenzweiche teilt das Verstärker-Signal an das richtige Chassis

Merken Sie, dass ein Lautsprecher weniger Signal wiedergibt als andere, könnte eine defekte Frequenzweiche der Auslöser sein. Diese sind in der Regel in den Lautsprecher integriert und entscheiden darüber, welche Frequenzen das jeweilige Chassis wiedergibt. Der Verstärker gibt nur ein Signal aus, das dann von der Frequenzweiche aufgesplittet wird. Sie sorgt dafür, dass jeder Lautsprecher die Frequenzen wiedergibt, für die er konstruiert wurde.

Das Signal des Verstärkers wird durch Spulen und Kondensatoren aufgeteilt, hierfür macht man sich die physikalischen Eigenschaften der beiden Komponenten zunutze. Stark vereinfacht funktioniert das Prinzip so: Ein Kondensator blockiert tiefe Frequenzen und lässt hohe Frequenzen passieren (Hochpass), während Spulen hohe Töne sperren und tiefe Frequenzen durchlassen (Tiefpass). Durch die Kombination der beiden Elemente kann genau bestimmt werden, welches Chassis welche Frequenzen wiedergibt.

Bei fertigen Lautsprecher-Bausätzen sind die Frequenzbereiche, genauso wie bei Lautsprechern eines Herstellers, aufeinander abgestimmt, sodass es weder zu Überschneidungen noch zu Löchern im Frequenzgang kommt. Frequenzweichen sind in unterschiedlicher Ausführung auch einzeln zu erwerben und lassen sich problemlos austauschen.

Gehäuse, Bespannstoffe und Schutzgitter – mit diesen Baumaterialien können Sie Lautsprecher bauen und reparieren

Wenn Sie den Bau oder die Reparatur eines Lautsprechers wagen, sollten Sie sich zuvor in der gängigen Fachliteratur und in Fachzeitschriften über eventuelle Besonderheiten Ihres Gerätes erkundigen. Hier erfahren Sie alles, was Sie zur Reparatur wissen müssen. Sollten Sie Lautsprecher selbst bauen wollen, können Sie sich hier über geeignete Bausätze informieren, die in Ihr Budget und auf Ihre Ansprüche passen. Denn nicht jedes Modell passt zu jedem Sound - und in jedes Wohnzimmer. Wenn Sie Ihre Lautsprecher sicher gestalten und vor Schäden schützen möchten, empfehlen sich Schutzgitter, die einfach über den Membranen am Gehäuse montiert werden. Bespannstoffe schützen ebenfalls die empfindlichen Membranen, sind aber nicht so widerstandsfähig wie Gitter.

Neben dem Chassis und der Elektronik spielt das Gehäuse eine im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle beim Lautsprecher. Es gibt unterschiedliche Bauweisen für Lautsprechergehäuse und jede hat ihre eigenen Klangeigenschaften. Die Größe des Gehäuses spielt bei der Klangwiedergabe eine nicht unerhebliche Rolle. Während hohe Töne auch in kleineren Gehäusen gut klingen, benötigen tiefe Frequenzen einen größeren Resonanzkörper, um voll zu klingen.

Wissenswertes zur Schallführung

Lautsprechergehäuse dienen in erster Linie der Schallführung. Je nach Gehäuseart wird der Schall auf verschiedene Arten abgestrahlt und intensiviert. Man unterscheidet in der Regel zwischen einer offenen Schallwand, einem geschlossenen Gehäuse (closed enclosure) und einer Bassreflexbox. Doch weshalb benötigt man überhaupt ein Gehäuse für den Lautsprecher? Der Grund hierfür ist der akustische Kurzschluss, ein physikalisches Phänomen, das es zu verhindern gilt. Benutzt man einen Lautsprecher ohne Gehäuse, wird auch beiden Seiten des Lautsprechers Schall abgestrahlt. Wie bereits erläutert, gibt die Membran des Lautsprechers Schwingungen an die Luft weiter. Sie erhöht an diesen Stellen also die Dichte der Luft, während sie auf der Rückseite des Lautsprechers verringert wird. Die von beiden Membranseiten abgestrahlten Schallwellen können sich dabei so überlagern, dass sie einander fast auslöschen. Bei tiefen Frequenzen, also besonders langen Schallwellen, kann die Luft um den Lautsprecher herum den Druck ausgleichen, die tiefen Töne werden dann nicht in den Raum abgestrahlt.

Schallwände, geschlossene Gehäuse und Bassreflexgehäuse  verhindern den akustischen Kurzschluss

Um diesen Effekt zu verhindern, genügt schon eine einfache Schallwand, die die Schallwellen der Vorder- und Rückseite der Membran voneinander trennt. Der Lautsprecher wird dazu auf eine große Wand gesetzt. Zur Wiedergabe einer Bassfrequenz von 50 Hertz sollte die Platte allerdings einen Durchmesser von etwa drei Metern haben, um die Auslöschung zu verhindern. Der Weg um die Schallwand ist dann so groß, dass die Druckänderung an der Vorderseite der Membran nicht durch die Rückseite ausgeglichen werden kann. Schallwände in diesem Ausmaß sind in keinem normalen Wohnzimmer praktikabel.

Geschlossene Gehäuse verhindern, dass die rückseitige Abstrahlung der Membran das Gehäuse verlässt, und verhindern so den akustischen Kurzschluss. Der Nachteil dieser Variante liegt darin, dass das rückwärtige Signal gänzlich ungenutzt bleibt. Außerdem wirkt die eingeschlossene Luft als eine Art Polster, das große Auslenkungen der Membran verhindert. Besonders bei tiefen Tönen klingt dieser Effekt dumpf und wenig kraftvoll.

Die Lösung bietet eine sogenannten Bassreflexbox. Hier wird auf der Vorderseite des Gehäuses eine Öffnung in Form eines Bassreflexrohrs integriert. Durch die Öffnung strömt die Luft nicht einfach ins Freie, sondern schwingt in dem Rohr, das dadurch wie eine eigene Schalquelle fungiert. Der rückwärtige Schall wird dadurch genutzt, ohne dass sie die Signale überlagern können.

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