Was Sie beim Kauf von Heimnetzwerk-Zubehör beachten sollten

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Was Sie beim Kauf von Heimnetzwerk-Zubehör beachten sollten

Einkaufsratgeber: Passendes Zubehör für Ihr Heimnetzwerk

Wer mehr als einen Computer – noch dazu in unterschiedlichen Räumen – nutzen möchte, kommt früher oder später auf die Idee, diese Geräte miteinander zu vernetzen. Bei Neubauten sollte man deshalb vorausschauend planen und Leerrohre für ein Kabelnetzwerk in der Wand verlegen. So lassen sich bei Bedarf Netzwerkkabel unsichtbar in der Wand verlegen.

Beim nachträglichen Aufbau eines kabelgebundenen Netzwerks ist auf jeden Fall die Verwendung von Kabelkanälen ratsam, weil das Netzwerkkabel so vor mechanischen Beschädigungen oder versehentlichem Herausziehen geschützt werden kann.

Übrigens: Kabelgebundene Netzwerke bieten den höchsten Sicherheitsstandard, was Zugriffe von Unbefugten anbelangt. Wo das Verlegen von Kabeln nicht oder nur unter erschwerten Umständen möglich ist, kann für ein Heimnetzwerk aber auch die kabellose Verbindung mittels WLAN gewählt werden.

Welche Komponenten man für die unterschiedlichen Heimnetzwerke benötigt und worauf sonst noch zu achten ist, dazu bietet dieser Ratgeber Hintergrundinformationen. So können Sie fundierte Kaufentscheidungen treffen und Ihr Heimnetzwerk so sicher und stabil wie möglich einrichten.

Netzwerkkarten – ein Muss für alle Netzwerkrechner

Ob mit oder ohne Kabel: In ein Netzwerk kann nur der PC eingebunden werden, der über eine Netzwerkkarte verfügt. Bei modernen Rechnern gehören deshalb diese Karten inzwischen zur Standardausstattung. Ältere Modelle verfügen jedoch in der Regel über relativ langsame Netzwerkkarten, sodass über einen Austausch nachgedacht werden sollte. Große Investitionen sind dabei nicht notwendig. Eine schnelle Netzwerkkarte kostet nämlich kaum mehr als zehn Euro.

Damit das Heimnetzwerk problemlos funktioniert, sollten alle Rechner mit demselben Netzwerkstandard arbeiten. Sind die Verbindungen nicht einheitlich organisiert, kann keine Kommunikation unter den Rechnern zustande kommen. Bei kabelgebundenen Netzwerken ist Ethernet (beziehungsweise Fast-Ethernet für schnellere Verbindungen) üblich.

Übrigens: Kabelgebundene Netzwerke sind nicht nur sicherer, sie arbeiten auch schneller als Funknetzwerke.

Netzwerkkarten gibt es in unterschiedlichen Versionen. Sie können fest in den PC eingebaut werden oder über eine USB-Schnittstelle als externe Netzwerkkarte fungieren.

Kauftipp: Achten Sie beim Kauf einer Netzwerkkarte (intern oder extern) unbedingt darauf, dass sie den Full-Duplex-Modus unterstützt. Damit ist gewährleistet, dass Daten gleichzeitig gesendet und empfangen werden können. Das ist ausschlaggebend für eine moderate Netzwerkgeschwindigkeit.

Die unterschiedlichen Versionen von Netzwerkkarten

Üblicherweise sind Netzwerkkarten als Einsteckkarten für bestimmte Schnittstellen konzipiert. Sie können für einen PCI- oder einen PCI-Express-Steckplatz modifiziert sein. Es ist deshalb wichtig, vor dem Kauf zu prüfen, welcher Steckplatz frei ist, um die richtige Netzkartenversion zu finden.

Achtung: Die Steckplätze sind nicht miteinander kompatibel.

Bei Standardgeschwindigkeiten sind beide Steckplätze gleich gut geeignet. Lediglich, wenn die noch nicht so verbreitete 10-Gigabit-Technik genutzt werden soll, muss die Netzwerkkarte an dem schnelleren PCI-Express-Steckplatz angeschlossen werden.

Die Vorteile interner Netzwerkkarten auf einen Blick:

  • Die Karte verschwindet unsichtbar im Gehäuse des Computers.
  • Es wird kein zusätzlicher Platz auf dem Schreibtisch benötigt.
  • Externe Stromanschlüsse und Kabel entfallen.
  • Der Einbau ist unkompliziert und auch für Ungeübte leicht auszuführen.

Ist kein freier Steckplatz vorhanden, kann man auf die externe Version von Netzwerkkarten ausweichen. Hier ist lediglich ein freier USB-Port für den Anschluss notwendig.

Achtung: Der USB-Port sollte mindestens dem Standard 2.0 entsprechen, um das Netzwerk nicht zu verlangsamen. Praktisch an externen Netzwerkkarten ist, dass man sie problemlos auch an anderen Rechnern benutzen kann.

Sonderfälle: Notebook und Server

Auch ein Notebook benötigt eine Netzwerkkarte, wenn es innerhalb des Heimnetzwerkes kommunizieren soll. Moderne Notebooks verfügen in der Regel sowohl über eine Ethernet-Netzwerkkarte für die Kabelverbindung als auch über die integrierte WLAN-Technik für Funknetze.

Ist beides jedoch nicht vorhanden, gibt es einen Steckplatz für eine entsprechende Erweiterungskarte, sodass das Gehäuse nicht geöffnet werden muss. Bekannt ist hier der PC-Card-Schacht (bei älteren Modellen PCMCIA-Schacht). Die eigentliche Karte selbst ist kaum größer als eine Kreditkarte und verschwindet fast vollständig im Notebookgehäuse. Lediglich die benötigten Anschlüsse bleiben sichtbar. Wie schnell das Notebook im Heimnetzwerk arbeitet, liegt an der Datentransferrate der jeweiligen Karte. Hier sollten 100 Megabyte pro Sekunde vorausgesetzt werden.

Die PC-Express-Card ist der moderne und meist auch schnellere Nachfolger der PC-Card. Steckplätze für diese Erweiterungskarten sind deutlich schmaler. Deshalb sind die beiden Schächte und damit auch die Karten nicht miteinander kompatibel.

Im Heimnetzwerk wird überwiegend ein Computer als Server eingesetzt. Um alle Verbindungen sicherzustellen, sind an diesem Rechner mehrere Netzwerkanschlüsse notwendig. Es gibt Server-Adapter, die diese Möglichkeiten bieten und sich für kleine Netzwerke ausgezeichnet eignen. Eine andere Alternative ist der Anschluss über einen Router beziehungsweise über Netzwerk-Hubs.

Router für das Heimnetzwerk – das sind die Besonderheiten

Der Router ist die zentrale Vermittlungsstelle für das Netzwerk. Hier kommen Anfragen aus dem lokalen Netzwerk an und werden weitergeleitet, außerdem ist der Router zuständig für die Internetverbindung. Dazu muss aber im Router ein entsprechendes Modem integriert sein.

Alternativ können auch Router ohne Modem verwendet werden, wenn bereits ein Breitbandmodem vorhanden ist.

Router haben darüber hinaus die Aufgabe, das Netzwerk abzusichern. Eine integrierte Firewall verhindert den Zugriff von außen. Hier muss unterschieden werden zwischen

  • der aktiven Firewall und
  • der passiven Firewall.

Hinweis: Eine aktive Firewall muss ständig erweitert werden. Das kann unter Umständen zu einer erheblichen Mehrbelastung führen, wenn ständig Anfragen, ob eine bestimmte Verbindung hergestellt werden darf, zu beantworten sind. Bei einer passiven Firewall ist das nicht der Fall. Sie dient überwiegend dazu, zu verhindern, dass unbefugte Dritte von außen auf das Heimnetzwerk zugreifen können, wenn gerade keine aktive Internetverbindung besteht.

Tipp: Wenn die einzelnen Rechner im Netzwerk über eigene Firewalls verfügen und außerdem mit einer guten Antiviren-Software ausgestattet sind, genügt für den Router eine passive Firewall. So wird die Geschwindigkeit im Netz nicht negativ beeinflusst.

Manche Router bieten als zusätzliches Sicherheitsfeature einen sogenannten Ping-Block an. Ein Ping ist ein Signal, dass Hacker zum Beispiel an eine IP-Adresse über das Internet senden, um Computer ausfindig zu machen, in die sie eindringen möchten. Eine aktive IP-Adresse beantwortet diesen Ping normalerweise automatisch. Router mit Ping-Block ignorieren diese Signale jedoch und simulieren dadurch Inaktivität im Netz.

Der Router ist aber nicht nur für die Internetverbindung zuständig. Er koordiniert auch den Datenverkehr innerhalb des Heimnetzwerks und stellt die notwendigen Verbindungen der Geräte untereinander her. Um das sicherzustellen, befindet sich im Gehäuse entweder ein integrierter Hub oder Switch. Wenn die Anzahl der integrierten Anschlüsse im Router für alle Geräte im Heimnetzwerk ausreicht, ist also die Anschaffung zusätzlicher Verteiler (Hub oder Switch) überflüssig.

Tipp: Überlegen Sie vor dem Kauf des Routers, wie viele Netzwerkanschlüsse Sie benötigen, und wählen Sie ein Modell, das die erforderliche Anzahl bietet.

Übrigens: Ein Switch ist im Zweifelsfall die bessere Lösung. Während der Hub die empfangenen Daten im Paket an alle angeschlossenen Netzwerkteilnehmer sendet, ermittelt der Switch den passenden Empfänger und leitet die Daten auch ausschließlich an ihn weiter. Damit wird der Netzwerkverkehr entscheidend entlastet und läuft schneller und reibungsloser.

WLAN – darauf sollten Sie achten

Kabelgebundene Netzwerke sind sicherer und schneller als Funknetzwerke. Das ist eine Tatsache. Um WLAN-Netze trotzdem gut abzusichern, sollte man den Router entsprechend verschlüsseln. Wichtig ist der Standard, mit dem ein Funkrouter arbeitet. Hier sollte mindestens der n-Standard (Bezeichnung 802.11n) gegeben sein.

Die exakten Informationen über den verwendeten Standard entnehmen Sie am besten den technischen Datenblättern auf der Webseite des jeweiligen Herstellers. Hier können je nach Hersteller und Funknetzqualität Datentransferraten zwischen 300 und 600 Megabit pro Sekunde erzielt werden.

Hinweis: Es gibt Router im Handel, die in einem anderen Frequenzbereich funken. Dieses sogenannte a-Netz arbeitet zwar relativ langsam, dafür ist die Funkverbindung an sich aber wesentlich sicherer, weil es zu den anderen Frequenzbereichen nicht kompatibel ist. Dadurch verringert sich auch die Gefahr, dass jemand unbeabsichtigt auf Ihren eigenen Funkwellen sendet. Allerdings liegen hier die Datentransferraten je nach Hersteller nur zwischen 54 und 108 Megabit pro Sekunde. Für schnelle Internetverbindungen ist das nach heutigem Standard nicht mehr ausreichend.

Wichtiger Hinweis: Die angegebenen Übertragungsraten, die Sie in den Produktbeschreibungen und technischen Datenblättern der Router finden, sind die theoretisch maximal erzielbaren Werte. In der Praxis liegen die Datentransferraten deutlich darunter. Es ist also empfehlenswert, für schnellstmögliche Verbindungen einen Router auszuwählen, der eine möglichst hohe theoretische Datenübertragungsrate verspricht.

Im Folgenden finden Sie alle möglichen Frequenzen für ein Funkheimnetzwerk auf einen Blick:

  • b-Standard: nur für einen Standard-DSL-Anschluss geeignet. Es können nur kleine Datenmengen in angemessener Geschwindigkeit übertragen werden.
  • g- oder a-Standard: Dieser Standard genügt auch für ein schnelleres Netz.
  • n-Standard: für größere Datenmengen, Filme in HDTV-Qualität und schnelle Up- und Downloads; für Heimnetzwerke mit mehr als zwei Rechnern zu empfehlen.

Kauftipp: Bei einem WLAN-Router sollten Sie darauf achten, dass ein externer Antennenanschluss vorhanden ist. So kann bei Verbindungsproblemen eine leistungsfähigere Antenne zusätzlich verwendet werden. Außerdem kann es sinnvoll sein, dass mindestens ein Ethernet-Anschluss für das kabelgebundene Netz zur Verfügung steht. Hierfür muss der Router über einen integrierten Switch verfügen, der mindestens eine Datentransferrate von 100 Megabit pro Sekunde sicherstellt.

Antivirensoftware – ein Muss für Server und Netzwerkteilnehmer

Auch wenn Ihr Router Firewall und Ping-Block bietet – auf eine gute Antivirensoftware sowohl für den Server als auch für die angeschlossenen Netzwerkcomputer sollten Sie keinesfalls verzichten. Dabei kann man davon ausgehen, dass die kostenlosen Antivirenprogramme nicht ausreichen, um die Sicherheit des Netzwerkes zu garantieren.

Es gibt inzwischen Antivirenprogramme im Abonnement. Dabei gehören ständige Updates zum Leistungsumfang. Einzelplatzversionen sind teilweise schon deutlich unter 20 Euro, Mehrplatzversionen für das Heimnetzwerk ab etwa 30 Euro jährlich zu erhalten.

Wichtiges Extra – der Printserver

Die Anschaffung eines Netzwerkdruckers ist für Heimnetzwerke in der Regel nicht rentabel und auch gar nicht notwendig. Jeder herkömmliche Drucker kann, wenn er über einen Ethernetanschluss (im Funknetz über WLAN) verfügt, mithilfe eines Printservers allen Netzwerkteilnehmern zugänglich gemacht werden.

Kauftipp: Es gibt Router, die über einen integrierten Printserver verfügen. Das spart ein zusätzliches Gerät samt Platzbedarf, Kabeln und externer Stromversorgung.

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