Was Sie beim Kauf von H 7-Birnen für Ihr Auto beachten sollten

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Was Sie beim Kauf von H 7-Birnen für Ihr Auto beachten sollten

Das Auto gilt als des Deutschen liebstes Kind; ob zu Unrecht oder zu Recht, sei einmal dahin gestellt. Fakt ist, dass Millionen Bundesbürger ihr Auto als Fortbewegungsmittel Nummer eins sehen, was auf dem Land wohl sicherlich mehr gilt als in den großen Städten mit gut ausgebauten Nahverkehrsnetzen.

So oder so nutzen Millionen Deutsche ihr Auto Tag für Tag, um schlichtweg zur Arbeit zu kommen oder das nötige zum Leben einzukaufen. Geht etwas am Auto entzwei, wird die Reparatur nicht lange aufgeschoben. Das dürfte wohl besonders dann gelten, wenn das kaputte Bauteil die Sicherheit des Fahrzeugs mindert. Zu jener Kategorie dürfte wohl das Thema Licht gehören, was tatsächlich eines der wichtigsten Elemente an einem modernen Wagen ausmacht.

Ohne Licht können Sie wir bei schlechtem Wetter und vor allem in der Nacht wenig bis nichts erkennen. Andere Verkehrsteilnehmer sind ebenfalls gefährdet, denn ohne Licht sind Autos von anderen nicht zu sehen. Kurzum: Es geht um Leben und Tod. „Was Sie beim Kauf von H 7-Birnen für Ihr Auto beachten sollten", möchte Ihnen daher der folgende Ratgeber erläutern.

Geschichte: Von der Laterne zu modernen H7-Birnen

Fangen wir mit etwas Geschichte an. Scheinwerfer oder vielmehr „Lichtquellen" zum Ausleuchten des Wegs sind so alt wie das Automobil. Schon die ersten Fahrzeuge der grauen Vorzeit waren mit Licht ausgestattet, das jedoch kaum mit heutigen modernen Halogenlampen vergleichbar war. Die ersten Scheinwerfer waren nicht mehr als Laternen, die auf der Motorhaube des Fahrzeuges oder an dessen Seiten montiert waren. Auch ein Farbfilter war diesen Laternen nicht eingebaut, die eine bestimmte Farbe garantieren.

Später wurden diese Laternen durch elektrische Lampen ersetzt. Dazwischen waren sogar eine Zeit Karbidlampen üblich, die mit Gas betrieben wurden. Immerhin wurden diese Gaslampen 1908 mit einer Abblendlicht-Funktion versehen, was der stetig wachsende Gegenverkehr sicherlich mehr als willkommen hieß. Osram brachte 1925 die erste Zweifadenlampe inklusive kombiniertem Fern- und Abblendlicht auf den Markt. Der nächste Schritt sollte etwas länger dauern. Erst 1964 kamen die H1- und H3-Birnen in den Handel, Einfadenlampen mit Halogen. 1966 präsentierte Philips dafür bereits die H4-Birne mit Zweifaden-Halogen, die jedoch erst 1974 den Weg in die Serie fand - in einem Mercedes SL.

Günstig waren diese ersten Halogenlampen für Autos übrigens nicht. Die H4 kostete damals 20,40 DM, was heute um die 25 Euro entsprechen würde. Selbst die H1 war mit 11,50 DM, heute rund 15 Euro, nicht gerade günstig. Der moderne „Halogen-Stand" wäre die H7-Birne, die allerdings auch nicht mehr die Krönung moderner Scheinwerfer stellt.

Das wäre wohl eher das noch bessere Xenon-Licht, das gegenüber Halogen noch mal deutlich mehr Licht bietet. Das Mehr an Licht zeigt sich allerdings in einem Mehr an Kosten, die zumindest teilweise mit eingespartem Kraftstoff - durch weniger Energiebedarf - kompensiert werden. Die H7 gibt es ebenfalls längst als Xenon-Variante, die der Branche zufolge ein helles weißes Licht verspricht. Trotzdem ist H7-Xenon nicht mit „echtem" Xenon-Licht zu vergleichen, was sich in Leistung wie Preis zeigt.

Kurz erklärt: Was sind H7-Birnen

Im Fazit sind H7-Birnen der Standard beim Thema Scheinwerfer, wobei Xenon Stück für Stück aufholt. Anno 2007 war Xenon in rund 30 Prozent aller neuverkauften Pkw eingebaut, wobei diese wegen des höheren Preises vor allem von den Premiummarken gestellt werden. Trotzdem dürften H7-Birnen noch einige Jahre die meisten Neuwagen ausstatten, weswegen die H7 quasi Standard ist - und obendrein um einiges günstiger.

Doch was sind H7-Birnen überhaupt? Die Frage ist berechtigt, die Antwort darauf möglicherweise sogar überraschend. Denn die H7-Birne ist eine Gaslampe. Halogen ist sicherlich als Gas bekannt und eben mit diesem Gas sowie einigen weiteren Zusätzen ist die Halogenlampe gefüllt. Dank dem Gas ist ein heißerer Lichtkörper möglich, womit schlichtweg mehr Licht erzeugt werden kann.

Aufgrund gewisser Reaktion wird zudem eine Schwärzung des Glaskolbens verhindert, wie das bei der gemeinen Glühlampe typisch ist. Diese verhinderte Schwärzung kommt natürlich wieder der Helligkeit - insbesondere auf die gesamte Lebensdauer - zugute. Apropos Lebensdauer: Hier ist die Halogenlampe nicht unbedingt besser als eine herkömmliche Glühlampe, tatsächlich liegen beide Varianten auf einem recht ähnlichen Niveau. Schlussendlich überwiegen die Vorteile der Halogenlampe gegenüber einer normalen Glühlampe.

Die H7-Birne wird übrigens im sogenannten Vier-Scheinwerfer-System verwendet, das Freiformreflektoren einschließt. Wegen des Gases steht die Lampe obendrein unter Druck, weswegen bei einem Wechsel der Birnen eine gewisse Vorsicht geboten ist - dazu aber später unter „Einbau" mehr. Auf die Lebensdauer wirkt die Gasfüllung wegen des Drucks ebenfalls eher negativ. Tatsächlich ist die Lebensdauer eher kurz, was allerdings recht relativ ist. Im Schnitt halten H7-Birnen je nach Qualität und Hersteller ein bis zwei Jahre oder 10.000 bis 20.000 Kilometer. Danach geht vielen Birnen sprichwörtlich das Licht aus.

Andererseits halten so manche H7-Birnen auch über mehrere Jahre und Zehntausende Kilometer, in Stein gemeißelt sind die gerade genannten Zahlen daher nicht. Mit 1.500 Lumen Lichtmenge lohnt die Anschaffung von H7-Birnen jedoch trotzdem, zumal die Lebensdauer auch von der Nutzung des Lichts abhängt. Wenn Sie beispielsweise selbst tagsüber mit Abblendlicht fahren, quittieren die H7-Birnen schneller ihre Dienst.

Kauf: Was Sie beim Kauf von H7-Birnen beachten sollten

Egal ob ein oder fünf Jahre, ob 15.000 oder sogar 50.000 Kilometer, irgendwann müssen die H7-Birnen gewechselt werden. Bedenken Sie: Kein Licht, und sei auch nur ein Schweinwerfer kaputt, ist ein guter Grund, das Auto stehen zu lassen. Zum einen ist Ihre Sicherheit sowie die anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet, zum anderen drohen bei einer Kontrolle mitunter empfindliche Bußgelder sowie die Auflage einer sofortigen Reparatur.

Was aber gilt es beim Kauf neuer H7-Birnen zu beachten? Wichtig ist zum einen, dass Sie H7-Birnen gegen H7 tauschen und nicht gegen H4 oder H1. Schlimm wäre das zwar nicht, die Lichtausbeute aber wäre schlechter. In puncto Größe brauchen Sie hingegen nichts beachten, da die Birnen allesamt nach einem Standard produziert werden. Ob Sie BMW, Mercedes, Opel oder Toyota fahren, ist bei der neuen Scheinwerferlampe ebenfalls nicht relevant.

Mit bloßen Augen werden Sie übrigens keine Unterschiede feststellen, was insbesondere für die einzelnen Lampentypen gilt. Ein guter Tipp wäre hingegen, dass Sie sich nicht von Slogans wie „extra lichtstark" oder „20 Prozent mehr Leuchtkraft" blenden lassen. Oft genug gehen entsprechende Produkte schneller defekt als „normale" H7-Birnen ohne „extra Kraft". Standard-Exemplare halten hingegen gute 500 bis 600 Stunden, während die besonders lichtstarken Birnen bereits nach 250 bis 400 Stunden versagen.

Tatsächlich gilt, je geringer die Lichtleistung, desto länger halten die H7-Birnen. In Tests erreichten Lampen mit weniger Leistung durchaus bis zu 1.000 Stunden Lebensdauer, wobei selbst deren Preis mit rund zehn Euro mehr als annehmbar war. Teuer und „extrastark" sind beim Kauf einer neuen H7-Birne also keine gute Alternative, eher im Gegenteil. Eine Ausnahme wären sogenannte „Longlife-Birnen", bei welchen mancher Hersteller eine Lebensdauer von bis zu 2.000 Stunden verspricht. Kleiner Haken: Zehn Euro reichen für solche H7-Birnen kaum aus, 30 Euro wären hier schon fällig - mindestens.

Ausgetauscht: Mögliche Alternativen zu H7-Birnen

Alternativen zu H7-Birnen gibt es ebenfalls, allerdings halten sich diese in Grenzen. Obendrein müssen Sie mit noch mehr Kosten rechnen, denn von der Leuchtkraft und somit Qualität ist die H7 lediglich von LED, Xenon oder Bi-Xenon schlagbar. Entsprechende Ideen mindern zwar aufgrund ihres geringeren Energiebedarfs Kraftstoffverbrauch und sogar die CO2-Emissionen, jedoch sind die Mehrkosten kaum wieder einzuholen.

Halogenlampen sind daher der beste Kompromiss zwischen Lichtstärke und Preis. Alternativen - und sogar bessere - finden Sie zwar durchaus, doch werden diese generell zulasten der Kosten gehen. Wobei Fahrer, die einmal Xenon ausprobiert haben, wohl nie wieder auf H7-Halogen wechseln würden. Das aber ist allein Ihre Entscheidung.

Einbau: Die neuen H7-Birnen selbst montieren

Wenn Sie sparen wollen, können Sie die neuen Lampen selbst einbauen. Je nach Modell ist das mit mehr oder weniger Aufwand möglich, eventuell müssen zum Erreichen der Scheinwerfer diverse Verkleidungen oder der Luftfilter abmontiert werden. Eine gute Hilfe stellt Ihnen das Handbuch.

Ist Ihr Auto ab dem Baujahr August 2006, haben Sie übrigens Glück. Seit diesem Datum schreibt die EU nämlich einen möglichen Wechsel der Scheinwerferlampen allein mit dem typischen Bordwerkzeug vor, außerdem ohne Verletzungsgefahr. Bei Fahrzeugen vor dem August 2006 kommt es wiederum auf den Typ an. Manches Modell erlaubt einen Wechsel der Lampen auf einfache Weise, andere wieder machen es Ihnen deutlich schwerer.

So oder so ist der eigentliche Wechsel der Lampe eigentlich nicht schwer, wenn der Scheinwerfer erst einmal erreicht ist. Werkzeug dürfte lediglich zum Losschrauben des Scheinwerferkastens nötig sein. Die Halogenlampe lässt sich wiederum mit bloßer Hand abziehen. Achten Sie darauf, dass Sie die Lampe nicht am Glaskörper anfassen. Dieser ist mit Gas gefüllt und steht unter Druck. Neben der Verletzungsgefahr ist die neue Lampe außerdem so schnell zerstört und das Geld quasi umsonst ausgegeben.

Beim Wechsel gilt zudem die Regel, die Birnen immer paarweise zu ersetzen. Ist nur eine defekt, tauschen Sie trotzdem beide aus. Oft genug versagt auch die heile Lampe wenige Zeit nach dem Wechsel ihres zerstörten Partners den Dienst, weswegen der Austausch prompt ein zweites Mal wiederholt wird. Es lohnt also, die Arbeit in einem Zug zu machen und beide Leuchten auf einmal zu wechseln. Ansonsten ist damit alles gesagt und der Ratgeber abgeschlossen. Nur noch ein kleiner Tipp: Wechseln Sie defekte Lampen unverzüglich. Neben der Gefahr eines Bußgelds geht es um die Sicherheit aller.

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