Was Sie beim Kauf von CD und MP3-Anlagen für DJs beachten sollten

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Was Sie beim Kauf von CD und MP3-Anlagen für DJs beachten sollten

Wenngleich die DJ-Kultur einst mit dem Mixen und Zusammenspielen von Vinyl-Schalplatten begann, hat auch hier technische Modernisierung stückweise Einzug gehalten. Zwar schätzen viele DJs der „alten Schule“ immer noch die hohe Kunst des Plattendrehens mit analogen Platten, längst haben sich aber auch CD- und mp3-Hardware ihre Akzeptanz erkämpft. Die Vorteile liegen auf der Hand. CDs und mp3s bieten deutlich mehr Speichervolumen auf wesentlich kleinerem Raum. Audio-CDs können bis zu 80 Minuten Musikspeicher, als mp3-CD sogar bis zu 10 Stunden. Bei mp3s gibt es kaum Begrenzungen – das Speichervolumen ist abhängig von der Komprimierungsrate der Dateien und der Größe der Festplatte. Auf die handelsübliche integrierte Festplatte eines Laptops passen daher mehrere Tausend Musiktitel. Das anstrengende Tragen von Plattenkoffern, sowie die sorgfältige Vorauswahl der Vinyls gehören der Vergangenheit an. Finden Sie mehr Informationen über diese modernen Spielarten in der folgenden Übersicht.

Vor dem Turntablekauf – das Mischpult als Schaltzentrale, die den Sound macht.

Fast noch wichtiger als die Abspieloptionen der Musiksammlung ist der richtige DJ-Mixer. Ein gutes Mischpult ist seit jeher Dreh- und Angelpunkt jeder guten Musikproduktion – sei es live oder im Studio. Während im professionellen Bereich, wie etwa bei Kinoproduktionen, die Mixer meist sehr groß und komplex sind, gibt es inzwischen für den privaten Gebrauch auch kompaktere Ausgaben. DJ-Mixer zeichnen sich dabei durch ihre spezielle Bauweise aus, welche ganz an ihre Nutzer angepasst ist. Diese Geräte sind robuster und besitzen einen Crossfader, den Studiomischpulte nicht besitzen. Mit ihm wechselt man stufenlos zwischen den beiden Plattentellern hin und her. Standard-Mischpulte für DJs besitzen zwei Kanäle, optional kann auch zu einer Vierkanalvariante gegriffen werden um so zusätzliche Effektgeräte, einen Laptop oder weitere Audioquellen anzuschließen.

Der richtige Mix gelingt mithilfe von Dreh- und Pegelreglern. Diese modulieren neben der Lautstärke auch Audioeffekte, wie Bass-Equalizer oder Filter. Ziel ist der möglichst fließende Übergang. Vergewissern Sie sich vor dem Mixer-Kauf darüber, welche Audioquellen und Geräte Sie an diesen anschließen möchten, um so sicher zu gehen, dass Sie ihr Mischpult ausreichend Steckplätze besitzt. Beim Auflegen mit mp3s ist ein Mixer gegebenenfalls gar nicht von Nöten, da die speziellen DJ-Controller hier bereits Mischpult und Turntables in einem Gerät vereinen. Wichtige Hersteller von DJ-Mixern sind:

  • Pioneer
  • Native Instruments
  • Allen & Heath
  • Reloop
  • Behringer
  • Rane

DJ CD-Player – die Handhabung traditioneller Plattenspieler mit dem Komfort digitaler Sounds

CDs sind aufgrund ihrer geringeren Größe und höherer Flexibilität inzwischen bei der Masse an Discjockeys zum Standard geworden. Einen wichtigen Verdienst daran haben die Firma Pioneer und ihre „CDJ“-Serie. Diese eigens für den DJ-Betrieb hergestellte Geräte-Serie hat die Funktionen eines CD-Players mit denen eines klassischen Plattenspielers verknüpft. Die CD lässt sich dabei mittels eines Jog Wheels wie eine Schalplatte drehen und scratchen. Auch Pitch- und Loop-Funktionen sind möglich. Wie beim Plattenspieler werden die zwei Abspielgeräte und ein herkömmlicher Mixer zusammengeschlossen. Viele der modernen DJ-CD-Player bieten allerdings Zusatzfeatures gegenüber dem klassischen Plattenteller.

So gibt es diverse Effektknöpfe, welche bereits auf em Gerät installiert sind. Vereinzelt gibt es inzwischen auch die Möglichkeit, die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von CDs mittels Knopfdruck zu synchronisieren. Auch gibt es Auto-Loop-Funktionen, welche automatisch einen wiederholenden Loop über eine vorgegebene Taktfrequenz generieren. Dabei spielen die Player nicht nur klassische Audio-CDs ab, auch mp3-CDs stellen kein Problem mehr da. Immer detailliertere Displays bei den Abspielgeräten sorgen dafür, dass das Suchen und Auswählen der richtigen Titel immer bequemer wird. Puristen mögen kritisieren, dass klassische DJ-Kunst damit immer mehr das Nachsehen hat, da der Prozess durch neue technische Ideen spürbar vereinfacht wird, auch für Laien. Dass allerdings mehr zum Job des DJs gehört, als nur eine Handvoll Knöpfchen zu drücken, dürfte auf der Hand liegen. Neben Marktführer Pioneer haben in den letzten Jahren auch Numark, Gemini oder Reloop Modelle in diesem Sektor veröffentlicht.

Digitales DJing – flexible Alternative für modernes Auflegen entgegen aller Vorurteile

Das digitale Plattendrehen mittels Computer, Software und zugeschaltetem Controller ist eine vergleichsweise junge Form des DJings. Sie erfreut sich allerdings steigender Beliebtheit, vor allem weil sie wesentlich kostengünstiger ist, als die klassischen Varianten und auch Einsteiger anspricht. Als Grundlage und Abspielgerät dient in der Regel ein Laptop, welcher an den Mixer angeschlossen wird. Die darauf befindlichen Musikdateien – wahlweise in den Formaten mp3 oder WAV - werden mittels einer Software abgespielt. Diese ist Grundvoraussetzung und besitzt alle Funktionen eines klassischen DJ-Mixers in digitaler Form stellt. Neben diversen Freeware-Angeboten, die sich gut für Anfänger einigen, aber in der Ausstattung oft mangelhaft sind, gibt es auch professionellere Programme, wie bspw. Traktor, Virtual DJ, Deckadance oder Serato Scratch.

Bedient wird die Software entweder direkt am Laptop via Maus und Tastatur oder mit speziellen Controllern. Während erstere Variante verständlicherweise recht umständlich ist, passen sich die Controller bei der zweiten Variante via MIDI-Befehl direkt an die Software an. Sollten die Tasten nach der Geräteinstallation nicht automatisch mit der Software synchronisiert werden, so können sie auch optional manuell belegt werden. Es ist vor allem die enorme Speicherfähigkeit moderner Festplatten und die dadurch entsprechend große Musikauswahl, die den Dateien einen Vorteil gegenüber der Schalplatte verschaffen. DJs können auf diesem Weg flexibler agieren.

Allerdings gibt es modernere Modelle, die es schaffen, klassisches Handling mit modernen Annehmlichkeiten zu verknüpfen. Firmen wie Native Instruments, Reloop oder Stanton bieten inzwischen digitale Vinyl Systeme. Bei dieser Methode wird eine spezielle Time-Code-Schallplatte auf einem herkömmlichen Plattenteller mit der Software auf dem Laptop verknüpft, um digitale Musikdateien wiederzugeben. Der taktile und intuitive Aspekt des Plattendrehens kommt dabei nicht zu kurz, denn die Dateien werden sozusagen mittels Schallplatte bedient.

Einfaches Handling der mp3s - MIDI-Controller als Allzweck-Geräte für modernes Auflegen

Da das Steuern der virtuellen Mix-Software im Club mit Tastatur und Touchpad auf Dauer mehr als umständlich wäre, setzen digitale Discjockeys auf speziellen DJ-Controller. In den vergangenen Jahren haben sie sich zum Standard entwickelt. Im Gegenteil zu den Vinyl- und CD-Spielern sind hier die Bedienelemente des klassischen DJ-Mixers direkt in einem Gerät vereint. Regler und Knöpfe regeln Crossfading, Lautstärke und die einzelnen Effektbefehle. Ein spezielles Jog Wheel übernimmt die Aufgabe des Plattentellers und kann dabei individuell belegt werden. Scratching, Looping, sowie Vor- und Rückwärtsbewegungen sind damit kein Problem mehr.

Einfache Modular-Controller sind relativ schmal, besitzen ein Jog Wheel, sowie verschiedene Regler und Knöpfe zur Befehleingabe, können dabei aber bis zu vier Decks kontrollieren. Den klassischen Aufbau mit zwei Plattenspielern und einem Mixer bekommt man durch einen All-In-One-Controller, der im Format breiter ist und zwei Jog Wheels besitzt. Die Wheels sind kleiner und handlicher als klassische Plattenteller, sind aber ähnlich griffig. Die passende Software ist beim Kauf des Gerätes meist im Paket dabei, durch flexibles MIDI-Mapping können aber auch andere. Zu den bekanntesten Herstellern im Bereich MIDI-Controller zählen:

  • Hercules
  • Native Instruments
  • DJ-Tech
  • Numark
  • Denon
  • Reloop
  • Behringer

Prüfen Sie die Hardwaregegebenheiten der Controller, bevor Sie diese an ein professionelles Boxensystem anschließen. Einige Modelle sind lediglich als Controller tauglich, bieten keinen separaten Line-In-Ausgang, andere schon. Auch Anschlüsse für Mikrofon oder Kopfhörer sollten vorhanden sein. Sollte das Gerät keinen aktiven Audioausgang besitzen, fungiert der Computer als solcher. Hier sollten Sie die Kompatibilität und Leistungsstärke der eingebauten Soundkarte berücksichtigen, sowie die Anzahl der Ausgänge prüfen. Externe Soundkarten, die sich problemlos via USB-Schnittstelle hinzufügen lassen, können die Anzahl vergrößern. Besonders für das Vorhören mittels Kopfhörer ist dies entscheidend.

Der passende DJ-Kopfhörer als unverzichtbares Hilfsmittel für den richtigen Mix

Wenn es um professionelles DJing geht, führt neben Mischpult und Playern kein Weg an einem anständigen Kopfhörer vorbei. Wenngleich moderne Software und Gerätschaften den nahtlosen Übergang zwischen zwei Titeln immer einfacher gestalten, so ist gutes Vorhören immer noch wichtig. Kaum ein DJ hat alle seine Titel im Kopf, so kann er den Track vorhören, feststellen, ob er ins Set passt und ob sich die unterschiedlichen Songelemente ergänzen. Das Angebot in Sachen Kopfhörer ist groß und sollte daher auf Ihre individuellen Ansprüche angepasst werden. Muschelkopfhörer, welche das Ohr komplett umschließen, sind dabei den kleineren Ohrstöpseln definitiv vorzuziehen. Guter Klang, gerade in vollen Clubs, ist entscheidend. Die Kopfhörer sollten laut und entsprechend luftdicht sein, damit wenig Schalldruck verloren geht. Im DJ-Bereich gibt es generell viele Kopfhörer, die über modellierten Sound verfügen, der beispielsweise auf besonders klare Bassfrequenzen angepasst ist.

Schauen Sie außerdem nach flexiblen und drehbaren Ohrmuscheln. DJs tragen Kopfhörer meist nur an einem Ohr, um parallel ihren Mix und den Sound der Monitorboxen zu hören. Normale Kopfhörer halten diese Belastung kaum aus. Bequemlichkeit ist ohnehin ein wichtiger Faktor, auch weil die Hörer während des Auflegens nicht immer auf dem Kopf sitzen, sondern auch auf dem Hals. Transportabel und robust sollten die Kopfhörer außerdem sein, vor allem bei regelmäßiger und professioneller Anwendung.

Fazit: Unterschiedliche Anforderungen bedingen unterschiedliches Equipment – hinterfragen Sie Ihre Ziele

Die Art und Weise, wie Sie auf welchem Level als DJ agieren wollen, sollte auch entscheidend für ihre Kaufentscheidung sein. Einsteiger kommen mit den digitalen Lösungen sicher besser, da für diese Variante keine preisintensive Kombination aus Mischpult und Plattenspieler gekauft werden muss. Der DJ-Controller, angeschlossen an den heimische Laptop, reicht an dieser Stelle schon aus, um sich mit dem DJ-Mixing vertraut zu machen. Sollten Sie darüber hinaus professionellere Ambitionen besitzen, so sind CD-Player aus der CDJ-Kategorie sicher einen lohnenswerter nächster Schritt, zumal viele Clubs heutzutage diese Technologie als Standard nutzen. Erst dann sollten Sie sich auch mit der Anschaffung eines guten Mischpultes auseinandersetzen.

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