Was Sie beim Kauf von Blockflöten für Kinder beachten sollten

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Was Sie beim Kauf von Blockflöten für Kinder beachten sollten

Heute wie früher ist die Blockflöte das Anfängerinstrument Nummer Eins und das hat auch seinen guten Grund. Da die Blockflöte ein kleines, leicht zu transportierendes, relativ preiswertes und verhältnismäßig einfach zu erlernendes Musikinstrument ist, macht sie gerade Kindern den Einstieg in die Musikwelt leicht. Viele weiterführende Blasinstrumente wie Klarinette, Querflöte oder auch das Saxophon bauen auf der Grifftechnik der Blockflöte auf. Im Rahmen der musikalischen Früherziehung können Kinder das Blockflötenspiel schon im Alter von vier bis sechs Jahren erlernen. Wenn Sie mit dem Kauf einer Blockflöte für Ihr Kind konfrontiert sein sollten, soll Ihnen dieser Ratgeber dafür einige nützliche Tipps und Hintergrundinformationen geben. 

Welche Blockflöten aus der Blockflötenfamilie für Kinder geeignet sind

Blockflöten für kleine Kinder bestehen üblicherweise aus einem Korpus mit Grifflöchern sowie einem Mundstück, auch Block genannt. Daher kommt übrigens auch der Name der Blockflöte. Zur Blockflötenfamilie zählt man die Sopran-, Alt-, Tenor- und Bassblockflöte. Das gängigste Einstiegsinstrument für kleine Kinder ist die Sopran-Blockflöte, die man auch C-Flöte nennt. Diese wird üblicherweise im Grundschul- und Musikunterricht eingesetzt. Die C-Blockflöte fängt mit dem c als tiefstem Ton an und liegt eine Oktave, also acht Töne, höher als die menschliche Sopranstimme. Für kleine Kinder und Anfänger ist die Sopranflöte gut geeignet, da ihre Löcher relativ eng beieinander liegen und auch kleine Kinderfinger diese problemlos abdecken können. Wenn Ihr Kind schon etwas größer oder geübter ist, können Sie ihm auch eine Alt-Blockflöte beziehungsweise F-Flöte kaufen. Die F-Flöte ist etwas länger als die C-Flöte. Sie klingt tiefer und die Abstände zwischen ihren Grifflöchern sind größer. Dies bedeutet, dass ein Kind beim Spielen seine Finger weiter spreizen muss. Eine Altflöte beginnt mit einem f als tiefstem Ton und liegt circa vier Töne über der menschlichen Sopranstimme. 

Materialien, aus denen Sie eine Blockflöte für Kinder kaufen können

Abgesehen von den sogenannten handwerklich gefertigten Meisterinstrumenten sind Blockflöten heute in der Regel industriell hergestellte Flöten aus Holz oder Kunststoff. Kunststoffflöten waren bis vor gar nicht allzu langer Zeit vor allem bei Musiklehrern verpönt. Dies hat sich jedoch in den letzten Jahren grundlegend verändert, da es heute auf dem Markt auch im Klang gute bis sehr gute Kunststofflöten gibt. Gegenüber Holzflöten haben Blockflöten aus Kunststoff viele Vorteile. So sind sie für gewöhnlich preiswert und sehr robust, was gerade bei Kindern sehr wichtig ist. Besonders das Mundstück ist bei Kindern hohen Belastungen durch Speichel und Zähne ausgesetzt. Ebenso wird oftmals die ganze Flöte durch klebrige Hände verschmutzt. Für Kunststoffflöten sind Verunreinigungen jeder Art überhaupt kein Problem, denn Sie können diese problemlos regelmäßig waschen oder in die Spülmaschine geben. Ebenfalls in Bezug auf Stöße und Stürze sind Kunststoffflöten weniger empfindlich als Holzflöten. Eine Kunststoffflöte lässt also vieles, was eine Flöte aus Holz leicht ruinieren kann, klaglos mit sich geschehen. Hochwertig verarbeitete Holzflöten klingen dafür meist schöner und sorgen für ein angenehmeres Spielgefühl. Ihre Töne klingen normalerweise sauberer, weicher und voller als die von sterilen Plastikflöten. Gerade geübte Spieler können aus einer Blockflöte aus lebendigem Holz viel mehr Klang herausholen.

Holzblockflöten wurden früher in Deutschland meist aus Ahorn oder Birnbaum gefertigt. Dahingegen werden heutzutage hochwertige Holzflöten oft aus teuren Edelhölzern oder Tropenhölzern hergestellt, was sich natürlich auch in deren Preis widerspiegelt. Das für die Tonerzeugung entscheidende und der Atemwärme sowie dem Speichel eines Musikanten ausgesetzte Mundstück wird dabei häufig aus einem anderen Holz als der Korpus hergestellt. Die meisten Flötenhersteller, wie unter anderen auch Moeck und Mollerhauer, bieten zudem Flöten an, deren Korpus mit den Grifflöchern aus Holz und deren Mundstück aus Kunststoff besteht. Eine allseits beliebte Schulblockflöte dieser Art ist beispielsweise auch die Moeck-Flauto-1-plus. Eine solche Flöte könnte für Ihr Kind auch eine sinnvolle Alternative sein, da diese gut klingt, das Mundstück pflegeleicht ist und sie auch hinsichtlich des Preises einen vernünftigen Kompromiss darstellt.

Griffsysteme, zwischen denen Sie auswählen müssen

Blockflöten gibt es mit zwei unterschiedlichen Griffweisen, nämlich zum einen mit dem deutschen Griffsystem und zum anderen mit dem barocken Griffsystem, das auch englisches Griffsystem bezeichnet wird. Deshalb müssen Sie sich beim Kauf einer Kinderblockflöte für eine der beiden Griffweisen entscheiden. Bei dieser Entscheidung bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als die Anweisung des Musiklehrers zu befolgen, weil man auf einer barocken Flöte die deutsche Griffweise und auf einer deutschen Flöte die barocke oder englische Griffweise nicht erlernen kann.

Die Griffweisen der Blockflöten unterscheiden sich in den Lochbohrungen. Je nach Art der Bohrung werden einige Flötentöne unterschiedlich gegriffen. Optisch erkennen Sie den Unterschied daran, dass das Tonloch für den Ton f2/f3 bei der Sopranblockflöte beziehungsweise b1/b2 bei der Altblockflöte bei einer barocken Flöte größer ist als bei einer deutschen Flöte. Dies bedeutet, dass bei einer Blockflöte mit barockem Griffsystem die dritte Lochung von unten größer ist als die vierte. Bei der deutschen Griffweise hingegen ist diese Lochung sehr winzig. Vorteil der deutschen Griffweise ist bei der Sopranblockflöte zunächst die einfachere Griffweise des Tons f. Doch sobald man die Stammtonleiter verlässt, wird diese Vereinfachung mit gravierenden Intonationsmängeln erkauft. Denn um schon beim Ton Fis noch eine saubere Intonation zu erreichen, sind recht komplizierte Griffe notwendig. Wenn Sie denken, dass Ihr Kind sich für längere Zeit dem Flötenspiel widmen möchte, dann empfiehlt es sich, dass es von Anfang an die barocke Griffweise erlernt. Diese Entscheidung können Sie natürlich nur selbst treffen, wenn Sie dazu die Wahlmöglichkeit haben. Generell befindet sich die unterlegene deutsche Griffweise zwar auf dem Rückzug, aber dennoch arbeiten einige Schulen beziehungsweise Lehrer und Lehrerinnen noch mit ihr.

Sie müssen sich für eine Blockflöte mit Einzellöchern oder Doppellöchern entscheiden

Die unteren Löcher einer deutschen oder barocken Schulflöte können einfach oder doppelt sein. Auf beiden Ausführungen sind allerdings alle Töne spielbar. Einfachlöcher sind für kleine Kinder manchmal leichter zu greifen. Für den Grundschulunterricht spielt es jedoch meist keine Rolle, ob eine Flöte Doppellöcher hat oder nicht, denn die Töne, die mit ihnen erzeugt werden, werden üblicherweise im Anfängerunterricht noch nicht gelehrt. Für fortgeschrittene Flötenspieler ist hingegen eine Flöte mit Doppellöchern zu empfehlen, mit denen seltene Töne wie das tiefe Cis und Dis leichter gespielt werden können, indem je eines der Doppellöcher abdeckt wird. Mit einem Einfachloch, bei dem man ein halbes Loch abdecken müsste, sind diese Töne nur sehr schwer zu erzeugen.

Braucht Ihr Kind eine spezielle Blockflöte, falls es Linkshänder ist?

Bei der Benutzung von vielen Gegenständen des täglichen Gebrauchs wie zum Beispiel Scheren, Werkzeugen, Anspitzern, Schreibmappen, Füllern haben Linkshänder Schwierigkeiten, wenn diese auf rechthändige Bedienung ausgerichtet sind. Deshalb gibt es davon spezielle Produkte, die auf die Bedürfnisse von Linkshändern zugeschnitten sind. Dementsprechend existieren auch Musikinstrumente wie Blockflöten, die extra für Linkshänder gefertigt wurden. Linkshänder-Flöten sind derart gestaltet, dass die linke Hand an der Fußseite und die Rechte an der Kopfseite der Flöte aufgelegt wird. Diese unterschiedliche Handhabung macht bei den Klängen keinen Unterschied. Wenn Ihr Kind Linkshänder ist, dann ist es aber nicht zwingend erforderlich, dass Sie ihm eine Linkshänder-Blockflöte kaufen. Denn beim Blockflötenspiel lernen müssen sowieso beide Hände für die Abdeckung von je vier Tonlöchern eingesetzt werden. Deshalb ist die Blockflöte prinzipiell ein Blasinstrument für „Beidhänder". Wer einmal auf einer Linkshänder-Flöte gelernt hat, wird später Schwierigkeiten haben, sich an eine Rechtshänder-Flöte zu gewöhnen und wird deshalb immer eine Linkshänder-Flöte benötigen und nur auf ein begrenzteres Blockflötenangebot zurückgreifen können.

Welches Zubehör für die Flöte Ihres Kindes empfehlenswert ist

Viele namhafte Hersteller bieten Kinderflöten-Sets an, bei denen neben der Blockflöte auch einige Zubehörartikel wie zum Beispiel eine Flötenhülle, eine Grifftabelle sowie ein Pflegeset enthalten sind. Sollten Sie jedoch nicht auf ein Starterset mit Zubehör zurückgreifen oder das Zubehör erweitern wollen, so finden Sie auch hierfür auch die passenden Produkte. Für die Aufbewahrung und den Transport der Blockflöte Ihres Kindes können Sie im Wesentlichen zwischen einem Flötenetui beziehungsweise einer Flötentasche und einem Flötenkasten beziehungsweise Flötenkoffer wählen. Sinnvoll ist sicherlich auch ein Notenständer. Für Holzflöten braucht Ihr Kind auch spezielle Reinigungsutensilien. Wenn Sie nicht selbst Musikerin oder Musiker sind, ist es ratsam, am Anfang ein Pflegeset für empfindliche Blockflöten aus Holz zu kaufen. Damit können Sie sicherstellen, dass Sie alle Grundpflegemittel für die richtige Reinigung haben. Und wenn Sie sich an die Anleitung halten, können Sie bei der Reinigung auch nichts falsch machen. Die Pflegesets umfassen in der Regel Flötenöle, einen Wischerstab beziehungsweise Kolbenreiniger, eine Ölbürste, ein Wischtuch, ein Antikondens sowie ein Korkfett.

Neue Holzblockflöten müssen sich erst an Ihr Kind gewöhnen

Alle neuen Holzblockflöten müssen zunächst einmal eingespielt werden. Bei Kunststoffflöten oder Holzflöten mit einem Plastikkopf ist das Einspielen hingegen nicht erforderlich. Haben Sie Ihrem Kind eine Holzflöte geschenkt, dann müssen Sie auch darauf achten, dass Ihr Kind in den ersten Wochen jeden Tag nur wenige Minuten mit dieser spielt, damit sich das Holz an die Speichelfeuchtigkeit und Atemwärme Ihres Kindes gewöhnen kann. Würde die Flöte nämlich zu Beginn zu lange gespielt wird, könnte das Holz nass werden und sich verziehen. Das Einspielen dient außerdem dazu, eine Holzflöte an unterschiedlichen Blasdruck zu gewöhnen. Ihr Kind sollte deshalb in der unteren Lage mit langen Haltetönen und langsamen Läufen anfangen und dann Schritt für Schritt den Tonumfang und die Spielweise erweitern. Wie dies geschieht, wird Ihrem Kind von seiner Lehrkraft beigebracht. Nach dem Üben ist es wichtig, die Holzblockflöte sorgfältig mit einem Tuch abzuwischen und zum Trocknen auseinandergedreht an einem geschützten Ort an der Luft liegen zu lassen. Das Trocken darf auf keinen Fall mit Wärmequellen wie zum Beispiel einem Fön beschleunigt werden, da dies zu Rissbildungen im Holz führen könnte. Auch ständig kalter Luftzug und direktes Sonnenlicht bekommen einer feuchten Holzflöte nicht gut. Sobald die Flöte trocken ist, kann sie in ihrem Flötenkasten oder ihrer Flötentasche aufbewahrt werden.

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