Was Sie beim Kauf origineller Unikate aus der Fischerei beachten sollten

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Vom Angelhaken bis zum Köder: Was Sie beim Kauf origineller Unikate aus der Fischerei beachten sollten

Die Fischerei – Hobby, Beruf und Teil der Menschheitsgeschichte

Die Fischerei zählt zu den ältesten Arten, wie die frühen Menschen sich ihre Nahrung beschafften. Während zum Beispiel die Landwirtschaft erst rund 5000 vor Christus erste Anfänge nahm, war die Fischerei in einfachen Formen bereits vor 400.000 Jahren verbreitet. Harpunen zum Fangen von Fischen waren die ersten Werkzeuge, die als reine Angelutensilien benutzt wurden. Hinweise auf diese Art des Fischfangs fand man im afrikanischen Zaire, wo die Menschen vor 90.000 Jahren so Welse erlegten. Erste Angelutensilien, die an die heutige Art Fische zu ködern erinnern, wurden bereits vor 16.000 bis 23.000 Jahren hergestellt. Aus Schalen von Schnecken formten die Menschen Angelhaken. Netze, Reusen und weitere Angelgeräte verbreiteten sich nachweislich in großem Umfang zwischen 7000 und 4100 vor Christus. Funde aus Südschweden, Dänemark und Norddeutschland belegen dies.

Heutzutage hat die Berufsfischerei zwar viel von ihrem Glanz verloren, aber Hobbyangler frönen diesem Hobby nach wie vor in traditioneller Art und Weise mit Schnur, Rute und verschiedenen Ködern. Teil des Hobbys ist es oftmals auch, sich an den farbenfrohen Kunstködern zu erfreuen oder alte Ruten oder Rollen zu sammeln. Daher werden immer wieder seltene und alte Unikate aus der Fischerei angeboten, mit denen Sie Ihre Sammlung von historischen Angelutensilien erweitern können. Welche Stücke sich in Ihrer Sammlung besonders gut machen, wird im Folgenden kurz erläutert.  

Kunstköder – beliebte Hilfsmittel und Sammlerobjekte

Kunstköder unterteilt man in viele verschiedene Klassen. Je nach der Art des Angelns, die man betreiben möchte, benötigt man unterschiedliche Kunstköder. Für das Meeresangeln und das Eisfischen zum Beispiel benötigt man schwere, massive Metallköder, die sogenannten Pilker.

Eine Kunst für sich ist das Fliegenfischen. Nicht jeder Angler beherrscht diese schwere Technik, bei der man sehr leichte Köder aus Federn mit speziellen Schnüren und Wurftechniken gezielt und weit schwingen muss. Kunstfliegen sind in der Herstellung oft Handarbeit und werden auch von vielen Hobbyanglern in stundenlanger Kleinarbeit selbst hergestellt. Sie bilden darüber hinaus aufgrund ihrer vielfältigen und prächtigen Farben ein eigenes Sammelgebiet. Sie imitieren im Wasser Insekten und Fliegen und locken vor allem lachsartige Fische an. Besonders häufig setzt man Kunstfliegen an schnell fließenden Flüssen ein, wo man mit ihnen Lachsen oder Forellen nachstellt.

Die Spinner sind aus Metall und Federn gefertigte Köder, die es in allen möglichen Größen gibt. Auch diese Art der Kunstköder gibt es bereits seit geraumer Zeit und es gibt spezielle Varianten für alle Arten von Süßwasserfischen, vom Barsch bis zum Zander. Im Wasser rotiert ein Metallblatt und sendet somit reflektierende Lichtreize aus, die die Fische zum Beißen verleiten sollen.

Blinker sind eine der ältesten Arten, mit Kunstködern auf Fischfang zu gehen. Es handelt sich bei ihnen um einfache Metallblätter, an denen ein oder mehrere Haken befestigt sind. Sie machen im Wasser torkelnde Bewegungen, die besonders große Raubfische wie Hechte anziehen sollen. Auch aus dieser Klasse gibt es viele alte Stücke, die noch aus der Zeit vor der Massenproduktion stammen und sich in einer Sammlung von alten Kunstködern gut machen.

Alte Stücke zum Sammeln, neue Stücke zum Angeln

Sammler interessieren sich für alte Kunstköder. Weniger interessant sind dabei die in jüngerer Vergangenheit hergestellten Kunstköder aus Silikon , die sogenannten Gummifische. Gummifische sind meist günstige Massenware, die nur für eine kurze Benutzungszeit gedacht sind.  

Rapala – Kultköder aus Finnland

Wie echte Fische sehen die Wobbler aus. Der finnische Hobbyfischer Lauri Rapala fing 1936 damit an, eigene Wobbler aus Holz zu schnitzen und legte damit den Grundstein für eine Serie von Kunstködern, die unter Sportfischern bis heute sehr beliebt sind. Aus diesen ersten Holzwobblern entstand einer der weltweit größten Hersteller für Kunstköder, Rapala. Diese Firma ist dazu die Einzige, die Wobbler aus Balsaholz in Serienproduktion fertigt. Unter Sammlern sind diese Wobbler sehr begehrt, denn lange Zeit wurden sie noch in Handarbeit gefertigt und jeder Köder wurde auf seine Schwimmeigenschaften getestet, bevor er die Fabrik verließ. Alte Rapala-Köder erkennen Sie daran, dass sie auf der Tauchschaufel den Aufdruck „Made in Finland“ besitzen. Spätere, für Sammler weniger interessante Varianten, wurden in Irland, Estland und mittlerweile auch in Fernost produziert. Bei diesen handelt es sich nicht mehr um Handarbeiten und oftmals wird inzwischen auch Plastik anstatt Holz als Material verwendet.  

Angelrollen als Sammlerobjekte

Als Angelrolle bezeichnet man den Teil, der für das Aufspulen der Angelschnur zuständig ist. Es gibt diese in verschiedenen Ausführungen, für das Meerangeln, das Süßwasserfischen, mit Front- oder Heckbremsen. Gerade in den letzten Jahrzehnten entwickelten sich Angelrollen zum Sammlerobjekt unter den Fischerfreunden. Das Sammeln von Angelrollen ist dabei keineswegs langweilig und eintönig, haben doch viele der bekanntesten Marken jedes Jahr ihr Sortiment überarbeitet und verschiedene Versionen ihrer Angelrollen herausgebracht. So war und ist es üblich, aus der gleichen Serie von Rollen Varianten mit unterschiedlicher Spulengröße herauszubringen. Sinn und Zweck ist es, für jede Art des Fischens eine passende Rolle parat zu haben. Forellenangler zum Beispiel benötigen leichte, kleine Rollen, um auch mit wenig Wurfgewicht und dünner Angelschnur weite Würfe erzielen zu können. Angler, die großen Raubfischen nachstellen, wie zum Beispiel dem Hecht oder dem Zander, benötigen hingegen eine kräftige Rolle mit viel Kapazität für Schnur. Angelrollen von alten Herstellern sind bei Sammlern sehr beliebt.  

Angelrollen von Abu

Einer dieser Kulthersteller von Angelrollen ist die schwedische Firma Abu, deren antike Rollen Sie noch immer erwerben können. Besonderer Beliebtheit unter den Sammlern erfreuen sich die Kapselrollen, die unter dem Namen Abumatic im Jahre 1957 auf den Markt kamen. Anfangs unter dem Namen Abu Viking vertrieben, überzeugten diese Rollen mit geschlossenem Gehäuse über der Spule für die Angelschnur durch ihre Robustheit und einfache Bedienung. Anhand der Farbe und der Form des Spulengehäuses sowie der Typenbezeichnungen, können Kenner des Fachs auf Anhieb den Produktionszeitraum dieser Angelrollen bestimmen. Der Großteil dieser Abu-Rollen wurde aus Aluminium gefertigt, was sie leicht und widerstandsfähig machte. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage der Kapselrollen, deren Produktion zu Beginn der 80er Jahre eingestellt worden war, legte Abu im Jahre 2009 diesen Klassiker wieder neu auf und brachte die Rolle unter der Typenbezeichnung Abumatic 170 wieder auf den Markt. Seltene Varianten unter den Abumatic-Rollen, die für Sammler von besonderem Interesse sind, ist zum Beispiel die Abumatic 141, welche zwischen 1963 und 1965 in geringer Stückzahl speziell für Linkshänder gefertigt wurde.

Stationärrollen von Abu wurden unter dem Namen „Cardinal“ seit 1965 vermarktet. Auch diese sind, aufgrund ihrer Vielfältigkeit, bei Sammlern beliebt. Suchen Sie nach gebrauchten Abu Cardinal-Rollen, um Ihre Sammlung zu vervollständigen.  

Angelwaren mit Geschichte und Tradition aus Deutschland

Was in Skandinavien Abu und Rapala waren, war im deutschsprachigen Raum die Deutsche Angelgeräte Manufaktur, kurz D.A.M.. Diese wurde 1875 von den Brüdern Oscar und Fritz Ziegenspeck gegründet und ist verantwortlich für einige Erfindungen, die aus der heutigen Angelzeit nicht mehr wegzudenken sind. So war es die Deutsche Angelgeräte Manufaktur, die mit der Super-Rollenserie die ersten Angelrollen auf den Markt brachten, die über zwei verschiedene Einrollgeschwindigkeiten verfügten. Auch die erste synthetische Angelschnur wurde von der D.A.M. produziert und findet sich unter dem Markennamen Damyl nach wie vor im Handel.

Kunstköder Effzett

Auch bei den Kunstködern gelang den Brüdern Ziegenspeck mit dem "Ever-Ready-Spinner" ein Volltreffer. Der erste Blinker aus dieser Serie kam 1933 auf den Markt und bekam 1958 den Namen, der bis heute vielen Anglern ein Begriff ist – Effzett. Es handelte sich dabei um eine Art von Kunstköder, die es bis dahin noch nicht gab. Inzwischen stellen unzählige Firmen Kunstköder in dieser Form her. Der Effzett in seiner Urform ist 6,5 cm lang, besitzt zwei Drillingshaken und ist ellipsenförmig. Er wurde aus 1,7 mm dickem Messingblech gefertigt und besaß am Ende ein Schuppenmuster, das an einen Fisch erinnerte. Für Reflexionen im Wasser sorgten die unterschiedlichen Beschichtungen der beiden Seiten. Außen war der Effzett versilbert und poliert, während die Innenseite golden schimmerte. Sie bekommen den Effzett sowohl noch in seiner originalen Art als auch in den zahlreichen, später eingeführten Farb- und Größenvarianten.

Alte Angelruten

Auch Angelruten gibt es in vielen verschiedenen Arten. Länge, Dicke, Material und Art unterscheiden sich, je nachdem, welche Art von Fischerei man betreiben möchte. Heutzutage werden Angelruten meist aus Hightech-Fasern wie Kevlar, glasfaserverstärktem Kunststoff oder Kohlefaser hergestellt. Dies ist jedoch eine noch recht neue Tendenz, denn lange Zeit bestanden die Angelruten aus natürlichen Materialien wie Weiden oder biegsamen und robusten Holzarten wie Wacholder oder Hasel. Eine Rute ist sehr wichtig beim Angeln, da sie die Aufgabe hat, den Fisch zu haken und ein sicheres Landen des Fisches zu ermöglichen. Eine falsche Rute kann somit die Aufgabe nicht erfüllen und führt zwangsläufig zum Misserfolg. Man unterscheidet Ruten zunächst nach der Länge und dem Wurfgewicht. Für das Schleppangeln mit dem Boot benutzt man relativ kurze, steife Ruten. Im Gegensatz dazu benötigt man für das Brandungsangeln sehr lange Ruten, die sogar bis zu fünf Meter lang sein können. Forellenangler benötigen dagegen dünne Ruten, die auf ein geringes Wurfgewicht ausgelegt sind. Beim Fliegenfischen haben sich Ruten aus natürlichen Materialien wie Bambus bis heute gehalten. Fliegenfischer setzten diese gerne ein, da sie Tradition verkörpern und Statussymbole sind. Für das Spinnfischen wurden lange Zeit noch Ruten mit Korkgriffen benutzt, die besonders gut in der Hand liegen. 

Grundsätzlich ist das Feld der alten Angelruten und Zubehör sehr vielfältig und bietet spannendes Material für Liebhaber und Sammler origineller Unikate aus der Fischerei. . 

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