Was Sie beim Kauf einer Webcam beachten sollten

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Was Sie beim Kauf einer Webcam beachten sollten

Über das Internet zu telefonieren und dabei dem Gesprächspartner in die Augen zu schauen, ist mit jeder handelsüblichen Webcam möglich. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede in der Bild- und Tonqualität. Manche Webcams bieten darüber hinaus einen erheblichen Mehrwert durch die unterschiedlichsten Sonderausstattungen.

Bevor Sie sich für den Kauf einer Webcam entscheiden, möchte Ihnen dieser Ratgeber einen Überblick über die technischen Möglichkeiten und die Arbeitsweise von Webcams geben. So sind Sie in der Lage, eine Kaufentscheidung auf der Basis eines ausgewogenen Hintergrundwissens zu treffen.

Telefonieren mit Bild: Webcams machen die Welt transparenter

Auf öffentlichen Plätzen und an Gebäuden an den unterschiedlichsten Orten rund um die Welt sorgen fest installierte Webcams dafür, dass man sich Urlaubsziele oder neue Wohn- und Arbeitsorte live und in Farbe anschauen kann. Selbst die Werbung hat inzwischen Webcams für sich entdeckt. Virtuelle Werbemaßnahmen, bei denen Produkte oder Projekte aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden können, erhöhen die Konsumbereitschaft.

Aber auch auf den zahllosen Schreibtischen in Büros und privaten Haushalten nimmt der Anteil an Webcams immer weiter zu. Mit dazu beigetragen hat, dass man über das Internet weitgehend kostenlos kommunizieren kann. Das macht natürlich ungleich viel mehr Spaß, wenn man auf dem Bildschirm das Gesicht seines Gesprächspartners sieht und auch selbst gesehen werden kann.

Außerdem lassen sich mit einigen Webcams auch eigene kleine Filme aufnehmen oder Fotos anfertigen und direkt ins Netz stellen.

Anwendungszweck und Internetverbindung – Kriterien für die Auswahl von Webcams

Welche Webcam für den eigenen Gebrauch die Beste ist, lässt sich anhand der eigenen Internetverbindung, aber auch hinsichtlich des geplanten Anwendungszwecks schon ein wenig eingrenzen.

Wer über eine langsame Internetverbindung verfügt, kann auf eine hoch auflösende Webcam gut verzichten. Hier genügen einfache Modelle, weil die langsame Verbindung eine größere Datenmenge nicht problemlos übertragen könnte. Liegt eine schnelle DSL-Verbindung vor, sollte auch die Kamera über eine hohe Auflösung verfügen. So lassen sich auch Videofilme störungsfrei übertragen.

Hinweis: Wenn Sie häufig über das Internet telefonieren oder Daten Ihrer Webcam übertragen wollen, sollten Sie sich bei Ihrem Provider um eine günstige Flatrate bemühen. Ansonsten kann auch eine einfache Webcam durchaus zur Kostenfalle werden, weil zu hohe Verbindungsgebühren anfallen.

Die Auflösung der Webcam

Grundsätzlich gilt: Je höher die Auflösung ist, umso größer wird die Datenmenge, die das Computersystem verarbeiten und die Internetverbindung weiterleiten muss. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass ausschließlich hoch auflösende Webcams geeignet sind, wenn man über einen modernen Computer und eine schnelle Internetverbindung verfügt. Manchmal ist es sogar so, dass Kameras mit einer niedrigeren Auflösung eine bessere Bildqualität bieten als hoch auflösende – und meist dann auch entsprechend teurere – Webcams.

Verantwortlich für die Bildauflösung sind nämlich in erster Linie Objektiv und Bildsensor. Hier verhalten sich Webcams nicht anders als moderne Digitalkameras.

Wichtig: Achten Sie beim Kauf einer Webcam darauf, dass die Bildqualität und die Auflösung tatsächlich durch die Optik erreicht werden. Manche Hersteller lassen mithilfe einer speziellen Software die Bilder zu einer höheren Auflösung umrechnen. Das ändert aber nichts an der tatsächlichen Aufnahmequalität.

Die Videoübertragung über das Internet verlangt nach einer großen Bandbreite. Bei einer einfachen DSL-Leitung ist eine Kamera, die eine Auflösung von etwa 640x480 Bildpunkten liefert, vollkommen ausreichend. Oft genügt auch deutlich weniger.

Hinweis: Wenn Sie die Webcam selten für das Internet, aber häufig zum Aufnehmen von Fotos oder Videos für den Hausgebrauch verwenden wollen, sollten Sie auf jeden Fall eine sehr hohe Auflösung wählen.

Genauso sieht es aus, wenn Verbindungsstrecken mit 16 Megabit Brandbreite oder mehr zur Verfügung stehen. Hier kann die Auflösung für die Webcam deutlich höher gewählt werden, weil diese Leitungen einen wesentlich schnelleren Datentransfer zulassen.

Achtung: Video-Chats können sich hier als sogenannter Flaschenhals entpuppen. Es gibt Programme, die die maximale Bildauflösung begrenzen. Das ist besonders bei den zahlreichen Gratisprogrammen der Fall. Für Video-Chats in hoher Auflösung sollte also eine gute kommerzielle und damit kostenpflichtige Software verwendet werden.

Die Software im Lieferumfang der Webcam

Fast alle gängigen Betriebssysteme erkennen die Webcam im Plug-and-play-Modus über die USB-Schnittstelle automatisch. Hierfür ist keine spezielle Betreibersoftware notwendig. Das ist auch für den reibungslosen Betrieb der Webcam sehr wichtig, denn wenn sie treiberlos funktioniert, entstehen auch kaum Softwarekonflikte mit dem jeweiligen Betriebssystem.

Trotzdem kann die mitgelieferte Software durchaus ein Kriterium für die Kameraauswahl darstellen. Besonders, wenn mehrere ähnliche Modelle zur Auswahl stehen, sollte ein Vergleich der mitgelieferten Software-Tools erfolgen. Hier stehen die unterschiedlichsten Funktionen zur Verfügung. Zum Beispiel können Sie:

  • Video- oder Standbilder manuell verändern,
  • spezielle Bildeffekte erzeugen,
  • Bildhintergründe austauschen oder
  • Aufnahmen im Zeitraffermodus machen.

Praktisch ist auch, wenn man die Webcam in ein Überwachungssystem oder eine Alarmanlage integrieren kann.

Übrigens: Wenn Sie die Videos, die Sie mit einer Webcam aufgenommen haben, selber schneiden und bearbeiten möchten, ist dazu genau wie bei einem digitalen Camcorder ein spezielles Video-Schnittprogramm notwendig. Es gibt jedoch Anbieter von Webcams, die ein einfaches Videoschnittprogramm mit der Software zur Verfügung stellen. Diese Programme sind zwar nicht so umfangreich an Funktionen wie professionelle Spezialanwendungen, reichen aber für kleinere Videos und alltägliche Anforderungen häufig durchaus aus.

Die Webcam im Netzwerk – das ist zu beachten

Es gibt Webcams, die sich per Kabel oder drahtlos in ein Netzwerk integrieren lassen. So haben alle angeschlossenen Computer Zugriff auf die Kamera.

Zu beachten ist hier, dass eine Webcam mit Netzwerkanschluss ohne Computerunterstützung auskommen muss. Die notwendige Hardware, um mit dem Netzwerk kommunizieren zu können, muss sich also im Gehäuse der Kamera befinden. Diese Webcams sind deshalb deutlich größer und natürlich auch teurer als die Geräte, die nur für einen einzelnen PC angeschafft werden.

Achtung: Es gibt Hersteller, die in das Kameragehäuse einen eigenen Webserver integrieren. Das ermöglicht den Zugriff auf die Webcam auch aus dem Internet.

Verbunden werden netzwerkfähige Webcams entweder über ein Ethernet-Kabel oder per WLAN. Die Kabelverbindung ist dabei die sicherere Variante, weil sie den Zugang unbefugter Dritter so gut wie ausschließt. Der Nachteil besteht darin, dass häufig relativ lange Verbindungskabel notwendig werden, wenn sich die Kamera nicht in unmittelbarer Nähe des Verteilerknotens (Router oder Switch) befindet. Die Stromversorgung bezieht die Kamera hier über das Netzwerkkabel, sodass ein zusätzlicher externer Stromanschluss nicht notwendig ist.

Achtung: Die Stromversorgung über das Netzwerkkabel funktioniert nur, wenn diese Kabel die Power-over-Ethernet-Technik (Poe) beherrschen. Achten Sie darauf unbedingt beim Kabelkauf.

Hinweis: Es gibt eine praktische Alternative zu langen Netzwerkkabeln. Die Webcam könnte über ein Stromnetzwerk betrieben werden. Dazu müssen aber sowohl Webcam als auch Computer oder Router mit speziellen Adaptern ausgestattet werden. Ob Sie für Ihr Netzwerk passende Adapter finden, können Sie anhand der Bedienungsanleitungen der jeweiligen Geräte oder in den technischen Datenblättern auf den Herstellerwebseiten überprüfen.

Webcams im kabellosen Netzwerk

Eleganter ist natürlich eine Webcam im kabellosen Netzwerk. Es werden keine Kabel benötigt, und die Installation ist auch für einen Laien kein Problem. Die Übertragungsgeschwindigkeiten üblicher Netzwerke reichen in der Regel ebenfalls aus.

Schwieriger kann es werden, wenn eine Webcam mit sehr hoher Auflösung verwendet wird, die aber über einen langsamen Funkstandard verfügt.

Kauftipp: Achten Sie beim Kauf einer Netzwerkwebcam für ein WLAN darauf, dass der Funkstandard mit 802.11g oder 802.11n angeben ist. Hier sind kaum Engpässe beim Datentransfer zu erwarten.

Achtung: Auch Funkkameras kommen nicht komplett ohne Kabel aus. Sie benötigen einen Netzanschluss entweder in unmittelbarer Nähe, oder es muss mit Verlängerungskabeln oder Steckerleisten gearbeitet werden.

Die Webcam als Ersatz für eine teure Videoüberwachung

Die meisten Webcams sind mit einem Bewegungssensor ausgestattet. Man kann sie so konfigurieren, dass sie nur Aufnahmen machen, wenn sich im Bildausschnitt etwas verändert. Damit werden sie zu einer preiswerten und auch bequemen Alternative zu herkömmlichen Video-Überwachungssystemen. Diese nehmen grundsätzlich fortlaufend alles auf, sodass für das Auswerten der Aufzeichnungen viel Zeit und Geduld aufgewendet werden muss. Bei der Webcam sieht man nur das, was sich tatsächlich verändert hat.

PC-Besitzer, die dank einer Flatrate jederzeit mit dem Internet verbunden sein können, haben noch weitere Möglichkeiten. Sie können den Computer anweisen, immer dann eine E-Mail auf ein vorher bestimmtes Handy zu senden, wenn die Webcam aktiv wird.

Es ist sogar möglich, die entsprechenden Bilder direkt auf das Handy oder an einen FTP-Server zu senden. So kann man schon Sekunden nach einer Aufnahme feststellen, ob sich eventuell Unbefugte in der Wohnung aufhalten, und die Polizei informieren.

Einige Hersteller liefern die passende Software für die Konfigurationen gleich gemeinsam mit der Webcam aus. Informieren Sie sich über den Lieferumfang anhand der detaillierten Produktbeschreibungen oder auf der Webseite des Herstellers.

Kauftipp: Wenn Sie den PC nicht permanent eingeschaltet lassen wollen, trotzdem aber eine Webcam als Überwachungskamera einsetzen möchten, greifen Sie zu einer Netzwerkkamera mit eigenem Webserver. Diese Lösung ist übrigens auch praktisch zur Überwachung von Objekten, die keinen Internetanschluss haben wie zum Beispiel Campingwagen oder Ferienhäuser.

Achtung: Das Versenden von Bilddaten über Festnetz- oder Mobilfunkleitungen verursacht zusätzliche Kosten, falls hier keine entsprechende Flatrate für den Datentransfer vorhanden ist.

Es ist vorteilhaft, eine schwenkbare Webcam für die Video-Überwachung einzusetzen. Es gibt Modelle mit einer automatischen Bildverfolgungsmöglichkeit. So lassen sich die Bewegungen von Personen oder Haustieren innerhalb eines Raums gut verfolgen.

Wichtig: Die Bewegungssensorik sollte sich auch über das Internet steuern lassen. So hat man im Zweifelsfall die Möglichkeit, sich bestimmte Bereiche des überwachten Raums genauer anzuschauen.

Bundesdatenschutzgesetz beachten

Es gibt inzwischen spezielle Webcams, die sich für den Outdoor-Einsatz eignen. Diese Kameras sind allerdings auch deutlich teurer. Außerdem müssen hier natürlich die gesetzlichen Grundlagen berücksichtigt werden. Wer Kameras zur Überwachung von Räumen oder Grundstücken einsetzt, muss die Kamera so ausrichten, dass sie nicht gegen die Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes verstößt.

Informieren Sie sich im Vorfeld über die gesetzlichen Bestimmungen, bevor Sie Ihre Webcam als Überwachungskamera einsetzen. Verstöße gegen das Bundesdatenschutzgesetz sind kein Kavaliersdelikt.

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