Was Sie beim Kauf einer Lichtmaschine fürs Auto beachten sollten

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Was Sie beim Kauf einer gebrauchten oder neuen Lichtmaschine beachten sollten

Die Deutschen lieben ihre Autos, das ist wohl kaum neu und alles andere als weit hergeholt. Reparaturen werden daher nicht lange überlegt, was natürlich nicht nur an der „Liebe" allein liegt. Zum einen wird das Auto ganz einfach als Fortbewegungsmittel benötigt, was auf dem Land deutlich mehr gilt als in der Großstadt mit S- und U-Bahn. Außerdem garantiert eine regelmäßige Wartung samt entsprechender Reparaturen den Werterhalt des Fahrzeugs, was spätestens beim Wiederverkauf deutlich wird.

So manche Reparatur ist dann auch nicht aufschiebbar, sondern schlichtweg nötig. Tatsächlich kann so manches defekte Bauteil ein Fahrzeug regelrecht lahmlegen, womit der eigentliche Sinn - eben die individuellen Fortbewegung zu jeder Tages- und Nachtzeit - nicht mehr gegeben ist. Ein solches Bauteil ist mit Sicherheit die Lichtmaschine, die für den Betrieb eines Automobils ungemein entscheidend ist.

Warum und wieso soll Ihnen der folgende Ratgeber „Was Sie beim Kauf einer gebrauchten oder neuen Lichtmaschine beachten sollten" näherbringen. Obendrein vergleicht dieser Ratgeber die Vor- und Nachteile von gebrauchten sowie fabrikneuen Lichtmaschinen und gibt Tipps, wie Sie die Reparatur in bester Selfmade-Manier selbst vornehmen können.

Dynamo und Stromerzeuger: Die Lichtmaschine erklärt

Zuerst einmal gilt es zu klären, wozu eine Lichtmaschine in einem Auto dient und warum das Bauteil für den Betrieb des Fahrzeugs so wichtig ist. Fangen wir von vorn an. Die Lichtmaschine, kurz auch Lima genannt, ist nichts anderes als ein elektrischer Generator. Angetrieben wird dieser Generator vom eigentlichen Verbrennungsmotor, erzeugt wird elektrischer Strom. Rein historisch diente die Lichtmaschine einst allein zur Stromerzeugung für die Scheinwerfer. Moderne Autos haben mittlerweile jedoch unzählige „Stromfresser" eingebaut, die alle mit der nötigen Energie versorgt werden wollen.

Zu diesen sogenannten „elektrischen Verbrauchern" zählen beispielsweise Licht, Radio, Navi oder Klimaanlage; im Fazit somit etliche Verbraucher, die sowohl der Sicherheit wie ebenso dem Komfort der Insassen dienen. Viele dieser Verbraucher sind heute nicht mehr wegzudenken. Radio und Klimaanlage sind längst Norm; von Scheinwerfern, Rücklichtern oder Blinkleuchten mal ganz zu schweigen.

Zwar ist dem Auto eine Batterie als Energiereserve eingebaut, die aber dient vorrangig zum Starten des Motors. Trotzdem beziehen auch die elektrischen Verbraucher zeitweise ihre Energie aus der Batterie, beispielsweise, wenn der Verbrennungsmotor ausgeschaltet ist und Sie trotzdem Radio hören möchten. Die Energie der Batterie reicht jedoch nicht ewig, weswegen mittels der Lichtmaschine permanent neuer Strom erzeugt wird. Der füllt nicht nur die Batterie mit neuem „Saft", sondern versorgt vor allem die Verbraucher, um die Batterie zu schonen.

Vom Prinzip her ist die Lichtmaschine nicht anders aufgebaut als ein Dynamo am Fahrrad, wobei die Bezeichnung Dynamo sogar durchaus korrekt wäre. Als Nebenaggregat des Motors erzeugt die Lichtmaschine jedenfalls Strom, allerdings nur bei laufendem Motor. In der Norm wird die Lichtmaschine hierbei lediglich von einem Keilrippenriemen oder Flachrippenriemen angetrieben. Bei den meisten Motorrädern oder Gasturbinen wird die Lichtmaschine wiederum direkt mit der Kurbelwelle gekoppelt, was übrigens auch beim Pkw möglich ist. Rein „arbeitstechnisch" wandelt die Lichtmaschine schließlich die mechanische in elektrische Energie um, womit das eigentliche Prinzip des Bauteils schon erklärt wäre. Der Energiegewinn hängt obendrein von der Drehzahl des Motors ab, weswegen im unteren Drehzahlbereich weniger Strom erzeugt wird als im oberen Drehzahlbereich. Tritt eine Unterversorgung der Verbraucher mit Energie auf, wird der nötige Strom von der Batterie quasi zugeschossen.

Stromausfall: die Folgen einer defekten Lichtmaschine

Ist die Lichtmaschine im Auto defekt, hat das somit direkte Konsequenzen und quasi einen baldigen Stromausfall zufolge. Zwar kann die Batterie die nötige Energieversorgung für eine gewisse Zeit gewährleisten, in nicht allzu ferner Zukunft aber ist die Batterie leer. Tatsächlich ist die Batterie sogar recht schnell leergefahren, wobei es auf die Verbraucher ankommt. In der Nacht mit eingeschalteten Scheinwerfern sowie Radio und Klimaanlage können schon 30 Kilometer manche Batterie zur kompletten Neige leeren. Tagsüber sind bis zu 50 oder 60 Kilometer möglich, wobei es auch hier auf die aktivierten und oftmals versteckten Stromfresser ankommt.

Das Fazit ist generell das gleiche: Ohne Lichtmaschine wird keine neue elektrische Energie erzeugt. Die Batterie wird daher gänzlich entleert, womit letzten Endes das Auto einfach stehen bleibt und nicht mal mehr anspringt. Das Fahrzeug stellt seinen Dienst ein und fährt keinen einzigen Zentimeter mehr. Die Batterie hält somit nicht wirklich lange, wobei eine zweite Austauschbatterie durchaus helfen kann. Eine Lösung des Problems - zumal auf Dauer - ist das jedoch sicherlich nicht.

Mehr als die Batterie leerfahren und irgendwo stehen bleiben, kann Ihnen bei einer defekten Lichtmaschine jedoch kaum passieren. Andere Folgen drohen bei einer kaputten Lima tatsächlich keine, was bei einer alten Batterie übrigens anders wäre. Ist die Batterie leer und schlichtweg alt, wird die Lichtmaschine natürlich mehr gebraucht, um ganz einfach die nötige Stromversorgung des Autos zu garantieren. Das überlastet den Generator auf Dauer natürlich, weswegen eine alte Batterie so schnell wie möglich ausgetauscht werden sollte. Auch finanziell ist das sinnvoll, ist eine neue Batterie doch durchaus günstiger als eine neue Lichtmaschine. Die Reparaturkosten fallen um einige Euro geringer aus, obendrein ist der Austausch einer Batterie ungleich einfacher und schneller zu bewerkstelligen als der Wechsel der Lichtmaschine.

Pro und Kontra: Vorteile einer gebrauchten Lichtmaschine

Ist die Lichtmaschine defekt, kommen Sie jedenfalls um einen Wechsel des Generator nicht herum. Dabei müssen Sie nicht mal ein neues Ersatzteil kaufen, eine gebrauchte Lichtmaschine tut es durchaus. Die Vorteile einer gebrauchten Lichtmaschine liegen auf der Hand und zeigt sich ganz klar im günstigeren Preis gegenüber eines nagelneuen Dynamos. Tatsächlich kostet eine gebrauchte Lichtmaschine nur wenige Euro, 100 Euro wären schon teuer.

Bei bestimmten Premiummarken kann der Preis zwar durchaus die 100er-Marke durchbrechen, was insbesondere bei älteren Modellen dann aber noch mehr Sparpotenzial bietet. Andererseits bedeutet eine gebrauchte Lichtmaschine einige Nachteile und somit gewissermaßen Risiken. Gebraucht ist nun mal nicht gleichbedeutend mit neu und wie viele Kilometer die „neue" gebrauchte Lima bereits gelaufen ist, wird nicht immer verraten. Ist wiederum eine Laufleistung angegeben, gibt es natürlich auch für diese keine Garantie. So manches schwarze Schaf gibt hier kurzerhand falsche Daten an, um den Preis hochschrauben zu können. Der Dumme sind im Endeffekt Sie, weil Sie erstens mehr Geld als nötig ausgeben sowie zweitens eventuell prompt wieder stehen bleiben - weil die Lichtmaschine erneut defekt ist.

Der preisliche Vorteil einer gebrauchten Lichtmaschine ist trotzdem nicht zu übersehen. Wenn Sie auf Ihren Geldbeutel achten wollen, ist eine gebrauchte Lima durchaus eine Alternative, zumal die Generatoren über Jahre hinweg halten und kein typisches Verschleißteil von wenigen zehntausend Kilometern sind. Fragen Sie jedoch den Verkäufer nach der Laufleistung des Dynamos. Bekommen Sie keine oder nur unzureichende Antwort, können Sie immer noch in anderen Quellen suchen.

Pro und Kontra: Vorteile einer neuen Lichtmaschine

Auf der anderen Seite steht es Ihnen frei, zu einer neuen Lichtmaschine frisch aus der Fabrik zu greifen. Bei einer nagelneuen Lichtmaschine dürften die Vorteile ebenfalls wieder klar auf der Hand liegen, neu ist nun mal neu. Was gerade vom Band gelaufen ist, verspricht ein langes Leben - zugegeben bestätigen die berühmten Ausnahmen diese Regel.

Trotzdem steht Neuware nun mal vom qualitativen Standpunkt über gebrauchten Ersatzteilen und ist geradezu erhaben, darüber braucht wohl kaum diskutiert werden. Laufleistung und Lebensdauer einer neuen Lichtmaschine sind somit deutlich besser und natürlich nicht mit denen einer gebrauchten zu vergleichen. Damit hören die Vorteile allerdings schon auf.

Denn ob es wirklich Sinn macht, in ein zehn Jahre altes Auto - selbst von einem der großen Premiumhersteller - eine nagelneue Lichtmaschine einzubauen, ist eine ganz andere Frage. Tatsächlich macht es wohl in der Regel eher wenig Sinn, einem alten Wagen fabrikneue Teile zu verbauen. Hier spielt der Kostenfaktor eine nicht unwesentliche Rolle, denn eine neue Lichtmaschine kostet schnell mal über hundert oder sogar an die zweihundert Euro. Bei manchen Ersatzteilen, die relevant für die Sicherheit sind, dürfte der Preis selbstverständlich keine Überlegung sein. Die Lichtmaschine aber dient lediglich der Stromerzeugung und legt im schlimmsten Fall den Wagen lahm. Auf der Autobahn ist das natürlich keine schöne Überraschung, ebenso wenig auf einer viel befahrenen Kreuzung mitten in der Rush Hour. Trotzdem kann eine defekte Lichtmaschine weder Lenkung noch Bremsen oder sonst irgendwelche sicherheitstechnischen Elemente deaktivieren. Oder sind Ihnen tödliche Unfälle aufgrund einer defekten Lichtmaschine bekannt?

Selfmade: Einbau einer neuen oder gebrauchten Lichtmaschine

Ob Sie sich nun für eine nagelneue oder aber doch lieber neu-gebrauchte Lichtmaschine entscheiden, bleibt allein Ihnen überlassen. Hier gilt es schlicht abzuwägen, ob ein neues Ersatzteil lohnt. Bei einer gerade mal zwei Jahren alten Oberklasse mit Stern im Grill sicherlich, bei einem zehn oder gar 20 Jahre alten Auto eines Volumenherstellers aus Asien vielleicht eher weniger.

So oder so können Sie die Lichtmaschine mit etwas technischen Geschick selbst wechseln. Spezielles Werkzeug benötigen Sie hierfür nicht, wobei die Reparatur je nach Motor etwas anders ausfallen kann. Im Prinzip aber ist der Austausch relativ einfach, entsprechende Anleitungen finden Sie schnell im Internet, sogar in Form von Videos. Deswegen soll hier auch gar keine komplette Anleitung verraten werden.

Eine defekte Lichtmaschine erkennen Sie übrigens schnell. Haben Sie beispielsweise gerade erst die Batterie gewechselt und ist diese prompt wieder entladen, liegt es mit Sicherheit an dem kleinen Generator. Die Kontrollleuchte gibt ebenfalls Aufschluss über eine defekte Lichtmaschine, sei es durch Leuchten oder Flackern.

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