Was Sie beachten sollten, wenn Sie Freisprechanlagen benötigen

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Was Sie beachten sollten, wenn Sie Freisprechanlagen benötigen

Einmal zu viel während der Fahrt zum Handy gegriffen, ein paar Sekunden lang die Konzentration auf den Straßenverkehr verloren und schon kann ein Unfall passiert sein. Im Auto zum Hörer greifen: Was vielleicht neunundneunzig Mal gut gegangen ist, kann leicht beim hundertsten Mal schiefgehen. Und selbst wenn nichts passiert, wird telefonieren im Auto ohne Freisprechanlage ganz schnell teuer. Der Gesetzgeber ahndet dies schon seit 2001 mit Punkten in Flensburg und Bußgeldzahlungen, eine Hand am Handy zu haben und die andere am Lenkrad stellt also weder sicheres noch legales Autofahren dar.

Die Lösung? Eine Freisprechanlage, mit der Sie nicht nur sicher, sondern auch legal im Auto in aller Ruhe telefonieren können, ohne sich schuldig fühlen zu müssen.

Was es über Freisprechanlagen im Auto alles zu wissen gibt

Wenn auch Sie im Auto mithilfe einer Freisprechanlage telefonieren möchten, statt das Auto zu einer telefonfreien Zone erklären zu müssen, dann stehen Sie vor einem großen Angebot an Anlagen und Geräten. Was für wen das Richtige ist, hängt davon ab, wie oft und unter welchen Umständen Sie telefonieren möchten, welches Handy Sie besitzen oder welches Auto Sie fahren. Zu guter Letzt auch von Ihrem Geldbeutel.

Im Folgenden wird Ihnen alles Wissenswerte zu Freisprechanlagen vorgestellt sowie erklärt, welche verschiedenen Arten von Freisprecheinrichtungen es gibt und welche Freisprechanlage am besten zu Ihnen passt. Mit diesen Informationen ausgerüstet, wissen Sie anschließend alles, was es zu beachten gilt, bevor Sie eine Anlage suchen und kaufen.

Kfz-Freisprecheinrichtungen: Was sagt der Gesetzgeber zum Telefonieren im Auto?

Jährlich werden in Deutschland etwa 400.000 Autofahrer beim Telefonieren im Auto erwischt. Das ist seit dem Jahr 2001 laut Paragraf 23 Absatz 1a der Straßenverkehrsordnung allerdings gesetzlich verboten und kostet die ertappten Verkehrssünder einen schmerzlichen Punkt in Flensburg und satte 40 Euro Verwarngeld. Dabei können diese Fahrer eigentlich noch von Glück reden, denn sie hätten genauso gut einen schweren Verkehrsunfall auslösen und sich und andere Menschen verletzen oder gar töten können.

Aber was genau gilt eigentlich als ungesetzliches Telefonieren im Auto? Laut Gesetzgeber ist dies der Fall, sobald der Fahrer einen Hörer in die Hand nehmen muss, um zu telefonieren. Auch ein Handy gilt natürlich als Hörer und das Gesetz wird sogar dann wirksam, wenn eigentlich gar nicht telefoniert wird, sondern Sie zum Beispiel nur eine Nummer eintippen. Das Einzige, was ausschlaggebend ist, ist die Hand am Hörer. Die darf sich dort nämlich nur dann befinden, wenn das Auto geparkt ist und der Motor nicht mehr läuft.

Im Auto telefonieren dürfen Sie also nur dann, wenn Sie das Handy nicht in der Hand halten, sondern es in einer Halterung steckt. Und hier kommen die Freisprechanlagen ins Spiel.

Was genau gilt eigentlich als eine Freisprechanlage und was nicht?

Unter einer Freisprechanlage, Freisprecheinrichtung oder auch kurz „FSE“ genannten Anlage versteht man ein Gerät mit einem fest verbauten Lautsprecher und Mikrofon, welches in einem Auto installiert ist und es ermöglicht, die Hände frei zu lassen. Daher leitet sich auch der Name ab. Sinn des Ganzen ist natürlich, dass kein Lautsprecher oder Mikrofon per Hand an Ohr oder Mund gehalten werden muss. Neben der Verwendung in Fahrzeugen werden solche Geräte auch noch in Tür-Freisprecheinrichtungen und in Rufsäulen verwendet und jeder kennt die Freisprechfunktion an Festnetztelefonen.

Nicht als Freisprechanlage gelten übrigens Headsets. Ihre Verwendung in Autos kann ebenfalls Strafen nach sich ziehen, wenn das Handy dabei nicht in einer Halterung steckt oder das Headset die Hörwahrnehmung des Verkehrs stört.

Freisprechanlage ist nicht gleich Freisprechanlage: Verschiedene Arten von Einrichtungen vorgestellt

Unter den heute im Handel erhältlichen Freisprechanlagen gibt es eine große Auswahl verschiedener Systeme. Welche für Sie am Besten geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, wie viel Sie voraussichtlich im Auto telefonieren werden. Je nach Ihrem Nutzerverhalten können sich nämlich unterschiedliche Vor- und Nachteile aus den verschiedenen Systemen ergeben.

Im Wesentlichen gibt es zwei verschiedene Arten von Freisprechanlagen. Solche, die fest eingebaut sind und die sogenannten „Plug and Play“-Modelle. Letztere werden zum Beispiel am Zigarettenzünder des Fahrzeugs, am Lenkrad oder an der Sonnenblende festgemacht und dann mit dem Handy verbunden. Meist verfügen sie auch über Lautsprecher und Mikrofon, die Steuerung erfolgt entweder über die Anlage oder das Mobiltelefon. Bei fest verbauten Freisprechanlagen ist oft auch eine sehr bequeme Steuerung über Tasten direkt am Lenkrad möglich.

Zudem gibt es noch Unterschiede bei der Anbindung des Handys: dieses kann entweder mit oder ohne Halter erworben werden. Bei den Modellen ohne Halter dient dann meist eine Bluetooth-Verbindung zur Kommunikation zwischen Mobiltelefon und Anlage, sodass das Handy sich nicht einmal in Greifweite des Nutzers befinden muss. Von Interesse sind in diesem Bereich auch die Freisprechanlagen mit SIM Access Profile, die es ermöglichen, für ein besseres Hören und Sprechen die Außenantenne des Autos zu verwenden.

Im Folgenden werden Ihnen die verschiedenen Systeme vorgestellt.

Kabel- und Bluetooth-Headsets: Klein und leicht mit gutem Ton

Diese kleinen Geräte werden nicht nur im Auto, sondern gern auch auf der Straße verwendet. Sie sind recht günstig und so manch einer liebäugelt daher damit, sie statt einer Freisprechanlage zu verwenden. Bei der Kabelversion ergibt sich der Vorteil, dass die Headsets keine eigene Stromversorgung benötigen und die Handys kein Bluetooth, allerdings ist die Handhabung im Auto eher unpraktisch, da die Geräte vor der Fahrt angesteckt werden müssen und die Kabel sich leicht verheddern können.

Bluetooth-Headsets ersparen den Kabelsalat, Ihr Handy muss dafür aber die HSP oder HFP-Software zum Freisprechen unterstützen. Nachteilig ist allerdings, dass der Headset-Akku regelmäßig aufgeladen werden muss.

Headsets sind eine gute Lösung, wenn Sie nur selten im Auto telefonieren wollen. Wer öfters während der Fahrt telefoniert, setzt besser auf eines der folgenden Modelle.

Handyhalter und SIM-Access-Funktion: Zwei unterschiedliche Alternativen zu Einbauanlagen

Wenn Sie im Auto telefonieren möchten, ohne die Hand zum Handy führen zu müssen, dann können Sie sich auch für den Einbau einer Handy-Halterung entscheiden. Man unterscheidet Passivhalter, die nur der Befestigung des Handys dienen und solche, die zusätzlich ein Ladekabel für das Handy enthalten. Diese Halter sind schnell eingebaut, haben aber den Nachteil, dass Sie über keine eigenen Lautsprecher verfügen und nur die Freisprechfunktion des Handys genutzt werden kann. Darunter leidet die Tonqualität und gerade auf einer lauten Strecke (z.B. Autobahn) kann der Gesprächspartner leicht übertönt werden.

Dagegen sind Anlagen mit SIM-Access-Funktion schon wesentlich ausgefeilter und können es fast mit einer Einbauanlage direkt vom Autohersteller aufnehmen. Diese Anlagen kommunizieren per Bluetooth mit der SIM-Karte des Handys und ermöglichen Gespräche über ein völlig eigenständiges Handymodul. Zudem wird die Autoantenne verwendet, was stabilere Gesprächsverbindungen bedeutet. Allerdings benötigt Ihr Handy hierfür ein SIM-Access-Profil und es müssen zusätzlich eine Halterung und eine Stromversorgung erworben werden.

Freisprechanlagen mit Bluetooth-Handys zum Selbsteinbauen: Bequem und günstig im Auto telefonieren

Die Lösung, die vielleicht am häufigsten genutzt wird, ist die Freisprechanlage zum Selbsteinbauen mit Bluetooth. Hier gibt es eine große Auswahl an Anlagen, zum Beispiel zum Anklemmen an Lenkrad oder Sonnenblende, mit oder ohne Sprachauswahl oder Telefonbuch, teils mit mehreren Geräten auf einmal gekoppelt und automatischem Ausschalten, falls Sie einmal vergessen sollten, das Gerät selbst auszuschalten. Zum Laden kann bei manchen Modellen der Zigarettenanzünder des Autos oder die Bordsteckdose verwendet werden, andere verfügen über ein Ladekabel.

Vorteil an diesen Anlagen: Sie können sie beim Aussteigen mitnehmen und so vor Dieben schützen, das Aufladen muss nur etwa einmal pro Woche erfolgen. Der Ton ist gut, wenn auch nicht ganz so gut wie bei Headsets. Dafür müssen Sie sich hier aber nicht mit einem wirren Kabelsalat herumärgern.

Freisprechanlagen direkt vom Autohersteller oder im Autoradio integriert

Diese Anlagen müssen meistens gleich beim Kauf des Autos erworben werden, denn sie sind in das Lenkrad oder das Autoradio oder andere Elemente der Mittelkonsole direkt integriert. Sie verwenden Bluetooth und die Autoantenne, manche Modelle erfordern aber dennoch das Einstecken des Handys in eine Halterung. Egal ob VW, Audi oder BMW, jeder Hersteller bietet eigene Modelle. Meist haben diese Anlagen einen sehr guten Klang und der Handyempfang ist aufgrund der Nutzung der Autoantenne ebenfalls sehr gut. Von Nachteil sind der hohe Preis und die Tatsache, dass Nachrüsten, etwa bei Handywechsel, schwierig sein kann.

Freisprechanlagen, die direkt im Autoradio integriert sind, sind ebenfalls eine Alternative, jedoch kostspieliger und teils kompliziert im Einbau. Auch der Klang für den anderen Gesprächsteilnehmer ist bei diesen Modellen überraschenderweise nicht so gut, da das Mikrofon ungünstig platziert ist.

Fazit: Selbsteinbau einer Freisprechanlage lohnt sich für Gelegenheits- und Vieltelefonierer

Die bequemste und auch günstigste Variante ist der Selbsteinbau einer Anlage mit Bluetooth. Solche Freisprechanlagen können überall für relativ wenig Geld erworben werden und bieten diebstahlsicheres, bequemes Telefonieren und leichte Handhabung.

Es findet sich für jeden Handytypen eine passende Freisprechanlage. Es lohnt sich, auch ganz gezielt nach ihrem Handyhersteller zu suchen, wenn Sie sich eine Freisprechanlage zulegen wollen. Halterungen, Ladeschalen und Steuergeräte sind oft auf das Handymodell abgestimmt, damit alles richtig passt. Egal ob Sie ein Handy von Nokia, Siemens, Sony Ericsson, Blackberry oder Motorola besitzen, es gibt für alle Modelle dazu passende Freisprechanlagen.

Beachten Sie einfach die Tipps und Hinweise in diesem Ratgeber und finden Sie ganz leicht die für Sie passende Freisprechanlage für Ihr Auto.

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