Warum kuscheln uns so glücklich macht

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  Warum kuscheln uns so glücklich macht.                                                           
Ein Kuscheltier gehört so selbstverständlich zur Kindheit wie die Farben zum Regenbogen. Doch warum ist das so?
Die Kuschel-Story – Teil 1
Als erster Sinn überhaupt entwickelt sich bereits im Mutterleib der Tastsinn. Embryos suchen Berührungserfahrungen, die sie zur Ruhe kommen lassen. Auch in den ersten Monaten nach der Geburt spielt der Tastsinn eine entscheidende Rolle:

Über die Haut erfährt das Baby Zuneigung, Wärme und Geborgenheit. Eltern wissen intuitiv um die Bedeutung des Körperkontakts für das Wohlbefinden und die Gesundheit ihrer Kinder und streicheln kleinen Babys z.B. besonders häufig über den Kopf. Und jeder, der das schon einmal getan hat, vergisst nie wieder, wie weich sich so ein Köpfchen anfühlt.
Am liebsten kuschelig weich...
Die ersten Erfahrungen der Hautsinne sprechen für sich: Natürlich gibt es im Mutterleib keine Ecken und Kanten, sondern alles ist weich und durch die Fruchtblase anschmiegsam verpackt. Ein wissenschaftliches Experiment im Jahre 1958, durchgeführt von dem Psychologen H.F. Harlow, verdeutlicht, wie essentiell eine weiche Umgebung für Neugeborene ist. Harlow bot kleinen Affenkindern zwei Mütter zur Wahl: Die eine war ein kaltes Drahtgestell, hatte aber eine immer voll gefüllte Milchflasche installiert. Die andere Mutterkonstruktion konnte zwar nicht immer füttern, war aber mit einem weichen, fellartigen Material überzogen.


Das Ergebnis war, dass die Affenkinder durchweg die weiche Fellmutter bevorzugten und sogar versuchten, den Körperkontakt mit ihr zu halten, während sie bei der Drahtmutter tranken. Das Verhalten in einer Angstsituation war bezeichnend: Während Affenbabys, die eine Fellmutter zur Verfügung hatten, Schutz in ihren Armen suchten, kauerten sich die Kinder der Drahtmutter völlig allein und verängstigt zusammen. Schutz und Geborgenheit wurden offensichtlich nur von der weichen Fellmutter erwartet.

Und süß muss es sein...
Doch auch der Gesichtsausdruck spielt schon für die Kleinsten eine wichtige Rolle. In unzähligen Versuchen wurde die Wahrnehmung und Wirkung von Gesichtsschemas auf Babys, Kleinkinder und Erwachsene getestet. Die Erkenntnisse rund um die Wirkung des sogenannten Kindchenschemas finden mittlerweile in unzähligen Lebensbereichen ihre Anwendung. Das Kindchenschema – großer Kopf, runde Gesichtsform, hohe Stirn, große Augen– weckt das Gefühl der Zuneigung und den Beschützerinstinkt bei Erwachsenen.
Aber auch auf die Kleinsten wirkt dieser „Niedlichkeitsfaktor“ und löst eine Fürsorgemotivation aus. Kaum auf der Welt, haben Babys schon eine Vorstellung der Anordnung von Kopf, Augen und Mund. Sie bevorzugen die Betrachtung eines Gesichts anstatt eines Musters und werden schon im Alter zwischen zwei und vier Monaten durch intensive Gesichtsbetrachtung wahre Experten im Erkennen von feinsten Unterschieden.
Ein erstes Fazit: Weich und niedlich bevorzugt!
Unser Tastsinn wird also schon früh durch weiche Materialien stimuliert. Zudem beeinflusst ein ansprechendes Gesichterschema unsere Aufmerksamkeit und unsere Gefühlswelt. Nimmt man diese beiden Erkenntnisse zusammen, verwundert es nicht, dass Stofftiere optimale Erkundungsobjekte schon für die Kleinsten sind. Doch warum und wie werden diese zu steten Begleitern und welche Rolle spielen diese Gefährten?

Das Kuscheltier als Bezugsperson
Man kann Babys ein gewisses logisches Denkvermögen unterstellen, wenn sie sich lautstark bemerkbar machen, um Mami zu holen. Denn was nicht zu sehen oder zu spüren ist, ist für Babys eindeutig viel zu weit weg. Mami ist aber nun mal essentiell wichtig, um zu überleben.
Aber auch, wenn das Baby gar keinen Hunger oder ein anderes Bedürfnis verspürt, muss es sich erst einmal daran gewöhnen, von der Mutter getrennt zu sein. Schließlich entwickelte es sich bis zur Geburt in vollkommener Einheit mit ihr. Im Laufe der ersten sechs Monate erfolgt nun ein sehr wichtiger Entwicklungsschritt: Der alleinige Fokus des Babys auf die Betreuungsperson als diejenige, die „auf Zuruf“ seine Umwelt verändert, verschiebt sich.
Verfügt das Kind z.B. über ein Kuscheltier im Bettchen, hat es die Möglichkeit, bei Abwesenheit der Bezugsperson seine Aufmerksamkeit auf dieses Kuscheltier zu richten. Das Kuscheltier wird einerseits als eigenes, äußeres Objekt erkannt und andererseits vom Kind mit Eigenschaften gefüllt und so zum Leben erweckt.
Das erste selbstständige Spiel
Es entsteht eine eigene Vorstellungswelt – das erste selbst initiierte Spielerlebnis. Damit ist das Baby nun auch unabhängiger von der Mutter geworden. Das Kuscheltier wird zum „Übergangsobjekt“ wie der englische Kinderarzt und Psychoanalytiker Donald Winnicott es nannte. Dadurch, dass das Kind seine Wünsche und Gefühle auf das Stofftier überträgt, mildert es Trennungsängste ab und wird selbst zum Initiator einer neuen Bezugsperson.

Das Kuscheltier als Tröster und Begleiter
Anfangs können zwar nur relativ kurze Trennungszeiten überbrückt werden, doch im Laufe der Zeit festigt sich die Beziehung zum Kuscheltier. Das erklärt auch, warum das Kuscheltier oder Schmusetuch in Krippen und Kindergärten in der Eingewöhnungsphase nicht nur erlaubt, sondern häufig sogar explizit erwünscht ist.
Die Psychotherapeutin Dr. Barbara Senckel formuliert es treffend in ihrem Buch Wie Kinder sich die Welt erschließen: „Dieses Ding, sei es ein Kuscheltier oder eine Windel, wird von nun an der wichtigste Begleiter. (...) Die () geliebte Bezugsperson verkörpert es durch seine Qualität der Weichheit und emotionalen Verfügbarkeit.“

So fördern Sie Ihr Kind
Mit einem Kuscheltier als Geschenk für Neugeborene liegt man also völlig richtig. Es erfüllt das Bedürfnis des Kindes nach etwas Weichem, Anschmiegsamen zum Anfassen. Es stimuliert die optische Wahrnehmung durch ein attraktives Gesichtsschema. Denken Sie beim Kauf daran, dass es nicht nur ein erstes Spielobjekt darstellt, sondern in den nächsten Jahren zum steten Begleiter werden wird. Dementsprechend sollten Sie unbedingt auf eine hochwertige Qualität achten.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  1. Achten Sie auf geprüfte Qualität – der Hersteller sollte sich beispielsweise an alle EG-Richtlinien halten und seine Produkte mit einer CE-Kennzeichnung versehen.
  2. Prüfen Sie die Verarbeitung: Augen und Nase müssen sehr gut befestigt, Nähte müssen eng verschlossen sein.
  3. Kaufen Sie nur Stofftiere, die in der Waschmaschine gewaschen werden können.