Warum LED-Blinker für Motorräder über eine ABE für den Motorradtyp verfügen sollten

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Warum LED-Blinker für Motorräder über eine ABE für den Motorradtyp verfügen sollten

Die ersten Autos waren gerade mit dem nötigsten ausgestattet. Motor, Federn, Sitze, Lenkrad, Gaslampen; das war es schon. Richtungswechsel wurden mittels Handzeichen angegeben, Blinker kamen erst deutlich später auf, ebenso wie andere technische Errungenschaften, angefangen von Rücklichtern, Gurten oder Airbags.

Die ersten Motorräder schauten da schon deutlich besser aus. Zugegeben wurden die ersten Modelle - die vom modernen Motorrad weit entfernt waren - noch mit Dampf betrieben und bestanden im Wesentlichen ebenfalls nur aus einem Rahmen samt Motor, Lenker und Sitz. Die ersten echten Serienmodelle aber waren schon um einiges weiter und hatten vom „verwandten" Automobil profitieren können.

Trotzdem waren gewisse Teile, wie etwa Blinker, auch beim ersten Motorrad in Serie noch nicht zu finden. Nur mal am Rande: Das erste Serienmodell eines Motorrads stellte das Unternehmen Hildebrandt & Wolfmüller anno 1894 her. Das Motorrad ist somit schon über 100 Jahre alt. Heutige Modelle jedenfalls sind kaum ohne Blinklichter vorstellbar, im Gegenteil.

Blinker sind heute bei jedem Serienmodell für die Straße Pflicht, weil gesetzliche Vorschrift. Immerhin dürfen diese Blinker ausgetauscht werden, beispielsweise gegen modernere LED-Versionen. Hierbei müssen Sie jedoch ganz besonders auf die ABE achten. Warum, verrät Ihnen der folgende Ratgeber.

Technik und Gesetz: Blinker sind Pflicht

Ohne Blinker, wohlgemerkt funktionierende Blinker, dürfen Sie in Deutschland kein Fahrzeug auf öffentlichen Straßen bewegen, weder Auto noch Motorrad. Wozu Blinker oder im schönen Behördendeutsch „Fahrtrichtungsanzeiger" dienen, ist ebenfalls jedem bekannt. In erster Linie zeigen Sie mit dem Blinker Ihren Richtungswechsel oder einen Überholvorgang an, etwa dem nachfolgenden Verkehr oder dem Gegenverkehr oder dem Fußgänger, der gegenüber die Straße überqueren will.

Anders ausgedrückt: Mit dem Blinker fordert der Gesetzgeber Sie auf, anderen Verkehrsteilnehmern ein Signal zu geben. Wenn Sie nach links oder rechts abbiegen oder überholen oder eine Parkbucht ansteuern oder jemanden abschleppen beziehungsweise abgeschleppt werden. Daher sind die Blinklichter auf jeder Seite eines Fahrzeugs sowie vorn und hinten Vorschrift, was für Auto, Motorrad und selbst Anhänger gilt - beim letztgenannten übrigens nur für das Heck nötig. Kombiniert ergeben die Blinker obendrein eine Warnleuchte, mit der Sie bei einer Havarie oder einem Unfall den restlichen Verkehr warnen können und sogar müssen.

Außerdem verraten Blinker schon, wie Sie funktionieren. Nämlich im ständigen Wechsel, an aus, an aus. Die korrekte Definition eine Blinkers wäre eine Lichtquelle, die periodisch ihre Helligkeit ändert; das „an aus" dürfte aber jeder verstehen. Diese Blinkerei ist nicht zufällig, sondern hat gute Gründe. Zum einen werden blinkende Reize vom Menschen besser wahrgenommen als ein stetes Licht oder gar kein Licht. Das permanente Aufblinken erregt mehr Interesse und ist auffälliger. Zum anderen spart das Blinken Energie, da das eigentliche Leuchten immer wieder unterbrochen wird. Ist eine Lampe aus, wird kein Strom benötigt.

Im Verkehr gelten Blinker oder Warnleuchte somit als eine Art Kommunikation. Mögliche Botschaften an andere Verkehrsteilnehmer wären beispielsweise: „Pass auf". Oder „Gib acht". „Ich stehe im Weg und kann nicht weg". „Vorsicht, Unfall." Oder einfach „Ich will rechts oder links abbiegen". Das versteht jeder und funktioniert überall gleich gut, egal ob in Deutschland oder einem anderen EU-Land, egal ob in Russland oder Amerika, ob in Hongkong oder Südafrika.

Glühlampe ade: Vorteile eines modernen LED-Blinkers

Selbstredend gibt der Gesetzgeber zum Thema Blinklicht und Warnblinkanlage - über die übrigens auch moderne Motorräder verfügen - klare Vorschriften vor. Dass diese Vorgaben strikt einzuhalten sind, versteht sich von selbst. Zum einen müssen Blinker beziehungsweise die Abdeckungen gelb sein, was im praktischen jedoch mehr in einem satten orange gipfelt. Diese Regelung gilt nicht nur in Deutschland, sondern europaweit.

Als Frequenz sind 1,5 Hertz plus minus 0,5 Hertz vorgegeben, ergo zwischen 1,0 und 2,0 Hertz. Das entspricht pro Minute rund 90 „Lichterscheinungen". Ob Ihr Motorrad diese Vorgabe erfüllt, müssten Sie allerdings selbst nachzählen. Rhythmus und Taktung der Blinklichter ist wieder 30 bis 80 Prozent „relativer Hellzeit" genannt. Zudem gibt es weitere Vorschriften, etwa dass die Blinker spätestens 1,5 Sekunden nach Betätigen des entsprechenden Schalters aufleuchten. Das aber nur am Rande.

Denn Blinker sind zwar vorgeschrieben, aber nicht ganz ohne Alternativen. Der neue Trend kam schon vor Jahren auf und zeigt sich mit LED-Blinkern oder eben Blinklichtern mit modernen Leuchtdioden statt traditionellen Glühlampen. Gründe für einen Umbau Ihrer Blinker geben die LEDs gleich einige. Erstens verbrauchen die Dioden weniger Energie, weil der Wärmeverlust gegenüber einer herkömmlichen Glühlampe geringer ausfällt. Das können Sie mit einem kleinen Experiment testen. Schalten Sie daheim einfach mal eine Glühlampe an. Die wird mit dem Einschalten fast sofort heiß. Kaum eine Minute vergeht und Sie können die Glühlampe mit bloßen Fingen nicht mehr anfassen.

Leuchtdioden hingegen können zehn Minuten oder eine Stunde brennen und werden lediglich etwas warm. Hier zeigt sich ganz der geringere Wärmeverlust. LEDs produzieren weniger Hitze bei gleicher Leuchtkraft. Umgesetzt auf Ihr Bike kommt das natürlich Ihrer Motorrad-Batterie zugute, ebenso Ihrer Lichtmaschine. Beide werden weniger gefordert und müssen weniger Energie hergeben oder erzeugen. Was wieder weniger gefordert wird, könnte unter Umständen länger halten. Somit bedeutet weniger Energiebedarf durchaus eine verlängerte Lebensdauer für Batterie oder Lichtmaschine. Und Reparaturen oder neue Ersatzteile kosten bekanntlich Geld. Keine Reparaturen kosten hingegen kein Geld.

Pro LED-Blinker: Weniger Hitze und längeres Lebens

Die Lebensdauer ist übrigens ein gutes Stichwort. Denn gegenüber herkömmlichen Glühlampen bestechen auch LEDs mit mehr Leben. Glaubt man den Herstellern, brauchen Sie die neuen LED-Blinker wohl nie wieder wechseln, was bei konventionellen Glühlampen ein absolutes Unding wäre.

Im Fazit begeistern die kleinen Dioden also mit weniger Strombedarf sowie außerdem mehr Lebensdauer. Die Leuchtkraft entspricht wieder der einer Glühlampe, womit Sie trotz weniger Energiebedarf keinerlei Einbußen hinnehmen müssen. Mit der extrem kleinen Bauweise ergibt sich schließlich sogar ein dritter Vorteil, der schlichtweg im geringeren Platzbedarf endet. Halten Sie nur mal eine wohlgemerkt kleinerer Glühlampe neben eine solche Leuchtdiode, der Unterschied ist optisch mehr als erkennbar.

Leuchtdioden übertrumpfen die Glühlampe somit in allen Bereichen, weswegen der Siegeszug der LED trotz anfänglicher Kinderkrankheiten nicht mehr aufzuhalten ist. Tatsächlich gab es anfangs Probleme mit der Leistung, die mittlerweile jedoch allesamt behoben sind. Selbst farbliche LEDs sind neuerdings im Handel zu finden. Für Biker jedenfalls bedeuten die Leuchtdioden viele Vorteile, angefangen vom geringeren Energieaufwand bis hin zur längeren Lebensdauer.

Wichtig: Achten Sie beim neuen LED-Blinker auf die ABE

Trotzdem sollten Sie keinesfalls gleich zum erstbesten Angebot greifen. Denn LED-Motorradblinker unterliegen den gleichen Vorschriften wie ihre herkömmlichen Pendants, müssen also sämtliche gesetzlichen Vorgaben erfüllen.

Diese gesetzlichen Vorschriften sind mit Sicherheit beachtet, wenn die neuen LED-Blinker für Ihren Motorradtyp eine sogenannte ABE enthalten. ABE steht für Allgemeine Betriebserlaubnis und wird in Paragraph 20 der Straßenverkehrszulassungsordnung geregelt. Ohne große Worte erlaubt diese Betriebserlaubnis den Betrieb von Kraftfahrzeugen, sllerdings nur, wenn sämtliche verbauten Teile der gesetzlichen Norm entsprechen.

Ersatzteile gleich welcher Art, die über diese ABE verfügen, sind bereits geprüft und für zulässig befunden wurden. Ergo: Sie sparen sich einen Zwangsbesuch beim TÜV. Denn liegt für die neuen LED-Blinker keine ABE vor, müssen Sie diese vom TÜV oder einer anderen Organisation kontrollieren und abnehmen lassen. Eine Abnahme ist allerdings nicht garantiert, weswegen im schlimmsten Fall ein Rückbau auf die alten Blinker droht. Die Abnahme oder vielmehr Nicht-Abnahme zu missachten, wäre ebenfalls keine gute Idee. Denn bei einer Kontrolle fliegen Sie schnell auf und müssen ein Bußgeld zahlen, zumal Sie obendrein die Auflage bekommen, das Problem zu beheben. Hierfür wird Ihnen sogar eine feste Frist vorgegeben, die wieder in einer Kontrolle endet.

Achten Sie daher unbedingt auf die ABE. Ansonsten nehmen Sie von dem Kauf der LED-Blinker lieber Abstand. Fragen Sie notfalls direkt beim Verkäufer nach. Ab und an wird die Erwähnung einer solchen ABE seitens des Verkäufers auch mal vergessen, obwohl diese durchaus vorhanden ist und somit geliefert werden kann.

LED-Blinker montieren

Den Einbau der neuen LED-Blinker müssten Sie in bester Schrauber-Manier selbst übernehmen können. Die Blinker bekommen Sie übrigens im Set samt den Abdeckungen oder auch nur in Form der LED-Dioden inklusive der nötigen Kabel. Je nachdem was Sie suchen, lohnt hier eine gewisse Obacht.

Wie Sie die LED-Blinker montieren und einbauen müssen, wird Ihnen die beiliegende Anleitung verraten. Mehr als ein paar Schrauben und Klemmen dürften kaum zu lösen sein. Bei der Anzahl sollten Sie natürlich auf vier LED-Blinker achten; zwei für vorn, zwei weitere für hinten. In der Regel werden jedoch auch hier wieder ganze Sets mit entsprechender Anzahl LEDs verkauft.

Besondere Vorsicht gilt übrigens bei schwarzen LED-Motorradblinkern. Ob diese Blinker dem deutschen Vorgaben entsprechen, darf unter Umständen bezweifelt werden. Liegt hingegen eine ABE bei, dürften Sie nichts verkehrt machen können. Eine vorherige Nachfrage bei TÜV oder Dekra lohnt ebenfalls und kostet vor allem nichts. So oder so ist die ABE nötig, um eben nicht beim TÜV vorbeischauen zu müssen. Mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis können Sie nichts falsch machen, weswegen Sie hier genau aufpassen sollten. Schließlich spart Ihnen der Besuch beim TÜV nicht nur Zeit, die Sie für eine kleine Tour besser nutzen könnten, sondern ebenso Geld. 

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