Warnung! Verkaufen Sie keine gebrauchten Speichermedien

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Für manchen von uns mag die Warnung schon zu spät kommen und in anbetracht der massiven illigealen Datentransaktionen vielleicht auch schon nicht mehr so ins Gewicht fallen, dennoch:

Verkaufens Sie niemals gebrauchte Speichermedien. Ich selbst bin IT-Sicherheistexperte und Consultant auf dem Gebiet der Datensicherheit und möchte sie ausdrücklich davor warnen. Verkaufen Sie weder private und schon gar nicht beruflich genutzte Speichermedien (RWs, Festplatten, Speichersticks und Karten) oder Geräte, die Speichermedien enthalten. Hierzu zählen u.a. PCs, Notebooks, PDAs, Memorysticks aber auch HDD-Receiver.

Warum?
Ganz einfach: Für Hacker, Cracker, PC-Kenner und Technikfreaks, ja selbst für ambitionierte User stellt es heute kaum ein Problem dar Daten von gelöschten, angeblich sicher gelöschten und formatierten / partitionierten Speichermedien wieder zu gewinnen. Die Techniken sind sehr Vielseitig und überraschend Effizient. Sie (als Amateur) können die dadurch entstehen Probleme nur erahnen. Verkaufen Sie niemals und unter keinen Umständen, eine Computer (oder ähnliches) auf dem Sie "nur" ein bischen ausgeräumt haben. Windows hält in praktisch unzählbaren Protokollen, Sicherungsdateien, temporären Verzeichnissen und Dateien viele Ihrer schützenswerten und/oder persönlichen Daten vor. Diese können Sie als unbedarfter User auf gar keinen Fall alle ausfindig machen und selbst wenn, dann stehen ihnen immer noch nicht die Möglichkeiten zur Verfügung diese Daten so zu vernichten, das sie nicht gänzlich oder zum Großteil vom Profi wiederhergestellt werden könnten.

Profis sind auch ohne teuere zusätzliche technische Geräte, wie diese Datenrettungsunternehmen zur Verfügung stehen, in der Lage Daten die 20 mal oder öfter Überschrieben und Formatiert wurden wieder herzustellen. Verkaufen Sie aus Ihrem Unternehmen heraus gebrauchte PCs, so kann sich ihre Konkurrenz schnell über Datenrettungsunternehmen für Beträge zwischen 500 und 5000 Euro tiefe und detaillierte Einblicke in Ihre Internas erkaufen! Mal ganz abgesehen von Informationen zu Usern, Bankdaten, Finanzdaten, Emailinhalten, Absprachen, Betriebsgeheimnis, etc... 

Oder sie verkaufen Ihren PC bei Ebay, zwei Wochen später erhalten Sie einen Brief in dem steht "Zahlen Sie mir umgehend 2000 Euro oder Ihre Frau erfährt von Fräulein Müller" oder "Zahlen Sie mir 2000 Euro oder Ihr Chef Hr. Müller bei der Maier GmbH erhält in 3 Tage eine CD mit Ihrem privaten Email-Ordner.".

Wenn man unbedingt verkaufen muss (warum auch immer):
Entweder Sie verkaufen ihr Gerät ohne Datenträger. Oder Sie kaufen vor dem Verkauf eines Notebooks/PCs/PDAs einen neuen Datenträgen und lassen diesen Einbauen. (Die 40 Euro sollten einen der Datenschutz schon wert sein.)

Wissen Sie bereits im Vorfeld, das sie einen Datenträger wieder verkaufen möchten, dann nutzen Sie Truecrypt oder Comodo zur Verschlüsselung und legen Sie ihre Daten nur verschlüsselt auf dem Datenträger ab. So wird eine Wiederherstellung im vernünftigen Zeitrahmen theoretisch unmöglich gemacht. Ist ihr Passwort schlecht gewählt, brauchen Sie aber auch gar nicht zu verschlüsseln.

Bedenken Sie, sind die Bilder vom letzten "Urlaub" erstmal im Netz bekommt Sie da keiner mehr raus.

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