Ware Kaput?

dr_riese
Von Veröffentlicht von

Was tun, wenn gekaufte Ware kaput?

Manchmal, wenn man die ersehnte Ware bezahlt und dann im nichtzugebrauchenden zustand geliefert bekommt, ist man natürlich ganz außer sich. Auch ich schöpfe gleich den Verdacht des Betrugs / arglistigen Täuschung. Manchmal ist es auch eine Arglistige Täuschung. (Bilder zu klein, fehlende Beschreibung).

Erst mal möchte ich viele ehrliche Verkäufer moralisch in Schutz nehmen, die nicht wissentlich etwas mangelhaftes verkaufen. Es sind viele. Oder dass sie zu sparsam verpacken.

Aber ob willentlich und wissentlich oder nicht - eine nicht ordnungsgemäße Leistung (Lieferung) berechtigt Sie letztendlich (beim Rücktritt) zum Erhalt des Kaufpreises und der Versandaufwendungen vom Verkäufer. Das heißt Ersatz vergeblichen Aufwendungen. Oder, wenn Sie gewerblich kaufen, und beweisen können, dass Sie die Ware z. B. fürs 1,5 fache weiterverkaufen können, können Sie statt der Aufwendungen den Schadensersatz, sprich den 1,5 fachen Preis (also Bezugspreis + entgangener Gewinn) fordern.

Einige meinder Bekannten hängen den Kopf, wenn sie in der Artikelbeschreibung etwas wie " Keine Rücknahme, keine Garantie" etc. sehen. Diese Redewendung ist aber kein Grund um nicht auf seinem Recht zu pochen. Ist sowieso eine Aberglaube bei eBay-Deutschland. Der Verkäufer ist grundsätzlich an den Vertrag (sprich : Artikelbeschreibung) gebunden. Wenn darin keine Mängeln angegeben sind, so verkauft er eine Ware OHNE jeglichen (zumindets erkennbaren) Mängeln. Somit ist er der Leistung einer mangelfreien Kaufsache verpflichtet. Eine pflichtverletzung kann nach Deutschem Recht nicht durch so eine Ausrede geheilt werden.

" Keine Rücknahme, keine Garantie" bedeutet lediglich, dass der "Privatverkäufer" die tadellose Verwendbarkeit der Kaufsache (für den im Verkehr üblich gesehenen Zweck) für einen Jahr nicht einräumt, und nicht dass er seinen Vertrag ungenau nehmen darf.

Wenn die Kaufsache von vornhinein mangelhaft ist (vgl. §§ 434 ff d. BGB) liegt eben eine nicht ordnungsgemäße Leistung (vgl. §§ 241ff d. BGB) bzw. Pflichtverletzung und damit Tatbestand für den Schadensersatz statt der Leistung ( §281 bzw. §280 d.BGB) vor

Hauptsache ist natürlich sicherzustellen, dass Sie beweisen können, dass Die Ware bereits mangelhaft ist. Manchmal ist das Schwehr oder recht umständlich. Aber oft lässt sich so was leicht beweisen. Wenn das vorm Gericht leit beweisbar ist, brauchen Sie keine Angst vor einer Auseinandersetzung zu haben.

Ich persönlich habe schon viele Auseinandersetzungen. Vor kurzem bekam ich wieder mal eine kapute Ware, so kaput wie ich nie etwas  zuvor bekam. War nicht leicht gelassen zu bleiben.

Interessant ist noch, dass manche Verkäufer die Drehung der Rollen "Opfer-Täter" anstreben: "selber Schuld, warst mit keine Garantie ja Einverstanden" oder "hast selber kaputt gemacht" oder "hat Post kaputt gemacht" - alles nutzt nicht. In der Regel kann man diese Billigen Aussagen auch noch gegen den Verkäufer vorm gericht wenden um ihn da noch zusätzlich zu blamieren.

Also keine Angst, wenn Sie im Recht  sind.
 
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