Ware/Inhalt kaputt? So verpackst du's richtig (oder falsch)

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Wer fragile Sachen verkauft und Versand anbietet, dem muss bewusst sein, dass er das Versandgut ordnungsgemäß verpacken muss. Ordnungsgemäß bedeutet:
  1. Die Ware so verpacken, dass die Ware unbeschädigt und im beschriebenem Zustand beim Käufer eintrifft.
  2. Die Ware so verpacken, wie man sich es selber als Käufer vom Verkäufer wünschen würde, dass er es verpackt.

Ein Irrtum ist zu glauben, dass wenn man einen "ACHTUNG ZERBRECHLICH" Aufkleber auf die Schachtel anbringt (gleichgültig ob der Kleber von der Post gegen Zusatzgebühren verkauft wird oder nicht), dieser Kleber absolut keinen Mehrwert darstellt, denn wo gehobelt wird fallen Späne. 
Denken wir uns an diesem Punkt kurz in den Job der Pakettransportleute rein. Täglich hunderte Pakete in die Hand nehmen und alle mit Vorsicht, ganz behutsam behandeln, entbehrt jeder Logik. Und da ist es ebenso logisch, dass Pakete geworfen werden was die körperliche Kondition dieser Menschen hergibt. Es wäre also schlichtweg dumm zu glauben, dass ein Paketbeförderer diese eine Goldschachtel behutsam vom Tresen nimmt, ins Lager stellt, aus dem Lager in den Lieferwagen verlädt, die Schachtel dann behutsam vom Lieferwagen in das Verteilerzentrum gelangt wo es erfasst wird, das Paket im Verteilerzentrum vorsichtig und achtsam den Postleitzahlen zugeordnet wird, vorsichtig in die PLZ-zuständigen LKWs verladen wird, von den LKWs an die Transportfahrer der PLZ-Regionen übergeben wird und der letzte Fahrer, dann das Teil gaaaaanz langsam in sein Wägelchen stellt, damit zum Empfänger gondelt um diesem das Paket mit Handkuss zu übergeben. Wer noch an Märchen glaubt, der wird jetzt wohl enttäuscht sein. Mit solch einer Behutsamkeit wird unter Garantie nicht gearbeitet.

Darum ist es all zu klug, das Versandgut in weiser Voraussicht ordentlich zu verpacken.
Was ordentlich verpackt wurde, kann schwer beschädigt werden.
Was nicht ordentlich verpackt wurde, wird natürlich beschädigt.

Die Lieblingsausreden von Leuten, die schlecht verpacken sind folgende:
  • Ich habe super verpackt. Schuld sind die Transporteure.
    Hier ist es ratsam alles (Verpackung + gesamter Inhalt) aufzuheben falls es zu Streitigkeiten kommt.
  • Meiner Meinung nach war alles ordentlich verpackt.
    Hier zählt weder die individuelle Meinung noch das Befinden sondern Fakten. Auch hier,
    Verpackung + gesamten Inhalt gut aufzuheben für den Fall, dass die Waage sprechen muss.
  • Ich hatte extra noch ein "zerbrechlich" Pickerl gekauft, darum kann nix kaputt werden.
    Irrtum! Das Pickerl mag zwar schön ausschauen, bildet aber keinen Schutzpanzer.
    Auch mit "Pickerl" haftet kein Zusteller, wenn schlecht od. fahrlässig verpackt wurde.
  • Ich habe nicht schlecht verpackt. Sie haben das kaputt gemacht und beschuldigen mich.
    Bei dieser Meldung kann man sich weitere Auseinandersetzungen mit dem Verkäufer sparen und man geht am besten direkt zu seiner Rechtsberatung mit dem ganzen Versandquargel. In diesem Fall wird die Schachtel vermessen und mit den Maßen des Artikels verglichen - ist die Schachtel zu klein wird das ein Problem darstellen für den Verkäufer. Auch wird das Verpackungsmaterial unter die Lupe genommen ob dieses ausreichenden Schutz bieten hätte können. Nicht zu verachten ist das Gesamtgewicht der Sendung, denn dieses muss mit dem Gewicht auf dem Etikett übereinstimmen (es darf also nichts fehlen sonst ist der Käufer in Nachsicht).
    Oft schrecken Käufer vor Gerichts- und Anwaltskosten zurück, doch diese Kosten werden meist anhand des Streitwertes bemessen. Hier lohnt es sich gewiss, sich um sein Recht einzusetzen, wenn die Summen nicht horrend sind.
Als guter Käufer macht man nichts falsch wenn man seine Pflicht erfüllt in dem man brav den vereinbarten Betrag zahlt. Dafür erwartet man sich als Käufer lediglich, den gekauften Artikel in gekauftem Zustand zu erhalten. Bedeutet: Käufer zahlen Geld für einen Artikel, den sie so erhalten sollten, wie beschrieben. Nicht mehr und nicht weniger.
An dieser Stelle gehört noch erwähnt, dass es die erwähnten Probleme hauptsächlich mit Privatverkäufern gibt. Diese genießen ja besondere Schutzrechte bei Ebay. Ein Händler dürfte sich solche "Lieblingsaussagen" mit anschließender "Vogelstraußtechnik" (=Verkäufer stellt sich tot) nicht erlauben sonst pfeift ihm Ebay was.

Wenn man Hilfe sucht zur richtigen Verpackung, dann sei gesagt, dass fast jeder Transportanbieter auf seiner Webseite "Verpackungsrichtlinien" angegeben hat. Wer bei Ebay Artikel verkaufen/versteigern kann, der besitzt natürlich auch die Fähigkeit, diese Richtlinien bei seinem Versandanbieter zu finden und durchzulesen (ist einfacher als bei Ebay einen Artikel einzustellen). 

Eine gute Verpackung kann man ganz grob wie folgt erklären:
  1. 2 Stück Versandschachteln verwenden bei fragilen Gegenständen.
    Schachtel Nr. 1 sollte größer sein als Schachteln Nr. 2.
  2. Den Zwischenraum der Schachteln mit Füllmaterial ausfüllen.
    Dies schützt schon mal und ist besser als der Versand mit nur einer Schachtel.
  3. Die Ware kommt in die innere Schachtel hinein. Nicht vergessen! Die Ware gehört
    genau so ausgeknüllt mit Füllmaterial - es dürfen keine Hohlräume vorhanden sein.
  4. Wenn mehrere Teile in einer Schachtel versendet werden soll, dann reichen ein paar primitive Seiten Zeitungspapier nicht aus. In diesem Fall unbedingt meiden, dass die Stücke sich berühren.
  5. Das Versandgut muss bombenfest in der Schachtel sitzen und sollte sich (das ist besser, klüger und sicherer) sich nicht bewegen wenn die Schachtel wo runterfällt, was beim Transport durchaus passiert.
ebay artikel beschädigt





















 
Und hier ein Beispiel, wie es nicht sein sollte:
richtig verpacken Beschädigung




























 
Empfehlenswerte Vorgehensweise für Käufer:
Wenn Sie Käufer sind, machen Sie Bilder von den beschädigten Stücken. Diese Bilder schicken Sie Ihrem Verkäufer. Heben Sie unbedingt das gesamte Packmaterial auf und auch die beschädigten Stücke. Wenn Ihr Verkäufer von Ihnen verlangt, dass Sie die Sendung bei der Post prüfen lassen, dann machen Sie das einfach. Je nach Land gibt es Unterschiede in der Vorgehensweise der Post. In Österreich ist es zum Beispiel so, dass alles komplett zurück geht zum Ursprungspostamt um dort geprüft zu werden. Dadurch passiert es sehr oft, dass auch heile Stücke beschädigt werden und am Ende gibt es jemanden, der auf den Kosten sitzen bleibt und das ist auf keinen Fall der Versandunternehmer weil dieser garantiert sagen wird: "Wenn alles gut verpackt gewesen wäre, hätte es keine Beschädigungen gegeben."

Empfehlenswerte Vorgehensweise für Verkäufer:
Vernünftige Verkäufer können anhand Bilder sehr gut abschätzen ob sie Streit meiden können oder nicht. Wer der Meinung ist, dass es an seiner Verpackung nicht liegt, dass die Ware beschädigt wurde, der hat nichts zu verlieren und erstattet dem Käufer alle Zahlungen (Kaufpreis plus entstandene Kosten für z.B. Versand, Spritkosten sind "noch nicht" laut gegenwärtiger Gesetzeslage abzudecken) zurück und erhält dann vom Versandunternehmen seine Entschädigung.

Merke: Das ist Verkäufersache, denn nur diesem wird die Entschädigung zurück gezahlt!
Wer also Zustellerkonform verpackt hat, hat nichts zu befürchten, zahlt einfach dem Käufer die geleisteten Zahlungen zurück und bekommt vom Versanddienst seine Kosten gedeckt.
Wer sich stur stellen möchte obwohl klar auf der Hand liegt, dass die Ware nicht ordentlich verpackt war weil ja Teile beschädigt wurden, der kann es ja darauf ankommen lassen. Das ist zwar kein Zeichen von menschlicher Qualität aber solche Leute gibt es auch, denn des Herrn Tiergarten ist groß. 

Wenn also die Ware nicht im beschriebenen Zustand beim Käufer eintrifft ist der Verkäufer in der Pflicht diesen Zustand zu korrigieren - ganz unabhängig davon welche Rechtsklauseln er in seine Auktion hinein getippelt hat.

Wer also 200 ml Geschirrspülmittel, Parfum, Wasser oder sonst was kauf und dieses unterwegs ausläuft und er sohin eine leere Hülle erhält, jedoch für 200 ml Geschirrspülmittel bezahlt hat, dann muss der Käufer auch seine 200 ml bekommen und keine leere Flasche.

Wer zum Beispiel ein 6er-Set Weingläser verkauft und davon kommen beim Käufer nur 5 Stück heile an, dann sind 5 Stück definitiv nicht das angebotene 6er-Set wofür der Käufer bezahlt hat. Der Käufer hat genau das gekauft was beschrieben war, nicht 5 gute Gläser und ein kaputtes Glas sondern 6 Gläser im Set laut Beschreibung.

Wer zum Beispiel ein Schachspiel mit 15 Bauern verkauft und das erwähnt, wird keine Probleme bekommen. Wer aber nur ein "Schachspiel alles in Ordnung" verkauft, der verkauft ein Komplettset mit dem der Empfänger spielen kann weil nichts fehlt.

Wer zum Beispiel einen Wasserball verkauft und nur "schöner Wasserball" schreibt in der Beschreibung obwohl der Wasserball vielleicht nicht dicht ist, der hat wohl mit Vorsatz so gehandelt. Denn auch ein Wasserball muss seine Pflicht erfüllen und wenn keine den Wert mindernde Eigenschaften oder Beschädigungen erwähnt werden ist davon auszugehen, dass alles am angebotenen Stück funktionstüchtig im Sinne des Herstellers und Konsumenten ist. 

Verpackungsrichtlinien - verwende für die Suchmaschinensuche folgende Begriffe:  
Fedex howtopack/HowToPack_EMEA_GER.pdf
UPS Verpackungsrichtlinien
HERMES Verpackungsrichtlinien
DHL verpackung-versand Verpackungshinweise
 
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