Wann pflanzen und wie richtig setzen? Wissenswertes über Zwiebelblumen

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Wann pflanzen und wie richtig setzen? Wissenswertes über Zwiebelblumen

Zwiebelblumen sind das Herzstück jedes bunten, üppigen und fröhlichen Blumengartens. Nicht umsonst freuen sich ambitionierte Gärtner und passionierte Gärtnerinnen jedes Jahr aufs Neue darauf, die kleinen, unscheinbaren Zwiebeln in den Boden zu bringen, die sie dann vom Februar an bis weit in den späten Herbst hinein mit ihrer Blütenpracht bezaubern. Den Anfang der beliebten Zwiebelblüher machen Schneeglöckchen und Winterlinge, die sich sogar noch durch den letzten Schnee durchkämpfen und mancherorts bereits im Februar den nahenden Frühling ankündigen. Ein durchblühender Garten ist ohne diese vielfältigen und bunten Zwiebelblüher ohnehin fast nicht vorstellbar. Denn in rascher Folge kommen jetzt Krokusse und Narzissen, Tulpen und Hyazinthen ans Licht, bevor der Sommer dann mit seinen Varianten an Zierlauch, Lilien, Dahlien und Gladiolen seine ganze Farbenpracht entfaltet. Herbstzeitlose und Herbstkrokusse beschließen das Gartenjahr der Zwiebelblüher; sie können, je nach Region, bis in weit in den November hinein noch den heimischen Garten mit ihren Farbsprengseln beleben.

Schneeglöckchen, Winterlinge und Krokusse – wie das Garten-Blumenjahr beginnt

Kaum werden die Tage um Mariä Lichtmess herum – das ist der zweite Februar – wieder ein bisschen länger, da wagen sich in den wärmeren Gegenden Deutschlands schon die ersten Schneeglöckchen und Winterlinge ans Licht – manchmal sogar die letzten Schneereste missachtend. Wie viele Frühblüher werden Winterlinge und Schneeglöckchen im September oder Oktober des Vorjahres gesetzt. Als Grundregel für die Pflanztiefe gilt: Legen Sie die Zwiebeln doppelt bis dreifach so tief, wie die Zwiebeln hoch sind. Das richtet sich ein bisschen auch nach dem Boden: In trockenen oder gar sandigen Böden pflanzt man etwas tiefer. In schwere Böden werden die Zwiebeln nicht so tief gesetzt.

Schneeglöckchen und andere Frühblüher

Der bekannteste dieser Frühblüher ist sicherlich das Schneeglöckchen. Seine weißen Blütenglöckchen sitzen auf etwa 15 Zentimeter hohen Stängeln, und sie sehen immer so aus, als würden sie fröhlich mit dem Kopf nicken. Schneeglöckchen lieben humosen Boden. Man pflanzt sie im September oder Oktober in neutralen, leicht sauren Boden, den man am besten vor dem Pflanzen mit Humusdünger oder Kompost versorgt. Vor dem Blühen benötigen sie, wie alle Frühlingsblüher, genügend Feuchtigkeit, bevorzugen danach aber trockenen Boden. Dauernasses Erdreich mögen die zarten Glöckchen nicht, weil dadurch ihre unterirdischen Organe verfaulen. Wer Schneeglöckchen unter Gehölzen oder auch auf Rasen verwildern lässt, kann sich mit der Zeit an einem richtigen Blütenteppich aus kleinen, weißen Glöckchen erfreuen.

Ähnlich anspruchslos zeigen sich Winterlinge. Sie werden nur 10 bis 12 Zentimeter hoch und wollen am liebsten in Gruppen gepflanzt werden. Wer wenig Sonne im Garten hat, darf sich freuen: Winterlinge lieben schattigen und halbschattigen Boden mit viel Bodenfeuchte, samen aus und verbreiten sich ganz von selbst.

Krokusse wiederum mögen es gerne sonnig; dann aber blühen sie in großer und vielfältiger Farbenpracht und in zahlreichen Farbspielarten. Auch Krokusse verbreiten sich leicht durch Selbstaussaat.

Schneeglanz, Blaustern, Märzbecher, Narzissen – wenn die Sonne höher steigt

Für die Gartengestaltung mit Frühblühern empfiehlt sich ein bewährtes Prinzip: Pflanzen Sie alle Zwiebelblüher so, dass nachwachsende, später blühende Pflanzen das welke Laub der bereits verblühten Pflanzen verdecken. Und so folgen den letzten Krokussen bald Schneeglanz, Blauglanz und Märzbecher, deren Hauptblütezeit in den meisten Gegenden in den März und April fallen.

Schneeglanz, Blaustern und Co

Der Schneeglanz ist ein anspruchsloses Gewächs, das wunderbar leuchtende, blaue Blüten treibt und einen regelrechten blauen Teppich bildet. Die Pflanze wird zwischen 10 und 25 Zentimeter hoch. Wie viele Frühjahrsblüher sät auch sie sich ohne Ihr Zutun ganz leicht selbst aus.

Blausterne sehen mit ihren pyramidenähnlichen Blütenständen ein bisschen wie Mini-Hyazinthen aus, sind aber viel filigraner. Die zarten, hellblau schimmernden Pflanzen werden 20 bis 30 Zentimeter hoch und bewegen sich zierlich, fast wie Gräser im lauen Frühlingswind.

Märzbecher werden oft auf den ersten Blick mit den bekannteren Schneeglöckchen verwechselt. Ihre weißen Blüten sehen aber eher wie kleine, hängende Tulpen aus und haben einen grünen oder gelbgrünen Fleck auf jeder Glockenspitze. Sie lieben schattigen und auch schweren Erdboden, worin sie sich auch mühelos selbst aussäen.

Ostern ist Narzissenzeit

Narzissen werden vielerorts auch als Osterglocken bezeichnet. Denn zur Osterzeit sieht man sie besonders häufig und gerne als schmückendes Beiwerk von Osterkränzen und Ostersträußen. Wobei Narzissen auch alleine, zum großen Strauß gebunden, jede Menge Frühlings- und Lebensfreude ins Haus bringen. Gartenfreunde können beim Kauf von Narzissen-Zwiebeln in der Zwischenzeit unter fast 10.000 Sorten wählen. Zu den beliebtesten zählen aber nach wie vor die Großkronige Schalennarzisse, bei der die Blütenkrone mehr als ein Drittel so lang ist wie der Blütenkranz; eine Sorte, die es auch in zweifarbigen Sorten gibt. Ebenfalls enorm beliebt sind die Alpenveilchen-Narzissen mit ihrem weit zurückgeschlagenen Blütenkranz, die meist in sattem Gelb daherkommen. Narzissen gedeihen am besten in gutem, durchlässigem Boden und lieben Sonne oder Halbschatten.

Tulpen und Hyazinthen – bunte Frühlingsboten, die jeden Garten in ein Blumenmeer verwandeln

Kein Frühling ohne Tulpen! Dieses Motto gilt für fast alle Gartenliebhaber und natürlich erst recht für alle, die ein besonderes Faible für die beliebten Gartentulpen haben. Ähnlich wie bei den Narzissen gibt es auch bei den Tulpen eine riesige Sortenauswahl, die üblicherweise in frühe, mittelfrühe und späte Sorten eingeteilt wird. Wobei die frühen, einfachen und gefüllten Tulpen von Anfang bis Ende April blühen, die mittleren Sorten, worunter zum Beispiel die Darwin-Tulpen fallen mit ihrer hübschen, meist gelb-roten Flämmung, von Ende April bis Anfang Mai. Die späten Tulpen blühen alle erst im Mai. Zu ihnen zählen lilienblütige Tulpen oder auch die gefüllten, späten Tulpen. Tulpengewächse wachsen zwischen 25 und 75 Zentimeter hoch und mögen am liebsten sonnige Standorte, obwohl sie auch im Halbschatten gedeihen. Wichtig ist außerdem durchlässiger, gut mit Nähstoffen versorgter Boden, der weder nass noch sauer sein darf.

Die Hyazinthe erkennen Gärtner oft schon an ihrem Duft, bevor sie den in vielen Farben leuchtenden, üppigen Frühlingsblüher erblicken. Denn dieser 15 bis 25 Zentimeter hoch wachsende Zwiebelblüher vermag ein ganzes Zimmer mühelos mit seinem starken, blumig-süßen Duft zu erfüllen. Hyazinthen, die übrigens prima auch im Topf gedeihen, stellen draußen im Garten gewisse Ansprüche an Bodenqualität und Lichtverhältnisse: Humos, durchlässig und nahrhaft sollte der Boden sein – und Hyazinthen lieben es, wenn sie in den Genuss der vollen Frühlingssonne kommen.

Sommer, Sonne und lange, helle Abende – jetzt ist die hohe Zeit von Canna, Dahlien, Lilien und Gladiolen

Eine der schönsten, auffälligsten und farbenprächtigsten Sonnengewächse ist die Canna, auch Indisches Blumenrohr genannt. Diese fast mannshoch wachsende Prachtstaude blüht von Juni bis Oktober meist in weithin leuchtendem Rot. Die Canna ist nicht winterhart und deshalb muss im Herbst das Laub eine Handbreit über den Knollen abgeschnitten und die Knolle ausgegraben werden. Sie sollte getrocknet sein, bevor man sie frostfrei in Torf oder trockenem Sand überwintern lässt. Ausgepflanzt stellt sie einige Ansprüche an Bodenqualität und Standort: Feucht soll der Boden sein und nahrhaft, dabei vor Wind geschützt und in voller Sonne.

Auch die Dahlie übersteht die Winter in unseren Breiten nicht draußen. Dafür blüht sie aber in den herrlichsten Farben den ganzen Sommer und Herbst über bis zum Frostbeginn. Und doch gibt es auch in der Blühphase der Dahlien ein paar Dinge zu beachten: ganz gleich, ob es sich um die einfache Dahlie, die orchideenblütige Dahlie oder die exotisch anmutende Kaktusdahlie handelt: Die bis zu 180 Zentimeter hoch wachsenden Dahlien müssen an Stäben aufgebunden werden, und alles Verblühte müssen Sie laufend entfernen. Auch sich entwickelnde Samenkapseln müssen in der Blütezeit abgeschnitten werden. Vor dem ersten einsetzenden Frost schneiden Sie dann die Stängel bis auf eine Handbreit über dem Boden zurück und nehmen die Knollen aus der Erde. Lassen Sie sie danach, mit den Stängelresten nach unten, einige Tage im Freien abtrocknen. Sie sollten in einem frostfreien, aber kühlen Raum auf trockenem Sand oder auf einer Lage Zeitungspapier überwintern.

Gladiolen und andere Liliengewächse

Die Gladiolen leiten ihren Namen vom lateinischen Wort gladius her, das übersetzt Schwert heißt. Und tatsächlich erinnert die Blattform dieser bunten, vielfältigen Sommerblüher an die Form eines Schwertes. Die Blütenstände der Gladiolen blühen in allen Farben; außerdem gibt es auch besonders schöne und prachtvolle zweifarbige Exemplare. Gladiolen können bis zu 150 Zentimeter hoch wachsen. Wie bei den Dahlien muss auch bei diesen sommerlichen Prachtblühern Verblühtes während der Blütezeit schnellstmöglich entfernt werden. Und genauso wie die Dahlien lieben sie Sonne und guten, nicht zu nassen, nährstoffhaltigen Boden. Überwintern lässt man sie, auch hierin den Dahlien vergleichbar, in kühlen, aber frostfreien Räumen auf Sand, Torf oder einigen Lagen Zeitungspapier.

Zu den großartigsten, beeindruckendsten und schönsten Sommerblumen zählen die stolzen Liliengewächse, von denen es heute mehr als 100 Arten und mehr als 3.000 Zuchtvarianten gibt. Und doch ist es auch heute noch hauptsächlich eine Sorte, die das Herz des Lilienliebhabers höher schlagen lässt: die Königslilie, botanisch lilium regale genannt. 80 bis 120 Zentimeter hoch wächst diese wahrhaft prachtvolle Pflanze. Sie beeindruckt mit ihren bis zu 12 Zentimeter langen, weißen Blütentrichtern, die an den Außenrippen Purpur bis Rosafarben schimmern. Hierzu bietet der kräftig chromfarbene Schlund einen reizvollen Kontrast. Damit uns die Königslilie mit ihrer Pracht und ihrem herrlichen Duft erfreuen kann, benötigt sie einen sonnigen Standort und nährstoffreichen, humosen Boden.
Die Sorte, die den meisten Gärtnern vor Augen steht, wenn sie an die Königslilie denken, heißt – wie könnte es anders sein – Royal Gold. Wie alle Zwiebelblumen, die Farbe in den Sommergarten bringen, werden die Zwiebeln für diese Sommerblüher im späten August und im September in die Erde gebracht. Es genügt dann, kurz vor der Blüte mit Kompost, einem nährstoffreichen Volldünger oder flüssigem Mineraldünger die Blühbereitschaft dieser Zwiebelblumen nochmals zu fördern.

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