Wann lohnt sich der Austausch der Hauptplatine?

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Wann lohnt sich der Austausch der Hauptplatine?

Die Hauptplatine eines Computers ist am ehesten mit einer Schaltzentrale zu vergleichen: Der vom Netzteil umgewandelte Strom stellt die Bedingungen der Energieversorgung sicher, ähnlich einem Kraftwerk, während die Platine, auch „Main"- oder „Motherboard" genannt, die zugeführte Energie in die richtigen Bahnen lenkt. Nur so ist das Geflecht der diversen Bauteile, von denen alle auf irgendeine Art und Weise miteinander verbunden sind, auf Dauer handlungsfähig. Natürlich spielt die Ausgewogenheit eine große Rolle, zumal auf der Hauptplatine selber einige der wesentlichen Komponenten des PCs untergebracht sind. Meist handelt es sich dabei um den Prozessor, aber ebenso verfügen viele Modelle über eine integrierte Grafikkarte.

Platine je nach Nutzerprofil

Entscheidend im Arbeitsablauf einer Platine bleibt deren korrekte Zusammenstellung. Die populären Komplett-Sets wurden zwecks sofortiger Einsatzbereitschaft bereits ab Werk mit einer entsprechenden Ausrüstung versehen, aber genauso gut lohnt der nachträgliche Kauf einer Hauptplatine. Der Handel bietet finanziell wie technisch eine breite Palette an Ausstattungen, Zünglein an der Waage bleibt selbstverständlich das eigene Nutzerprofil. Aufwendig konzipierte Platinen sollten auch dementsprechend gefordert werden, mit einem bescheidenen Leistungsumfang der Platine hingegen sind durchschnittliche Multimedianutzer und damit die Mehrheit aller PC-Anwender überhaupt weitaus besser bedient.

Das heißt im Umkehrschluss, dass eine Erhöhung des Arbeitsaufwands am heimischen Computer auf kurz oder lang die Aufrüstung des Rechners zur Folge hat – auch das modernste Betriebssystem kann ab einem gewissen Punkt nicht mehr weiter und ist zwingend auf eine andere Technik angewiesen. Bei den dafür notwendigen Schritten ist eine solide Kenntnis der Materie unerlässlich. Dabei muss es sich nicht um Expertenwissen handeln, vielmehr gibt eine gute Vorbereitung den Ausschlag. Besorgen Sie diese mit der Lektüre des vorliegenden Ratgebers. Erfahren Sie alles Wesentliche rund um die Thematik Hauptplatine und deren sinnvolle Erweiterung beziehungsweise deren Austausch. Sie werden anschließend über die nötigen Informationen verfügen, die zum Eingriff in den Computerorganismus unabdingbar sind. Unterstützend zur Seite steht Ihnen dabei das reichhaltige Sortiment an entsprechendem Zubehör auf eBay.

Der Prozessor steht im Mittelpunkt: Ohne ihn läuft kein Datenverkehr

Die Hauptplatine an sich ist lediglich ein Bauteil unter vielen, wen auch ein besonders großes und das mit Abstand am umfangreichsten ausgerüstete. Über seine diversen Kontakte laufen die unverzichtbaren Datenströme und erreichen auch noch den entlegensten Winkel des Gehäuses. Zentral auf der Platine befindet sich der unübersehbare Prozessor, er gibt den Takt des Datenaustauschs und damit die Arbeitsgeschwindigkeit vor. Er ist ebenso wie ein Großteil aller anderen Komponenten auszutauschen und zu ersetzen, allerdings verhält es sich beim Austausch eines neuralgischen Bauteils wie des Prozessors um ein deutlich schwierigeres Unterfangen als bei ähnlichen Komponenten. Grund dafür ist zum einen die spezielle Fertigung des Prozessors und zum anderen die direkte Verbindung zur Hauptplatine, die stets gewissen Vorgaben gerecht werden muss und kaum Spielraum für eventuelle Kombinationen lässt.

Bei angedachten Veränderungen diesbezüglich ist also immer auf eine bereits im Vorfeld zu klärende Kompatibilität zu achten. Diese macht sich am Leistungsvolumen ebenso wie am Hersteller des Prozessors fest. Die beiden führenden Hersteller gehören zu den großen in der Computerbranche, alternative Anbieter sind natürlich ebenso vorhanden, spielen aber eine eher untergeordnete Rolle bzw. orientieren sich an den entsprechenden Konfigurationen der Marktführer.

Intel oder AMD: Die Hauptplatine verlangt eine Festlegung

Wichtig ist das Zusammengehen der Vorrichtung auf der Platine selber, also der genormte Steckplatz, mit dem einzusetzenden Prozessorchip. Hierbei sind pro Hersteller mehrere Generationen auf dem Markt erhältlich, auch mehrere Jahre alte Modelle gehören keineswegs zu einer veralteten Hardware, im Gegenteil: Gerade besonders robuste Versionen mit der entsprechenden Erfahrung bieten nicht selten erstaunlich konstante Resultate. Zumal sich in der Palette der zahlreichen Neuerscheinungen immer wieder Flops und Fehlentwicklungen befinden, die einer Nachfolge nicht gerecht werden.

Wichtig bleibt die grundsätzliche Differenzierung zwischen dem Angebot von Intel und dem von AMD. Beide Firmen haben ihre eigenen Prozessor-Linien, die untereinander in abweichende Serien eingeteilt werden. Aber selbst innerhalb der jeweiligen Marke ist eine Kombination von Platine und Prozessor nur bedingt möglich. Die technische Grundlage bildet der sogenannte „Sockel". Dabei handelt es sich um die Kontaktfläche auf der Platine, die einer ganz bestimmten Norm entspricht und dementsprechend nur wenigen Prozessorchips die Installation ermöglicht.

Bei einem komplett eingerichteten PC wird vom Hersteller die Version nach den Maßstäben des Leistungsumfangs ausgewählt. Je größer der Anspruch, desto neuer die Prozessoren, was im Übrigen in erster Linie virtuell zu verstehen ist: Die einzelnen Varianten unterscheiden sich in ihrer tatsächlichen Größe nur wenig voneinander. Intel- und AMD-Modelle schenken sich im Grunde wenig, bei beiden sind modernste Standards gegeben. Für den herkömmlichen Nutzer ohne Spezialanforderungen ist ein aktuelles Modell ganz gleich von welchem der beiden Anbieter völlig ausreichend. Hauptplatinen mit den jeweiligen Prozessortypen sind gleichermaßen beziehbar, ebenso verhält es sich mit den Ersatzteilen.

Herz und Nieren der Platine: Bus-Takt und Chipsatz

Nicht allein die Hardware des Prozessors ist ausschlaggebend, sondern auch die darum gruppierte Technik. Der stärkste Prozessor bleibt unter seinen Möglichkeiten oder gleich wirkungslos, wenn seine Daten nicht adäquat transportiert werden können. Dafür sind Bus-Takt und Chipsatz verantwortlich, zwei essenzielle Einrichtungen auf der Hauptplatine. Der Bus-Takt hat nichts mit einem Verkehrsmittel zu schaffen, stellt aber etwas ganz Ähnliches dar, nämlich die Dichte des Datentransfers zwischen den einzelnen Komponenten. Am meisten ziehen Grafikkarte und Arbeitsspeicher ihren Nutzen aus dieser Verbindungsqualität. Sie muss stimmen und zwar über den gesamten Zeitraum des PC-Betriebs. Eine geminderte Geschwindigkeit führt umgehend zu Verzögerungen im Ablauf, denn die Verarbeitung der Datenmenge ist abhängig vom Bus-Takt. Ist dieser gemäß Hauptplatine eher im niedrigen Bereich angesiedelt, rollen die entscheidenden Prozesse eher langsam ab. Je leistungsstärker die Taktung ausfällt, desto zügiger baut die Platine die angesammelten Datenbündel ab und sorgt damit für die vom Nutzer leicht wahrnehmbare höhere Arbeitsgeschwindigkeit.

Untrennbar mit dem Bus ist die Funktion des Chipsatzes verbunden, einer Art Verwaltungseinheit der Platine. Der Chip organisiert den Datenfluss und versorgt mit ihm die Kanäle, die zu sämtlichen angeschlossenen Bauteilen führen. Nur so kann gewährleistet werden, dass Laufwerk und Co. sinnvoll in das Gefüge des Computers eingebunden sind – und auch bei ansteigendem Arbeitsaufkommen bleiben. Die Chips leisten vor allen Dingen die unverzichtbare Unterstützung der Grafikkarte, dementsprechend tun sich an diesem Punkt deutliche Unterschiede auf, das Leistungsgefälle ist mitunter enorm.

Im Gegensatz zu den Prozessoren mischen bei den Platinen-Chipsätzen auch Drittanbieter mit, vor allem der Grafikkartenhersteller Nvidia erfreut sich einer gewissen Beliebtheit. Dessen Modelle sind mit den AMD- und Intel-Produkten kompatibel. Ein bedeutendes Merkmal einiger Chips ist die Grafikunterstützung, die bis zu einem bestimmten Grad die Installation einer externen Grafikkarte überflüssig macht. Gerade im überschaubaren Desktopbereich kann diese Regelung vernünftig sein, da die Anforderungen bezüglich der Auflösung meist im mittleren Bereich liegen. Bei verstärkter Multimedia-Nutzung stößt diese integrierte Grafiklösung allerdings schnell an ihre Grenzen.

Flexibilität ist die halbe Miete: Steckplätze auf der Hauptplatine

Sind die Rahmenbedingungen erst einmal gegeben, bleibt die Frage nach der Speicherkapazität. Für deren Umfang sorgen bekanntermaßen die sogenannten „Ram-Riegel", die in dafür vorgesehene Halterungen gesteckt werden müssen. Je mehr Riegel ihren Platz auf der Hauptplatine finden, desto üppiger fällt dementsprechend das Speichervolumen aus. Allerdings divergiert die Anzahl der freien Steckplätze mitunter heftig, hier beschränkt eine niedrige Zahl an potenziellen Steckplätzen nicht nur die Speicherleistung, sondern zugleich den möglichen Ausbau derselben. Das kann unangenehme Folgen auch für die Installation ganz anderer Bauteile als unmittelbar mit dem Mainboard verbundener haben, weshalb in die Bemessung der Ram-Werte unbedingt ein gewisser Spielraum einzurechnen ist.

Auch dem Stand der Entwicklung sollte Beachtung geschenkt werden, es sind durchaus noch veraltete DDR2- und sogar DDR1-Riegel im Umlauf, deren Brauchbarkeit allerdings gegen Null geht – es sei denn, Platine und der gesamte PC gehören ebenfalls einer entsprechend alten Generation an. Heutzutage bilden DDR3-Riegel den Normalfall. Vorsicht ist bei der Verträglichkeit geboten: Vor dem Austauschen der Platine sollte der Hinweis des Herstellers bezüglich der Vereinbarkeit mit eventuellen DDR2-Bausteinen geprüft werden, denn tatsächlich bieten viele im Handel erhältliche Hauptplatinen eine relativ problemlose Kombination von DDR-2- und DDR-3-Riegeln.

Gehäuse und Platine: Der Formfaktor gibt den Rahmen vor

Neben den technischen Einrichtungen kann der essentielle Umstand leicht übersehen werden, dass die neuerworbene Platine auch passen muss. Fehlt hier ein Zentimeter, ist der Ärger groß. Um derartigen Problemen vorzubeugen, haben sich die Anbieter auf eine internationale Normierung geeinigt, den sogenannten „Formfaktor". Er ist im Handbuch eines jeden PCs sowie auf der Verpackung der Platine verzeichnet und lässt eine korrekte Feststellung der Dimensionen zu.

Die gängigen Abkürzungen heißen ATX, ITX und BTX, wobei der erste den mit Abstand am häufigsten vorkommenden Typen bezeichnet. Die letzte Version, Platinen mit der Seriennummer BTX, ist nur noch selten anzutreffen, und wenn, dann meist in einige Jahre alten Computern. Die ITX-Modelle hingegen finden sich in betont kompakten PCs, während ATX die große Mehrheit der Rechner dominiert. Jeder Variante liegen genaue Maße zugrunde, die bei Deckungsgleichheit mit dem PC-Gehäuse einen Einbau definitiv ermöglichen. Grundlage sind genormte Halterungen, meist Schraubverschlüsse im Gehäuse selber, deren Position jeweils mit den Gegenstücken der Hauptplatine übereinstimmt und so den unkomplizierten Einbau ermöglicht. In der Tat geht die Montage schnell von der Hand, es sind keinerlei handwerkliche Fertigkeiten von Nöten, ebenso wenig sind Spezialwerkzeuge erforderlich. Ein Schraubenzieher mit dem einen oder anderen Ersatzkopf reicht vollkommen aus.

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