Wann lohnen sich Kaminöfen mit Wärmetauscher?

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Wann lohnen sich Kaminöfen mit Wärmetauscher?

 

Mit einem wasserführenden Kaminofen zaubert man nicht nur eine behagliche Atmosphäre in jeden Wohnraum. Gleichzeitig macht man sich weitgehend oder vollkommen unabhängig von fossilen Energien wie Öl oder Gas, die durch ihre Verknappung und durch die Preispolitik der Energieriesen immer teurer werden.

Kaminöfen mit Wärmetauscher – ihre Merkmale, Funktionsweise und Einsatzbereiche

Die bei der Verbrennung in einem wasserführenden Kaminofen erzeugte Wärme wird über einen Wärmetauscher in das Brauchwasser oder auch in das Heizwasser abgeführt. Da der wasserführende Kaminofen an den Wasserkreislauf der Zentralheizung angeschlossen ist, kann er über das zentrale Heizsystem an alle Zimmer eines Hauses oder einer Wohnung seine Wärme abgeben. Außerdem gibt er im Aufstellraum eine angenehme Strahlungswärme ab. Auf diese Weise leistet der Besitzer eines solchen Kaminofens einen wertvollen Beitrag zur Entlastung der Umwelt. Denn in den Zeiten erhöhter Umweltbelastung und durch die Klimaerwärmung ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit Energien Pflicht.

Lauter gute Gründe für einen Kaminofen mit Wärmetauscher

Es gibt eine Reihe von guten Gründen, die für einen wasserführenden Kaminofen sprechen. Ein Kaminofen mit Wärmetauscher hat durch den Anschluss an die zentrale Heizanlage die Fähigkeit, über den Aufstellraum hinaus auch weitere Räumlichkeiten zu beheizen. Die Leistungsfähigkeit eines solchen Ofens wird dadurch erhöht, dass er mit doppelwandigem Stahl ausgestattet ist. Regelmäßig wird ein Kaminofen mit Wärmetauscher mit Holz befeuert und erzeugt dadurch eine behagliche und stimmungsvolle Wärme. Das ist nicht nur ein heimischer Brennstoff, sondern obendrein noch einer mit einem ökologischen Nutzwert. Brennholz ist nahezu CO2-neutral, denn beim Verbrennen von Holz wird lediglich der CO2 Gehalt freigesetzt, den das Holz im Laufe seines Lebens über die Atmosphäre aufgenommen hat. Zudem liegen bei einem Kaminofen mit Wärmetauscher die entstehenden Emissionen weit unter den gesetzlichen Grenzwerten. Der Wirkungsgrad eines wasserführenden Kaminofens liegt bei annähernd 80 Prozent und damit kommt er sehr nahe an den eines modernen Festbrennstoffkessels heran. Durch die enorme Kostenersparnis gegenüber fossilen Brennstoffen amortisieren sich die Investitionskosten für einen wasserführenden Kaminofen schon nach kurzer Zeit.

Für wen eignet sich ein Kaminofen mit Wärmetauscher?

Das Heizen mit einem Kaminofen mit Wärmetauscher ist eine Alternative zu konventionellen Heizsystemen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden und deren Kosten durch die Preispolitik der Energiekonzerne immer weiter ansteigen. Der wasserführende Kaminofen wird mit Holz befeuert, einem einheimischen Brennstoff und regenerativen Energieträger. Insofern ist das Heizen mit einem wasserführenden Kaminofen kostengünstig, umweltfreundlich und deshalb auch zukunftsweisend, wie der steigende Marktanteil zeigt. Mit einem wasserführenden Kaminofen können Wohnräume, Wohnungen und Einfamilienhäuser bis zu einer Größe von 200 Quadratmetern beheizt werden. Ein Kaminofen mit Wärmetauscher ist vor allem dann eine interessante Alternative, wenn beispielsweise kein Platz für einen Kachelofen oder großen Kamin vorhanden ist. Während der wärmeren Monate reicht der Kaminofen mit Wärmetauscher meist für die Erzeugung der benötigten Wärmemenge aus.
Anders verhält es sich im Winter und in Zeiten intensiver Kälteperioden, in denen ein wasserführender Kaminofen mit einer weiteren Heizquelle kombiniert werden kann. Eine gute Ergänzung insbesondere bei Einfamilienhäusern, um bei den regenerativen Energien zu bleiben, ist deshalb eine Solaranlage oder eine Photovoltaikanlage. Möglich ist aber auch ein Zusammenspiel mit einer mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizanlage, die im Bedarfsfall zugeschaltet wird. Der Wärmebedarf an Heiz- und Brauchwasser ist unter anderem abhängig von der Dämmung der Räumlichkeiten und auch von der Gebäudeart und dessen Beschaffenheit. So ist der Bedarf insbesondere an Heizwasser in einem Niedrigenergiehaus oder Passivhaus wesentlich geringer als beispielsweise in einem schon in die Jahre gekommenen Einfamilienhaus. Der Wärmebedarf steht außerdem in direktem Zusammenhang mit den Heizgewohnheiten und mit der Anlagentechnik.

Gütesiegel, Zertifizierungen und Förderung

Beim Kauf eines Kaminofens mit Wärmetauscher sollte außerdem auf Zertifizierungen geachtet werden, beispielsweise auf die Stuttgarter, auf die Regensburger und auf die Münchner Verordnung. Darüber hinaus gibt es DinPlus-Zertifizierungen oder auch eine Kennzeichnung mit dem „Blauen Engel“ oder dem „EFA-Qualitätssiegel“, die beide die neuen Auflagen der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) erfüllen. Es ist außerdem wichtig, den Anschluss eines Kaminofens mit Wärmetauscher von einem ausgebildeten Fachbetrieb vornehmen zu lassen. Zudem lohnt es sich, sich nach staatlichen Förderprogrammen umzusehen und umzuhören. Eines davon ist beispielsweise das BAFA-Marktanreizprogramm. Wichtig zu wissen ist, dass bei Neubauten heutzutage ein Teil der Energie für Heizung und Warmwasser aus regenerativen Energien stammen muss.

Die Funktionsweise eines Kaminofens mit Wärmetauscher

Normalerweise ist der Wirkungsgrad eines herkömmlichen Kaminofens im Vergleich mit einem modernen Festbrennstoffkessel ziemlich schlecht. Der Grund ist, dass ein großer Teil der Wärme sprichwörtlich zum Fenster hinausgeblasen wird. Im Gedächtnis sind noch die extra langen Ofenrohre, die in früheren Zeiten manchmal quer durch den Raum führten, eine Methode, die zu Wärmeverlust führte und deshalb nicht sonderlich effektiv war. Heute gibt es wasserführende Kaminöfen, die so wirkungsvoll arbeiten, dass gegenüber Heizungen, die mit Erdgas oder Heizöl betrieben werden, eine Ersparnis von bis zu 50 Prozent erreicht werden kann. Ein wasserführender Kaminofen hat einen Wirkungsgrad von bis zu 80 Prozent, sodass er sehr nahe an den eines modernen Festbrennstoffkessels heranreicht.
Kernstück ist der Wärmetauscher, der dem Rauchgas die Wärme entzieht. Die Wärme, die sich bei einem früheren Kaminofenmodell durch den Kamin verzogen hat, wird nun dem Heizkreislauf der Zentralheizung zugeführt. Etwa ein Drittel der Heizleistung entfällt auf den Kaminofen selbst, während der Rest über den Wärmetauscher in den Heizkreislauf eingespeist wird. Die aufgeheizte Wassermenge ist abhängig von der Größe des Wasserkessels. Durch das Aufheizen des Kesselwassers werden auch die Räumlichkeiten beheizt, wobei durch die fortwährende Befeuerung die Temperatur weiter ansteigt. Das Ansteigen der Temperatur registrieren Energiefühler, die auf eine bestimmte Temperatur eingestellt werden. Wegen des Regelthermostats wird die vorgegebene Temperatur nicht überschritten und eine an die Heizanlage angeschlossene und integrierte Umwälzpumpe eingeschaltet. Die überschüssige Wärme wird in den Warmwasserspeicher weitergegeben. Sinkt die Temperatur wieder ab, weil beispielsweise der Heizvorgang beendet ist, schaltet sich die Umwälzpumpe automatisch wieder ab. Der Betrieb des wasserführenden Kaminofens erfolgt grundsätzlich ohne Druck, da die Weitergabe der Energie über eingebaute Wärmetauschregler erfolgt, was ein sehr hohes Maß an Sicherheit beim Betrieb bedeutet.

Worauf es bei der Installation eines Kaminofens mit Wärmetauscher ankommt

Der Aufwand für den Einbau eines Kaminofens mit Wärmetauscher ist mit einigen logistischen Vorüberlegungen verbunden. So muss beispielsweise der wasserführende Kaminofen an einen Kamin angeschlossen werden. Hier empfiehlt es sich, bereits im Vorfeld den Bezirksschornsteinfeger zu befragen, denn an die Maße eines Schornsteins werden bestimmte Anforderungen gestellt. Meistens genügt ein Schornstein mit den Abmessungen 14x14 Zentimeter oder 14x15 Zentimeter. Ist der Durchmesser größer, benötigt man einen Zugbegrenzer. Außerdem ist eine Verbindung zum Heizkreislauf der vorhandenen Heizungsanlage notwendig. Die Installation sollte aus verschiedenen Gründen von einem Fachmann ausgeführt werden. So muss beispielsweise der Querschnitt der Anschlussleitungen an den Heizungsrücklauf der vorhandenen Zentralheizung berechnet werden. Das gilt gleichermaßen für die Installation einer gesetzlich vorgeschriebenen thermischen Ablaufsicherung. Eine sinnvolle Ergänzung ist ein Pufferspeicher, der die das Mehr an produzierter Wärme speichert. Ansonsten würde diese über die an die Kaltwasserleitung angeschlossene thermische Ablaufsicherung abgegeben werden, die zur Kühlung des Heizkreislaufs eingebaut wird und auf diese Weise ein Überhitzen unterbindet. Ist ein Pufferspeicher installiert, wird die Ablaufsicherung nur in Ausnahmefällen benötigt.

Um später Störungsprobleme zu vermeiden, ist es wichtig, den wasserführenden Kaminofen möglichst zu Beginn des Wasserzulaufs zu positionieren. Wird ein Kaminofen mit Wärmetauscher in einem Altbau installiert, ist es wichtig, die Statik zu berücksichtigen und möglicherweise einen Statiker zu befragen, da wasserführende Kaminöfen zu den Schwergewichten zählen. Da der wasserführende Kaminofen den gesetzlichen Anforderungen genügen muss, ist eine bautechnische Abnahme der Kaminanlage erforderlich. Trotz freizügiger gesetzlicher Bestimmungen empfiehlt sich aus haftungsrechtlichen Gesichtspunkten allein eine Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger.

Worauf es beim Kauf eines wasserführenden Kaminofens ankommt

Wasserführende Kaminöfen sind preislich gesehen teurer als herkömmliche Kaminöfen. Das liegt daran, dass bei einem Kaminofen mit Wärmetauscher mehr Technik verbaut wird. Der Preis setzt sich aus insgesamt drei Kostenfaktoren zusammen, zu denen der Kaminofen selbst, der Pufferspeicher sowie die Steuerung und die sonstigen hydraulischen Regler gehören. Wer auf einen Pufferspeicher verzichtet, spart Geld, allerdings unter Verzicht auf einen gewissen Heizkomfort. Zusätzliche Kosten entstehen beispielsweise durch die Einbindung einer Zentralheizung oder durch eine Photovoltaikanlage. Denken muss man auch an notwendige zusätzliche Rohrleitungen, eventuell an den Neubau eines Schornsteins und auch an einen Platz für die Holzlagerung. Vor dem Kauf eines Kamins mit Wärmetauscher ist es sinnvoll, einen Termin mit dem Bezirksschornsteinfeger zu vereinbaren, um die grundsätzliche Möglichkeit für den Anschluss eines Kaminofens abzuklären, wobei im Wesentlichen die Schornsteinsituation entscheidend ist. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob im Rahmen der bestehenden Heizungsanlage die Möglichkeit für den Anschluss eines Kaminofens mit Wärmetauscher besteht. Da die meisten Kaminöfen mit Wärmetauscher nicht als Alleinheizung ausgelegt sind, sollte der Bedarf an Warmwasser sowie der Heizungsbedarf vorab errechnet werden.

Fazit

Insgesamt ist der Kauf eines wasserführenden Kaminofens eine gute Investition in die Zukunft. Seine Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, da er als alleinige Heizung oder auch in Verbindung mit anderen Heizsystemen als Kombinationsheizung verwendet werden kann. Als Kombinationsheizung eignen sich beispielsweise Heizsysteme, die mit fossilen Brennstoffen und mit herkömmlichen Heizkörpern betrieben werden, Fußbodenheizungen, Solarsysteme oder Wärmepumpen. Mithilfe von speziellen Bausätzen ist es außerdem möglich, einen herkömmlichen Kamineinsatz oder Ofen auf einen wasserführenden Kaminofen umzurüsten. Dadurch kann Energie gespart und vor allem effektiver genutzt werden. Wer sich für einen wasserführenden Kaminofen mit großer Scheibe entscheidet, wird viel Freude am Spiel des Feuers und vor allem an der abgegebenen Strahlungswärme haben, während die übrigen Räume über Heizkörper oder über eine Fußbodenheizung erwärmt werden.

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