Wann ein Eingabestift für Bildschirme sinnvoll ist

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Wann ein Eingabestift für Bildschirme sinnvoll ist

Nach Kommandozeile und Maus: Der Bildschirm, der auf Berührung Programme startet

Neben vielen überflüssigen Entwicklungssträngen hat die Computergeschichte immer wieder praktische Anwendungen hervorgebracht, die den Alltag am Rechner erheblich erleichtert haben. Das Problem hierbei war und ist die Popularität solcher Produkte. Kaum hat ein Accessoire seine Probephase erfolgreich überstanden, erreicht es den Verkauf. Von dort muss es nun in die Haushalte und Büros gelangen, möchte es nachhaltig wirken und vielleicht eines Tages als unersetzbare Arbeitserleichterung gelten. Bei der Maus zum Beispiel dauerte es Jahre, bis sie als vollwertiges Utensil betrachtet wurde. Erst die Macintosh-Rechner von Apple sorgten mit einem darauf abgestimmten Betriebssystem für die Notwendigkeit der Maus, und siehe da: Sie ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Apple hatte die standardmäßige Benutzeroberfläche mit seinen Icons und dem entsprechenden „Drag-and-drop“-Verfahren in die Computerwelt eingeführt. Davor mussten Rechner mit der sogenannten „Kommandozeile“ erst instruiert werden; je nach Formulierung dieses Befehls startete der PC anschließend ein bestimmtes Programm. Wahlweise kam auch ein voluminöser Joystick zum Einsatz. Die Maus aber setzte sich durch, und als Weiterführung dieser Technik können die „Touch“-Geräte betrachtet werden. Eine Zwischeninstanz in Gestalt eines Geräts wie der Maus ist nicht mehr vonnöten, der Finger alleine reicht aus.

Eingabestift - hilfreich oder überflüssig?

Gerade im Segment der mobilen Endgeräte stellt dieser unkomplizierte und unmittelbare Zugriff auf die Anwendungen einen großen Pluspunkt dar. Je komprimierter die Apparate sich ausnehmen, desto störender wirkte eine Zwischenstufe. Allerdings spielen auch hier die Details eine immense Rolle. Nicht jedes mobile Gerät ist gleich in seinem Nutzungsradius, zumal sich auch hier die Durchmesser der Displays erheblich unterscheiden. Was beim kleinen Smartphone noch an seiner geringen Größe scheitert, das kann beim deutlich umfangreicheren Tablet sehr wohl seinen Nutzen haben. Eine Hilfe zur Eingabe ist also keinesfalls von vornherein auszuschließen, vielmehr ist die Wahl der jeweiligen Einrichtung von Bedeutung. Eine der neueren Errungenschaften des digitalen Zeitalters stellt der Eingabestift dar. In seiner Form ganz einem regulären Kugelschreiber oder Bleistift ähnlich, hat er das Ziel, seinem Besitzer bei den unzähligen Arbeitsschritten am PC behilflich sein. Wie dieser auch dem bisher unbedarften Nutzer eine Hilfe sein kann oder wo er überflüssig ist, das soll Ihnen der vorliegende Ratgeber vermitteln.

Eingabe durch Berührung bei Bildschirm und Grafiktablet

Mittlerweile verfügt die Computerbranche auch über Monitore, die nach dem Touch-Prinzip funktionieren. Pate stand dabei das Grafiktablet. Es wurde für den gestalterischen Bereich geschaffen, mit dem Ziel, das Arbeiten auf Papier eins zu eins in eine digitale Form zu übertragen. Das Tablet sollte dabei handlich und jederzeit unterwegs anwendbar sein, also dementsprechend kompakt und robust konstruiert.

Tablets

Ein solches Gerät bringt zahlreiche Vorteile mit sich, nicht alleine für Architekten oder Designer. Da auch Grafiktablets mit minimaler Ausstattung über die Möglichkeit des Bearbeitens von Dokumenten verfügen, lassen sich problemlos Dateien mit eingescannten Dokumenten oder Briefen auf das Tablet übertragen und dort unterschreiben. Dank Bluetooth oder WLAN ist die Verbindung zu einem Rechner oder Notebook schnell hergestellt. Besonders reizvoll ist die Methode der Abspeicherung: Sollten Sie ihre Unterschrift einmal via Grafiktablet in eine entsprechende Datei übertragen haben, haben Sie Ihr Kürzel jederzeit abrufbereit auf der Festplatte. Schließlich ist der Leistungsumfang deutlich größer und auf weitaus mehr als nur auf das Zeichnen von Plänen ausgelegt. Ob Sie bestehende Bilder verfremden möchten oder gleich den ganzen PC mit Tablet und Stift steuern möchten, ist Ihnen überlassen. Das Dauerklicken mit der Maus ist somit Geschichte. Auch in der mitunter nervigen Frage Links- oder Rechtshänder gibt das Grafiktablet eine eindeutige Antwort: Sie ist schlichtweg ohne Bedeutung, denn der Stift funktioniert bei beiden gleichermaßen. Hinzu tritt der direkte Zugriff, der dem Nutzer den Eindruck von Souveränität vermittelt.

Multitouchgeräte

Das Arbeiten ist aber keineswegs nur auf den Stift als Instrument beschränkt. Diverse Tablets, nicht alleine solche, die auf den grafischen Bereich zugeschnitten sind, sondern eine stetig wachsende Zahl sogenannter „Multitouch“-Geräte erobert den Markt und gehört vielerorts bereits zum typischen Erscheinungsbild. Das für Smartphonenutzer typische „Wischen“ mit der Fingerspitze über die entsprechenden Symbole findet auch bei umfangreicheren Geräten statt, längst lassen sich mit Tablets die Basis-Aufgaben von Heimcomputern erledigen. Der Monitor ist in eins gesetzt mit dem Rechnergehäuse und in Ermangelung einer Tastatur bzw. Maus mit einer alternativen Eingabeform versehen – die Erfindung des „Touchens“ lag hier nahe. Der Eingabestift erfüllt in diesem Rahmen eine eher unterstützende Wirkung, zumal bei großzügigen Displays mit einer ausreichenden Icon-Größe.

Mit Finger und Stift surfen bedeutet eine höhere Belastung für den PC

Bedingt durch die rasante Entwicklung der Tablets, nicht zuletzt befeuert durch die Apple-Innovationen der letzten Jahre, ist das klassische Grafiktablet ein wenig in den Hintergrund geraten, bzw. aufgegangen in der vielfältigen Multimediaausrichtung heutiger Standard-PCs. Dennoch bringt auch diese Erleichterung der Bedienung eine Schwierigkeit mit sich, nämlich die der erhöhten Auslastung des Prozessors. Bei aktuellen Betriebssystem bzw. Hardware-Konfigurationen ist dieses Problem kaum anzutreffen, speziell bei älteren Computern kann eine unzureichende Ausstattung schnell das Arbeitsvergnügen hemmen: Grafiken und Bilder brauchen im Aufbau deutlich länger als üblich und nach dem entsprechenden „Touch“ vergehen einige Sekunden bis zum nächsten Schritt. Hinzu kommt die fehlende Kompatibilität.

Bei Windows basierten Rechnern ebenso wie bei denen von Apple spielt dieser Umstand dann eine bedeutende Rolle, wenn die Distanz zwischen verwendeter Software und als Grundlage dienender Hardware zu groß geraten ist. In einem solchen Fall ist der Neukauf unvermeidlich, denn die Touch-Funktion ist auf zeitgemäße Geräte und deren Systeme beschränkt. Das allerdings nachhaltig, wie die beiden letzten Windows-Versionen 7 und 8 zeigen, für die entsprechenden Mac-Varianten gilt das Gleiche. Die Oberfläche von Windows XP etwa ist ganz anders gestaltet, was übertragen in das Tablet-Zeitalter nur Komplikationen mit sich brächte. Während Sie bezüglich Hardware bei modernen Geräten automatisch auch ein entsprechendes System erhalten bzw. eine eindeutige Kaufempfehlung, so stellt die Option einer Erweiterung des eigenen PCs um einen Multitouch-Monitor eine etwas komplexere Angelegenheit dar.

Der Eingabe-Monitor für Ihren stationären Rechner: eine technische Herausforderung

Der Hauptgrund liegt auf der Hand: 10 Jahre alte Bildschirme verfügen eben nicht über die erst seit wenigen Jahren serienmäßig erhältliche Touch-Technologie, weshalb auch etwaige Software-Modernisierungen keinen Erfolg zeitigen würden. Stattdessen ist ein entsprechender Bildschirm auszuwählen, das Angebot erstreckt sich auf diverse Hersteller-Sortimente. Als Alternative lohnt sich durchaus der Anschluss eines herkömmlichen, also kleinen Tablets als Monitorersatz – nicht nur für unterwegs.

Wer auf die gewohnte Darstellung nicht verzichten möchte oder kann, der ist mit einer TFT-Konstruktion bestens bedient. Dabei handelt es sich optisch um Standard-Monitore in Flachbildaufmachung. Auch in Sachen Anschluss sind keine grundlegenden Veränderungen auszumachen, die Variante einer touchfähigen Oberfläche benötigt keine spezielle Schnittstelle. Dennoch arbeiten diese Bildschirme anders als Tablets oder Smartphones. Der Grund liegt in der anderen technischen Ausstattung: In den Rahmen eingelassene Kameras filmen die Oberfläche des Monitors und registrieren jede Berührung optisch. Sie wandeln diese gefilmten Bewegungen um in Befehle, die der Rechner zur Ausführung bringt. Das funktioniert reibungslos, so lassen sich etwa auch umfangreiche Bewegungen mit mehreren Finger zum Heran- und Wegzoomen durchführen. Die Auflösung steht der herkömmlicher Flachbildschirme in nichts nach. Preislich liegen derartige Modelle nur unwesentlich über ihren handelsüblichen Monitor-Geschwistern. Für den Gebrauch eines Eingabestiftes reicht diese Konzeption allerdings nicht aus, dafür ist deutlich mehr an technischem Know-how erforderlich, und damit steigt wiederum der finanzielle Aufwand. Mit dem drei- oder vierfachen Preis ist bei besonders kompetenten Versionen durchaus zu rechnen.

Touch-Monitor als Alternative zum Tablet

Dafür steht dann ein vollwertiger Touch-Monitor gleichberechtigt neben einer Tablet-Ausführung, denn der Umfang der Nutzung ist ebenso groß und schließt den Gebrauch eines Eingabestifts explizit mit ein. Die Größe von 22 Zoll gibt einen hervorragenden Wert ab, größere Schirme sorgen für entsprechend luxuriösere Arbeitsbedingungen. Gerade während des Verlaufs von Präsentationen erweist der Stift wertvolle Dienste. An einen Beamer angeschlossen sind so jederzeit Korrekturen oder Markierungen durchzuführen, die für einen visuellen Nachdruck sorgen. Mit etwas Übung geben derartige Vorführungen einen vollwertigen Ersatz normaler Powerpoint-Präsentationen ab.

Zwei in Einem: das Tablet als Monitor

Eine vielversprechende Variante für intensive Nutzer von mobilen Geräten stellt die Option des Umfunktionierens dar. Dabei ist ein Tablet oder auch Grafiktablet problemlos als vollwertiger Monitor einsetzbar – gerade für Anwender, die eher selten vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten, eine praktische Alternative. Vorteil bei der Benutzung eines Eingabestiftes: Das Tablet wird einfach liegend an einen Rechner angeschlossen, sodass mühelos Zeichnungen und Ähnliches erstellt werden können.

Doch auch hier gilt es, die breite Palette an unterschiedlichen Versionen zu prüfen. Längst nicht alle Tablets haben eine TFT-Oberfläche, sondern sind unter Umständen einfacher ausgerüstet. Damit ist eine Benutzung durch den Eingabestift zwar jederzeit möglich, eine weitergehende Inanspruchnahme scheitert aber unwillkürlich am technischen Limit.

Wissenswertes über Eingabestifte allgemein

Der Stift selber ist nicht nur in seiner Aufmachung unscheinbar, sondern auch unkompliziert anzuwenden – wie ein normaler Stift eben. Er arbeitet kabellos und bezieht seinen Strom intuitiv direkt über die Oberfläche des Tablets bzw. des Touchscreen-Monitors. Von batteriebetriebenen Versionen sollten Sie Abstand nehmen, der Umgang wäre wegen des Eigengewichts zu umständlich. Wie bei allen Zubehörteilen liegen auch bei den einzelne Stiften große Qualitätsunterschiede vor, die sich anhand ihrer Druck-Empfindlichkeit unterscheiden lassen. Einsteigermodelle zum Beispiel verfügen über rund 200 Druckstufen, während hochpreisige Stifte sogar zwischen 2000 oder noch mehr unterscheiden können.

Fazit

Der Einsatz eines solchen Werkzeugs sorgt beim grafischen Arbeiten und beim Erstellen und Begleiten von Präsentationen für eine ungemeine Erleichterung. Außerhalb dieses Anwendungsgebiets sollten Sie einen Einsatz des Eingabestiftes genauestens auf seine Praxistauglichkeit prüfen. Nicht selten erledigt bei durchschnittlichen Ansprüchen auch weiterhin die Maus – zumal in ihrer kabellosen Variante – ihren Zweck, während andererseits zahlreiche Touch-Optionen im mobilen wie stationären Bereich die Bedienung der Standard-Programme reibungslos gestalten und somit einen Eingabestift überflüssig machen.

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