Wann bewerten? Wann ist eine Transaktion beendet?

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Hallo zusammen,

die Frage, wann man eine Bewertung abgeben soll, ist wohl so alt wie ebay selbst. Normalerweise nach der Transaktion, aber wann ist das? Wenn der Käufer bezahlt hat? Wenn die Ware raus ist? Wenn die Ware beim Käufer ist? Wann weiss das der Verkäufer?

Seit mehreren Jahren bin ich auch ebayer und habe mir in dieser Zeit meine eigene Meinung zum Bewertungssystem gebildet, die *imo* von nicht wenigen ebayern geteilt wird. Der Ablauf einer Transaktion sieht demnach idealerweise so aus:

1. Eine Auktion (bzw. Festpreis) stellt ein Angebot dar, das der Käufer annehmen kann (oder auch nicht)

2. Dass die Zahlung gerade bei ebay meistens "Vorauskasse" lautet, weiss der Käufer also schon vorab. Es kommt sehr selten auch "auf Rechnung" vor, was bei ebay deshalb aber nur marginal von Bedeutung sein dürfte.

Btw ist "Vorauskasse" nicht nur bei ebay, sondern überhaupt in Online-Shops die meistübliche Zahlungskondition. Wer sich darauf nicht einlassen will, geht darum besser in ein Ladengeschäft.Wer jedoch bequem von zu Hause einkaufen will, muss diesen Vertrauensvorschuss, also Vorkasse, in der Regel leisten. Doch dafür bekommt er ja auch im Normalfall was und kann vielleicht sogar noch gut dabei sparen.

3. Wenn der Käufer sich zum Kauf entschließt, dann geht er diese Verpflichtung, also Vorauskasse, willentlich ein. (Fragen zum Artikel hat er möglichst vorab geklärt.)

4. Der Verkäufer übersendet ihm daraufhin die Ware, welche bereits die Leistung für die Zahlung darstellt!!!

5. Die Transaktion ist bis hierhin im Grunde für beide Parteien abgeschlossen: Der Käufer hat bezahlt und dafür die Ware bekommen. (Ein Punkt, der in der Bewertungsdiskussion eigentlich nie auftaucht :/).

6. Doch nun wird bei ebay ja bewertet, also wer zuerst? Der Verkäufer, weil der Käufer schon bezahlt hat? Warum? Vorauskasse war doch bekannt und die Ware ist auch schon unterwegs. Als Verkäufer besteht somit gar kein Grund, zuerst zu bewerten. Im Gegenteil, für ihn kommt es gerade jetzt darauf an, wie der Käufer sich weiter verhält, nämlich idealerweise so:

7. Es liegt nun am Käufer, dem Verkäufer ein Feedback zu geben: Erstens, ob die Ware gut angekommen und zweitens, ob er damit zufrieden ist, also quasi eine "Wareneingangsbestätigung" (so wie der Verkäufer mit dem Versand der Ware bereits eine "Zahlungseingangsbestätigung" abgegeben hat). Manchen Verkäufern reicht so ein Feedback per Mail, aber wer auf Nummer sicher gehen will, wartet doch lieber so ab:

8. Denn wenn der Käufer mit allem zufrieden ist, ist es für ihn absolut kein Problem, den Verkäufer zuerst positiv zu bewerten, wobei er nach Möglichkeit auf die verschiedenen Leistungen eingeht, z. B. so: "Tolle Ware, schnell + gut geschickt, Porto okay, prima Kontakt." Dies verdeutlicht zudem, was ein Verkäufer alles leisten muss, um die Ware überhaupt unter die Leute zu bringen (von dem Aufwand der Angebotserstellung mal abgesehen. Und die Kosten für nichtverkaufte Ware sowieso:/ ebay ist für Verkäufer nicht unbedingt leicht verdientes Geld.) - im Gegensatz zum Käufer, der "nur" zahlen braucht.

9. Wenn der Käufer sich vor Abgabe seiner Bewertung als unkompliziert erwiesen hat (z. B. schnell bezahlt, ohne gemahnt werden zu müssen; nicht unnötig gedrängelt, wo die Ware bleibt - ein guter Verkäufer mailt aber normalerweise auch eine Versandbestätigung), dürfte es kaum einen Verkäufer geben, der ihn nicht auch positiv bewertet. Denn man freut sich über jeden guten Kunden und möchte ja auch, dass diese wiederkommen. Das Verkäuferprofil wiegt nun mal schwerer als das des Käufers, man will ja auch noch in Zukunft verkaufen! Und selbst etwas schwierigere Kunden bekommen oft noch eine positive Bewertung, denn viele Verkäufer sind in der Regel kulant und serviceorientiert. Worauf ein Verkäufer aber mit Sicherheit verzichten kann, sind Kunden, die ungerechtfertigt z. B. noch Rabatt herausschlagen wollen, bevor sie ihre Bewertung abgeben. Ja, auch sowas gibt's:(, und mit einer voreilig abgegebenen Verkäuferbewertung, die nur die Zahlung, aber nicht das Käufer-Feedback berücksichtigt, fällt ein solcher Versuch leichter.

10. Wenn aber nicht alles ideal ist und es Probleme mit dem Verkäufer gibt, die nicht zu lösen sind, dann sollte der Käufer durchaus schlecht bewerten und auch eine Rachebewertung einkalkulieren. Denn schlechte Verkäufer sollten auch von anderen ebayern erkannt werden. Dies ist vordergründig wichtiger als schlechte Zahler, wobei auch diese natürlich ein Problem darstellen, mit dem sich nicht wenige Verkäufer herumschlagen müssen.

Fazit:

Als Käufer kann man mit einem schlechten Profil wesentlich besser leben als ein Verkäufer, besonders, wenn es sich um ungerechte Bewertungen handelt (ich weiss, wovon ich rede! Es gibt Käufer, die bewerten negativ, ohne überhaupt bezahlt zu haben! Und was macht ebay? NICHTS!!! Ich habe jetzt nicht nur keine 100 Prozent mehr, sondern dadurch auch einen Wettbewerbsnachteil! Anderer Account, versteht sich.). Denn falls das Käuferprofil zu sehr in den Keller geht - was natürlich nicht zu hoffen ist - hat man als Käufer leichter ein zweites Eisen, sprich Account, im Feuer.

Die Trennung - Käufer/Verkäufer - sollte man bei ebay aber auch tatsächlich vornehmen, d. h. zwei verschiedene Accounts einrichten (man braucht dafür unterschiedliche email-addys). Es ist ein großer Unterschied, ob man als Käufer oder als Verkäufer unterwegs ist. ebay hat nichts dagegen, solange man nicht bei sich selbst bietet (was wohl nicht extra erwähnt zu werden braucht). Es mag am Anfang etwas umständlich sein, sich mit verschiedenen Accounts einzuloggen, aber man gewöhnt sich schnell daran.

Auf diese Weise kommt man dem Bewertungssystem ein Stück ehrlicher entgegen, denn man darf nicht vergessen, dass ebay sich ja nun mal so gut wie gar nicht darum kümmert und die Leute damit quasi allein läßt. Kann ich einerseits verstehen, da evtl. zuviel Aufwand (bei den Gebühren sollte der aber drin sein), jedoch dürfte es in manchen Fällen nicht erst ein Gerichtsurteil bedürfen, bis ebay sich doch bewegt. Etwa im Jahr 2005 hieß es z. B. mal, dass Bewertungen von nicht mehr angemeldeten Mitgliedern keinen Einfluss mehr haben sollen. Davon ist bis heute nichts zu spüren.

Keine Frage, es wird immer Leute geben, mit denen nicht gut Kirschen essen ist, sowohl unter Käufern wie Verkäufern. Und man kann es sich auch einfach machen und einfach nicht bewerten, es ist ja kein Zwang. Wenn das Bewertungssystem aber halbwegs Sinn machen soll, dann sollte man auch die Thematik hinterfragen.

Soweit meine Gedanken zu diesem Thema, vielleicht könnt ihr was damit anfangen.

vg carstelito

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