WIE DER STAAT FAMILIEN STÜTZT

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Eltern dürfen rechnen mit Kinder- und Elterngeld, Kinderzuschlag und Steuerentlastungen. Wie Paare und Alleinerziehende von den Hilfen am besten profitieren.

Das Kindergeld beträgt für das erste und zweite Kind 164 €, für das dritte Kind 170 €, für das vierte Kind und weitere Kinder 195 € monatlich. Alternativ gewährt der Fiskus Eltern einen Kinderfreibetrag von 3864 € pro Kind. Zusammen mit dem Betreuungs- und Erziehungsfreibetrag von 2160 € macht das einen Freibetrag von insgesamt 6024 € pro Kind.

Betreuung: Kosten für die Betreuung Ihres Nachwuchses (bis zum 14. Lebensjahr) machen Sie steuerlich geltend. Das Finanzamt akzeptiert zwei Drittel der Aufwendungen, maximal 4000 € pro Kind.

Elterngeld: Eltern, die wegen Kinderbetreuung beruflich kürzer treten, erhalten 67 % ihres letzten Nettogehalts, maximal 1800 € pro Monat für die Dauer von 12 Monaten. Legt auch der andere Elternteil eine Babypause von zwei Monaten ein, verlängert sich die Bezugsdauer auf insgesamt vierzehn Monate. Alleinerziehende erhalten das Elterngeld ebenfalls für vierzehn Monate. Für Eltern ohne Job gibt es einen monatlichen Sockelbetrag von 300 €.

Schulkinder: Wer Arbeitslosengeld 2 und Sozialhilfe bezieht, erhält ab Juli 2009 für seine 6- bis 13 jährigen Kinder monatlich 35 € mehr - 246 € statt 211 €. Für Schulkinder gibt es ab kommendem Schuljahr das "Schulbedarfspaket" von 100 € pro Schuljahr. Das Geld wird jeweils zum Schuljahresbeginn gezahlt bis zum Abschluss der Jahrgangsstufe 10.

Kinderzuschlag: Alleinerziehende und Elternpaare mit geringem Einkommen haben Anspruch auf Kinderzuschlag von maximal 140 € pro Monat. Den Zuschlag erhalten Sie für Ihre unverheirateten Kinder unter 25 Jahren, die in Ihrem Haushalt leben und für die Sie Kindergeld bekommen. Es gilt eine Mindesteinkommensgrenze für Elternpaare von 900 €, für Alleinerziehende von 600 €. Das heißt: Den Kinderzuschlag erhalten Sie nur dann, wenn Sie über Einkommen oder Vermögen verfügen, dass die jeweilige Mindesteinkommensgrenze erreicht. Kindeseinkommen wie Unterhaltszahlungen und               -vorschuss werden auf den Kinderzuschlag angerechnet.

Unterhalt: Die "Düsseldorfer Tabelle" ist eine Richtlinie, um den Kindesunterhalt zu berechnen. Sie ist ausgerichtet auf drei Unterhaltsberechtigte. Bei einer größeren oder geringeren Anzahl Unterhaltsberechtigter kann es zu Ab- oder Zuschlägen kommen, indem eine Einstufung in eine niedrigere oder höhere Gruppe erfolgt. Bei dem aufgeführten Nettoeinkommen sind abgezogen Steuern, Sozialversicherung, berufsbedingte Aufwendungen und mögliche Raten für ehebedingte Schulden. Info: Bundesfamilienministerium unter familien-wegweiser.de.

Rat & Hilfe: Mehr Infos zum Thema finden Sie auch in den Ratgebern der Verbraucherzentralen "Mein Anspruch auf Unterhalt" und "Finanzratgeber für Alleinerziehende" (je 12,40 € inklusive Versand und Portokosten). Bequem zu bestellen im Internet unter ratgeber.vzbv.de.

 

Scheidung - wer kriegt Kindergeld?

"Nach einer Trennung erhält der Elternteil das Kindergeld, in dessen Haushalt das Kind lebt.

Unterhalt: Jedem Elternteil steht eine Hälfte des Kindergeldes zu. Derjenige, der das Kindergeld erhält, muss dem anderen die Hälfte abgeben. Zieht man diesen Betrag vom Kindesunterhalt ab, verringert sich der zu zahlende Unterhalt. Beispiel: Der Vater muss 360 € Unterhalt für seinen minderjährigen Sohn zahlen. Die Mutter erhält 164 € Kindergeld. Davon bekommt der Vater 82 €, die mit dem Unterhalt verrechnet werden.  Er zahlt also 278 € Unterhalt. Ist das Kind volljährig, wird das gesamte Kindergeld mit dem Unterhalt verrechnet.

Freibeträge: Alleinerziehenden sowie getrennt lebenden Eltern steht je ein Kinderfreibetrag von 1932 € und ein Betreuungsfreibetrag von 1080 € zu. Die Freibeträge werden bei der Einkommensteuer berücksichtigt, wenn sie zu einer höheren Entlastung führen als das Kindergeld - in der Regel bei Einkommen über 62000 € (Paare) oder 32800 € (Alleinerziehende)."

 

So viel Unterhalt bekommen Kinder

 

Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen in €              Altersstufen in Jahren/Beträge in €

                                                                                     0 - 5          6 - 11         12 - 17          ab 18

1.       bis 1.500                                                             281             322             377                432

2.   1.501 - 1.900                                                          296             339            396                454

3.   1.901 - 2.300                                                          310             355            415                476

4.   2.301 - 2.700                                                          324             371            434                497

5.   2.701 - 3.100                                                          338             387            453                519

6.   3.101 - 3.500                                                          360             413            483                553

7.   3.501 - 3.900                                                          383             438            513                588

8.   3.901 - 4.300                                                          405             464            543                623

9.   4.301 - 4.700                                                          428             490            574                657

10. 4.701 - 5.100                                                          450             516            604                692

11.                           ab 5.101 nach Umständen des Falles 

 

Die Familiengerichten nehmen die "Düsseldorfer Tabelle" als Richtschnur. Sie wurde 2009 angepasst, weil Kindergeld und  -freibeträge gestiegen sind. Die komplette Tabelle finden Sie in der Website des Bundesfamilienministeriums: bmfsfj.de.                                                             

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