WELCHES BREMSSYSTEM EINBAUEN???

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Ich habe mir mein letztes Rad komplett zusammengebaut, bzw. bauen lassen, und als ich dann vor der Entscheidung stand, welche Bremse ich verbauen möchte, kam ich schon ganz schön ins Grübeln.



Hier mal eine kurze Zusammenfassung über die gängigen Bremssysteme:

1.) Felgenbremse mit Bowdenzug (z.B. V-Brake)
2.) Hydraulische Felgenbremse (wie Magura HS 33)
3.) Hydraulische Scheibenbremse (fast alle gängigen Scheibenbremsen)
4.) Scheibenbremse mit Bowdenzug (kaum noch im Handel)

Entscheidet man sich also für ein neues Bremssystem, sollte man als erstes checken, ob das Bike alle Vorraussetzungen erfüllt.

Bei einer Felgenbremse (1. und 2.) heißt das:
- Laufräder mit entsprechender Felge
- Cantisockel in Federgabel und Rahmen (quasi die Aufnahme für die Bremse)

Bei Scheibenbremsen (3. und 4.) sieht das dann so aus:
- Naben mit 6-Loch, bzw. Centerlock (Shimano)- Aufnahme für die Bremsscheiben
- Aufnahme für Bremssattel in Federgabel und Rahmen (IS 2000 und Postmount unterscheiden!!)


Ich bin beispielsweise ein Bike mit Magura-Stoppern (hydr. Felgenbremse) gefahren und wollte auf Scheibenbremsen umrüsten. Meine Gabel hat eine IS 2000 Aufnahme, genau wie mein Rahmen, aber ich hatte keine passenden Laufräder. Also muss eine neue Nabe her und alles umgespeicht werden, oder gleich neue Laufräder, was nautürlich erst mal kostet...

Vorteile / Nachteile
1.) Sehr leicht, bissig, billig / u.a. schwer zu dosieren, viel Kraftaufwand nötig
2.) leicht, selbstausrichtend (d.h. kein einseitiger Bremssbelagverschleiß) / viel Kraftaufwand nötig
3.) sehr gut zu dosieren, mit einem Finger leicht bedienbar / etwas schwerer, komplizierte Montage, teuer

Da sich mechanische Scheibenbremsen nicht durchgesetzt haben und kaum zu erwerben sind, lasse ich sie einfach außer Acht...

Also, wie man sieht gibt es folgende Faktoren:

Einsatz, Preis, Gewicht und die Vorraussetzungen am Bike

Ich will nur die Einsatzgebiete kurz erläutern:
Wenn man sich ein Supermarktbike anschaut, ist es heutzutage fast Standart, dass Scheibenbremsen verbaut sind (oder sogar gemischt). Wer in der Stadt zum Einkaufen fährt, braucht auf gar keinen Fall Scheiben!!!

Die Einsatzgebiete unterteilt man im Prinzip in Cross-Country / Marathon / All-Mountain / Enduro / Freeride
Wer im Gelände unterwegs ist und hin und wieder mal eine längere Abfahrt bewältigt, sollte sich überlegen, ob er nicht auf Scheibenbremsen umsteigt, insofern er noch keine hat... Für City- / Asphalt- / und Flachlandfahrer sind Felgenbremsen vollkommen ausreichend, da man nie soviel Bremspower braucht und somit nur mehr Gewicht rumschleppt.

Fährt man viel im Gelände und auch mal längere Abfahrten, sind Scheibenbremsen angenehm, da man sie easy mit wenig Kraftaufwand halten kann, und sie sich feiner dosieren lassen.

Bleibt nur noch die Frage welche Scheibengröße:

Generell gilt: Je größer die Scheibe, desto bissiger (mehr Bremskraft) und desto weniger Fading, aber logischerweise auch Gewicht

Bei mir geht Sicherheit definitiv VOR Leichtbau, deswegen empfehle ich, lieber eine Nummer größer nehmen.

160 / 160 (Vorne / Hinten) ist für den lockeren Cross-Country Einsatz durchaus ausreichend, kann aber bei schwereren Personen (>90 kg) schonmal zu Fading (Bremskraftverlust wegen Überhitzung) führen. Da man Vorne auch lieber auf eine Nummer größer als Hinten zurückgreift empfiehlt sich eigentlicht die Kombination 180 / 160.
Wer dann auch mal etwas mehr wiegt, oder Touren mit Rucksack macht (locker +10kg) sollte eigentlich eher die Kombiation 200 / 180 fahren um auf der sicheren Seite zu sein. Alle Größen, die darüber noch kommen (210+) sind eigentlich nur noch für Extrembike aus dem Downhill und Freeriderbereich und haben auf einem normalen Mountainbike nichts verloren, da man damit nur unfreiwillig über den Lenker absteigt, was ja auch nicht Sinn und Zweck der Sache ist...



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