Vorsicht bei Kleidung aus UK - Fake Gefahr !

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Bei einigen Dingen, insbesondere bei Kleidung, machen die Hersteller in unterschiedlichen Ländern bekanntermaßen unterschiedliche Preise.
Dieses Erlebnis hat vermutlich jeder USA-Reisende schon gemacht, wenn er dort sieht, dass dort die Levi´s Jeans knapp so teuer sind wie in Deutschland, Ralph Lauren Sachen ebenso. AM meisten erstaunte mich bei meinem ersten USA-Besuch 1995, dass die teuersten Nike Air Max damals lediglich $99 kosteten, bei uns aber 360 Mark.
So lässt sich auch bei manchem Einkauf über ebay.com ein Schnäppchen beim Kauf von Kleidung machen, sofern dafür keine Zollgebühren anfallen bzw. man die Ware einfach als "gift" (=Geschenk) markieren lässt, was die meisten US-Ebay-Shops machen. Dann steigt der Freibetrag erheblich, ab dem 19 Prozent Umsatzsteuer erhoben werden.

Anders verhält es sich meiner Erfahrung nach mit Kleidung aus UK :
Ich bin dort bereits 2 Mal auf die Nase gefallen wegen Fakes, ein Mal konnte ich den Artikel immerhin zurückgeben und habe den Warenwert erstattet bekommen.
Beim anderen Mal erhielt ich einfach einen Plastiksack mit einer ominösen Absendeadresse. Beim Öffnen stellte sich das Shirt (von Ralph Lauren, damals für umgerechnet 40 € gekauft, deutlich als Fake heraus. Miese Verarbeitung, falsches Nackenlabel, um nur zwei Merkmale zu nennen.
Darauf angesprochen, sagte der Verkäufer, dass er Privatmann sei und Artikel nie zurücknehme. Dabei hatte er dasselbe Shirt über 15 Mal im Angebot.
Also habe ich mir gesagt: Beim nächsten Mal bist Du schlauer:
Jetzt wollte ich mich eine Barbour-Winterjacke zulegen, Modell Down Explorer. Hier kostet diese überall 299 €. Also dachte ich mir: britische Marke, gibts doch bestimmt in UK billiger. Die selben 2 Farben, die es aktuell auch in Deutschland gibt, kosten dort auf ebay 220 Pfund plus Versand, was keine Ersparnis zu Deutschland beim derzeitigen Wechselkurs darstellt.
Ich informierte mich auch auf der offiziellen Barbour Seite über diese Jacke, und dort wurde sie noch in einer weiteren, dritten Farbe präsentiert.
Ein paar Tage später sah ich die Jacke in exakt dieser Farbe (grau), und zwar für 145 GBP. Also dachte ich mir: Ist das nun ein Fake oder nicht? Meine Recherche ergab, dass es diese Jacke in dieser Farbe im letzten Jahr schon gab, aber eben nur im letzten Jahr
Also fragte ich den Verkäufer, ob der Grund für den niedrigen Preis der Jacke sei, das dies ein Vorjahresmodell sei. Das bestätigte er und sagte, er wolle die Restbestände aus dem Vorjahr nun schnell loswerden. 
Meine weitere Recherche ergab, dass diese Jacke nur zweimal von diesem Verkäufer bei ebay UK angeboten worden war. Eine war bereis verkauft, jedoch leider ohne Bewertung im Profil des Verkäufers. Ich zögerte noch einen Tag, schaute mir noch einmal die Bilder der Jacke an (Standardbilder von der Jacke aus dem Internet) sowie die angebenen Maße der Jacke. Alles schein original zu sein. Also bestellte ich die Jacke.
Nach nur 3 Tagen war sie auch schon da. Das erste, was mich erstaunte, war, dass sie in einem für eine Daunenjacke extrem kleinen Plastiksack ankam. Die Art der Verpackung kannte ich ja nun schon und war also gespant auf die Jacke. Laut Beschreibung von Barbour handelte es sich ja um eine "extrem leichte und gleichzeitig warme Winterjacke".
Die Jacke an sich sah super aus und hatte alle Etiketten, jedoch war ich durch die extreme Leichtigkeit und die fehlende Dicke der Jacke überrascht.
Als meine Freundin dann die Jacke sah, hielt sie sie gleich für eine Herbstjacke, weil sie so dünn war. Verglichen mit dem Original im Laden war sie nicht nur viel leichter, sondern auch viel weniger warm.
Also mailte ich dem gewerblichen Verkäufer, thinkthreads, und schilderte ihm, dass ich die Jacke zurückschicken wolle. Um einen Konflikt zu vermeiden, sagte ich, dass dieselbe Jacke  in Deutschland viel dicker sei und aus meiner Sicht daher keine Winterjacke. Daher bat ich ihn, mir neben dem Kaufpreis auch die Portokosten zu erstatten, da der Artikel ja von der Beschreibung aus meiner Sicht abwich und für diesen Fall auch die Erstattung der Portokosten vorgesehen war laut AGBs des Verkäufers.
Als Antwort kam nur Bedauern, dass ich die Jacke zurückschicken wolle.  
Die Rücksendeadresse auf dem "Sack"-Paket war offensichtlich unvollständig und so forderte ich eine richtige Rücksendeadresse an. Diese kam mir aber auch komisch vor und so fragte ich noch einmal nach. Eine dritte Adresse wurde mir nun genannt, die zwar auch komisch aussah, aber schließlich wollte ich die Jacke ja auch wieder loswerden.
 Heute nun bekam ich nur den Warenwert zurückerstattet. Wie die insgesamt € 30 Portokosten nun aufgeteilt werden, ist noch streitig.

MEIN FAZIT.
Nie mehr neue Markenware aus UK zu einem vermeintlich günstigen Preis. Der wirkliche Preis dafür ist immer viel zu hoch !
 
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