Vorsicht Entsafter oder Billig-Power-Juicer!

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Alle, die auch mal nachts fernsehen, kennen ihn: "Jack LaLannes Power-Juicer!" Gut die Idee, stolz der Preis!

Aber mittlerweile tummeln sich hier zahlreiche preiswertere Versionen davon, z.B. der "Lentz Juice King 800", den ich auch schon als Severin-Entssafter gesehen hab. Er tut seinen Zweck, und das auch über Jahre.
Leider gibt auch Schattenseiten bzw. Versäumnisse:
Eine ziemlich nutzlose Impuls-Schaltstellung. Schaltet man die ein, dreht der ganze Safter durch das starke Rückdrehmoment weg, muß also festgehalten werden.
Der Filterkorb muß mit viel Kraft auf die Maschine gesetzt werden, was beim Abnehmen zum Reinigen nervt.
Und noch schlimmer: Drückt man ihn nicht fest genug auf, kommt er bei Betrieb mit der Klinge im Einfüllstutzen in Berührung! Das macht sich durch ein lautes Betriebsgeräusch bemerkbar. Dann ist es aber bereits zu spät! Denn dann hat die Klinge sämtliche Spitzen der Zähne "abrasiert"!
Der Übergang vom mittleren Gehäuseteil zum Tresterbehälter bietet zu wenig Überlappung der Wände. Im Betrieb finden Saft und klebrige Fruchtfetzen ihren Weg nach draußen.
Die 800W sind nicht nötig.  Durch die schnelle Drehzahl wird nur viel Schaum produziert.

Der Einfüllstutzen ist für die angepriesenen "ganzen Äpfel" zu klein. Zudem sitzt darin eine extrem stumpfe Klinge, die die Früchte nicht etwa teilt, sondern einfach nur bremst. Besonders bei Orangen nervig.
Das ganze Gerät ist sehr ausladend, die lose danebenstehenden Auffangbehälter für Saft und Trester brauchen viel Platz und machen Hantieren, Bewegen und Reinigen des Gerätes umständlich.
Fazit:
Ein Billigheimer für sehr seltenen Betrieb, der seine Daseinsberechtigung nur über den niedrigen Preis erzielt.

Weiter gehts (Aktualisierung Januar 2015):

Immerhin hält der Lenz Juice King 800 trotz allem stramm durch. Aber jetzt, nach weiteren gut 6 Jahren kommt er an sein Lebensende. Er läuft zwar noch, aber man muß im Betrieb oben aufs Gerät drücken, damit der Sicherheitsschalter (der ein Drehen ohne Aufsatz verhindern soll) noch funktioniert. Und er ist mit den Jahren sehr unansehnlich geworden.
Dieses Modell wird immernoch hier angeboten. Ich würde es nicht mehr empfehlen. (Meinen werde ich auch nicht mehr verkaufen sondern entsorgen.)

Meine neue Errungenschaft heißt "PHILIPS HR 1832/02 Viva Collection" und der zeigt, daß die Entwicklung dieser Geräte in den letzten Jahren nicht stehengeblieben ist:

Eine ganze Reihe der Nachteile des oben beschriebenen Billigheimers sind weitgehend beseitigt:
1. Die unnötige platzraubende Größe. Der Philips Viva ist geradezu winzig klein und verzichtet auf den nervig lose danebenstehenden Tresterbehälter. Abgesehen vom Saftauffangbehälter ist das ganze Gerät ein Block.
2. Der Philips hat an den richtigen Stellen Gummidichtungen, so daß auch mit der klebrigen Spritzerei endlich Schluß ist!
3. Er hat nur 500W und auch nur eine Geschwindigkeitsstufe, was beides vollkommen ausreicht.
4. Ihm fehlt das unnützende, weil nur bremsende Messer im Einfüllschlund. Das Obst gleitet wunderbar hinein und wird sofort verarbeitet. Der Schlund ist zwar kleiner, da man bei den anderen Geräten des Obst aber sowieso zerschneiden mußte, kein Nachteil.
5. Beworben wird er mit "1 min. Quick Clean". Das ist zwar etwas vollmundig, aber die Teile dieses Entsafters sind wirklich reinigungsfreundlicher geformt, so daß es auf jeden Fall schneller und gründlicher geht.
Anzukreiden wären ihm nur 2 Nachteile:
1. Er dreht immernoch so schnell, daß viel Schaum entsteht und auch der Luftzug im Gerät aus dem Saftauslass so stark in den Auffangbehälter bläst, daß Saft daneben gerät.
2. Kein Schaumtrenner im simplen Auffangbehälter. (Aufgrund der kompakten Größe sind die Auffangbehälter anderer Geräte zu hoch.)
Fazit:
Kleiner platzsparender Entsafter, der seinen Aufpreis (ca. 65-90E bei ebay) gegenüber den Billigheimern wert ist.

 

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