Vorphilatelie aus Österreich – so finden Sie Schätze aus der Vormarkenzeit

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Vorphilatelie aus Österreich – so finden Sie Schätze aus der Vormarkenzeit

Die Vorgänger der heutigen Postmarken

Noch bevor im 19. Jahrhundert die ersten offiziellen Briefmarken auf Umschläge geklebt worden sind, wurden in den Jahrhunderten zuvor einige Systeme ausprobiert, die als Vorgänger der heutigen Postsysteme gelten: Bereits im 15. Jahrhundert beginnt die Geschichte der Vorphilatelie und zeigt Sammlern und Historikern, welche Einflüsse von damals auch in der heutigen Zeit noch von hoher Wichtigkeit sind. Natürlich gibt es und gab es auch in Österreich verschiedenste Postsysteme, die bis zur Einführung der Briefmarke mehr oder weniger erfolgreich waren. Wie in allen Staaten Europas gab es auch in Österreich während der ersten Gehversuche der Post keinerlei einheitliche Systeme. Betrachtet man die ersten Ergebnisse der Vorphilatelie, dann erkennt man viele unterschiedliche Methoden, von denen einige auch heute noch Anwendung finden. Die Geschichte der eigentlichen Vorphilatelie Österreichs beginnt dabei in der Mitte des 18. Jahrhunderts und endet ungefähr einhundert Jahre später mit der Einführung der Briefmarke. Viele Exemplare der postalischen Vorphilatelie finden Sie kostengünstig und schnell bei eBay.

Das österreichische Postsystem im Wandel

Zwar gab es bereits in früheren Jahrhunderten einige Postämter und Briefboten, die waren jedoch alle eher lokal angesiedelt und wurden von privaten Firmen und Personen übernommen. Erst ab ca. 1750 wurden handschriftliche Ortsnamen auf Briefumschlägen genutzt, während man vorher lediglich den Namen des Schreibers und des Empfängers angegeben hatte – Ersteres auch nur in Ausnahmefällen. Ein weitverbreitetes System, das auch noch in der heutigen Zeit verwendet wird, ist die Benutzung von Stempeln. Die ersten in Österreich bekannten und verwendeten Stempel wurden 1751 in Wien genutzt und gaben den Ort der Stempelung an. Allerdings wurde bereits Ende des 18. Jahrhunderts ein einheitliches Porto eingeführt, wodurch die Stempel fast kaum noch in Gebrauch waren – die Zeit von 1798 bis 1818 wird sogar als „die stempellose Zeit“ in so manchen Geschichtsbüchern geführt. Doch wurde am 1. Januar 1818 eine Anordnung erlassen, die das Benutzen von Poststempeln allgemein verpflichtend anordnete. Die allererste Briefmarke Österreichs wurde mit 1. Juni 1850 gültig und somit reihte sich das Reich nur zehn Jahre, nachdem die allererste offizielle Briefmarke der Welt in Großbritannien auf den Markt gekommen war, in die Riege der Länder ein, die ebenfalls auf das mittlerweile weltweit umfassende Postsystem umgestiegen sind.

Geschichte der Österreichischen Post

Obwohl Geschichtsschreiber die offiziellen Anfänge der Vorphilatelie Österreichs erst mit der Nutzung der Stempel auf Briefumschlägen sehen, gab es doch auch vorher schon Postsysteme. 1490 zum Beispiel wurden schon erste Nachrichtenstafetten aus Kurieren genutzt, in denen Postreiter sowohl des Tages als auch in der Nacht von einer Poststation zur nächsten ritten und so möglichst schnell die wichtige Fracht an ihren Bestimmungsort beförderten. Erst durch die Verstaatlichung der Österreichischen Post, die 1716 vom Kaiser höchstpersönlich angeordnet worden war, kam es zu einheitlichen Preisen und einer verbesserten Organisation des Postwesens. Ein weiterer wichtiger Sprung in der Geschichte der Vorphilatelie Österreichs war das Einrichten von Briefkästen ab dem Jahre 1817, die an den wichtigsten Orten einer Stadt angebracht wurden und der Kundschaft die sehr bequeme Möglichkeit boten, ihre Briefe nicht umständlich auf dem Postamt aufzugeben, sondern zu jeder Zeit diese eben loszuschicken. Natürlich handelte es sich dabei eigentlich nur um sogenannte Bedarfsbriefe, also alltägliche Korrespondenz zwischen Geschäfts- und Privatpersonen.

Portobriefe

Da es zu dieser Zeit aber noch keine Briefmarken gab, wurden die Briefe als „Portobriefe“ bezeichnet, für die der Empfänger das Geld zahlen musste und nicht, wie heutzutage üblich, derjenige, der den Brief verschickt. Der Postmeister schrieb dabei die Anzahl der zu zahlenden Kreuzer auf die Vorderseite quer über den Namen des Empfängers und richtete sich bei den Preisen nach Gewicht und Entfernung der Postsendung. Vor der Einführung der Briefmarke in Österreich gab es jedoch auch noch die sogenannten Frankobriefe, die weiterhin persönlich beim Postamt abgegeben werden mussten. Bei diesen Briefen bezahlte der Absender und nicht der Empfänger. Im Gegensatz zu den Portobriefen wurde hier jedoch der Vermerk, dass das Porto bereits bezahlt worden ist, auf der Rückseite getätigt und in späteren Jahren mit dem sogenannten Frankostempel nachgewiesen. Viele Vorphilatelisten interessieren sich brennend für die verschiedenen Stempel dieser Zeit, doch auch viele Sammler von Briefmarken der neueren Epochen beschäftigen sich vorrangig mit den gestempelten Exemplaren. Viele alte Briefe und Umschläge, so wie weitere Schriftstücke aus der Zeit der Vorphilatelie finden Sie bei eBay.

Schwieriger Einstieg in die Vorphilatelie

Ein großes Problem für Neueinsteiger, die sich zuvor noch nie mit Vorphilatelie oder Briefmarkensammeln beschäftigt haben, besteht darin, dass alles zunächst sehr unübersichtlich und mitunter auch trocken wirkt: Es gibt keine hübschen und bunten Motive, wie dies bei sonstigen Kategorien der Philatelie der Fall ist. Lediglich alte Unterschriften und Stempel sind für Kenner dieses sehr speziellen Faches von Interesse. Um sich in die vielen unterschiedlichen Stempel einzuarbeiten, müssen Sie nicht nur sehr viel Zeit investieren, sondern Sie sollten sich auch für die geschichtlichen Hintergründe begeistern können, denn gerade bei der Vorphilatelie ist dies ein wichtiger Kernaspekt. Dabei gibt es zwei Unterkategorien - die gestempelten Briefe und dann die ungestempelten Umschläge. Natürlich gab es damals schon Postkarten, doch sind diese historisch insofern kaum von Bedeutung, da sie dem jeweiligen System angepasst worden sind und somit parallel zu den normalen Umschlägen gesehen werden können. Ein weiteres Problem ist die Verfügbarkeit, da natürlich kein Brief aus dieser Zeit wie der andere ist und deshalb Sammlungen nur schwer miteinander verglichen werden können. Da es keine einheitliche Regelung für die Größe oder Schwere von Briefen und Postsendungen gab, arbeiteten viele Postämter mit dem, was von der Bevölkerung akzeptiert wurde.

Sammlerstücke der Vorphilatelie

Auch ist das Sammeln von Stücken der Vorphilatelie nicht einfach, da man sich im Vorfeld bereits viel Wissen aneignen sollte. Leider gibt es immer wieder schwarze Schafe, die Fälschungen verkaufen, da besonders die ungestempelten und lediglich handschriftlich freigemachten Briefe sehr leicht zu fälschen sind. Erfahrene Sammler durchschauen solch eine Fälschung zwar sehr schnell, doch gerade Neueinsteiger, die noch keine Ahnung von der Materie haben, können die falschen Briefumschläge nicht so leicht erkennen. Außerdem erkennen vor allem viele Verkäufer nicht, dass es sich um einen alten Brief aus der Zeit der Vorphilatelie handelt und nicht um einen alten Brief, der lediglich keine Briefmarke mehr trägt. So findet man oft, vor allem in Nachlassverkäufen, alte Briefe, die dann natürlich einen höheren Wert haben, als sich der Anbieter das hätte vorstellen können. Um Fälschungen vorzubeugen, gibt es oft auch Schriftstücke aus dieser Zeit, die mit einer Echtheitsgarantie ausgestattet sind. Dabei sollten Sie darauf achten, dass lediglich staatlich anerkannte Prüfer in der Lage sind, so ein Echtheitszertifikat auszustellen, und nicht etwa jeder beliebige Händler. Solche Briefe sind zwar etwas teurer als ungeprüfte Umschläge, dafür jedoch garantiert echt und schützen so vor finanziellen Verlusten durch Fälschungen, die manchmal nicht einmal vom Händler erkannt werden.

Prägung des heutigen Postsystems durch die Vorphilatelie

Betrachtet man das heutige Postsystem aus der Sicht eines Vorphilatelisten, so kann man feststellen, dass viele Einflüsse, die bereits vor der Zeit der Briefmarke entstanden sind, auch heute noch im aktuellen System verankert sind. Den größten Einfluss haben die Stempel, die sich damals wie heute auch bei Sammlern enormer Beliebtheit erfreuen. Der allererste Poststempel der Geschichte wurde wohl 1449 in Venedig, Italien, benutzt und hatte neben dem Wappen des Mailänder Grafen Francesco Sforza eine Inschrift eingeprägt, die „Mediolarum Cursores“ - also „Mailänder Kurier“ - bedeutete. Während der Renaissance ist die Geschichte der Post und der Stempel nur sehr schwer zu verfolgen, da aus dieser Zeit wenig bis keine Umschläge und Briefe erhalten sind. Erst um die Mitte des 17. Jahrhunderts erschienen diese wieder zuhauf und sollten vor allem die Schreibarbeit des Postmeisters erleichtern. Sowohl früher als auch heute waren Sonderstempel sehr beliebt, die zu besonderen Anlässen und Festen genutzt werden. Dabei hat sich der typische Aufbau eines Poststempels in den letzten 500 Jahren fast nicht geändert: Es werden Ort und Datum der Stempelung angezeigt, lediglich die Uhrzeit ist in den letzten Jahrzehnten noch hinzugefügt worden.

Nachträgliche Entwertung von Briefmarken

Aber auch andere Gepflogenheiten haben sich aus der Zeit der Vorphilatelie bis in die heutige Zeit bewahrt: Stellt zum Beispiel ein Postbote fest, dass eine Briefmarke nicht entwertet worden ist, so ist es seine Aufgabe, die Briefmarke nachzuentwerten, ganz so, wie es auch in früheren Zeiten der Fall war. Dazu benutzt er im Normalfall einen Kugelschreiber. Fällt die fehlende Entwertung bereits im Postamt auf, so gibt es einen ganz speziellen Stempel, der mit dem Hinweis „nachträglich entwertet“ versehen ist. Solche Briefmarken sind jedoch gerade in den letzten Jahrzehnten durch die immer bessere Technik seltener geworden und zählen dadurch schon fast zu den Raritäten, die in jedem Sammelalbum gerne gesehen werden. Die Qualität der früheren Briefe ist für die Bestimmung des Preises ein genauso wichtiges Kriterium wie das Alter. Dabei kann man grundsätzlich sagen: Je älter und je besser ein Briefumschlag erhalten wurde, desto höher ist der Preis, den man als Käufer veranschlagen sollte. Doch auch andere Gründe, wie zum Beispiel ein bedeutender oder berühmter Empfänger beziehungsweise Absender, können den Wert eines jahrhundertealten Stücks in die Höhe treiben. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, größere Geldsummen in eine Sammlung zu investieren, dann sollten Sie sich zunächst mit Preiskatalogen vertraut machen, damit Sie eine ungefähre Ahnung haben, wann Sie ein überteuertes Angebot sehen und wann Sie bei einem Schnäppchen zuschlagen sollten. Wenn auch Sie auf der Suche nach seltenen Exemplaren von Postmarken oder Schriftstücken der Vorphilatelie sind, dann finden Sie bei eBay eine enorme Vielzahl an unterschiedlichen Angeboten.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden