Vor- und Nachteile von Sat-LNBs mit Multischaltern

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Vor- und Nachteile von Sat-LNBs mit Multischaltern

Ein LNB ist ein Low Noise Block Conventer oder ein rauscharmer Signalumsetzer. Dabei handelt es sich um eine Baugruppe, die sich in der Parabolantenne einer Empfangsanlage für den Satellitenempfang befindet.
Der Multischalter ist notwendig, wenn mehr als ein Satellitenempfänger den Anschluss zur Empfangsanlage hat. Durch den Multischalter findet eine Satblock-Verteilung statt, sodass jedes Satelliten-Empfangsgerät, wie beispielsweise ein Digitalreceiver, eine eigene Antennenleitung erhält. Der LNB ist das Herzstück der Satellitenanlage. Er empfängt und bündelt die Signale der Satelliten. Des Weiteren verstärkt er die Satellitensignale und wandelt diese vor der Weiterleitung zum Empfangsgerät, wie einem Receiver, in niedrige Frequenzbereiche um.

Meistens kostenlos - der digitale Empfang

Mit dem digitalen Fernsehen erleben die Zuschauer ein neues TV-Gefühl. Eine große Anzahl an Programmen ist über Kabel, Satellit oder Internet verfügbar. Während bei Kabel- und Internetempfang monatliche Kosten auf Sie zukommen, ist der Empfang über Satellit kostenfrei. Die gesetzlich festgelegten Gebühren für den analogen TV-Empfang sowie den über Kabel und Internet fallen immer an. Für den Fernsehempfang über Satellit bezahlen Sie in der Regel nur die Anschaffungskosten. Weitere Ausgaben belasten Sie nicht – sofern Sie keine Bezahlsender wie Sky buchen.

Empfang mit mehreren Geräten

Vier Dinge sind vonnöten, damit der digitale Fernsehempfang in mehreren Empfangsgeräten funktioniert. Diese bestehen aus

  • Parabolantenne oder Satellitenspiegel,
  • LNB mit Multischalter,
  • Satellitenempfänger wie Receiver,
  • Koaxialkabel oder
  • einer Lichtwellenleiter für die Verbindung zwischen LNB und dem Satellitenempfänger.

Parabolantenne

Beim Kauf der Parabolantenne achten Sie auf einen Durchmesser, der für einen störungsfreien Empfang sorgt. Die Größe hängt von der Anzahl der Satelliten ab, die Sie anzapfen wollen. In der Regel reicht ein Durchmesser zwischen 60 Zentimetern und 120 Zentimetern aus. Kleinere Satellitenspiegel liefern zwar einen ordentlichen Empfang, sind jedoch bei schlechten Wetterverhältnissen störanfälliger. Die modernen Parabolantennen – auch Offsetantennen genannt – reichen mit 85 Zentimeter Durchmesser aus. Der Durchmesser stellt einen gedachten Ausschnitt eines größeren Satellitenspiegels dar. Bei diesen Antennen ist der LNB anders anzubringen. Er liegt nicht mehr in der Mitte oder in der Nähe der Empfangsfläche. Anders als bei anderen Modellen beeinträchtigt die Nähe des LNBs hier den Empfang.

Satellitenspiegel

Der Satellitenspiegel empfängt die Signale der Satelliten und spiegelt diese in die LNBs ein. Die Empfangssignale sind hochfrequent. Die LNBs wandeln die hohe Frequenz in eine niedrigere um und leiten diese über die Lichtwellenleiter oder das Koaxialkabel an den Receiver. Die LNBs benötigen Strom, um aktiv zu sein. Ihren Betriebsstrom beziehen sie vom Satellitenempfänger. Mit diesem sind sie durch das Kabel verbunden.

Beim Kauf der Anlage denken Sie digital!

Eine digitale Anlage bietet eine größere Programmauswahl als eine analoge. Sie gibt ein klareres Bild wieder und besticht durch eine bessere Qualität des Tons. Eine Anlage, die für den digitalen Empfang in Betracht kommt, trägt die Kennzeichnung "DVB-S – Digital Video Broadcasting für Satellitenempfang". Dieselbe Kennzeichnung hat der Receiver. Für den Empfang verwenden Sie einen sogenannten HD-Receiver, der die DVB-S – die digitalen Standards – empfangen kann. Des Weiteren besitzt der Satellitenreceiver die Fähigkeit, auch HDTV-Signale zu empfangen. Mit einem solchen Receiver haben Sie in die Zukunft investiert, auch, wenn Ihr Fernsehgerät eine Reihe der Fähigkeiten noch nicht beherrscht. Damit Ihr digitaler Satellitenreceiver mit der Anlage zusammenpasst, trägt diese die Kennzeichnung DVB-S2, wobei die 2 für HDTV-Empfang steht.

Wollen Sie mit Ihrer Anlage verschlüsselte Programme empfangen, benötigen Sie eine mit der Kennzeichnung HD oder HD Plus. Daneben benötigen Sie für Ihren Receiver einen Erweiterungssteckplatz und einen Kartenschacht. Beides nimmt das CI-Plus-Modul und die HD-Plus-Karte auf. Für diesen Empfang ist ein gesonderter Vertragsabschluss notwendig, der die anfallenden monatlichen Kosten beinhaltet. Mit HD ist der Bezahlsender Sky nicht zu empfangen – hier ist ein Vertrag mit Sky zu schließen.

Mit SAT-LNBs und Multischalter greifen Sie mit der digitalen Steuersignaltechnik, DiSeqC – Digital Satellite Equipment Control –, auf mehr als einen Satelliten zu. Empfangsanlagen neuerer Bauart zeichnen sich durch die Möglichkeit einer Umschaltung aus. Sie schalten zwischen Low- und Highband sowie vertikaler Polarisation, die im LNB über die Signale des DiSEqC erfolgt. Diese Umschaltungen sind Alternativen zur Schaltspannung und zum 22-kHz-Signal.

Multischalter für LNBs

Eingänge der Multischalter deuten auf die Anschlüsse für LNB oder eine terrestrische Antenne hin. Ausgänge sind in der Regel die Anschlüsse, die zum Receiver führen. Die Multischalter für LNBs beinhalten in ihrem Produktnamen zwei Ziffern – beispielsweise 3/8. Bei der Ziffernfolge steht die erste Ziffer für die Eingänge von LNBs, während die zweite Zahl die Anzahl der Ausgänge angibt, die zu den Receivern führen. Bei einer ungeraden Zahl der Eingänge ist der Multischalter mit einem terrestrischen Eingang ausgestattet. Hier zwei Beispiele, wie die Produktbezeichnung des Multischalters aussehen kann und welche Bedeutung sie hat.

  • Der Multischalter 3/8 ist mit je einem Eingang für LNB und der terrestrischen Antenne ausgestattet. Die weitere Ziffer 8 weist auf acht Ausgänge hin.
  • Der Multischalter 9/8 ist mit vier Eingängen für den ersten LBN sowie weiteren vier Eingängen für den zweiten LNB und einem Eingang für die terrestrische Antenne ausgerüstet. Die zweite Ziffer steht wiederum für die acht Ausgänge.

Für den Anschluss an den Satellitenspiegel benötigen Sie einen LNB je Satellit. Sie installieren den Multischalter unter dem Dach Ihres Hauses oder auf dem Dachboden. Ist eine terrestrische Antenne vorhanden, speisen Sie die Signale in Ihre Hausverkabelung ein. Die Multischalter übertragen die Signale der Satelliten durch die Antennensteckdose. Eine geeignete Antennendose ist eine Dreilochdose, welche die verschiedenen Signale voneinander trennt.

Switch-Schalter

Ein Switch-Schalter kommt zum Einsatz, wenn ein Mehrfamilienhaus das digitale Fernsehen nutzt. Die Faustregel besagt: Der Multischalter kommt zum Zuge, wenn mehr als vier Anschlüsse zu verteilen sind und kein Octo-LNB vorhanden ist oder der Besitzer von der Verwendung absieht. Der Schalter hat die Aufgabe, einen bestimmten Frequenzbereich abzudecken. Dieser liegt zwischen 11,7 und 12,75 Gigahertz.

LNB-Typen

Sie verwenden einen Twin-LNB, der es erlaubt, zwei Kabel anzuschließen. Damit betreiben Sie entweder zwei Receiver oder einen Twin-Receiver. Für vier Kabel verwenden Sie beim Einbau einen Quattro-LNB oder Quad-LNB. Für einen analogen Anschluss benötigen Sie lediglich zwei Kabel. Nehmen Sie mehr als einen Satelliten in Anspruch, ist ein Multischalter mit zwei oder mehr Eingängen notwendig, um dieselbe Anzahl LNBs anzuschließen. Dafür eignen sich Monoblock-LNBs, die den Empfang von Satelliten ermöglichen, die nah beieinanderliegen. Der Universal-LNB schaltet zwischen zwei unterschiedlichen Frequenzbereichen um und deckt damit den gesamten Empfangsbereich ab. Solche LNBs ermöglichen den analogen und den digitalen Empfang. Diese bewegen sich zwischen 10,7 und 12,75 Gigahertz.

Internetanschluss über Satellit schalten

Beabsichtigen Sie, Ihren Internetanschluss ebenfalls über Satellit zu schalten, benötigen Sie einen iLNB, der Daten empfängt und versendet. Mit dem iLNB haben Sie einen Internetzugang sowie den Empfang von Fernseh- und Radioprogrammen. Der Unicable ist ein System, das mit einer Leitung bis zu 16 Receiver mit einem vollwertigen Signal versorgt. Hierfür benötigen die LNBs eine vom Hersteller des Unicable-Systems bereitgestellte Hardware sowie kompatible Geräte.

Umrüstung von analog auf digital

Satellitenanlagen, die jünger als zehn Jahre sind, sind für die Umrüstung von analog auf digital geeignet. In der Regel ist dabei lediglich der Satellitenreceiver auszutauschen. Bei älteren Anlagen ist der Austausch des LNBs notwendig, damit der Empfang zustande kommt. Sofern Sie eine ältere Anlage umrüsten wollen, prüfen Sie im Vorfeld die Digitaltauglichkeit von LNB und Multischalter. Die Informationen zum Übertragungsbereich des bisher eingebauten LNBs und des Multischalters finden Sie in der Produktbeschreibung, die der Lieferung beilag. Für den digitalen Empfang benötigen Sie LNB und Multischalter, die den Frequenzbereich zwischen 11,7 und 12,75 Gigahertz abdecken.

Vorteile des Fernsehempfang über Satellit

Der Fernsehempfang über Satellit bringt Ihnen deutliche Vorteile gegenüber anderen Varianten. Sie haben eine weitaus größere Programmvielfalt, die sich steigert, wenn Sie beim Einbau einem Mehrsatelliten-Empfang den Vorzug geben. Eine große Auswahl der HDTV-Programme erhalten Sie kostenfrei ins Haus respektive auf Ihr Fernsehgerät. Der Geldvorteil, den Sie aufgrund des freien Fernsehempfangs nutzen, spielt eine große Rolle. Es fallen die Anschaffungskosten an sowie die gesetzliche Rundfunkgebühr. Weitere monatliche geldliche Belastungen stehen Ihnen nicht ins Haus.

Ein Vorteil beim Kauf eines Satellitenreceivers ist die große Auswahl. Diese kommt bei vertraglichem digitalen Empfang – über Kabel oder Internet – nicht vor. In einem solchen Fall erhalten Sie den Receiver des Anbieters, den sie entweder kaufen oder anmieten. Weiterhin ist die Satblock-Verteilung mit LNBs und Multischaltern flexibel zu realisieren. Ist ein Kabelanschluss in Ihrer Wohnung vorhanden, ermöglicht der Satellitenempfang eine Kombination zwischen ihm und dem Empfang über Kabel.

Nachteile der Satellitenanlage

Ein vorhandener Nachteil ist die Satblock-ZF-Verteilung. Die Satblock-Umschaltung lässt jeweils nur einen Receiver – entweder DVB-S oder DVB-S2 – zum Anschließen an eine Antennenleitung zu. Sind am Satblock mehrere Geräte vorhanden, ist entweder ein DVB-C-Empfänger oder ein DVB-T-Empfänger an der Antennenleitung anzuschließen. Dies bedeutet einen enormen Aufwand, den Vermieter von Mehrfamilienhäusern nicht praktizieren. Des Weiteren ergibt sich aus der Anzahl der Anschlussleitungen die Anzahl der Empfänger. Diese liegt indirekt beim Anschließen der LNBs mit dem Multischalter fest.

Viele Baugenossenschaften, Siedlungswerke und andere, die sowohl im sozialen Wohnungsbau als auch bei Eigentumswohnungen aktiv sind, sehen die SAT-Anlagen nicht gerne. Einige untersagen das Anbringen von Satellitenantennen im Außenbereich des Gebäudes. Sofern Sie eine Mietwohnung bewohnen, sprechen Sie vor dem Kauf mit Ihrem Vermieter, ob er das Anbringen der Satellitenanlage im Außenbereich des Hauses erlaubt. Ist dies nicht der Fall, greifen Sie zu Spezialversionen. Diese bringen Sie hinter einem Fenster oder unsichtbar auf dem Balkon – beispielsweise auf einem Stuhl – an.

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